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Begriff Erklärung

Kairomon

Botenstoff zur Informationsübertragung zwischen Individuen unterschiedlicher biologischer Arten, deren Informationsgehalt nur dem aufnehmenden Organismus (Empfänger) nützt

Kalorimeter

Gerät zur Messung der Stoffwechselrate eines Tieres; → Kalorimetrie

Kalorimetrie

Messung der Stoffwechselrate eines Tieres durch Bestimmung der Rate seiner Wärmeproduktion (direkte Kalorimetrie) oder durch Bestimmung seiner Sauerstoffverbrauchsrate (indirekte Kalorimetrie)

Kältezittern

thermoregulatorische Maßnahme von endothermen Tieren, die von Unterkühlung bedroht sind (unwillkürliche Kontraktionen einzelner Fasern der Skelettmuskulatur) zur Produktion von Wärme

Kanal, Kanalprotein

Transmembranprotein in biologischen Membranen mit einer Porenstruktur, die für wasserlösliche Stoffe (Ionen) durchlässig sein kann

Kapillare

Blutgefäß zwischen Arterie und Vene, das dem Austausch von Substanzen zwischen Blut und Gewebe dient; die Kapillarwand besteht daher oft nur aus einer Lage (→ Endothel)

Katabolismus

abbauender Stoffwechsel in tierischen Zellen; Abbau energiereicher Moleküle zu energieärmeren Produkten

katadrome Wanderung

Wanderung eines Fisches aus einem Süßgewässer ins Meer zum Zweck der Fortpflanzung

katalysierte Diffusion

erleichterte Diffusion

katalytische Triade

Gruppierung dreier bestimmter Aminosäureseitenketten (Serin, S; Aspartat, D; Histidin, H) im aktiven Zentrum bestimmter Proteasen

katalytisches Zentrum

aktives Zentrum

Kation

Ion mit positiver Ladung; bewegt sich im elektrischen Gleichspannungsfeld zur Kathode (negativer Pol)

Keimbahnzelle

zur Keimbahn gehörige Zelle eines Lebewesens

Keimzelle

Gamet

Kennlinie

quantitative Beschreibung der Beziehung zwischen Reizintensität und Antwortstärke in sensorischen Systemen/Sinneszellen

Kieme

respiratorisches Organ wasseratmender Tiere

Kinese

Mechanismus zur Steuerung ungerichteter Bewegungen eines Organismus in Bezug zu einer Reizquelle

Kinesine

Transportproteine, die Vesikel zum Plusende von → Mikrotubuli transportieren

Kinocilium

die mit → Mikrotubuli (9 + 2-Anordnung) ausgestattete Cilie am Apex einer → Haarsinneszelle

Kladogramm

Darstellung der Verwandtschaftsverhältnisse von Lebewesen; diese unterscheidet sich vom evolutionären Stammbaum in den folgenden Punkten: 1. bei einer Verzweigung gibt es immer nur zwei €ste (dichotome Verzweigung), 2. die Verzweigungen werden nicht gewichtet, es gibt also kein Maß für die Qualität oder die Intensität der €nderung, 3. es gibt keine absolute Zeitachse

klassische Konditionierung

Form des assoziativen Lernens, Verknüpfung eines neutralen (konditionierten) Stimulus mit einem bedeutungsvollen (unkonditionierten) Stimulus

Kohlenhydrat

Saccharid; chemische Verbindung aus Kohlenstoff-, Sauerstoff- und Wasserstoffatomen

Koinzidenzdetektor

1. Rezeptorprotein, das nur dann aktiviert wird, wenn zeitgleich mehrere Liganden binden; 2. Nervenzelle, die nur dann eigenständig elektrisch aktiv wird (→ Aktionspotenziale bildet), wenn sie gleichzeitig von mehreren vorgeschalteten Zellen erregt wird

Kollaterale

axonaler Seitenast

kolligative Eigenschaften von Lösungen

Eigenschaften, die nur von Zahl der gelösten Teilchen, nicht aber von deren Qualität abhängen (osmotischer Druck, Gefrierpunkterniedrigung, Siedepunkterhöhung, Dampfdruckerniedrigung im Vergleich der Lösung mit dem reinen Lösungsmittel)

Kommissur

Querverbindung zwischen der rechten und linken Hemisphäre eines Ganglions oder Gehirnareals

Kompartimentierung

Abgrenzung von Reaktionsräumen in biologischen Systemen

kompetitive Hemmung

Modus der Enzymhemmung, bei der ein Hemmstoff mit dem Substrat des Enzyms um die Bindung am aktiven Zentrum konkurriert

Komplexauge

auch: Facettenauge; zusammengesetztes Auge, bestehend aus mehreren oder vielen Einzelaugen

Konnektiv

Längsverbindung zwischen aufeinanderfolgenden Ganglien eines Nervensystems

Konsolidierung

Verfestigung eines Gedächtnisinhalts

Konvektion

gleichförmige und gemeinsame Bewegung von Teilchen in Flüssigkeiten oder Gasen, mit denen auch die ihnen innewohnende thermische Energie transportiert wird

Konvergenz

Neurobiologie: Zusammenlaufen mehrerer Eingänge auf ein Folgeneuron, → Divergenz

Kooperativität

Bindungsverhalten multimerer Moleküle ihren Bindungspartnern gegenüber, bei dem die Bindung eines Bindungspartners an eines der Monomere die Affinität der noch freien Monomere im Komplex beeinflusst

Koprophagie

Ernährungsweise, bei der sich Tiere vom Kot anderer Tieren ernähren

kovalente Bindung

chemische Bindung, in der zwei ähnlich elektronegative Partner jeweils ein Elektron zur chemischen Bindung beitragen

Krebs-Henseleit-Zyklus

Ornithinzyklus

Kreislaufsystem

Leitungssystem für die zirkulierende Körperflüssigkeit im Tierkörper

kritische Temperatur

jeweils die obere und untere Grenze der Umwelttemperatur, bei der Tiere gerade noch dauerhaft lebensfähig sind

Krogh-Diffusionskonstante

auch: Diffusionskoeffizient; Maß für die Beweglichkeit von Teilchen in einem System; bei konstanter Temperatur eine Materialkonstante, die die Eigenschaften des Diffusionssystems kennzeichnet

…kosystem

Gesamtheit der Organismen einer Lebensgemeinschaft und ihre Wechselwirkungen untereinander sowie mit den physikochemischen Umweltfaktoren

κ-Kette

Eine der beiden Klassen oder Isotypen der leichten Ketten der Immunglobuline.

K-Strategen, engl. K-strategists

Arten, deren Lebenszyklusstrategie es ihnen erlaubt, an oder nahe der Kapazitätsgrenze ihres Lebensraums (K) zu existieren (Gegensatz zu → r-Strategen)

K63-Verknüpfungen

In Polyubiquitin die kovalente Verknüpfung zwischen der Aminogruppe an Lysin-63 des einen Ubiquitinproteins mit dem Carboxyterminus eines zweiten Ubiquitinproteins. Diese Art der Verknüpfung tritt vor allem im Zusammenhang mit der Signalübertragung auf, indem ein Gerüst gebildet wird, das von Signaladaptorproteinen, beispielsweise TAB1/2, erkannt wird.

Kainatrezeptor

Ein Subtyp des Glutamatrezeptors; ein glutamatabhängiger Ionenkanal, der für Na+ und K+ durchlässig ist.

