Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • F(ab?)2-Fragment
    Antikörperfragment, das aus zwei verknüpften antigenbindenden Armen (Fab-Fragmenten) ohne Fc-Region besteht und durch Spaltung von IgG mit Pepsin entstanden ist.
  • F1-Generation
    Quelle: Genetik
    "(lat. filia, Tochter) Erste Generation aus einer Serie von Kreuzungen; erste Filial-/Tochtergeneration."
  • F1-Generation
    → Filialgeneration
  • F2-Generation
    → Filialgeneration
  • Fab-Fragment
    Antikörperfragment, das einen einzigen antigenbindenen Arm des Antikörpers ohne die Fc-Region umfasst, entstanden durch Spaltung eines IgG-Moleküls mit dem Enzym Papain. Das Fragment besteht aus einer vollständigen leichten Kette und der aminoterminalen variablen Region wie auch der ersten konstanten Region der schweren Kette, die durch eine Disulfidbrücke zwischen den Ketten verknüpft sind (→ Fc-Fragment).
  • FAD (Flavin-Adenindinucleotid), engl. flavin adenine dinucleotide
    an Redoxreaktionen beteiligtes Coenzym, das aus Riboflavin (Vitamin B2) gebildet wird
  • Kot
  • Faeces (Fäzes) (von lat. faex für „Abschaum“, „Auswurf“), engl. feces
    Exkremente, Kot; vom Verdauungssystemausgeschiedene Abfallstoffe
  • Fagus sylvatica – Rotbuche
    Fagaceae
  • Faktor B
    Protein des alternativen Weges der Komplementaktivierung, bei dem es in Ba und die aktive Protease Bb gespalten wird. Letztere bindet an C3b und bildet so die C3-Konvertase C3bBb des alternativen Weges.
  • Faktor D
    Serinprotease des alternativen Weges der Komplementaktivierung, die Faktor B in Ba und Bb spaltet.
  • Faktor H
    Komplementregulatorisches Protein im Plasma, das an C3b bindet und mit Faktor B konkurriert und so Bb von der Konvertase verdrängen kann.
  • Faktor I
    Komplementregulatorische Protease im Plasma, die C3b zur inaktiven Form iC3b spaltet und so die Bildung einer C3-Konvertase verhindert.
  • Faktor P
    Plasmaprotein, das von aktivierten neutrophilen Zellen freigesetzt wird und die C3-Konvertase C3bBb des alternativen Weges stabilisiert.
  • Faktor-H-bindendes Protein (fHbp)
    Protease, die von Neisseria meningitidis produziert wird und die Faktor H zur Membran des Bakteriums dirgiert. Dadurch wird das C3b-Protein inaktiviert, das an die bakterielle Oberfläche angelagert wurde, und das Bakterium entkommt der Zerstörung durch das Komplement.
  • Faktor-I-Mangel
    Genetisch bedingtes Fehlen des regulatorischen Komplementproteins Faktor I. Der Mangel führt zu einer unkontrollierten Komplementaktivierung, sodass die Komplementproteine schnell ausgedünnt werden und die Patienten an wiederholten bakteriellen Infektionen leiden, vor allem mit den zahlreich vorkommenden pyogenen Bakterien.
  • fakultativ, engl. facultative
    möglich, aber nicht zwingend erforderlich (vgl. → obligat)
  • fakultativer Anaerobier, engl. facultative anaerobe
    Organismus, der seinen Stoffwechsel von aeroben auf anaerobe Stoffwechselwege umschalten kann, je nachdem, ob O2 vorhanden ist oder nicht (Gegensatz zu → obligater Aerobier)
  • fakultativer Parasit, engl. facultative parasite
    Organismus, der an anderen Lebewesen parasitiert, aber auch unabhängig von diesen leben kann
  • Fallende Phase
    Der Teil eines Aktionspotenzials, der durch einen schnellen Abfall des Membranpotenzials vom positiven in den negativen Bereich gekennzeichnet ist.
  • familiäre hämophagocytische Lymphohistiocytose (FHL)
    Gruppe von progressiven und potenziell letal verlaufenden Entzündungserkrankungen, die von einem vererbbaren Mangel an einem von mehreren Proteinen, die bei der Bildung oder Freisetzung der cytolytischen Granula beteiligt sind, hervorgerufen wird. Viele CD8-positive polyklonale T-Zellen akkumulieren in den lymphatischen und in anderen Organen. Das geht einher mit einer Aktivierung der Makrophagen, die Blutzellen phagocytieren, darunter Erythrocyten und Leukocyten.
