Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Daclizumab
    Antikörper gegen das CD25-Protein beim Menschen. Der Antikörper wird eingesetzt, um bei der Behandlung einer Abstoßung von transplantierem Nierengewebe die Signale des IL-2-Rezeptors der T-Zellen zu blockieren.
  • DAF (CD55) (decay-accelerating factor)
    Zelloberflächenprotein, das Zellen vor der Lyse durch das → Komplementsystem schützt. Fehlt dieser Faktor, kommt es zu einer paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie.
  • → Diacylglycerin
  • Siehe Diacylglycerin.
  • Dale-Prinzip
    Die Vorstellung, dass ein Neuron nur einen einzigen Neurotransmitter freisetzt.
  • Dalton (Da), engl. Dalton
    die Atommasseneinheit (benannt nach dem englischen Chemiker John Dalton)
  • DAMPs (damage-associated molecular patterns)
    → pathogenassoziierte molekulare Muster (PAMPs)
  • DAP10, DAP12
    Signalproteinketten, die ITAM-Motive enthalten und bei NK-Zellen mit den Schwänzen einiger aktivierender Rezeptoren assoziiert sind.
  • Darm, engl. intestine
    im Anschluss an den Magen folgender Abschnitt des Verdauungstrakts, in dem der größte Teil der Verdauung und die Resorption erfolgen
  • darmassoziierte lymphatische Gewebe (GALT) (gut-associated lymphoid tissues)
    Lymphgewebe, die eng mit dem Gastrointestinaltrakt verbunden sind. Dazu zählen die → Peyer-Plaques, der Blinddarm und die isolierten Lymphfollikel in der Darmwand, wo adaptive Immunantworten ausgelöst werden. Die GALT sind außerdem über die Lymphgefäße mit den mesenterialen Lymphknoten verbunden.
  • Darmzotten (Villi), engl. villi
    fingerförmige Ausstülpungen der Darmschleimhaut
  • Darwin-Fitness
    → Fitness
  • Evolutionstheorie, die auf Darwins Erkenntnissen beruht und die belebte wie unbelebte Natur als Selektionskraft akzeptiert. Die natürliche Selektion optimiert das Reproduktionsvermögen einer Population und ist damit die treibende Kraft der Evolution.
  • Daten, engl. data
    auf Messungen, Beobachtungen oder statistischen Erhebungen beruhende Zahlenwerte, Angaben oder Befunde in einem untersuchten System
  • Daucus carota – Gartenmöhre
    Apiaceae
  • nicht mehr teilungsaktives Gewebe. > Gewebetyp
  • DC-SIGN (dendritic cell-specific ICAM3-grabbing non-integrin)
    Lektin auf der Oberfläche von dendritischen Zellen, das ICAM-3 mit hoher Affinität bindet.
  • DDX41 (DEAD-Box-Polypeptid 41)
    Mutmaßlicher DNA-Sensor aus der RLR-Familie, der anscheinend Signale über den STING-Weg überträgt.
  • Deckknochen, engl. membranous bone
    Knochentyp, der sich direkt aus einem Gerüst aus Bindegewebe bildet (Gegensatz zu → Ersatzknochen)
  • Immunzellenaktivierender Rezeptor
  • Dectin-1
    Der phagocytotische Rezeptor auf neutrophilen Zellen und Makrophagen erkennt β-1,3-glykosidisch verknüpfte Glucane, die als Zellwandbestandteile bei Pilzen vorkommen.
  • → Todeseffektordomäne
  • Deduktion
    → deduktive Logik
  • deduktive Logik (Deduktion), engl. deductive logic
    in den Naturwissenschaften durchgehend angewendete logische Vorgehensweise, bei der ausgehend von einer zuvor aufgestellten allgemeinen Hypothese Vorhersagen für besondere Fälle gemacht werden. Diese Vorhersagen lassen sich überprüfen. Je mehr Befunde die Hypothese stützen, desto sicherer stimmt sie. (Gegensatz zu → induktive Logik)
  • defekte ribosomale Produkte (DRiPs)
    Peptide, die von Introns in ungenau gespleißten mRNAs translatiert werden, außerdem Translationsprodukte mit Rasterverschiebungen sowie ungenau gefaltete Proteine, die erkannt und durch Ubiquitin für einen Abbau durch die Proteasomen markiert werden
  • Defensin, engl. defensin
    von Phagocyten produzierter Proteintyp, der Bakterien und behüllte Viren durch Insertion in deren Plasmamembran abtötet
  • Defensine
    α-Defensine, → β-Defensine
  • Defensine
    antimikrobiellwirkende Peptide
  • Degeneration des genetischen Codes
    Die vier elementaren Bausteine der Erbinformation (Basen: Adenosin, Cytosin, Guanin, Thymin) lassen 64 Dreierkombinationen (Triplett/Codon) zu, die für maximal 22 Aminosäuren, den Beginn und das Ende eines Gens codieren. Somit führen mehrere verschiedene Codons zum selben Ergebnis. Die Bedeutung der Codons ist nicht eindeutig!
  • degenerierter Code, engl. degenerated code
    die Tatsache, dass es mehr DNA-Codons als zu codierende Aminosäuren gibt, wodurch verschiedene Aminosäuren von zwei oder mehr Codons codiert werden
  • Dehnungsreflex
    Ein Reflex, der als Reaktion auf eine Muskeldehnung zu einer Muskelkontraktion führt, vermittelt durch die monosynaptische Verbindung zwischen Gruppe-Ia-Axonen einer Muskelspindel und einem α-Motoneuron, das denselben Muskel innerviert.
  • Dehnungsrezeptor, engl. stretch receptor
    in Bindegewebe eingebettete, modifizierte Muskelzelle, die bei der Muskeldehnung als Mechanorezeptor fungiert (vgl. → Muskelspindel)
  • deklaratives Gedächtnis (explizites Gedächtnis), engl. declarative memory
    speichert Erinnerungen an Personen, Orte, Ereignisse und Dinge, die bewusst abgerufen und beschrieben werden können (Gegensatz zu → prozedurales Gedächtnis)
  • Deklaratives Langzeitgedächtnis
    Gedächtnis für Fakten und Ereignisse.
  • Deletion
    Quelle: Genetik
    "(lat. deletio, Vernichtung) Verlust eines größeren oder kleineren DNA-Fragments; Chromosomen- oder Genmutation (S. 403)."
  • Verlust eines Chromosomenabschnitts oder eines Teils der DNA-Sequenz.