Kalanchoe daigremontiana – Brutblatt

Crassulaceae

Kalibrierung

Ermittlung einer korrekten Skalierung von Evolutionszeiträumen mithilfe bekannter Messdaten. Hierbei muss auch die Präzision beziehungsweise der Fehler der Methode berücksichtigt werden.

Kalium-Gleichgewichtspotenzial, engl. potassium equilibrium potential

(EK) das negative Membranpotenzial, das die Tendenz von Kaliumionen (KC) ausgleicht, in Richtung des Konzentrationsgradienten aus der Zelle zu diffundieren

Kalorie (cal) (von lat. calor für „Wärme“), engl. calorie

Wärmemenge, die man benötigt, um 1 g Wasser um 1 °C zu erwärmen. 1 cal entspricht 4,184 J (Joule). Der Energiewert von Nahrungsmitteln wird auch heute noch häufig in Kilokalorien (1 kcal für 1000 cal) angegeben. Ernährungswissenschaftler verwenden ebenfalls den Begriff Kalorie, meinen damit aber häufig Kilokalorie.

Kalyptra

Wurzelhaube (Gewebe, das das Apikalmeristem der Wurzel abdeckt). > Wurzel

Kambium (von lat. cambiare für „ändern“), engl. cambium

für das sekundäre Dickenwachstum zuständiges Meristem (Teilungs- oder Bildungsgewebe), das in Form von Zellringen in Spross und Wurzeln vorkommt; wird gewöhnlich unterteilt in das faszikuläre Kambium (oder Leitbündelkambium; meist einfach Kambium genannt), das Holz und Phloem bildet, und das korkproduzierende Korkkambium

kambrische Explosion, engl. cambrian explosion

die rasche Diversifikation zahlreicher Tiergruppen während des Kambriums

Kammerwasser

Im Auge die Flüssigkeit zwischen Hornhaut und Iris bzw. Iris und Glaskörper.

Kampf-oder-Flucht-Reaktion, engl. fight-or-flight response

durch das Hormon Adrenalin vermittelte schnelle physiologische Reaktion auf eine plötzliche Bedrohung

Kanalerkrankung

Eine genetische Erkrankung des Menschen, verursacht durch die veränderte Struktur und Funktion von Ionenkanälen.

Kanalprotein, engl. channel protein

integrales Membranprotein, das in derMembran, in der es eingebettet ist, einen Kanal bildet, durch den bestimmte gelöste Stoffe selektiv passieren können

Kandidaten-Gen

Gen, das vermutlich eine Rolle bei der Ausprägung von bestimmten Merkmalen spielt. So gibt es Gene, die z. B. für die Kälte- und Hitzetoleranz wichtig sind, und andere, die für den zirkadianen Rhythmus eine Bedeutung haben. Aber es können auch Gene sein, die für unsere Untersuchung von Bedeutung sein können, und bei denen es sich lohnt, diese weiter und genauer zu untersuchen.

Kandidaten-Gen

Gene, von denen wir annehmen, dass sie für unsere Untersuchungen eine Bedeutung haben können, und bei denen es sich lohnt, diese weiter und genauer zu untersuchen.

Kapillarbett, engl. capillary bed

Netzwerk aus Kapillaren, in denen der Stoffaustausch zwischen Blut und Gewebeflüssigkeit stattfindet

Kapillaren (von lat. capillaris für „Haar“), engl. capillaries

sehr enge Röhrchen, insbesondere die kleinsten Blutgefäße zwischen der Endigung der Arterien und dem Anfang der Venen bei Tieren

Kapsel

Ein Bündel von Axonen, das das Großhirn mit dem Hirnstamm verbindet.

Kapsel

"Streufrucht; Öffnung durch einen Deckelmechanismus. > Frucht, > Fruchttyp"

Kapsel, engl. capsule

(1) die dichte Polymerschicht, welche die Zellwand einiger Prokaryoten umgibt; (2) pflanzliche Fruchtform

Kapselpolysaccharide

→ verkapselte Bakterien

kardial (von griech. kardia für „Herz“), engl. cardiac

das Herz und seine Funktionen betreffend

Karotiskörper, engl. aortic body

Chemosensor in der Aorta, der eine Verringerung der Blutzufuhr oder einen dramatischen Abfall des Sauerstoffpartialdrucks im Blut wahrnimmt

Karpell

"Fruchtblatt; trägt die Samenanlagen; bei den Gymnospermen liegen die Samenanlagen frei auf der Fruchtschuppe, bei den Angiospermen sind die Samenanlagen vom Fruchtblatt eingeschlossen, das den Stempel (Pistill) bildet. > Gynoeceum"

Karpell (von griech. karpos für „Frucht“), engl. carpel

Fruchtblatt; Blütenorgan, das ein oder mehrere Samenanlagen enthält

Kartierungseinheit, engl. map unit

der aufgrund von Kreuzungsanalysen gekoppelter Gene errechnete Abstand zweier Gene; Maß für die Rekombinationshäufigkeit (auch in Centimorgan angegeben)

Karyogamie

Quelle: Genetik

Verschmelzung der beiden Gametenkerne in der Zygote.

Karyogamie, engl. karyogamy

Kernverschmelzung; die Verschmelzung zweier Zellkerne (Gegensatz zu → Plasmogamie)

Karyoplasma

Quelle: Genetik

Nicht-chromosomaler flüssiger Inhalt des Zellkerns (S. 167).

Karyopse

"Nussfucht, bei der Samenschale (Testa) und Fruchtwand (Perikarp) miteinander verwachsen sind; typische Fruchtform der Gräser (Poaceae, oberständiger Fruchtknoten). > Frucht, > Fruchttyp, > Achäne"

Karyotyp

Quelle: Genetik

Chromosomenkonstitution einer Zelle (S. 217).

Karyotyp

Optische Darstellung des Chromosomensatzes (> G) eines Individuums.

Karyotyp, engl. karyotype

Anzahl, Größe und Gestalt der Chromosomen einer Zelle

Karzinogen (Cancerogen), engl. carcinogen

krebsauslösende Substanz

katabol

abbauender Stoffwechsel

Katabolismus

Der Abbau von komplexen Nährstoffmolekülen in einfachere Moleküle; auch als kataboler Stoffwechsel bezeichnet. Siehe auch Anabolismus.

Katabolismus (von griech. kataballein für „zerstören“), engl. catabolism

abbauender Teil des Zellstoffwechsels, in dem komplexe Moleküle zu einfacheren abgebaut werden, um Energie zu gewinnen (Gegensatz zu → Anabolismus)

Katabolitrepression, engl. catabolite repression

die Reduktion der Synthese kataboler Enzyme für den Abbau anderer Energiequellen, wenn Glucose reichlich vorhanden ist

Katalase

Wasserstoffperoxid spaltendes Enzym

Katalysator, engl. catalyst

Reaktionsbeschleuniger; eine Substanz, welche die Geschwindigkeit einer chemischen Reaktion beschleunigt, ohne dabei selbst verbraucht zu werden; setzt die Aktivierungsenergie einer Reaktion herab; Enzyme sind biologische Katalysatoren

Katalyse

Einleitung oder Beschleunigung eines chemischen Prozesses durch Stoffe, Katalysatoren wie Enzyme, die nicht selbst verbraucht werden.

katalytischer 20S-Core-Komplex (20S catalytic core)

Komponente des Proteasoms, die aus mehreren Untereinheiten besteht und für den Proteinabbau zuständig ist.

kategoriale Variablen, engl. categorical variables

statistische Variablen, die qualitative Kategorien als Werte annehmen, wie die Blutgruppen des Menschen (A, AB, B oder 0)

Kathode

Ein elektrisches Feld oder eine Spannungsquelle besitzt eine positiv geladene Seite (Anode) und eine negativ geladene Seite (Kathode). Zur Anode werden negativ geladene Teilchen (Anionen) hingezogen, während Kationen zur Kathode wandern. In der Genetik/Biochemie nutzt man diese Eigenschaft zur elektrophoretischen Auftrennung von Proteinen, DNA- und RNA-Molekülen.