  • familiäres Mittelmeerfieber (FMF)
    Schwere autoinflammatorische Erkrankung, die autosomal rezessiv vererbt wird. Ursache ist eine Mutation im MEFV-Gen, welches das von Granulocyten und Monocyten exprimierte Protein Pyrin codiert. Bei Patienten mit dieser Krankheit aktiviert das defekte Pyrin wahrscheinlich spontan das Inflammasom.
  • Stammbaumanalyse eines Patienten, um die Verbreitung der Erkrankung in seiner näheren Verwandtschaft zu erfassen.
  • Fang-Wiederfang-Methode, engl. mark-recapture method
    auch einfach als Wiederfangmethode oder Rückfangmethode bezeichnet; Methode zur Abschätzung der Populationsgröße mobiler Organismen. Dabei wird eine zufällige Probe von Individuen gefangen, markiert und wieder freigelassen. Zu einem späteren Zeitpunkt wird eine weitere zufällige Probe gefangen und der Anteil der markierten Tiere ermittelt.
  • Farmerlunge
    Hypersensitivitätserkrankung; Ursache ist die Reaktion von IgG-Antikörpern mit großen Mengen inhalierter Antigene in den Alveolarwänden der Lunge. Sie führt zu einer Entzündung der Alveolarwände und beeinträchtigt dadurch die Atmung.
  • Fasciculus longitudinalis dorsalis
    Siehe hinteres Längsbündel.
  • Fasciculus telencephalicus medialis
    Siehe mediales Vorderhirnbündel.
  • Faserzelle, engl. fiber cell
    langgestreckte, spitz zulaufende Sklerenchymzelle bei Angiospermen; meist mit dicker Zellwand; erfüllt Stützfunktion im Xylem
  • langgestreckte, oft sklerenchymatische, Zellen, zum Beispiel als Holz- und Bastfasern
  • Fast-twitch-Fasern (FT-Fasern), engl. fast-twitch fibers
    auch als weiße Fasern bezeichnet; Skelettmuskelfasern, die sehr schnell eine hohe Spannung aufbauen können, aber auch schnell ermüden („Sprinter“-Fasern); charakteristisch ist der sehr hohe Gehalt an Enzymen für die Glykolyse (vgl. → Slow-twitch-Fasern)
  • faszikuläres Cambium
    einlagige Schicht teilungsaktiver Zellen, die in einem Leitbündel zwischen Phloem und Xylem liegt. > primäres Cambium, > Meristem
  • faszikuläres Kambium (von lat. cambiare für „austauschen“), engl. vascular cambium
    Lateralmeristem von Pflanzen, aus dem das sekundäre Xylem und das Phloem hervorgehen
  • Faszikulierung
    Ein Prozess, bei dem sich zusammenwachsende Axone miteinander verbinden.
  • Fauna, engl. fauna
    alle Tiere (Tierwelt) eines bestimmten Gebiets (Gegensatz zu → Flora)
  • Fazit-Tendenz
    Die Fazit-Tendenz beschreibt das Bestreben, nach einer gewissen Zeit des Abwägens verschiedener Handlungsalternativen zu einer Entscheidung zu kommen.
  • Fc-Fragment, Fc-Region
    Die carboxyterminalen Hälften von zwei schweren Ketten eines IgG-Moleküls, die in der übrig gebliebenen Gelenkregion über eine Disulfidbrücke miteinander verknüpft sind. Das Fc-Fragment entsteht durch Spaltung von IgG mit Papain. Im vollständigen Antikörper bezeichnet man diesen Teil auch als Fc-Region (→ Fab-Fragment).
  • Fc-Rezeptor
    Rezeptor zur Anbindung von Immunglobulinen an die Zelloberfläche
  • Fc-Rezeptoren
    Familie von Rezeptoren auf der Zelloberfläche, die an die Fc-Regionen der verschiedenen Immunglobuline binden. Für die einzelnen Isotypen gibt es unterschiedliche Rezeptoren. Fcγ-Rezeptoren binden beispielsweise IgG, Fcε-Rezeptoren binden IgE.
  • FcεRI
    Hochaffiner Rezeptor für die Fc-Region von IgE, der vor allem auf der Oberfläche von → Mastzellen und basophilen Zellen exprimiert wird. Wenn ein multivalentes Antigen an dieses IgE bindet, das an FcεRI gebunden ist und in der Nähe befindliche Rezeptoren vernetzt, kommt es zur Aktivierung der Zelle, die diese Rezeptoren trägt.
  • FcγRI (CD64)
    Fc-Rezeptor, der von Monocyten und Makrophagen stark exprimiert wird und die stärkste Affinität der Fc-Rezeptoren für IgG besitzt.
  • FcγRII-B1
    Inhibitorischer Rezeptor auf B-Zellen, der die Fc-Region von Antikörpern erkennt. FcγRII-B1 enthält in seiner cytoplasmatischen Domäne ein ITIM-Motiv.