  • Deletion, engl. deletion
    Mutation, die zum Verlust eines zusammenhängenden Abschnitts eines Gens oder Chromosoms führt; nicht umkehrbar, es ist also keine Rückkehr zum Wildtyp möglich (Gegensatz zu → Duplikation, → Punktmutation)
  • Deme (von griech. demos für „Volk“), engl. deme
    lokale Populationen von Individuen derselben Art, die sich untereinander fortpflanzen
  • Demethylase, engl. demethylase
    Enzym, das die Abspaltung der Methylgruppe am Cytosin katalysiert und damit die DNA-Methylierung umkehrt
  • Demographie, engl. demography
    die Erforschung, wie Geburten, Todesfälle sowie Zu- und Abwanderung im Laufe der Zeit zu Veränderungen in Populationen führen
  • demographische Ereignisse, engl. demographic processes
    Ereignisse wie Geburten, Todesfälle, Zuwanderungen (Immigration) und Abwanderungen (Emigration), welche die Zahl der Individuen einer Population beeinflussen
  • demographische Stochastizität, engl. demographic stochasticity
    Schwankungen der Populationsgröße infolge von zufälligen Unterschieden im Fortpflanzungserfolg und in der Überlebenswahrscheinlichkeit zwischen Individuen
  • Denaturierung, engl. denaturation
    Aktivitätsverlust eines Proteins oder Nucleinsäuremoleküls infolge struktureller Veränderungen (Verlust der spezifischen räumlichen Faltung), die durch Hitze oder andere Faktoren ausgelöst worden sind
  • Dendrit
    Ein Neurit, der auf die Aufnahme von synaptisch übertragenen Informationen durch andere Neuronen spezialisiert ist.
  • Dendriten (von griech. dendron für „Baum“), engl. dendrites
    verzweigte Fasern (Fortsätze) eines Neurons; im Vergleich zum Axon meist recht kurz; leiten gewöhnlich Informationen an den Zellkörper (Soma) der Nervenzelle weiter
  • Dendritenbaum
    Alle Dendriten eines einzigen Neurons.
  • dendritische epidermale T-Zellen (dETCs)
    Spezialisierte Klasse der γ:δ-T-Zellen, die man in der Haut von Mäusen und einigen anderen Tierarten findet, nicht aber bei Menschen. Sie exprimieren Vγ5:Vδ1 und interagieren wahrscheinlich mit bestimmten Liganden wie dem Skint-1-Faktor, der von Keratinocyten exprimiert wird.
  • dendritische Zellen
    Aus dem Knochenmark abstammende Zellen, die in den meisten Geweben vorkommen, so auch in den Lymphgeweben. Konventionelle dendritische Zellen nehmen in den peripheren Geweben Antigene auf, werden durch den Kontakt mit Krankheitserregern aktiviert und wandern zu den peripheren lymphatischen Organen, wo sie als die wirkungsvollsten Stimulatoren der T-Zell-Antworten fungieren. Plasmacytoide dendritische Zellen nehmen auch Antigene auf und präsentieren sie, aber ihre Hauptfunktion bei einer Infektion besteht darin, dass sie nach einem Kontakt mit Krankheitserregern große Mengen an antiviralen Interferonen produzieren. Diese beiden Typen von dendritischen Zellen unterscheiden sich von den → follikulären dendritischen Zellen, die den B-Zellen in den Lymphfollikeln Antigene präsentieren.
  • dendritische Zellen (DC), engl. dendritic cells
    aus Monocyten hervorgehende Zellen des Immunsystems mit langen Fortsätzen
  • Dendritischer Dornfortsatz
    Eine kleine Aussackung der Membran, die aus den Dendriten einiger Zellen ragt und die synaptisch übertragene Informationen aufnimmt.
  • Denitrifikation, engl. denitrification
    Stoffwechselaktivität bestimmter Bodenbakterien, bei der Nitrat- und Nitritionen zu molekularem Stickstoff reduziert werden
  • Denitrifizierer, engl. denitrifiers
    Bakterien, die Stickstoff in Form von gasförmigem molekularem Stickstoff (N2) an die Atmosphäre abgeben
  • Dense-Core-Vesikel
    Siehe sekretorisches Vesikel.
  • Dentin, engl. dentine
    die Schicht aus dichtem Knochenmaterial unter dem Zahnschmelz der Zähne
  • Dephosphorylierung
    Das Entfernen einer Phosphatgruppe von einem Molekül, normalerweise von einem Protein.
  • Deplasmolyse
    "Umkehrung des Plasmolysevorgangs; die Vakuolenflüssigkeit hat ein stärker negatives Potenzial als die Umgebungsflüssigkeit und Wasser strömt in die Vakuole. > Plasmolyse"
  • depletierende Antikörper
    Immunsuppressive monoklonale Antikörper, die in vivo die Zerstörung von Lymphocyten auslösen. Man verwendet sie, um akute Fälle von Gewebeabstoßung zu behandeln.
  • Depolarisation
    Eine Veränderung des Membranpotenzials von dem Ruhewert (z. B. -65mV) auf einen weniger negativen Wert (z. B. 0mV).
  • Depolarisation, engl. depolarization
    Veränderung des Ruhepotenzials an einer Membran. Zunächst ist das durch die Membran abgegrenzte Zellinnere negativer geladen als das Äußere der Membran. Die Depolarisation bewirkt eine Ladungsumkehr, das Innere ist dann im Vergleich zur Außenseite der Membran weniger negativ oder sogar positiv geladen. (Gegensatz zu → Hyperpolarisation)
  • Deprivationsexperimente, engl. deprivation experiments
    experimentelle Aufzucht von Tieren in einer Umgebung ohne Vorbilder, von denen sie artspezifisches Verhalten abschauen und erlernen könnten. Wird es dennoch exprimiert, muss es angeboren sein.
  • Dermatitis
    entzündliche Reaktion der Haut
  • Dermatom
    Eine Region auf der Haut, die durch die Hinterwurzel eines Rückenmarksegments innerviert wird.
  • Dermcidin
    antimikrobiellwirkendes Peptid im Schweiß
  • Desensibilisierung
    Ein immuntherapeutisches Verfahren, das entweder darauf abzielt, eine allergische Immunreaktion so zu verändern, dass sie zu einer symptomfreien, nichtallergischen Reaktion wird, oder die Entwicklung einer immunologischen Toleranz für ein Allergen anstrebt, welches unangenehme Krankheitssymptome verursacht hat. Zu dem Verfahren gehört auch, dass man einer allergischen Person zunehmende Allergendosen verabreicht.