Kation

Ein positiv geladenes Ion. Siehe auch Anion.

Kation, engl. cation

ein Ion mit einer oder mehreren positiven Ladungen (Gegensatz zu → Anion)

Kation-π-Wechselwirkungen

Chemische Wechselwirkungen zwischen einem Kation (etwa Na+) und dem π-Elektronensystem einer aromatischen Gruppe.

Kationenaustausch, engl. cation exchange

Freisetzung einer Kationenart von einer Matrix nach Bindung einer anderen Kationenart, die sich im umgebenden Medium befindet; (1) beispielsweise der Prozess, durch den an Bodenpartikel gebundene Kationen freigesetzt und dafür Protonen aus dem Bodenwasser gebunden werden, wodurch Erstere für die Pflanzenwurzeln verfügbar werden; (2) Grundlage eines biochemischen Trennverfahrens

kDalton

Einheit des Molekülgewichts, die auch für die Bezeichnung von Hitzeschockproteinen (z. B. für Hsp70, Hsp60 und Hsp90) genutzt wird.

Keimbahn

Quelle: Genetik

Zelllinien, die ausschließlich Keimzellen produzieren. Im Gegensatz zu somatischen Zellen (Soma).

Keimbahn, engl. germ line

bei Tieren die Abfolge von Zellen, die von der Zygote zur Bildung der Keimdrüsen und → Gameten (Keimzellen) führt; eine separate Keimbahn wie bei den Tieren gibt es bei Pflanzen nicht

Keimbahnmutation, engl. germ line mutation

Mutation in einer Zelle, die Gameten produziert (d. h. einer Keimbahnzelle) (Gegensatz zu → somatische Mutation)

Keimbahntheorie

Eine inzwischen auszuschließende Hypothese, nach der die Antikörpervielfalt durch separate Gene für jeden einzelnen Antikörper entsteht. Auf die meisten Vertebraten trifft die Hypothese nicht zu, wobei einige Knorpelfische umgelagerte Gene für die V-Region besitzen.

Keimbahntherapie, engl. germ line gene therapy

gezielte Veränderung der menschlichen Genomsequenz in den Gameten oder deren Vorläuferzellen zu medizinischen Zwecken (Gegensatz zu → somatische Gentherapie)

Keimblatt (germ layer)

Zellschicht des Embryos, aus welcher bestimmte Gewebetypen hervorgehen.

Keimblätter, engl. germ layers

(1) die drei embryonalen Schichten der Tiere ( → Ektoderm, → Entoderm, → Mesoderm), die sich während der Keimesentwicklung bilden; auch als Zell- oder Gewebeschichten bezeichnet; (2) bei Pflanzen die → Kotyledonen

keimfreie Mäuse

Mäuse, die unter vollständiger Abwesenheit einer Darmflora oder anderer Mikroorganismen aufwachsen. Solche Mäuse verfügen nur über ein sehr reduziertes Immunsystem, aber sie können auf praktisch jedes spezifische Antigen normal reagieren, wenn es mit einem starken Adjuvans gemischt wird.

Keimling

→ Sämling

Keimscheibe (Blastodiskus), engl. blastodisc

embryonale Zellscheibe, die sich auf einem großen ungefurchten Dotter bildet; entspricht in etwa der Blastula bei Säugetieren; entsteht jedoch nur bei Tieren mit sehr dotterreichen Eiern, beispielsweise bei Reptilien (einschließlich Vögeln), wo die große Dottermasse nur eine unvollständige Furchung zulässt

Keimscheide

→ Coleoptile

Keimstreifen

→ Primitivstreifen

Keimung

Nach Brechen der Samenruhe wird der Stoffwechsel im Embryo aktiviert und die Radicula verlässt als erstes Organ des Embryos den Samen, meist durch die Mikropyle. Im Falle der epigäischen Keimung wird dann das Hypokotyl gestreckt und die ersten oberirdisch sichtbaren Blätter sind die ergrünenden Kotyledonen. Im Falle der hypogäischen Keimung (meist beim Vorliegen von Speicherkotyledonen) wird das Epikotyl gestreckt, und die ersten oberirdisch sichtbaren Blätter sind Folgeblätter. > Embryo, > Samen

Keimung, engl. germination

das Sprießen eines Samens oder einer Spore

Keimwurzel

Wurzel des Embryos (Radicula). > Embryo, > Wurzel

Keimzellen

→ Gameten

Keimzentren

Bereiche, die sich während einer Antikörperantwort in den Lymphfollikeln entwickeln und in denen Proliferation, Differenzierung, somatische Hypermutation und Klassenwechsel von B-Zellen in intensiver Form stattfinden.

Kelch, engl. calyx

Gesamtheit der Kelchblätter

Kelvin

→ absolute Temperatur

Kenntnis situationsbezogener Wahrscheinlichkeiten

"Die Kenntnis situationsbezogener Wahrscheinlichkeiten befähigt Sportlerinnen und Sportler, Wahrscheinlichkeiten für direkt folgende Handlungsereignisse oder -alternativen in einer Handlungssituation im Sport einzuschätzen. Sie basiert auf dem Vorwissen der Person und auf der Verarbeitung von (spielimmanenten) Informationen vor Eintreten der Situation (Farrow und Abernethy 2007; Williams und Ford 2013)."

Keratin (von griech. keras für „Horn“), engl. keratin

(1) α-Keratin: zu den Intermediärfilamenten gehörender Proteintyp der Wirbeltiere, der Hauptbestandteil harter Gewebe wie Horn, Fingernägel und Hufen ist, aber auch Komponente des Cytoskeletts der Epithelzellen; (2) β-Keratin: nicht mit α-Keratin verwandt; Hauptbestandteil der Reptilienschuppen und Vogelfedern

Kern (Nucleus)

(1) Das nahezu kugelförmige Organell in einer Körperzelle, das die Chromosomen enthält. (2) Eine klar abgegrenzte Ansammlung von Neuronen, in der Regel tief im Gehirn gelegen.

Kernäquivalent

Ringchromosom von Bakterien.

Kerngenom

Die genetische Information, die auf den Chromosomen des Zellkerns von Eukaryoten gespeichert ist.