  • FcγRIII
    Zelloberflächenrezeptoren, die an die Fc-Domäne von IgG-Molekülen binden. Die meisten Fcγ-Rezeptoren binden IgG nur in aggregierter Form, können also zwischen gebundenem und freiem Antikörper unterscheiden. Man findet sie auf Phagocyten, B-Lymphocyten, NK-Zellen und follikulären dendritischen Zellen. Als Bindeglied zwischen Antikörperbindung und Effektorzellfunktionen spielen sie eine Schlüsselrolle bei der → humoralen Immunität.
  • FCAS (familial cold autoinflammatory syndrome)
    Episodenhaft auftretende inflammatorische Erkrankung, die von Mutationen im NLRP3-Gen hervorgerufen wird, welches das NLRP3-Protein codiert. NLRP3 gehört zur Familie der NOD-like-Rezeptoren und ist eine Komponente des Inflammasoms. Die Symptome werden durch Kälte ausgelöst.
  • FcRn (neonataler Fc-Rezeptor)
    Rezeptor, der IgG von der Mutter durch die Placenta zum Fetus transportiert, aber auch durch andere Epithelien, etwa im Darm.
  • Federn, engl. feathers
    von Reptilienschuppen abgeleitete Hautstrukturen der Theropoden (zu denen die rezenten Vögel und ihre ausgestorbenen Verwandten zählen), bestehend aus einem hohlen Schaft und einer Fahne aus Federästen; fungieren als Flughilfe, zur Thermoregulation und als Balzgefieder
  • Feedback (Rückkopplung), engl. feedback
    Regulation eines bestimmten Prozesses, der direkt oder indirekt durch Vorhandensein oder Nichtvorhandensein eines Produkts dieses Prozesses erfolgt (positives oder negatives Feedback)
  • Feedback-Hemmung
    → Endprodukthemmung
  • Feedback-Information, engl. feedback information
    in Regelsystemen die Information über die Beziehung zwischen dem Sollwert und dem Istwert (Gegensatz zu → Feedforward-Information)
  • Feedforward-Information, engl. feedforward information
    in Regelsystemen Informationen, die den Sollwert verändern (Gegensatz zu → Feedback-Information)
  • fehleranfällige Transläsions-DNA-Polymerasen
    DNA-Polymerasen, die bei der DNAReparatur aktiv sind, beispielsweise Polη, die eine grundlegende Schädigung beheben kann, indem sie ohne Matrize Nucleotide in einen neu gebildeten DNA-Strang einfügt.
  • Fehlersignal, engl. error signal
    in einem Regelkreis jegliche Abweichung vom Sollwert und dem gegenwärtigen Zustand des Systems
  • Fehlpaarungsreparatur (mismatch repair)
    Eine Form der DNA-Reparatur, bei der es zu Mutationen kommen kann. Sie spielt bei den somatischen Hypermutationen und beim Klassenwechsel der B-Zellen eine Rolle.
  • Fehlpaarungsreparatur, engl. mismatch repair
    Mechanismus, der die DNA nach der Replikation auf Fehler überprüft und bei Fehlpaarungen die falsch eingebauten Basen entfernt und durch die richtigen ersetzt
  • Fehlsinnmutation
    → Missense-Mutation
  • fenestrierte Kapillaren, engl. fenestrated capillaries
    mit kleinen Poren versehene Blutkapillaren
  • Fertilisation
    → Befruchtung
  • Fruchtbarkeit. Das Potenzial eines (männlichen oder weiblichen) Individuums, sich zu reproduzieren (fertil). Die Anzahl lebensfähiger Nachkommen eines Weibchens ist mit dem Begriff Fekundität belegt.
  • Fruchtbarkeit. Die Anzahl der Nachkommen, die von einem Weibchen produziert werden.
  • fetale Erythroblastose
    Schwere Form der Rhesushämolyse, bei der mütterliche Anti-Rh-Antikörper in den Fetus gelangen und eine hämolytische Anämie auslösen. Diese ist so gravierend, dass das periphere Blut des Fetus fast nur unreife Erythroblasten enthält.
  • Fette, engl. fats
    zu den Lipiden zählende Triacylglycerine, die bei Raumtemperatur fest sind (Gegensatz zu → Öle)
  • Fettgewebe, engl. fatty tissue
    eine Form des Bindegewebes ( → braunes Fettgewebe)
  • Fettsäure (fatty acid)
    Molekül mit einer langen unverzweigten Kohlenwasserstoffkette und einer Carboxylgruppe (–COOH).