  • deskriptive Statistik, engl. descriptive statistics
    beschreibende Statistik; quantitative Maßnahmen zur Darstellung allgemeiner Muster in Daten
  • Desmosomen
    Zellen und Gewebe verbindende Haftstruktur
  • Desmosomen (von griech. desmos für „Band“ und soma für „Körper“), engl. desmosomes
    punktförmig haftende Verbindung zwischen tierischen Zellen, insbesondere in Epithelgeweben
  • Desmotubulus engl. desmotubule
    in Plasmodesmen gelegenes Cytoskelettelement; kein Teil des endoplasmatischen Reticulums, sondern besteht nur aus Proteinen und ist über feine Verbindungen mit dem endoplasmatischen Reticulum zweier benachbarter Pflanzenzellen verbunden
  • Desoxyribonucleinsäure
    Siehe DNA.
  • Desoxyribonucleinsäure
    → DNA
  • Zuckermolekül mit fünf Kohlenstoffatomen.
  • Desoxyribose, engl. deoxyribose
    aus fünf Kohlenstoffatomen bestehender Zucker, der in Nucleotiden und der DNA vorkommt
  • Destruenten (decomposers)
    Organismen, die tote organische Substanz zersetzen und in anorganische Verbindungen überführen. Zu den Destruenten gehören vor allem Bakterien und Pilze, aber auch manche Tierarten wie einige Würmer und Asseln.
  • Destruenten (Zersetzer), engl. decomposer
    Organismen, die sich vom Abbau organischer Stoffe und toter Organismen ernähren und dabei anorganisches Material freisetzen; kommen bei Bakterien, Protisten, Pilzen und Tieren vor (vgl. → Detritivoren, → Saprobionten)
  • Deszendenztheorie
    Quelle: Genetik
    (lat. descendere, abstammen) Abstammungslehre Darwins (S. 12).
  • Theorie über die Abstammung von Arten.
  • Determination
    Quelle: Genetik
    (lat. determinare, abgrenzen) Festlegung des künftigen Schicksals einer Zelle während der Ontogenese (S. 527).
  • Determination, engl. determination
    Prozess während der Entwicklung, durch den eine embryonale Zelle oder eine Gruppe embryonaler Zellen auf eine bestimmte vorhersehbare Entwicklungsrichtung (ein Zellschicksal) festgelegt wird (z. B. ob aus ihr eine Epidermiszelle oder eine Nervenzelle wird); die Zelle wird dadurch determiniert
  • determiniertes Wachstum, engl. determinate growth
    begrenztes Wachstum; das Wachstum eines Organismus oder eines Organs wird im erwachsenen Stadium eingestellt; charakteristischer Wachstumstyp bei den meisten Tieren und manchen Pflanzenorganen (Gegensatz zu → unbegrenztes Wachstum)
  • Detritivoren (von lat. detritus für „Abfall“ und vorare für „fressen“), engl. detritivores
    Detritusfresser, Substratfresser; Organismen, die ihre Energie aus toten Körpern und/oder organischen Abfallprodukten anderer Organismen (Detritus) gewinnen. Dabei werden letztlich energiearme anorganische Stoffe freigesetzt (Gegensatz zu → Carnivoren, → Herbivoren, → Omnivoren)
  • Detritus, engl. detritus
    organische Überreste von Organismen im Plankton oder Sediment (vgl. → POM)
  • Diabetes mellitus
    Erkrankung des Zuckerstoffwechsels
  • Diabetes mellitus Typ 1
    Krankheit, bei der die β-Zellen in den Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zerstört werden, sodass kein Insulin mehr produziert werden kann. Man nimmt an, dass die Erkrankung auf einer Autoimmunreaktion gegen die β-Zellen beruht. Man bezeichnet die Krankheit auch als insulinabhängigen Diabetes mellitus (IDDM), da sich die Symptome durch Injektion von Insulin verbessern lassen.
  • Diacyl- und Triacyllipopeptide
    Liganden für die Toll-like-Rezeptoren TLR-1:TLR-2 und TLR-2:TLR-6.
  • Diacylglycerin (DAG)
    Intrazelluläres Signallipidmolekül, das aus Inositolphospholipiden der Membranen durch die Aktivität der Phospholipase C-γ entsteht. Die DAG-Bildung wird durch die Aktivierung zahlreicher verschiedener Rezeptoren ausgelöst. DAG bleibt in der Membran, wo es die cytosolische Proteinkinase C und RasGRP aktiviert, die das Signal weitertragen.
  • Diacylglycerin (DAG)
    Ein Second-Messenger-Molekül, das durch die Aktivität der Phospholipase C aus dem Membranphospholipid Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat gebildet wird. DAG aktiviert das Enzym Proteinkinase C.
  • Diacylglycerol (DAG), engl. diacylglycerol
    sekundärer Messenger der Hormonwirkung; entsteht durch hydrolytische Abspaltung der Hauptgruppe bestimmter Phospholipide
  • Diagnose
    Quelle: Genetik
    Benennen einer Krankheit und Voraussetzung einer Therapie.
  • Diakinese
    Quelle: Genetik
    Chromosomenstadium während der meiotischen Prophase I (S. 240).
  • Diapause, diapause
    durch die Tageslänge gesteuerte, zeitweilige Unterbrechung der Entwicklung oder Fortpflanzung; verschafft dem Organismus bessere Überlebenschancen
  • Diapedese
    Wanderung von Blutzellen, besonders von Leukocyten, durch die Gefäßwände ins Gewebe
  • Diapedese
    Eintritt von Immunzellen in entzündetes Gewebe
  • Diaphragma (von griech. diaphrassein für „Scheidewand“), engl. diaphragm
    (1) Zwerchfell;Muskelschicht, die bei Säugetieren die Brust von der Bauchhöhle trennt und die Atmung unterstützt; (2) Methode zur Geburtenkontrolle. Dabei wird bei der Frau eine Gummimembran über den Gebärmutterhals gestülpt und dadurch das Eindringen der Spermien verhindert.
  • Diarrhö
    Durchfall
  • Diastole (griech. für „Dehnung“), engl. diastole
    der Teil des Herzschlagrhythmus, bei dem der Herzmuskel erschlafft (Gegensatz zu → Systole)
  • Diathese-Stress-Hypothese von Gemütserkrankungen
    Eine Hypothese, nach der Depressionen durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltstress verursacht werden.