Kernholz

bei mehrjährigen Holzpflanzen (Bäumen) kann der zentrale Teil des Holzes verkernen, das heißt seine Leitungsfunktion aufgeben und durch Einlagerung von Terpenen und antibiotisch wirksamen Stoffen eine hohe mechanische und biotische Stabilität erlangen. > Holz, > Splintholz

Kernhülle, engl. nuclear envelope

die aus einer zweilagigen Membran bestehende Umhüllung des Zellkerns in eukaryotischen Zellen

Kernporenkomplex, engl. nuclear pore complex

in den Kernporen befindliche Proteinstruktur, durch die RNA und Proteine in den Kern eindringen oder ihn verlassen können

Ketogenese

Stoffwechsellage bei einer Kohlenhydratmangelernährung(Hungerstoffwechsel)

Ketone, engl. ketones

organische Verbindungen mit einer Carbonylgruppe (–CO), deren Kohlenstoffatom mit zwei anderen Gruppen, aber nicht direkt mit einem Wasserstoffatom verbunden ist; viele Zucker sind Ketone (Gegensatz zu → Aldehyde)

Kiemen, engl. gills

spezielle Organe zum Gasaustausch mit dem Wasser, bestehend aus stark gefalteten und verzweigten Ausstülpungen der Körperoberfläche

Kiemenbögen, engl. gill arches

knöcherne oder knorpelige Strukturen, welche die Kiemenlamellen und die sie versorgenden Blutgefäße stützen

killerzellenimmunglobulinähnliche Rezeptoren (KIRs)

Große Familie von Rezeptoren, die auf NK-Zellen vorkommen und die an der Regulation der cytotoxischen Aktivität der Zellen beteiligt sind. Die Familie umfasst sowohl aktivierende als auch inhibitorische Rezeptoren.

killerzellenlektinähnliche Rezeptoren (KLRs)

Große Familie von Rezeptoren, die auf NK-Zellen vorkommen und die an der Regulation der cytotoxischen Aktivität der Zellen beteiligt sind. Die Familie umfasst sowohl aktivierende als auch inhibitorische Rezeptoren.

Kilokalorie (kcal)

→ Kalorie

Kinase

→ Proteinkinase

Kinase

Phosphatgruppenübertragendes Enzym

Kinasesuppressor von Ras (KSR)

Gerüstprotein in der Raf/MEK1/Erk-MAP-Kinasekaskade, das nach einem Antigenrezeptorsignal an alle drei Komponenten bindet. Dadurch können diese interagieren und die Signalkaskade wird beschleunigt.

Kinesin, engl. kinesin

Motorprotein, das sich an Organellen oder Vesikel anheften kann und diese im Cytoskelett entlang von Mikrotubili transportiert

kinetische Energie (von griech. kinesis für „Bewegung“), engl. kinetic energy

Energie, die im Zusammenhang mit Bewegung steht; leistet Arbeit, indem sie die Position oder den Bewegungszustand von Materie verändert; kann unter anderem in Form von Wärme, Licht, elektrischer Energie und mechanischer Energie vorkommen (Gegensatz zu → potenzielle Energie)

Kinetochor

Quelle: Genetik

Ansatzstelle der Spindelfasern am Chromosom, formt besondere Proteinstrukturen (S. 222).

Kinetochor (von griech. kinetos für „bewegt“), engl. kinetochore

spezialisierte Struktur am Centromer, an die sich Mikrotubuli anheften

Kininsystem

Enzymkaskade von Plasmaproteinen, die durch Gewebeschädigungen aktiviert wird und dann mehrere Entzündungsmediatoren erzeugt, beispielsweise das gefäßaktive Peptid Bradykinin.

Klade, engl. clade

→ Monophylum

Kladistik

Ein biologisches System (biologische Systematik), bei dem Arten entsprechend ihrer evolutionären Verwandtschaft zugeordnet werden. Zwei eng verwandte Arten haben nur einen gemeinsamen Ursprung, so kann auch eine Gruppe verwandter Arten immer auf eine gemeinsame Stammart zurückgeführt werden und bildet eine Klade.

Kladistik (phylogenetische Systematik), engl. cladistics

zielt darauf ab, ein System der Organismen zu erstellen, welches ausschließlich auf phylogenetischer Verwandtschaft basiert; Gruppen innerhalb eines solchen Systems müssen monophyletisch sein

Kladogenese (von griech. clados für „Zweig“), engl. cladogenesis

Stammesverzweigung aufgrund mehrerer Artaufspaltungen

Klasse

Merkmale können aufgrund ihrer Ausprägung eindeutig einer Gruppe zugeordnet werden (diskrete Klassen oder Kategorien). Es gibt keine Überschneidungen.

Klasse, class

eine Gruppe von Dingen, die durch bestimmte gemeinsame Eigenschaften charakterisiert sind; gehört auch zu den traditionellen taxonomischen Einheiten

Klasse-I-Cytokinrezeptoren

Gruppe von Rezeptoren für die Hämatopoetinsuperfamilie der Cytokine. Dazu gehören Rezeptoren, welche die gemeinsame γ-Kette enthalten und IL-2, IL-4, IL-7, IL-15 und IL-21 erkennen, sowie Rezeptoren mit einer gemeinsamen β-Kette für GM-CSF, IL-3 und IL-5.

Klasse-II-Cytokinrezeptoren

Gruppe von heterodimeren Rezeptoren für eine Cytokinfamilie, zu der Interferon-(IFN-)α, IFN-β, IFN-γ und IL-10 gehören.

Klassen

Die Klasse eines Antikörpers wird durch den Typ der schweren Kette bestimmt, die Teil des Antikörpers ist. Es gibt fünf Hauptklassen von Antikörpern: IgA, IgD, IgM, IgG und IgE, jeweils mit einer schweren α-, δ-, μ-, γ- beziehungsweise ε-Kette. Die IgG-Klasse umfasst mehrere Unterklassen (→ Isotypen).

Klassenwechsel, engl. class switching

Isotypenwechsel der B-Zellen des Immunsystems; tritt auf, wenn eine B-Zelle eine andere Klasse von Immunglobulinen synthetisiert (z. B. wenn eine B-Zelle, die IgM synthetisiert, zur Produktion von IgG wechselt)

Klassenwechsel, Klassenwechselrekombination

Rekombinationsprozess von somatischen Genen in aktivierten B-Zellen, bei dem eine konstante Region der schweren Kette gegen einen anderen Isotyp ausgetauscht wird. Der produzierte Isotyp der Antikörper ändert sich von IgM zu IgG, IgA oder IgE. Das beeinflusst die Effektorfunktionen der Antikörper, nicht aber ihre Antigenspezifität. Eine andere Bezeichnung dafür ist der Isotypwechsel (→ somatische Hypermutation).

klassische C3-Konvertase

Komplex aus den aktivierten Komplementfaktoren C4b2a, der im klassischen Weg der Komplementaktivierung C3 auf der Oberfläche von Krankheitserregern zu C3b spaltet.

Klassische Konditionierung

Ein Lernprozess, bei dem ein unkonditionierter Reiz, der eine messbare Reaktion hervorruft, mit einem ursprünglich neutralen konditionierten Reiz, der diese Reaktion normalerweise nicht auslöst, gekoppelt präsentiert wird. Diese Art des Lernens bewirkt, dass der konditionierte Reiz eine konditionierte Reaktion hervorruft, die der Reaktion auf den unkonditionierten Reiz ähnelt.

klassische MHC-Klasse-I-Gene

MHC-Klasse-I-Gene, deren Proteinprodukte Peptidantigene für die Erkennung durch T-Zellen präsentieren (→ nichtklassische MHCKlasse-Ib-Gene).

klassische Monocyten

Hauptform der Monocyten im Blutkreislauf, die zu Infektionsherden dirigiert werden und sich zu Makrophagen differenzieren können.

klassischer aktivierter Makrophage

→ M1-Makrophage

klassischer Weg der Komplementaktivierung

Reaktionskette, die durch die Bindung von C1 direkt an eine Bakterienoberfläche oder einen an die Oberfläche gebundenen Antikörper in Gang gesetzt wird. Bakterien werden dadurch als fremd markiert (→ alternativer Weg, → Lektinweg).