  • Fettsäuren, engl. fatty acids
    organischeMoleküle aus einer langen, unpolaren Kohlenwasserstoffkette und einer polaren Carboxylgruppe; Bestandteil vieler Lipide
  • Fetus, engl. fetus
    auch als Fötus bezeichnet; medizinische und juristische Bezeichnung für die Entwicklungsstadien eines menschlichen Embryos ab der achten Schwangerschaftswoche (dem Zeitpunkt, an dem alle wichtigen Organsysteme ausgebildet sind) bis zum Zeitpunkt der Geburt
  • → familiäre hämophagocytische Lymphohistiocytose
  • Fiat-Tendenz
    Die Höhe einer Fiat-Tendenz ergibt sich aus der Volitionsstärke einer Zielintention und der Günstigkeit der vorliegenden Situation. Die Zielintention mit der höchsten Fiat-Tendenz wird realisiert.
  • Fibrin, engl. fibrin
    Protein, das zu langen Fäden polymerisiert und dadurch die Blutgerinnung unterstützt bzw. ermöglicht
  • Fibrinogen, engl. fibrinogen
    Protein im Blutkreislauf, das die inaktive Vorstufe von Fibrin darstellt
  • fibrinogenverwandte Proteine (FREPs) (fibrinogen-related proteins)
    Proteine aus der Immunglobulinsuperfamilie, die wahrscheinlich bei der angeborenen Immunität der Süßwasserschnecke Biomphalaria glabrata eine Funktion besitzen.
  • Fibroblasten
    mesenchymale Bindegewebszellen
  • Fibronectin
    Integrinebindendes Glykoprotein
  • Fick’sches Diffusionsgesetz, engl. Fick’s law of diffusion
    Gleichung zur Beschreibung der Faktoren, die die Diffusionsrate eines Moleküls durch eine Austauschfläche aus einem Bereich höherer Konzentration in einen Bereich niedrigerer Konzentration bestimmen
  • Ficoline
    Proteine, die Kohlenhydrate binden und den Lektinweg der Komplementaktivierung einleiten. Sie gehören zur Kollektinproteinfamilie und binden an N-Acetylglucosamin, das auf der Oberfläche einiger Krankheitserreger vorkommt.
  • Ficoline
    Elemente des Komplementsystems mit Lektin-Funktion
  • Staubfaden. > Stamen
  • Filialgeneration, engl. filial generation
    auch als Tochtergeneration bezeichnet; unterschieden werden die erste Filialgeneration (F1-Generation) und die zweite Filialgeneration (F2-Generation); die hybride Nachkommenschaft einer Kreuzung von Mitgliedern der → Parentalgeneration (P-Generation)
  • Filtrierer, engl. filter feeder
    auch als Suspensionsfresser bezeichnet; Organismen, die sich von imWasser schwebenden, wesentlich kleineren Organismen ernähren und diese mittels besonderer Seihvorrichtungen aus einem Wasserstrom herausfiltrieren (vgl. → Strudler)
  • Fimbrien
    → Pili
  • Fingolimod
    Immunsuppressiver Wirkstoff mit geringer Molekülgröße, der die Wirkung von Sphingosin stört, sodass T-Effektorzellen in den lymphatischen Organen zurückgehalten werden.
  • FISH
    Quelle: Genetik
    Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (7 Technikbox 30).
  • Mathematisches Modell, das die genotypische Variabilität in einer endlichen Population beschreibt. Es gibt keine Selektion und Unterschiede zwischen Generationen werden allein zufälligen Ereignissen zugeschrieben.
  • Fitness
    Quelle: Genetik
    "Relative Überlebenswahrscheinlichkeit und Fortpflanzungsrate eines Phäno- oder Genotyps; das Allel mit der größeren durchschnittlichen Fitness breitet sich in einer Population aus."
  • Genetischer Beitrag eines Individuums oder Genotyps zur Folgegeneration.
  • Eigenschaft, die einen Teil der Gesamtfitness eines Organismus/Genotyp ausmacht, z. B. die Überlebensfähigkeit, die Fertilität und die Entwicklungszeit.
  • Fitness (biologische Fitness, Darwin-Fitness), engl. fitness
    der Beitrag eines Genotyps oder Phänotyps zur genetischen Ausstattung nachfolgender Generationen im Verhältnis zum Beitrag anderer Genotypen oder Phänotypen ( → Gesamtfitness)
  • fixiertes Allel, engl. fixed allele
    einziges in einer Population vorkommendes Allel eines Gens
  • FK-bindende Proteine (FKBPs)
    Gruppe von Prolylisomerasen, die mit den Cyclophilinen verwandt sind und den immunsuppressiven Wirkstoff FK506 (→ Tacrolimus) binden.
  • FK506
    → Tacrolimus
  • Flag Error (FE)
    Der Assistent oder die Assistentin zeigt Abseits an, obwohl kein Abseits vorliegt.