  • RNA-zerteilendes Enzym
  • dichotom (von griech. dichot für „zweigeteilt“ und tomia für „entfernt“), engl. dichotomous
    Beschreibung für ein Verzweigungsmuster, bei dem sich ein Spross an der Spitze in zwei gleiche Äste verzweigt, von denen in der Folge nie einer den anderen überwächst
  • dichteabhängige Faktoren, engl. density-dependent factors
    Faktoren wie begrenzte Ressourcen, Prädatoren oder Pathogene, die sich in Abhängigkeit von der Dichte der Individuen negativ auf die Populationsgröße auswirken (Gegensatz zu → dichteunabhängige Faktoren)
  • dichteunabhängige Faktoren, engl. density-independent factors
    Faktoren wie die physikalische Umwelt, die sich unabhängig von der Populationsdichte negativ auf die Populationsgröße auswirken (Gegensatz zu → dichteabhängige Faktoren)
  • Dickenwachstum
    Substanz- und Volumenzunahme. > primäres Dickenwachstum, > sekundäres Dickenwachstum
  • Dickes Filament
    Ein Teil des Cytoskeletts einer Muskelzelle, der Myosin enthält, zwischen dünnen Filamenten liegt und an ihnen entlanggleitet und so zu einer Muskelkontraktion führt. Auch als Myosinfilament bezeichnet.
  • Dictyotän
    Quelle: Genetik
    Ruhe stadium während der meiotischen Prophase I bei weiblichen Keimzellen von Säugern (S. 584).
  • Diencephalon
    Siehe Zwischenhirn.
  • Diencephalon (Zwischenhirn), engl. diencephalon
    der Teil des Vorderhirns von Wirbeltieren, der sich zum Thalamus und zum Hypothalamus entwickelt
  • differenzielle Genexpression, engl. differential gene expression
    die spezifische Kontrolle der Transkription und Translation, durch die unterschiedliche Muster der Proteinausstattung von Zellen zustande kommen
  • Differenzierung
    Quelle: Genetik
    (lat. differre, trennen, scheiden) Entwicklung des endgültigen Phänotyps einer Zelle (S. 585).
  • Differenzierung, engl. differentiation
    Prozess, bei dem ursprünglich gleiche Zellen verschiedene Entwicklungswege einschlagen und sich dadurch spezialisieren; eine direkte Auswirkung der Determination
  • Differenzierungsantigene
    Eine bestimmte Gruppe von Genen mit eingeschränkten Expressionsmustern, deren Produkte bei einer Immuntherapie gegen Krebs als Antigene angegriffen werden können.
  • Differenzierungszone
    Abschnitt der jungen Wurzel (Wurzelhaarzone). > Wurzel
  • Diffuses modulatorisches System
    Eines von vielen Netzen aus ZNS-Neuronen, die weit und diffus in große Gebiete des Gehirns projizieren und modulatorische Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin, Serotonin und Acetylcholin verwenden.
  • Diffusion
    Die temperaturabhängige Bewegung von Molekülen von Regionen mit hoher Konzentration zu solchen mit niedriger Konzentration; resultiert in einer gleichmäßigeren Verteilung.
  • Diffusion (diffusion)
    Doppelt belegter Begriff zum gleichen Phänomen.
    1. Thermische Zufallsbewegung von Teilchen.
    2. Ausbreitung einer Substanz entlang einem Konzentrationsgefälle.
  • Diffusion, engl. diffusion
    zufällige, ohne äußere Einwirkung eintretende Bewegung von Molekülen oder anderen Partikeln, die beim Fehlen einer Barriere zu einer gleichmäßigen Verteilung der Partikel führt (Gegensatz zu → aktiver Transport)
  • DiGeorge-Syndrom
    Genetisch bedingte, rezessiv vererbte Immunschwächeerkrankung. Die Patienten besitzen kein ausdifferenziertes Thymusepithel. Auch Nebenschilddrüsen fehlen und es treten Anomalien der Blutgefäße auf.
  • Dihybridenkreuzung, engl. dihybrid cross
    Kreuzung von zwei Individuen, die sich in den Allelen zweier Loci unterscheiden
  • Dikaryon
    Quelle: Genetik
    Stadium der Zygote nach der Befruchtung, vor der völligen Verschmelzung der Gametenkerne.
  • Dikaryon (Heterokaryon) (von griech. di für „zwei“ und karyon für „Kern“), engl. dikaryon
    Zelle oder Organismus mit zwei genetisch unterschiedlichen Zellkernen: häufig bei Pilzen aus der Gruppe der Fungi
  • Ausdehnung
  • Verbindung von zwei Strukturen
  • Diminution
    Quelle: Genetik
    (lat. diminuere, vermindern) Beispiel: Chromatindiminution, Ausschluss von chromosomalem Material aus somatischen Zellen (S. 370).
  • Dioptrie
    Eine Maßeinheit für die Brechungskraft des Auges; der Kehrwert der Brennweite.
  • Individuen einer Art tragen entweder weibliche oder männliche Fortpflanzungsorgane (> Monözie).
  • "Zweihäusigkeit; die Art bildet Individuen mit entweder männlichen oder weiblichen Merkmalen. > Monözie"
  • Diözisch
    Quelle: Genetik
    Zweihäusige Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten auf getrennten Individuen.
  • diözisch (von griech. oikos für „Haus“), engl. dioecious
    zweihäusig; Eigenschaft von Organismen, bei denen die beiden Geschlechter auf unterschiedliche Individuen verteilt sind, die jeweils nur Eizellen oder nur Samenzellen bilden; beispielsweise Pflanzen, die nur weibliche oder nur männliche Blüten hervorbringen, oder Tierstöcke, an denen nur ein bestimmtes Geschlecht entsteht (Gegensatz zu → monözisch)
  • diploblastisch, engl. diploblastic
    zweikeimblättrig; Beschreibung eines tierischen Körperbauplans, der aus zwei embyronalen Zellschichten (Keimblätter) hervorgeht (Ektoderm und Entoderm, aber nicht Mesoderm) (Gegensatz zu → monoblastisch, → triploblastisch)
  • Diploid
    Quelle: Genetik
    "Zweifacher Chromosomensatz; das ist der normale genetische Zustand höherer Organismen (S. 237)."
  • Das Kerngenom (> G) eukaryotischer Zellen ist diploid, falls es, mit Ausnahme von heterologen Geschlechtschromosomen, aus mikroskopisch strukturell ähnlichen Paaren von allen Chromosomen besteht (> homologe Chromosomen). Homologe Chromosomen tragen die gleichen Loci, die sich aber in ihrer allelischen Information unterscheiden können.
  • diploid (von griech. diplos für „doppelt“), engl. diploid
    Stadium, in dem die Zelle einen Chromosomensatz aus je zwei homologen Chromosomen (2n) besitzt; jeweils eines davon stammt von einem Elternteil (Gegensatz zu → haploid, → polyploid)
  • diplontisch, engl. diplontic
    Form eines Lebenszyklus, bei dem ausschließlich die Gameten haploid sind und die Mitose nur in diploiden Zellen stattfindet (Gegensatz zu → haplontisch)
  • Diplotän
    Quelle: Genetik
    Chromosomenstadium während der meiotischen Prophase I (S. 237).