Klassisches Konditionieren

Klassisches Konditionieren basiert auf der Assoziation eines bisher neutralen Stimulus (NS) mit einer bestehenden Verbindung zwischen einem unkonditionierten Stimulus (US) und einer unkonditionierten Reaktion (UR), nach welcher der NS als konditionierter Stimulus (CS) zu einer konditionierten Reaktion (CR) führt.

klebrige Enden

→ kohäsive Enden

kleine G-Proteine

G-Proteine wie Ras, die aus einem einzigen Peptidmolekül bestehen. Sie wirken bei zahlreichen verschiedenen Transmembransignalen stromabwärts als intrazelluläre Signalmoleküle. Man bezeichnet sie auch als kleine GTPasen.

kleine Prä-B-Zellen

Entwicklungsstadium der B-Zellen direkt nach dem Stadium der → großen Prä-B-Zellen. Die Zellproliferation endet und die Umlagerung der Gene für die leichte Kette beginnt.

Kleinhirn

→ Cerebellum

Kleinhirn (Cerebellum)

Eine Struktur, die sich vom Rautenhirn ableitet und an der Brücke mit dem Hirnstamm verbunden ist; ein wichtiges Zentrum für die Kontrolle von Bewegungen.

Kleinhirnhälften

Die seitlich vorgewölbten Bereiche des Kleinhirns. Auch als Kleinhirnhemisphären bezeichnet.

Kleinhirnrinde (Cortex cerebelli)

Eine Schicht grauer Substanz, die direkt unter der pialen Oberfläche des Kleinhirns liegt.

Kletterfaser

Ein Axon eines Neurons der unteren Olive, das eine Purkinje-Zelle des Kleinhirns innerviert. Die Aktivität von Kletterfasern ist von Bedeutung für das Auslösen einer Langzeitdepression (LTD), einer Form von synaptischer Plastizität, von der man annimmt, dass sie wichtig für das Erlernen von Bewegungen ist.

Klima, engl. climate

die langfristigen durchschnittlichen atmosphärischen Bedingungen (Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und -geschwindigkeit) an einem bestimmten Ort über einen längeren Zeitraum (Jahre bis Jahrtausende) (Gegensatz zu → Wetter)

Klimadiagramm nach Walter und Lieth, engl. Walter clima diagram

grafische Darstellung von Temperatur- und Niederschlagsdaten; wird verwendet, um die Vegetationsperiode von Pflanzen zu visualisieren (jene Monate, in denen die Durchschnittstemperaturen über dem Gefrierpunkt liegen und die durchschnittlichen Niederschläge für das Wachstum von Pflanzen ausreichend sind)

Klimaxgesellschaft, engl. climax community

das Endstadium einer (ökologischen) Sukzession; eine Lebensgemeinschaft, die sich unter den lokalen Klima- und Bodenbedingungen selbst erhalten kann und über einen relativ langen Zeitraum stabil bleibt

Kline (Ökokline) (von griech. klinein für „biegen“), engl. clinal variation

graduelle Abstufung des Phänotyps einer Art entlang einer geographischen Achse

Kloake (von lat. cloaca für „Kloake“), engl. cloaca

bei manchen Wirbellosen der hintere Teil des Darms; bei vielen Wirbeltieren gemeinsamer Ausgang des Verdauungstrakts, Fortpflanzungstrakts und Exkretionssystems

Klon

Population von Zellen, die alle von einer gemeinsamen Vorläuferzelle abstammen.

Klon

Quelle: Genetik

Gruppe von Zellen (oder Individuen), die sich von einer ursprünglichen Zelle ableiten.

Klon

Genetisch identische Nachkommenschaft, die nur von einem Individuum abstammt. Mit dem Bilden von Ablegern einer Pflanze wird die Stammpflanze kloniert. Aber auch bei der Nachkommenschaft von parthenogenetischen Individuen (> G) sprechen wir von klonalen Linien, weil diese oftmals identisch mit der ursprünglichen Mutter sind.

Klon (von griech. klon für „Zweig“, „Schössling“), engl. clone

die durch ungeschlechtliche Vermehrung entstandene, genetisch identische Nachkommenschaft eines einzelnen Individuums

Klon, klonal

Individuen, die genetisch identisch sind und eine gemeinsame Abstammung haben. Individuen eines Klons sind genetisch identisch.

klonale Anergie, engl. clonale anergy

verhindert die Synthese von Antikörpern gegen körpereigene Antigene. Wenn eine T-Zelle an ein körpereigenes Antigen bindet, erhält sie keine Signale von antigenpräsentierenden Zellen. Die T-Zelle stirbt daraufhin ab, statt einen Klon aktiver Zellen zu bilden.

klonale Deletion

Eliminierung unreifer Lymphocyten, wenn sie körpereigene Antigene erkennen, entsprechend der Theorie der → klonalen Selektion. Die klonale Deletion ist der wichtigste Mechanismus der → zentralen Toleranz und kann auch bei der → peripheren Toleranz eine Rolle spielen.

klonale Deletion, engl. clonal deletion

Inaktivierung oder Zerstörung von Lymphocytenklonen, die eine Immunreaktion gegen körpereigene Antigene hervorrufen würden

klonale Expansion

Proliferation antigenspezifischer Lymphocyten als Reaktion auf eine Stimulation durch das entsprechende Antigen. Sie geht der Differenzierung der Lymphocyten zu Effektorzellen voraus. Die klonale Expansion ist ein wichtiger Mechanismus der → adaptiven Immunität. Sie ermöglicht eine rasche Erhöhung der Anzahl zuvor seltener antigenspezifischer Zellen, sodass diese den auslösenden Krankheitserreger effektiv bekämpfen können.

klonale Expansion

explosionsartige Vervielfachung eines aktivierten Lymphozyten

klonale Kontraktion

aktiv regulierte Lymphozytenreduktionam Ende einer Abwehrreaktion

klonale Linien, engl. clonal lineages

durch ungeschlechtliche Fortpflanzung produzierte Gruppen nahezu identischer Organismen

klonale Selektion

→ Theorie der klonalen Selektion

klonale Selektion

spezifische Aktivierung eines antigenkompatiblen Lymphozyten

klonale Selektion, engl. clonal selection

Mechanismus, bei dem der Kontakt mit einem Antigen die Aktivierung spezifischer T-oder B-Zell-Klone bewirkt, was zu einer Immunantwort führt

klonen, engl. to clone

durch ungeschlechtliche Vermehrung ein Lebewesen vervielfältigen

klonieren, engl. to clone

die Produktion vieler identischer Kopien einer DNA-Sequenz durch Einbringen in eine Zelle oder einen Organismus, die sich in der Folge asexuell vermehren

klonotypisch

Eigenschaft, die nur bei den Zellen eines bestimmten Klons zu finden ist. So bezeichnet man beispielsweise die Verteilung der Antigenrezeptoren in der Population der Lymphocyten als klonotypisch, da alle Zellen eines bestimmten Klons identische Antigenrezeptoren besitzen.

Klüver-Bucy-Syndrom

Eine Reihe von Symptomen, die beim Menschen und Affen durch eine bilaterale Temporallappenläsion verursacht werden. Zu den Symptomen gehören ein vermindertes Angst- und Aggressionsempfinden (abgeflachte Emotionen), die Neigung, Objekte durch orale Untersuchung zu erkunden, statt sie anzusehen, und ein verändertes Sexualverhalten.