  • Flagelle, Geißel (flagellum)
    Fadenförmige Struktur an der Zelloberfläche. Obwohl es keine feste Regel gibt, empfiehlt es sich, nur die prokaryotische Struktur aus Protein auf Deutsch als Flagelle zu bezeichnen und die eukaryotische langgestreckte Ausstülpung der Plasmamembran als Geißel.
  • Flagellin
    Protein, das den Hauptbestandteil der Flagelle bildet, einer schwanzförmigen Struktur, die Bakterien zur Fortbwegung nutzen. TLR-5 erkennt das intakte Flagellinprotein, das sich von der Flagelle abgelöst hat.
  • Flagellum
    → Geißel
  • Eine Population erfährt eine drastische Verringerung der Populationsgröße. Nur wenige Individuen erhalten die Population und die ursprüngliche genetische Vielfalt wird erheblich reduziert. Nach dem Durchlaufen eines Flaschenhalses bestimmen insbesondere Zufallseffekte, aber auch Selektion den neuen Evolutionsweg einer Population („bottleneck effect“).
  • Eine Population erfährt eine drastische Reduzierung ihrer Populationsgröße, was auch eine beträchtliche Verminderung der genetischen Variabilität nach sich zieht. Nur wenige Individuen erhalten die Population und die ursprüngliche genetische Variabilität wird dadurch erheblich reduziert. Nach dem Durchlaufen eines Flaschenhalses bestimmen insbesondere Zufallseffekte, aber auch Selektion den neuen Evolutionsweg einer Population („bottleneck effect“).
  • Flaschenhalseffekt, engl. population bottleneck
    bezieht sich auf die drastische Reduktion einer einst großen Population auf wenige Individuen, typischerweise durch eine Naturkatastrophe. Dies führt zu einer stark eingeschränkten genetischen Variabilität in dieser Population.
  • Flechten, engl. lichens
    aus der Symbiose eines Pilzes (Gruppe der Fungi) mit Cyanobakterien oder einzelligen Algen entstehende neue Organismen
  • Flexion
    Die Bewegung, die ein Gelenk beugt.
  • Flexor
    Ein Muskel, der bei seiner Kontraktion die Beugung eines Gelenks verursacht.
  • Flexoren, engl. flexors
    Beugemuskeln; Muskeln, die für die Beugung einer Extremität sorgen (Gegensatz zu → Extensoren)
  • Fließgleichgewicht (steady state)
    Dynamischer Zustand mit gleichbleibenden Parametern (z. B. Konzentrationen), in dem sich zufließende und abfließende Veränderungen ausgleichen. Er scheint dadurch wie ein Gleichgewicht.
  • Flora, engl. flora
    alle Pflanzen (Pflanzenwelt) eines bestimmten Gebiets (Gegensatz zu → Fauna)
  • Florigen (Blühhormon), engl. flowering hormone
    Signalstoff, der in Blütenpflanzen systemisch eine Blühinduktion bewirkt. Als für die Umwandlung einer vegetativen Sprossspitze in eine Blüte maßgebliches Florigen wurde das FT-Protein identifiziert.
  • Flow
    Csikszentmihalyi (1990, S. 4) definiert Flow als einen Zustand, in dem Menschen so in eine Tätigkeit involviert sind, dass nichts anderes zu zählen scheint. Das Erleben während der Tätigkeit ist so freudvoll, dass Menschen es um seiner selbst ausführen wollen – koste es, was es wolle.
  • Fluoreszenz, engl. fluorescence
    Emission von Photonen durch die Rückkehr von angeregten Elektronen eines Fluoreszenzfarbstoffs auf ein niedrigeres Energieniveau
  • Flüssig-Mosaik-Modell, engl. fluid mosaic model
    molekulares Modell der Struktur von Biomembranen, demzufolge sie aus einer flüssigen Phospholipiddoppelschicht bestehen, in der sich die darin eingebetteten Proteine in lateraler Richtung frei bewegen können (vgl. → Biomembran)
  • fMet-Leu-Phe-(fMLF-)Rezeptor
    Mustererkennungsrezeptor auf neutrophilen Zellen und Makrophagen für das Peptid fMet-Leu-Phe, das für Bakterien spezifisch ist. fMet-Leu-Phe wirkt als Chemoattraktor.
  • Folgestrang
    Quelle: Genetik
    (engl. lagging strand) Wird bei der Replikation der DNA diskontinuierlich gebildet (Okazaki-Fragment).
  • Folgestrang (lagging strand)
    Bei der Replikation der neue DNA-Strang, der in Okazaki-Fragmenten in 3’-5’-Richtung synthetisiert und schließlich von der Ligase zu einem durchgehenden Strang verknüpft wird.