  • direkte Allogenerkennung
    Erkennung eines transplantierten Gewebes durch den Empfängerorganismus, bei der antigenpräsentierende Zellen des Spenders das Transplantat verlassen, über die Lymphflüssigkeit zu regionalen Lymphknoten wandern und dort T-Zellen des Empfängers aktivieren, die die entsprechenden T-Zell-Rezeptoren besitzen.
  • direkte Entwicklung, engl. direct development
    Entwicklungsmuster, bei dem die Tiere nach dem Schlüpfen bereits wie Miniaturausgaben der Adulten aussehen (Gegensatz zu → Metamorphose)
  • direkte Fitness, engl. direct fitness
    jene Komponenten der biologischen Fitness, die daraus resultieren, dass ein Organismus eigene Nachkommen produziert (Gegensatz zu → Gesamtfitness; → Fitness)
  • direkte Interaktion, engl. direct interaction
    eine zwischen zwei Arten erfolgende Interaktion wie Prädation, Konkurrenz oder eine Interaktion positiver Natur (vgl. → indirekte Interaktion)
  • direkte Präsentation
    Vorgang, bei dem aus Proteinen, die von einer Zelle produziert wurden, Peptide entstehen, die von MHC-Klasse-I-Molekülen präsentiert werden. Dabei kann es sich um antigenpräsentierende Zellen, beispielsweise dendritische Zellen, handeln, aber auch um Nichtimmunzellen, die jeweils von cytotoxischen T-Lymphocyten gezielt angegangen werden.
  • Disaccharide, engl. disaccharides
    aus zwei Monosacchariden (Einfachzuckern) bestehende Kohlenhydrate
  • DISC (death-inducing signaling complex)
    Multienzymkomplex, der sich aufgrund von Signalen von Proteinen der Todesrezeptorfamilie bildet, die zelluläre apoptoseinduzierede Rezeptoren umfasst (zum Beispiel Fas). DISC aktiviert die Caspasekaskade und löst so die Apoptose aus.
  • discoidale Furchung, engl. discoidal cleavage
    eine Form der unvollständigen Furchung in der Entwicklung von Tieren; kommt vor allem bei Tieren mit dotterreichen Eiern wie Fischen, Reptilien und Vögeln vor (vgl. → meroblastische Furchung und → superfizielle Furchung)
  • Diskordant
    Quelle: Genetik
    (lat. discordare, nicht übereinstimmen) Unterschiedliche Phänotypen bei Zwillingen (S. 574).
  • diskrete Variablen, engl. discrete variables
    quantitative Variablen, die nur ganzzahligeWerte annehmen
  • Objekte lassen sich aufgrund ihrer Eigenschaften eindeutig klassifizieren und gruppieren. Aus der Anzahl von Objekten in den einzelnen Gruppen errechnen sich deren Gruppenhäufigkeiten. Zusammen ergeben die Gruppenhäufigkeiten ein Verteilungsmuster der Objekte auf die verschiedenen Gruppen (> quantitative Merkmale).
  • Dislokation
    Abbau von neu synthetisierten MHC-Klasse-I-Molekülen im Zusammenhang mit Abwehrmechanismen von Viren.
  • Dispersion, engl. dispersal
    Wanderbewegungen von Individuen in Form von Zuwanderung zu einer Population (Immigration) oder Abwanderung von einer Population (Emigration)
  • Dispersionsmuster, engl. dispersion patterns
    die räumliche Verteilung der Individuen einer Population (vgl. → regelmäßige Verteilung, → zufällige Verteilung und → geklumpte Verteilung)
  • Display, engl. display
    Zurschaustellung; optische Verhaltenssignale, die entwickelt wurden, um das Verhalten anderer Individuen zu beeinflussen; zum Beispiel beim Imponiergehabe oder Werbeverhalten
  • disruptive Selektion, engl. disruptive selection
    Selektion, bei der die Phänotypen beider Extreme in einer Population begünstigt werden (Gegensatz zu → gerichtete Selektion, → stabilisierende Selektion)
  • disseminierte intravaskuläre Gerinnung (DIG)
    Blutgerinnung, die als Reaktion auf die disseminierte Freisetzung von TNF-α in kleinen Blutgefäßen gleichzeitig überall im Körper erfolgt und zu einem massiven Verbrauch von Blutgerinnungsproteinen führt, sodass die Blutgerinnung des Patienten nicht mehr richtig funktioniert. DIG tritt beim septischen Schock auf.
  • Dissoziationskonstante (Kd), engl. dissociation constant
    Form einer Gleichgewichtskonstanten; Maß für die Tendenz von zwei miteinander verbundenen Substanzen, sich in zwei kleinere Komponenten aufzutrennen. Bei Zellsignalen sind diese beiden Substanzen der Ligand und der Rezeptor.
  • Chromosomenabschnitte oder Gene, die nahe am Chromosomenende lokalisiert sind (proximal sind Chromosomenabschnitte in der Nähe des Zentromers).
  • distal, engl. distal
    Lagebezeichnung; weiter vom Ansatzpunkt oder einem anderen Bezugspunkt entfernt (Gegensatz zu → proximal)
  • Distaler Muskel
    Ein Muskel, der Hände, Füße oder Finger kontrolliert.
  • distaler Tubulus, engl. distal convoluted tubule
    der Abschnitt des Nephrons von der Stelle, an dem es unmittelbar nach Ende der Henle-Schleife die Nierenrinde erreicht, bis zum Übergang in das Sammelrohr (vgl. → proximaler Tubulus)
  • Disulfidbrücke, engl. disulphide bridge
    kovalente Bindung zwischen zwei Schwefelatomen (-S-S-), die zwei Moleküle oder zwei weiter entfernte Teile desselben Moleküls miteinander verbindet; wird in Proteinen zwischen zwei Cysteinen aufgebaut
  • Divergenz, engl. divergence
    (1) Artaufspaltung, indem sich eine Stammart in zwei gleichzeitig existierende Tochterarten aufspaltet (Gegensatz zu → Anagenese); (2) unterschiedliche Gestaltung homologer Strukturen von nahe miteinander verwandter Arten durch Anpassung an unterschiedliche Verhältnisse (Gegensatz zu → Konvergenz)
  • Diversionscolitis
    Entzündung und Nekrose von Enterocyten als Folge einer chirurgischen Stilllegung von Abschnitten des Dickdarms, sodass der normale Fluss des Darminhalts nicht mehr stattfindet. Dadurch fehlen die kurzkettigen Fettsäuren, die sonst von der Mikroflora geliefert werden.