Knochen, engl. bone

starrer Bestandteil des Skelettsystems von Wirbeltieren; enthält sowohl eine extrazelluläre Matrix aus unlöslichen Calciumphosphatkristallen als auch Kollagenfasern

Knochenmark

Das Gewebe, in dem primär alle zellulären Bestandteile des Blutes aus hämatopoetischen Stammzellen gebildet werden - Erythrocyten, weiße Blutzellen und → Blutplättchen. Bei Säugern findet dort auch die weitere Entwicklung der B-Zellen statt. Darüber hinaus ist es der Ursprungsort der Stammzellen, die in den Thymus wandern und dort zu T-Zellen heranreifen. Daher kann eine Knochenmarktransplantation alle zellulären Elemente des Blutes wiederherstellen, auch diejenigen, die für eine → adaptive Immunantwort notwendig sind.

Knock-in-Mäuse

Mäuse, bei denen ein Gen gentechnisch durch ein anderes Gen ersetzt wurde, welches eine andere Funktion erfüllt.

Knock-out, engl. knockout

molekulargenetische Methode, bei der ein einzelnes Gen eines Organismus dauerhaft inaktiviert wird

Knock-out-Mäuse

Quelle: Genetik

(engl. knockout, etwas außer Gefecht setzen) Mäuse, bei denen ein Gen inaktiviert wurde (7 Technikbox 27).

Knock-out-Mäuse

Mäuse, bei denen ein bestimmtes Gen gentechnisch stillgelegt oder deletiert wurde.

Knolle

Nebenachse (Spross, Wurzel) mit Speicherfunktion > Rübe

Knorpel, engl. cartilage

festes Bindegewebe, das bei Wirbeltieren beispielsweise in Gelenken oder an der Ohrmuschel zu finden ist; bildet in manchen Tiergruppen das gesamte Skelett

Knospe, engl. bud

Auswuchs eines Sprosses von Pflanzen, aus dem sich ein Blatt, ein Spross oder eine Blüte entwickeln kann

Knospenprimordium (von lat. primordium für „Ursprung“), engl. bud primordium

Knospenanlage; früheste Anlage einer Knospe

Knospung

Asexuelle, vegetative Vermehrungsform, auch Sprossung genannt. Prokaryoten, Mitochondrien und Chloroplasten replizieren bzw. verdoppeln ihre Erbinformation und kapseln dann einen Teil der Zelle mit der Erbinformation ab. Pflanzen bilden Ableger, und einige Tierarten schnüren einen Teil ihrer Zellen ab, die sich dann wieder zu einem neuen unabhängigen Organismus entwickeln.

Knospung, engl. budding

ungeschlechtliche Vermehrung, bei der ein mehr oder weniger vollständiger neuer Organismus aus dem Körper des Elternorganismus hervor wächst und sich schließlich von diesem löst

Koagulationssystem

Eine Reihe von Proteasen und weiteren Proteinen im Blut, welche die Blutgerinnung auslösen, wenn Blutgefäße verletzt werden.

Koch-Postulate, engl. Koch’s postulates

eine Reihe von Regeln, mit deren Hilfe man feststellen kann, ob ein Mikroorganismus eine bestimmte Krankheit hervorruft

Kodominanz

Verschiedene elterliche Allele eines Locus tragen in gleichem Maße zur Ausbildung eines phänotypischen Merkmales bei.

Koenzym

Eine Substanz (Molekül), die von einem Enzym (> G) benötigt wird, um seine Aufgabe zu erfüllen.

Koenzym

nichtkovalent an ein Enzym gebundenes, an der Katalyse beteiligtes Molekül

Kofaktor

an der Katalyse beteiligter Nicht-Protein-Anteil eines Enzyms

Kognitive Karte

Siehe Theorie der kognitiven Karten.

Kognitives Training

Inhalt des kognitiven Trainings ist das aktive Gestalten von Denk- und Vorstellungsprozessen, sodass leistungsfördernde Kognitionen situationsgerecht abgerufen werden können.

Kohäsion, engl. cohesion

Zusammenhalt zwischen gleichartigen Substanzen aufgrund molekularer Anziehung, oft durch Wasserstoffbrücken (vgl. → Adhäsion)

Kohäsionstheorie

→ Transpirations-Kohäsions-Saugspannungs-Mechanismus

kohäsive Enden (klebrige Enden), engl. sticky ends

die kurzen, komplementären, einzelsträngigen Stücke, die durch Schneiden der doppelsträngigen DNA mit einem Restriktionsenzym entstehen. An die klebrigen Enden können DNA-Fragmente aus anderen Quellen angefügt werden.

Kohlenhydrate (Carbohydrates)

Aldosen und Ketosen mit mehreren Hydroxylgruppen sowie aus diesen durch Polymerisation hervorgegangene größere Moleküle. Die Zucker bilden die bekannteste Untergruppe der einfachen Kohlenhydrate, Cellulose und Stärke prominente Polymere.

Kohlenhydrate, engl. carbohydrates

organische Moleküle aus den Bestandteilen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff im Verhältnis 1 : 2 : 1 (d. h. mit der allgemeinen Formel CnH2nOn bzw. [CH2O]n); zum Beispiel Zucker, Stärke und Cellulose

Kohlenstoffgerüst, engl. carbon skeleton

die Ketten oder Ringe aus Kohlenstoffatomen, die die strukturelle Basis organischer Moleküle bilden; an diese Kohlenstoffatome sind andere Atome oder funktionelle Gruppen gebunden

Kohlenwasserstoffmolekül, engl. hydrocarbon molecule

organische Verbindung, die ausschließlich Kohlenstoff- und Wasserstoffatome enthält

Köhler-Effekt

Der Köhler-Effekt beschreibt den Motivations- und Anstrengungszuwachs beim schwächsten Mitglied einer Gruppe in einer kollektiven Leistungssituation verglichen mit einer individuellen Aufgabe.

Kohorte (von greich. cohors für „Schar von Soldaten“), engl. cohort

Gruppe gleichaltriger Organismen oder Zellen (über einen bestimmten Zeitraum hinweg betrachtet)

Kohortenlebenstafel, engl. cohort life table

eine Lebenstafel, anhand derer man das Schicksal einer Gruppe etwa zur gleichen Zeit geborener Individuen (einer Kohorte) von der Geburt bis zum Tod verfolgen kann

Koinzidenz-Koeffizient

Quelle: Genetik

(lat. coincidentia, das Zusammenfallen) Mathematischer Parameter in der Wahrscheinlichkeitsrechnung.

Kokken (von griech. kokkos für „Beere“, „Kern“), engl. cocci

Gruppe kugeliger oder traubenförmiger Bakterien

Kollagen (von griech. kolla für „Leim“), engl. collagen

fibröses Protein, das in großen Mengen in Knochen und Bindegewebe enthalten ist

Kollaterale

→ Axonendigungen

Kollektine

Familie calciumabhängiger zuckerbindender Proteine oder Lektine, die kollagenähnliche Sequenzen enthalten. Ein Beispiel ist das → mannosebindende Lektin (MBL).

Kollektive Wirksamkeit

Kollektive Wirksamkeit wird am umfassendsten definiert als die Überzeugung der gemeinsamen Kompetenz, wenn die Mitglieder einer Gruppe ihre Ressourcen zur erfolgreichen Bewältigung spezifischer Situationen zielgerichtet verteilen, koordinieren und integrieren.