  • Folgestrang, engl. lagging strand
    der diskontinuierlich synthetisierte Tochterstrang bei der DNA-Replikation (vgl. → Okazaki-Fragmente; Gegensatz zu → Leitstrang)
  • Follikel
    Region in den peripheren lymphatischen Organen (etwa im Lymphknoten), in der sich vor allem B-Zellen, aber auch follikuläre dendritische Zellen aufhalten.
  • Follikel
    primärer/sekundärer, zentrale räumliche Abgrenzung innerhalb des Lymphknotens
  • Follikel (von lat. folliculus für „kleiner Sack“), engl. follicle
    bei weiblichen Säugetieren vorkommende Struktur, bestehend aus der unreifen Eizelle und einer umgebenden Schicht aus Nährzellen (Follikelzellen)
  • follikelassoziiertes Epithel
    Spezialisiertes Epithel, das die Lymphgewebe der Darmwand vom Darmlumen trennt. Neben Enterocyten kommen hier auch Mikrofaltenzellen vor, durch die Antigene in die lymphatischen Organe des Darms gelangen können.
  • Follikelstimulierendes Hormon (FSH)
    Ein Hormon, das vom Hypophysenvorderlappen sekretiert wird; es spielt eine Rolle beim Follikelwachstum in den Eierstöcken und der Spermienreifung in den Hoden.
  • follikelstimulierendes Hormon (FSH), engl. follicle-stimulating hormone
    ein vom Hypophysenvorderlappen produziertes Gonadotropin
  • follikuläre B-Zellen
    Größte Population der langlebigen zirkulierenden konventionellen B-Zellen. Sie kommen im Blut, in der Milz und in den Lymphknoten vor; werden auch als B2-Zellen bezeichnet (→ B1-Zellen).
  • follikuläre dendritische Zellen (FDCs)
    Ein Zelltyp mit unbekanntem Ursprung in den B-Zell-Follikeln der peripheren lymphatischen Organe. Die Zellen halten mithilfe von Fc-Rezeptoren, die nicht internalisiert werden, Antigen:Antikörper-Komplexe fest und präsentieren diese den B-Zellen, die die Komplexe aufnehmen und und während der Keimzentrumsreaktion prozessieren.
  • follikuläre T-Helferzellen (TFH-Zellen)
    T-Effektorzellen, die sich in den Lymphfollikeln aufhalten und die B-Zellen bei der Antikörperproduktion und beim Klassenwechsel unterstützen.
  • Folsäure
    Ein B-Vitamin; Abkömmlinge der Folsäure, die von diversen Bakterien produziert werden, können von dem nichtklassischen MHC-Klasse-Ib-Protein MR1 für die Erkennung durch MAIT-Zellen gebunden werden.
  • Formatio reticularis
    Ein Bereich des Hirnstammes, der ventral zum cerebralen Aquädukt und dem vierten Ventrikel liegt; an vielen Funktionen einschließlich der Kontrolle der Körperhaltung und -bewegung beteiligt.
  • Formatio reticularis (Retikulärformation), engl. reticular system
    diffuses Netzwerk von Neuronen im Hirnstamm von Wirbeltieren
  • formkonstante Verhaltenselemente (Erbkoordination), engl. fixed action patterns
    ethologische Bezeichnung für genetisch festgelegtes Verhalten, das ohne Lerneffekt stereotyp (also immer auf die gleiche Weise) abläuft und auch nicht durch Lernen modifiziert werden kann (auch als modaler Bewegungsablauf und früher als Erbkoordination oder Instinktbewegungen bezeichnet)
  • Fornix
    Ein Axonbündel, das in der Hippocampusformation entspringt, in einer Schleife um den Thalamus zieht und im Zwischenhirn endet.
  • fossile Brennstoffe, engl. fossil fuels
    Brennstoffe wie Kohle, Erdöl oder Erdgas, die über lange geologische Zeiträume hinweg durch Umwandlung von organischem Material entstanden sind, welches unter Sauerstoffausschluss in Sedimenten begraben wurde
  • Fossilien, engl. fossils
    Versteinerungen; alle von Organismen stammenden erkennbaren Strukturen oder die Abdrücke solcher Strukturen im Gestein, die über lange geologische Zeiträume hinweg erhalten geblieben sind
  • Fötus
    Quelle: Genetik
    (lat. fetus, Leibesfrucht, Junges) Frühes Entwicklungsstadium eines Organismus. Beim Menschen ab der 7. Woche als Fötus bezeichnet, vorher Embryo.
  • Fötus
    → Fetus
  • Individuum, das in einem neuen Habitat, z. B. auf einer bisher unbewohnten Insel, an der Gründung einer neuen Population beteiligt ist.