  • Diversitätsgensegmente (DH)
    Kurze DNA-Sequenzen, die in den Genen für die schwere Kette der Immunglobuline die V- und J-Gen-Segmente sowie in den Genen für den → T-Zell-Rezeptor die Segmente für die β- und δ-Kette miteinander verbinden (→ Gensegmente).
  • Dizentrisches Chromosom
    Quelle: Genetik
    (Chromosom mit zwei Centromeren. Entsteht durch Crossing-over innerhalb einer Inversion (S. 412).
  • DN1, DN2, DN3, DN4
    Zwischenstadien bei der Entwicklung von doppelt positiven CD4+CD8+-T-Zellen im Thymus. Die Umstrukturierung des Locus der TCRβ-Kette beginnt in der Phase DN2 und ist in DN4 abgeschlossen.
  • Abkürzung von „deoxyribonucleic acid“. Ein Riesenmolekül, das aus einer langen Kette von einzelnen molekularen Bausteinen (> Nukleotide) besteht. Chromosomen (> G) sind extrem stark kondensierte DNA-Moleküle (deutsch: Desoxyribonukleinsäure, DNS).
  • Abkürzung von „deoxyribonucleic acid“. Ein Riesenmolekül, das aus einer linearen Abfolge von Nukleotiden besteht und einen Teil des genetischen Codes eines Individuums trägt (deutsch: Desoxyribonukleinsäure, DNS).
  • DNA (Desoxyribonucleinsäure)
    Ein doppelsträngiges Molekül, das aus vier Nucleotiden aufgebaut ist und die genetische Information einer Zelle enthält.
  • DNA (Desoxyribonucleinsäure), engl. deoxyribonucleic acid
    grundlegendes Erbmaterial aller lebenden Organismen; bei Eukaryoten befindet es sich hauptsächlich im Zellkern; Baustein dieser Nucleinsäure ist die Desoxyribose statt der Ribose in der RNA
  • DNA (Desoxyribonukleinsäure)
    Quelle: Genetik
    (Makromolekül, das aus zwei antiparallelen Polynukleotidketten aufgebaut ist, der dabei verwendete Zucker ist Desoxyribose. DNA ist der Träger der Erbsubstanz (7 Abschn. 2.1).
  • DNA-abhängige Proteinkinase (DNA-PK)
    Proteinkinase im DNA-Reparatur-Signalweg, die bei der Umstrukturierung der Immunglobulin- und T-Zell-Rezeptor-Gene eine Rolle spielt.
  • Umwelteinflüsse führen im Lauf der Zeit zu Veränderungen und zum Zerfall von DNA.
  • DNA-Demethylase
    DNA-Methylgruppenentfernendes Enzym
  • Komplementäre DNA-Stränge binden aneinander (> DNA). Die Bindungsstärke zweier DNAStränge ist umso stärker, je mehr die Basenfolge beider Stränge komplementär ist. Diese Eigenschaft wird auch genutzt, um die Ähnlichkeit von DNA-Molekülen zu messen und zu bewerten.
  • DNA-Fingerprint
    → genetischer Fingerabdruck
  • DNA-Helikase, engl. DNA helicase
    Enzym, das während der DNA-Replikation die Doppelhelix entspiralisiert
  • DNA-Impfung
    Impfung in die Haut oder die Muskulatur mit DNA, die ein bestimmtes Antigen codiert. Das exprimierte Protein kann Antikörper und T-Zell-Reaktionen hervorrufen.
  • DNA-Ligase IV
    Enzym, das die Enden von doppelsträngiger DNA miteinander verknüpft, wodurch bei der V(D)J-Rekombination die codierende Verknüpfungssequenz entsteht.
  • DNA-Ligase, engl. DNA ligase
    Enzym, das bei der Replikation und Rekombination der DNA Strangbrüche repariert
  • DNA-Methylierung, engl. DNA methylation
    Addition einer Methylgruppe an die DNA, in der Regel an Guanin oder Cytosin
  • DNA-Methyltransferase
    DNA-Methylgruppenübertragendes Enzym
  • DNA-Methyltransferase, engl. DNA methyltransferase
    Enzym, das die Methylierung von DNA katalysiert
  • DNA-Mikroarray, engl. DNA microarray
    kleiner Glas- oder Kunststoffträger, auf dem Tausende einzelsträngige DNA-Fragmente fixiert sind. Diese können mit RNA- oder DNA-Zielsequenzen aus den zu testenden Zellen hybridisieren.
  • DNA-Polymerasen, engl. DNA polymerases
    Enzyme, welche die Bildung von DNA-Strängen anhand einer DNA-Matrize katalysieren
  • DNA-Rekombinationstechnik
    → Gentechnik
  • DNA-Replikation, engl. DNA replication
    die Erzeugung eines neuen DNA-Strangs, wobei die DNA-Polymerase die exakte Reproduktion eines vorhandenen DNA-Strangs (der Matrize) katalysiert
  • DNA-Sequenzierung, engl. DNA sequencing
    Ermittlung der genauen Nucleotidabfolge in der DNA
  • DNA-Sonde, engl. DNA probe
    markiertes, einzelsträngiges DNA-Fragment, das in der Gentechnik verwendet wird, um DNA-Moleküle mit der komplementären Sequenz zu finden
  • DNA-Test, engl. DNA testing
    auch als Gentest oder DNA-Analyse bezeichnet; die Bestimmung des Genotyps durch Analyse der DNA-Sequenzen in der Humangenetik
  • DNA-Topoisomerasen, engl. DNA topoisomerases
    Enzyme, die superspiralisierte DNA, die während der Replikation oder Transkription entsteht, weiter verdrillen oder auch entspiralisieren
  • DNA-Transposons
    Genetische Elemente, die ihre eigene Transposase codieren und sich eigenständig in genomische DNA einfügen und auch wieder herausschneiden können.
  • Docking-Protein, engl. docking protein
    Rezeptorprotein, das an ein Ribosom an der Membran des endoplasmatischen Reticulums andockt, indem es an die Signalsequenz des neu am Ribosom gebildeten Proteins bindet
  • Domäne (domain)
    Region eines Proteins, die sich durch ihre Struktur oder ihre Funktion von den anderen Bereichen unterscheidet.