Kollenchym

"lebendes, dehnungsfähiges Festigungsgewebe; besteht aus Zellen, deren Primärwand verdickt ist: je nach Lokalisation der Wandverdickung unterscheidet man Ecken- oder Kantenkollenchyme von Plattenkollenchymen. > Gewebetyp"

Kollenchym (von griech. egchyma für „das Eingegossene“), engl. collenchyma

auch im funktionell ausgereiften Zustand noch lebendes Festigungsgewebe bei Pflanzen; verleiht durch Verdickung der primären Zellwände an den Kanten der Zellen flexible Festigkeit (Gegensatz zu → Parenchym, → Sklerenchym)

Kolostrum

Vormilchkommensale, physiologischer Begleit-Mikroorganismus

kombinatorische Vielfalt

Vielfalt der Antigenrezeptoren, die durch die Kombination von getrennten Einheiten mit zwei verschiedenen Arten von genetischer Information gebildet werden. Zuerst werden Abschnitte von Rezeptorgenen in zahlreichen verschiedenen Kombinationen zusammengefügt, sodass die vielen unterschiedlichen Rezeptorketten entstehen können. Anschließend werden zwei verschiedene Rezeptorketten (bei Immunglobulinen eine schwere und eine leichte Kette, bei T-Zell-Rezeptoren α und β oder γ und δ) miteinander verbunden und bilden zusammen die Antigenerkennungsstelle.

kommensale Mikroorganismen, kommensale Mikroflora

Mikroorganismen (vor allem Bakterien), die normalerweise mit ihrem Wirt harmlos in Symbiose leben (beispielsweise die Darmbakterien beim Menschen und bei Tieren). In vielen Fällen haben die Wirte davon einen Nutzen.

Kommensalismus (von lat. com für „zusammen“ und mensa für „Tisch“), engl. commensalism

„Mitessertum“; Form der → Probiose (Gegensatz zu → Amensalismus, → Symbiose, → interspezifische Konkurrenz)

Kommissur

Ein Bündel von Axonen, das eine Hirnhälfte mit der anderen verbindet.

Kommunikation, engl. communication

ein von einem Organismus oder einer Zelle ausgesendetes Signal; verändert die Funktion oder das Verhalten eines anderen Organismus oder einer anderen Zelle

kommutativ

Die Abfolge von Einzelschritten einer Handlung kann verändert werden, ohne dass sich das Ergebnis ändert.

kompakter Knochen (Substantia compacta), engl. compact bone

Knochentyp mit stabiler, fester Struktur (Gegensatz zu → spongiöser Knochen)

Komparator, engl. comparator

ein Mechanismus zum Vergleich einer Rückkopplungsvariablen mit einem Sollwert in einem Regulationssystem, der Kommandosignale für Effektororgane erzeugen soll; beispielsweise ein Thermostat

Kompartiment

Quelle: Genetik

(lat. compartire, abteilen) (1) Membranumschlossener Reaktionsraum eukaryotischer Zellen (z. B. endoplasmatisches Reticulum). (2) Begrenztes Areal in einem vielzelligen Organismus, das von mehreren Gründerzellen gebildet wird.

Kompartiment (Reaktionsraum), engl. compartment

abgegrenzter Bereich in einem Organismus mit speziellen Funktionen

Kompensationspunkt

→ Lichtkompensationspunkt

Kompetenzen

Kompetenzen umfassen kognitive, motivationale, volitionale sowie soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten (Weinert 2001). Sie sind erlernbar und dienen der Lösung von Aufgaben im Training, Spiel oder auch Alltag. Der Kompetenzbegriff beinhaltet auch den Willen bzw. die Bereitschaft, diese in betreffenden Situationen aktiv anzuwenden.

kompetitive Hemmung, engl. competitive inhibition

Blockierung eines Enzyms durch Bindung eines dem eigentlichen Substrat ähnlichen Moleküls an das aktive Zentrum; verhindert die Bindung des Substrats und die Reaktion (Gegensatz zu → nichtkompetitive Hemmung)

kompetitiver Inhibitor, engl. competitive inhibitor

Hemmstoff, der an das aktive Zentrum eines Enzyms bindet und dadurch die Bindung des Substrats verhindert (Gegensatz zu → nichtkompetitiver Inhibitor, → unkompetitiver Inhibitor)

Komplement, Komplementsystem

Eine Reihe von Plasmaproteinen, die gemeinsam Krankheitserreger im Extrazellularraum angreifen. Ein Pathogen wird mit Komplementproteinen umgeben, die dessen Beseitigung durch Phagocyten ermöglichen; bestimmte Pathogene können auch direkt getötet werden. Die Komplementaktivierung kann auf verschiedene Weise erfolgen (→ klassischer Weg, → Lektinweg, → alternativer Weg der Komplementaktivierung).

Komplementaktivierung

Die Aktivierung der normalerweise inaktiven Proteine des Komplementsystems, die bei einer Infektion erfolgt (→ klassischer Weg, → Lektinweg, → alternativer Weg der Komplementaktivierung).

komplementäre Basenpaarung, engl. complementary base pairing

die Paarung der Basen A und T (oder A und U) wie auch C und G in doppelsträngigen Abschnitten von Nucleinsäuren

komplementäre DNA

→ cDNA

komplementäre Ernährung, engl. complementary diet

Aufnahme einer ausgewogenen Mischung an Nahrungsmitteln, die sämtliche essenziellen Nährstoffe liefern

komplementaritätsbestimmende Regionen (CDRs) (complementarity determining regions)

Bereiche der V-Domänen von Immunglobulinen und T-Zell-Rezeptoren, die deren Antigenspezifität bestimmen und mit dem Liganden in Kontakt treten. Die CDRs sind die variabelsten Bereiche der Rezeptoren und tragen zu deren Vielfalt bei. In jeder V-Domäne gibt es drei solcher Regionen (CDR1, CDR2 und CDR3).

Komplementation

Quelle: Genetik

(lat. complementum, Ergänzung) Die Entstehung eines Wildtyp-Phänotyps, wenn in einem diploiden Organismus zwei verschiedene Mutationen miteinander kombiniert werden (cis-trans-Test).

Komplementproteine

→ C1, → C2, → C3 und so weiter

komplementregulatorische Proteine

Proteine, welche die Komplementaktivität regulieren und verhindern, dass das Komplementsystem auf der Oberfläche von Körperzellen aktiviert wird.

Komplementrezeptoren (CRs)

Oberflächenproteine verschiedener Art. Sie erkennen und binden Komplementproteine, die ihrerseits an ein Antigen wie beispielsweise einen Krankheitserreger gebunden sind. Komplementrezeptoren auf Phagocyten ermöglichen es diesen Zellen, mit Komplementproteinen bedeckte Krankheitserreger zu erkennen, aufzunehmen und zu vernichten (→ CR1, → CR2, → CR3, → CR4, → CRIg und der → C1-Komplex).

Komplementsystem

immunregulative und antimikrobiell wirkende Protease-Signal-Kaskade

Komplementsystem, engl. complement system

Gruppe von etwa 20 verschiedenen Proteinen, die bei manchen Reaktionen des Immunsystems eine Rolle spielen; es handelt sich nicht um Immunglobuline

Komplexe Zelle

Ein Typ eines visuellen cortikalen Neurons, das ein richtungsselektives rezeptives Feld ohne abgegrenzte ON- und OFF-Subfelder besitzt.

komplexer Lebenszyklus, engl. complex life cycle

ein Lebenszyklus parasitischer Arten, für dessen vollständigen Ablauf mehr als eine Wirtsart erforderlich ist

komplexes Merkmal

Die Allele vieler, oftmals unbekannter Genorte sowie Umwelteinflüsse führen zur Ausprägung von komplexen oder multifaktoriellen Merkmalen.