  • Fovea (Sehgrube)
    Die Einsenkung der Netzhaut im Zentrum des gelben Flecks; beimMensch liegen in der Fovea ausschließlich Zapfen, und sie ist der Bereich des schärfsten Sehens.
  • Fovea centralis (von lat. fovea für „kleine Grube“), engl. fovea
    Sehgrube, gelber Fleck; der Bereich des schärfsten Sehens in der Retina (Netzhaut) der Wirbeltiere
  • Fragaria grandiflora – Gartenerdbeere
    Rosaceae
  • Frameshift-Mutation (Rasterschubmutation), engl. frame-shift mutation
    Mutation, die durch Verlust oder das Hinzufügen von einem oder zwei benachbarten Nucleotiden in der DNA-Sequenz eines Gens zustande kommt. Dadurch verschiebt sich das Leseraster der mRNA während der Translation und führt zur Produktion eines unbrauchbaren Proteins. (Gegensatz zu → Missense-Mutation, → Nonsense-Mutation, → stille Mutation)
  • Frank-Starling-Gesetz, engl. Frank-Starling law
    das Prinzip, dass das Schlagvolumen des Herzens mit einem erhöhten Rückfluss des Blutes zum Herzen steigt
  • freie Enthalpie (G), engl. free enthalpy
    auch als Gibbs-Energie bezeichnet; in einem biologischen System der Anteil der Energie, der bei konstanter Temperatur und konstantem Druck zur Verrichtung von Arbeit zur Verfügung steht; früher meist einfach „freie Energie“ genannt (Änderung des Begriffs wegen der Verwechslungsgefahr mit der Helmholtz’schen freien Energie, die für ein System mit konstanter Temperatur und konstantem Volumen gilt) (Gegensatz zu → Entropie, → Enthalpie)
  • freilaufend, engl. free-running
    Beschreibung für einen endogenen Rhythmus, der nicht durch Anhaltspunkte aus der Umwelt synchronisiert wird
  • Fremdinformation
    Fremdinformation bezeichnet ergänzende Informationen von externen Quellen (z. B. Trainer oder Trainerin, Videos, Schaubilder etc.).
  • Frequenz
    Die Anzahl von Schallwellen oder anderen diskreten Ereignissen pro Sekunde, angegeben in Hertz (Hz).
  • Freund-Adjuvans, komplettes
    Emulsion aus Öl und Wasser, das abgetötete Mycobakterien enthält und dazu dient, im Experiment Immunantworten gegen Antigene zu verstärken.
  • Frontalebene
    Eine anatomische Schnittebene parallel zur Stirn, die das Nervensystem in einen anterioren und einen posterioren Bereich unterteilt.
  • Frontales Augenfeld (frontal eye field, FEF)
    Ein Cortexareal im Frontallappen, das an der Generierung von sakkadischen Augenbewegungen beteiligt ist.
  • Frontallappen (Stirnlappen)
    Der Bereich des Großhirns, der anterior zum Sulcus centralis und unter dem Stirnbein liegt.
  • Frontallappen, engl. frontal lobe
    der größte der Hirnlappen des Menschen; umfasst den primären motorischen Cortex und ist an Gefühlen und Planung beteiligt
  • Frontoparietales Aufmerksamkeitsnetzwerk
    Auch frontoparietales Orientierungsnetzwerk. Eine Gruppe miteinander verknüpfter Hirnregionen, die an der Steuerung der visuellen Aufmerksamkeit beteiligt sind.