  • Domäne, engl. domain
    (1) diskreter Bereich innerhalb eines Proteins, der durch eine durchgehende Nucleotidsequenz codiert ist und sich oft unabhängig vom Rest des Proteins faltet. Bei einer Reihe unterschiedlicher Proteine können über verschiedene Organismengruppen hinweg strukturell und funktionell verwandte Domänen vorhanden sein (z. B. Homöodomäne, calciumbindende Domäne). (2) in der Phylogenie die drei monophyletischen Hauptäste am Stammbaum des Lebens (Bacteria, Archaea und Eukarya)
  • Dominant
    Quelle: Genetik
    "(lat. dominare, herrschen über) Art der phänotypischen Ausprägung eines Allels; der Phänotyp wird in Heterozygoten sichtbar (Gegensatz: rezessiv) (S. 464)."
  • dominantes Allel, engl. dominant allele
    Allel eines Gens, das den Phänotyp eines heterozygoten Individuums bestimmt, bei dem eines der beiden homologen Chromosomen das dominante Allel trägt und das andere Chromosom ein anderes, rezessives Allel (Gegensatz zu → rezessives Allel)
  • Vollständige Dominanz: Nur eine elterliche Erbanlage (> Gen) bestimmt die Merkmalsausprägung, während die andere nicht zum Tragen kommen – letztere ist rezessiv. Die Erbanlage für die rote Blütenfarbe der Gartenerbse ist dominant über der (rezessiven) Erbanlage für weiße Blütenfarbe. Unvollständige oder partielle Dominanz: Beide elterliche Erbanlagen tragen zur Merkmalsausprägung bei. Das Ausmaß der Dominanz der elterlichen Erbanlage bestimmt das Merkmal. So können alle möglichen intermediären Mischformen zur Ausprägung kommen. Im Fall, dass verschiedene elterliche Erbanlagen in gleicher Stärke zur Merkmalsbildung beitragen, sprechen wir von Kodominanz.
  • Donnan-Potenzial
    → Membranpotenzial
  • Donorlymphocyteninfusion (DLI)
    Übertragung von reifen Lymphocyten (das heißt T-Zellen) von einem Spender auf Patienten bei einer Knochenmarktransplantation zur Krebsbehandlung, um noch vorhandene Tumorreste zu beseitigen.
  • Eine chemische Vorstufe von Dopamin und anderen Catecholaminen.
  • Dopamin
    Ein Catecholamin-Neurotransmitter, der aus Dopa synthetisiert wird.
  • Dopaminhypothese der Schizophrenie
    Eine Hypothese, nach der Schizophrenie durch eine übermäßige Aktivierung von D2-Rezeptoren in dem mesocorticolimbischen Dopaminsystem des Gehirns verursacht wird.
  • Die typische gewundene Struktur von zwei komplementären DNA-Nukleotidfäden (> Chromatide).
  • Doppelhelix, engl. double helix
    natürliche Form der DNA: eine rechtsdrehende, schraubenförmig gewundene Struktur aus zwei gegenläufigen Einzelsträngen
  • Doppelschicht (Bilayer), engl. bilayer
    aus zwei Schichten bestehende Struktur; bezieht sich in der Biologie meist auf die Phospholipiddoppelschicht von Membranen (vgl. → Phospholipiddoppelschicht)
  • Doppelstrangbruchreparatur (DSBR)
    Verknüpfung nichthomologer Enden bei der DNA-Reparatur zum Abschluss des Isopenwechsels.
  • doppelsträngige RNA (dsRNA)
    Chemische Struktur, die bei der Vermehrung zahlreicher Viren eine Zwischenstufe darstellt und von TLR-3 erkannt wird.
  • doppelt negative Thymocyten
    Unreife T-Zellen im Thymus, die keinen der beiden → Corezeptoren, CD4 und CD8, exprimieren. Sie sind die Vorläufer der übrigen T-Zellen, die sich im Thymus entwickeln. In einem normalen Thymus befinden sich etwa 5 % der Thymocyten in diesem Zustand.
  • doppelt positive Thymocyten
    Unreife T-Zellen im Thymus, die durch die Expression sowohl des CD4- als auch des CD8-Corezeptors gekennzeichnet sind. Sie machen die Mehrzahl (etwa 80 %) der Thymocyten aus und sind die Vorläufer der reifen CD4- und CD8-T-Zellen.
  • doppelte Befruchtung, engl. double fertilization
    ein Vorgang bei Angiospermen, bei dem die Kerne von zwei Spermazellen eine Eizelle befruchten. Ein Spermazellkern verschmilzt mit dem Kern der Eizelle zur Zygote, während sich der andere Spermazellkern mit dem diploiden Embryosackkern zur ersten Zelle des triploiden Endosperms (dem Nährgewebe des wachsenden Pflanzenembryos) vereinigt.
  • Dormanz, engl. dormancy
    Ruhezustand, bei dem die normale Aktivität eingestellt ist, beispielsweise bei manchen Sporen, Samen (Keimruhe) und Knospen
  • Dorsal
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Rücken oder Rückseite gelegen.
  • dorsal (von lat. dorsum für „Rücken“), engl. dorsal
    Lagebezeichnung; bezieht sich auf den Rücken oder auf die nach oben zeigende Oberfläche (Gegensatz zu → ventral)
  • dorsale Urmundlippe, engl. dorsal lip
    bei Amphibienembryonen der dorsale Teil des Blastoporus, der die Entwicklung der umliegenden Bereiche bestimmt; wird daher auch als Organisatorregion bezeichnet
  • Dorsaler Cochleariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Afferenzen vom Spiralganglion in der Hörschnecke des Innenohrs erhält.
  • Dosiskompensation
    Quelle: Genetik
    (Ausgleich der Aktivität von Genen auf Geschlechtschromosomen, sodass deren Produktmenge in beiden Geschlechtern gleich ist (S. 316).
  • Dotter, engl. yolk
    gespeichertes Nährmaterial tierischer Eier, normalerweise reich an Protein und Fett
  • Dottersack, engl. yolk sac
    die extraembryonale Membran, die in der Embryonalentwicklung von Sauropsiden und Säugetieren das Entoderm des Hypoblasten bildet; der Dottersack umschließt den Dotter und verdaut ihn; bei Säugetierembryonen der Blutbildung dienend (vgl. → extraembryonale Membranen)
  • Down-Syndrom-Zelladhäsionsmolekül (Dscam)
    Protein der → Immunglobulinsuperfamilie. Man nimmt an, dass es bei Insekten die Opsonisierung von eindringenden Bakterien bewirkt und die Aufnahme der Bakterien durch Phagocyten unterstützt. Es kann aufgrund von alternativem Spleißen in vielen verschiedenen Formen vorkommen.