  • ein von Angiospermen aus Teilen der Blüte gebildetes Organ, das den Samen umschließt und dessen Ausbreitung sichert. > Fruchttypen, > Perikarp
  • Frucht, engl. fruit
    bei Angiospermen ausgewachsener und gereifter Fruchtknoten (bzw. Gruppe von Fruchtknoten) mit darin enthaltenen Samen; teilweise Beteiligung auch anderer Blütenorgane an der Fruchtbildung; manchmal auch auf Fortpflanzungsstrukturen anderer Pflanzengruppen angewendet
  • Fruchtbarkeit, engl. fecundity
    durchschnittliche Anzahl von Nachkommen, die ein Individuum (oder Weibchen) in einer Population produziert
  • > Karpell
  • Fruchtblatt
    → Karpell
  • Fruchtknoten
    → Ovar
  • Fruchtkörper, engl. fruiting structure
    der Fortpflanzung dienende Struktur, die Sporen hervorbringt
  • Früchte, die sich bei Samenreife öffnen, werden als Streufrüchte, solche, die bei Samenreife geschlossen bleiben, als Schließfrüchte bezeichnet. Bei den Streufrüchten unterscheidet man Balg (Öffnung des Perikarps an einer Naht), Hülse (Öffnung an zwei Nähten), Schote (Öffnung an zwei Nähten, Samen an zentraler Scheidewand inseriert) und Kapsel (Öffnung durch Deckel). Die Schließfrüchte lassen sich unterscheiden in Beere (gesamtes Perikarp parenchymatisch), Nuss (gesamtes Perikarp sklerenchymatisch) und Steinfrucht (Exo- und Mesokarp parenchymatisch, Endokarp sklerenchymatisch). Neben Einzelfrüchten, die aus einem Fruchtknoten entstehen, unterscheidet man Sammelfrüchte (aus mehreren Fruchtknoten hervorgegangen) und Fruchtstände (aus mehreren Blüten entstanden). > Frucht
  • Fruchtverband, engl. multiple fruit
    eine Frucht, die aus mehreren Fruchtblättern der Blüten eines Blütenstands hervorgeht (vgl. → Sammelfrucht)
  • Fruchtwasser (Amnionflüssigkeit), engl. amniotic fluid
    die in der Amnionhöhle enthaltene Flüssigkeit, die bei Säugetieren, Vögeln und Reptilien die Embryonen umgibt
  • Frugivore (von lat. frugis für „Frucht“ und vorare für „fressen“), engl. frugivores
    Tiere, die sich von Früchten ernähren
  • frühe Pro-B-Zellen
    → Pro-B-Zellen
  • > Jahresring
  • Siehe follikelstimulierendes Hormon.
  • Fucoidan
    sulfatiertes Polysaccharid
  • fugitive Arten, engl. fugitive species
    Arten, die einen ansonsten geeigneten Lebensraum verlassen, um der Konkurrenz mit anderen Spezies aus dem Weg zu gehen
  • Fundamentalnische, engl. fundamental niche
    die ökologische Nische, die eine Art aufgrund ihrer physiologischen Fähigkeiten einnehmen könnte (Gegensatz zu → Realnische)
  • Funktionale Repräsentationsstruktur
    Eine funktionale Repräsentationsstruktur spiegelt die biomechanische Grundstruktur der Bewegung wider und trägt dazu bei, das Erreichen des Hauptziels der Bewegung sicherzustellen.
  • funktionelle Genomik, engl. functional genomics
    Identifizierung von Genen durch Sequenzierung gesamter Genome; es folgt die Bestimmung der spezifischen Funktionen der von diesen Genen codierten Proteine (Gegensatz zu → vergleichende Genomik)
  • funktionelle Gruppen, engl. functional groups
    (1) charakteristische Atomgruppen an größeren organischen Molekülen, die diesen bestimmte chemische Eigenschaften (wie Ladung oder Polarität) verleihen (z. B. Carboxylgruppe, Aminogruppe); biologisch wichtig sind die → Hydroxylgruppe, → Carboxylgruppe, → Carbonylgruppe, → Aldehydgruppe, → Thiolgruppe, → Aminogruppe und die → Phosphatgruppe; (2) Gruppen von Arten mit ähnlicher Funktion, ungeachtet dessen, ob sie die gleichenRessourcen nutzen oder nicht (vgl. → Gilde)
  • funktionelle Leukocytenantigene (LFAs) (leukocyte functional antigens)
    Zelladhäsionsmoleküle, die man ursprünglich mithilfe von monoklonalen Antikörpern bestimmt hat. LFA-1 ist ein β2-Integrin; LFA-2 (heute auch als CD2 bezeichnet) gehört zur Immunglobulinsuperfamilie, genauso wie LFA-3, das man jetzt als CD58 bezeichnet. LFA-1 ist besonders bei der Adhäsion der T-Zellen an Endothelzellen und antigenpräsentierende Zellen von Bedeutung.
  • funktionelles Residualvolumen, engl. functional residual volume (FRV)
    das Luftvolumen, das bei normaler Atmung in der Lunge verbleibt; die Summe aus Residual- und Reservevolumen
  • Funktionsgewinnmutation, engl. gain-of-functionmutation
    Mutation, die zu einem Protein mit neuer Funktion führt (Gegensatz zu → Funktionsverlustmutation)
  • Funktionsverlustmutation, engl. loss-of-function mutation
    Mutation, durch die ein Protein seine Funktion verliert (Gegensatz zu → Funktionsgewinnmutation)
  • Furcht
    Furcht lässt sich als kurzfristige, objekt- und gegenwartsbezogene Reaktion bezeichnen, die zu unmittelbarem Verteidigungs- oder Fluchtverhalten motiviert.
  • Furchung, engl. cleavage
    die ersten Teilungen der Zygote eines Tieres (vgl. → holoblastische Furchung, → meroblastische Furchung)
  • → Src-Familie der Tyrosinkinasen