  • DR4, DR5
    Proteine der TNFR-Superfamilie, die von vielen Zelltypen exprimiert werden. Sie werden durch das TRAIL-Protein aktiviert, sodass sie die Apoptose einleiten können.
  • dreiteilige Synapse, engl. tripartite synapse
    die Vorstellung, dass eine Synapse nicht nur die daran beteiligten prä- und postsynaptischen Neuronen umfasst, sondern auch zahlreiche Verbindungen mit Gliazellen, die als Astrocyten bezeichnet werden
  • Dritter Ventrikel
    Der mit Liquor gefüllt Raum im Zwischenhirn.
  • Drosophila melanogaster
    Quelle: Genetik
    Fruchtfliege (Taufliege). Klassisches Untersuchungsobjekt der Genetik (S. 198).
  • Druckpotenzial (Ψp), engl. pressure potential
    der hydrostatische Druck einer eingeschlossenen Lösung, der den umgebenden atmosphärischen Druck übersteigt (Gegensatz zu → Lösungspotenzial, → Wasserpotenzial)
  • Druckstromtheorie, engl. pressure flow theory
    Erklärungsmodell für den Phloemtransport bei Angiospermen. Demzufolge erfolgt der Transport in den Siebröhren durch einen osmotisch angetriebenen Druckgradienten zwischen dem Ort der Assimilatbildung und dem Ort des Assimilatverbrauchs.
  • Drüsen, engl. glands
    Organe oder Gruppen sekretorischer epithelialer Zellen (die eine oder mehrere Substanzen produzieren und abgeben)
  • Dryopteris sp.
    Polypodiophytina, Streptophyta
  • Ductus choledochus, engl. bile duct
    Hauptgallengang; Ausführungsgang, der Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase und Sekrete des Pankreas in den Dünndarm abgibt
  • Ductus ejaculatorius, engl. ejaculatory duct
    Spritzkanal; der Kanal, durch den das Ejakulat von den Samenbläschen in die Harnröhre gelangt
  • Ductus hepaticus, engl. liver duct
    Gang, durch den Gallenflüssigkeit von der Leber in die Gallenblase geleitet wird
  • Ductus lymphaticus, engl. lymphatic duct
    großes Lymphgefäß, das am rechten Venenwinkel in die Schlüsselbeinvene mündet und Lymphe dort hinein abgibt
  • Ductus thoracicus
    größtes Lymphgefäß (Milchbrustgang)
  • Ductus thoracicus (Milchbrustgang), engl. thoracic duct
    die Hauptverbindung zwischen dem lymphatischen System und dem Kreislaufsystem; mündet im linken Venenwinkel in die Schlüsselbeinvene
  • Duftstoff, engl. odorant
    auch als Odorant bezeichnet; Molekül, das an einen olfaktorischen Rezeptor binden kann
  • Düngemittel, engl. fertilizer
    verschiedene Substanzen, die dem Boden zugefügt werden, um das Wachstum angebauter Pflanzen zu fördern; unterschieden werden organische und anorganische Dünger
  • Dunkeladaptation
    Der Prozess, durch den die Netzhaut unter Schwachlicht empfindlicher für Licht wird.
  • Dunkelreaktion, engl. light-independent reactions
    auf die Lichtreaktion folgende Phase der Photosynthese, in der die in der Lichtreaktion gewonnene chemische Energie zur Reduktion von CO2 genutzt wird, wobei Kohlenhydrate entstehen
  • Dunkelstrom
    Der Einstrom von Natriumionen in den Photorezeptor bei Dunkelheit.
  • dunkle Zone
    → Keimzentren
  • Dünndarm
    Intestinumtenue
  • Dünndarm, engl. small intestine
    Darmbereich zwischen Magen und Dickdarm, beim Menschen bestehend aus Duodenum (Zwölffingerdarm), Jejunum (Leerdarm) und Ileum (Krummdarm)
  • Dünnes Filament
    Ein Teil des Cytoskeletts einer Muskelzelle, der Aktin enthält, mit den Z-Scheiben verbunden ist und an den dicken Filamenten entlanggleitet und so zu einer Muskelkontraktion führt. Auch als Aktinfilament bezeichnet.
  • Duodenum, engl. duodenum
    Zwölffingerdarm; bei Wirbeltieren der vorderste Teil des Dünndarms (vgl. → Ileum, → Jejunum)
  • Duplextheorie für die Lokalisierung einer Schallquelle
    Die Theorie, nach der die Lokalisierung einer Schallquelle über zwei Mechanismen abläuft: bei tiefen Frequenzen über die interaurale Laufzeitdifferenz und bei hohen Frequenzen über die interaurale Pegeldifferenz.
  • Duplikation
    Quelle: Genetik
    (lat. duplicare, verdoppeln) Verdopplung von Abschnitten der DNA, einzelnen Chromosomen oder des ganzen Genoms.
  • Ein DNA-Abschnitt ist verdoppelt.
  • Ein Chromosomenschnitt wird verdoppelt.
  • Duplikation, engl. duplication
    die Verdoppelung genetischen Materials aufgrund einer Mutation; kann einen Teil eines Gens, ein ganzes Gen, einen Teil eines Chromosoms, ein ganzes Chromosom oder das gesamte Genom betreffen (vgl. → Genduplikation, → polyploid)
  • Dura mater
    Siehe harte Hirnhaut.
  • Durchführungsintentionen
    Durchführungsintentionen (implementation intentions) beschreiben präzise, wo, wann und auf welche Weise eine Zielintention realisiert werden soll. Sie unterstützen die erfolgreiche Umsetzung einer Zielintention.
  • Dynein (von griech. dynamis für „Kraft“), engl. dynein
    Protein, das durch Änderungen seiner Konformation bei der Bewegung eukaryotischer Geißeln und Cilien eine Rolle spielt
  • Dysbiose
    Veränderung des Gleichgewichts zwischen Spezies der Mikroorganismen, welche die Mikroflora bilden. Dafür kann es eine Reihe von Ursachen geben (beispielsweise Antibiotika, genetisch bedingte Störungen). Häufig geht damit das übermäßige Wachstum von pathogenen Organismen einher, beispielsweise Clostridium difficile.
  • Dysbiose
    mikrobielle Fehlbesiedlung des Darmes
  • Dysgenese
    Quelle: Genetik
    Fehlentwicklung der Nachkommen bei bestimmten Kreuzungen (S. 347).
  • Dyslexie
    Probleme beim Lesenlernen trotz normaler Intelligenz und Übung.
  • Dystrophie
    Quelle: Genetik
    Entwicklungsstörungen, die zu Fehlbildungen führen.