Komplexionen, engl. complex ions

eine geladene Atomgruppe aus einemzentralenMetallatom und koordinativ gebundenen Liganden, beispielsweise das Hexacyanoferrat(III)ion (Fe(CN)6)3-

Kondensationsreaktion, engl. condensation reaction

Reaktion, bei der zwei Moleküle unter Abspaltung von einem Molekül Wasser eine kovalente Bindung eingehen (AH + BOH → AB + H2O) (Gegensatz zu → Hydrolyse)

Konditional

Quelle: Genetik

(lat. conditio, Bedingung) Mutation, die nur unter bestimmten Bedingungen zur Ausprägung kommt (S. 451).

konditionale Mutanten, engl. conditional mutants

Mutanten, deren charakteristischer Phänotyp nur bei bestimmten Umweltbedingungen, etwa einer bestimmten Temperatur, sichtbar wird

konditionierte Spezifizierung, engl. conditioned specification

Bestimmung des Zellschicksals während der Zelldifferenzierung aufgrund von Signalen, die überwiegend von benachbarten Zellen stammen

konditionierter Reflex

→ bedingter Reflex

Konfidenzintervall, engl. confidence intervall

auch als Vertrauensbereich bezeichnet; ein berechnetes numerisches Intervall, das mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit den tatsächlichen Wert eines interessierenden Parameters umfasst. Ein 95 %-Konfidenzintervall umfasst beispielsweise in 95% aller Fälle den tatsächlichen Wert eines solchen Parameters.

Konformation, engl. conformation

die dreidimensionale Struktur eines Proteins oder eines anderen Makromoleküls

Konformationsepitope, diskontinuierliche Epitope

Antigenstrukturen (Epitope) auf einem Proteinantigen, die bei der Faltung des Proteinantigens aus voneinander entfernten Bereichen der Peptidkette gebildet werden. Antikörper, die für Konformationsepitope spezifisch sind, erkennen nur native, gefaltete Proteine (→ kontinuierliches Epitop).

kongenitale oder angeborene Hypothyreose

Schilddrüsenunterfunktion. Das Fehlen oder der Mangel von Schilddrüsenhormonen im Embryo führt zu Fehlentwicklungen des Nervensystems und als Folge davon ohne eine frühzeitige Behandlung zur vollständigen geistigen Retardierung.

Konidien, (von griech. konis für „Staub“), engl. conidia

haploide Pilzsporen, die am Ende der Hyphen freigesetzt werden und nicht in Sporangien eingeschlossen sind

Koniozelluläre CGL-Schicht

Eine Schicht des Corpus geniculatum laterale, die aus sehr kleinen Zellen besteht und jeweils ventral zu jeder magnozellulären und parvozellulären Schicht liegt.

Konjugatimpfstoffe

Antibakterielle Impfstoffe; werden aus den Polysacchariden von Bakterienkapseln hergestellt, die an Proteine mit bekannter Immunogenität gebunden sind wie das Tetanustoxoid.

Konjugation

Quelle: Genetik

(lat. conjugare, paarweise zusammenbinden) Übertragung von DNA von einer Spenderzelle auf eine Empfängerzelle bei Bakterien (Abschn. 4.2).

Konjugation (von lat. conjugare für „sich verbinden“), engl. conjugation

(1) Prozess der Übertragung von DNA über eine Plasmabrücke auf eine andere Zelle, beispielsweise bei Bakterien; (2) nicht der Vermehrung dienender sexueller Prozess, durch den Paramecium und andere Ciliaten genetisches Material austauschen

Konkordant

Quelle: Genetik

"(lat. concordare, übereinstimmen) Gleiche Merkmalsausprägung bei Zwillingen (S. 574); Gegensatz: diskordant."

Konkurrenz

→ interspezifische Konkurrenz

Konkurrenzausschluss, engl. competitive exclusion

eine Folge der Konkurrenz von Arten um Ressourcen, bei der eine Art die andere völlig aus einem bestimmten Lebensraum (Habitat) verdrängt (Gegensatz zu → Coexistenz)

Konnektiv

Teil des Staubblatts, das die beiden Theken verbindet. > Stamen

Konnektom

Diagramm der Verschaltungen von Hirnarealen über Faserbahnen.

Konsequenzerwartung und Kompetenzüberzeugung

Die Konsequenzerwartung ist die persönliche Einschätzung, dass ein bestimmtes Verhalten zu einem bestimmten Ereignis führt. Diese ist abzugrenzen von der Kompetenzüberzeugung, die darüber hinaus die Gewissheit einschließt, über die erforderlichen Kompetenzen in der spezifischen Situation zu verfügen.

konserviert, engl. conserved

Eigenschaft eines Gens oder Merkmals, das nur sehr langsam evolviert ist und in sehr divergenten Gruppen ähnlich oder sogar gleich geblieben ist

konstante Ig-Domänen (C-Domänen)

Bestimmte Art von Proteindomänen, aus denen die konstanten Regionen in jeder Peptidkette eines Immunglobulinmoleküls bestehen.

konstante Region (C-Region), engl. constant region

Region eines Immunglobulinmoleküls, deren Aminosäurezusammensetzung klassenspezifisch ist und innerhalb einer Klasse von Immunglobulinen nicht variiert (Gegensatz zu → variable Region)

konstante Region, C-Region

Der Teil eines Immunglobulins oder T-Zell-Rezeptors, der bei verschiedenen Molekülen eine relativ konstante Aminosäuresequenz besitzt und auch als Fc-Region eines Antikörpers bezeichnet wird. Die konstante Region eines Antikörpers bestimmt seine spezifische Effektorfunktion (→ variable Region).

Konstitutionsisomere

→ Strukturisomere

konstitutiv, engl. constitutive

immer vorhanden; ein Prozess, der immerfort mit konstanter Rate abläuft (Gegensatz zu → induzierbar)

Konstitutive Abwehrstoffe (pre-infectional compounds)

Vorbeugend synthetisierte Abwehrstoffe, die in Drüsen, Sekretgängen, Vakoulen oder anderen Kompartimenten für den Fall eines Angriffs durch Pathogene oder Herbivoren gelagert werden.

Konstitutive Expression

Quelle: Genetik

(lat. constituere, errichten, einrichten) Dauerhafte Aktivität eines Gens (S. 139).

konstitutive Proteine, engl. constitutive proteins

Proteine, die ein Organismus ständig mit relativ konstanter Rate produziert

Konsumenten, engl. consumers

Organismen, die sich von den Geweben anderer Organismen ernähren

Konsumptionseffizienz, engl. consumption efficiency

der von Konsumenten aufgenommene Anteil der verfügbaren Biomasse

Kontinentaldrift

Wegener (1912) erkannte, dass die globale Verteilung der Kontinente nicht statisch ist, sondern dass sich die Kontinente fortwährend bewegen.

Kontinentaldrift (Kontinentalverschiebung), engl. continental drift

die allmähliche Verschiebung der Kontinente der Erde über Hunderte von Jahrmillionen hinweg

Kontinentalverschiebung

→ Kontinentaldrift

Kontingenz

Ein möglicher enger Zusammenhang zwischen zwei Merkmalen, der statistisch belegt werden kann, aber eines experimentellen Beweises bedarf.

kontinuierliche Variablen, engl. continous variables

Variablen, die ein kontinuierliches Spektrum von Werten einnehmen können

kontinuierliches, lineares Epitop

Antigenstruktur auf einem Protein, die aus einem einzigen kurzen Stück der Peptidkette besteht. Antikörper, die kontinuierliche Epitope erkennen, können ein denaturiertes Protein binden. Von T-Zellen erkannte Epitope sind kontinuierlich; man bezeichnet sie auch als lineare Epitope.

kontraktile Vakuole, engl. contractile vacuole

spezialisierte Vakuole, die das durch Osmose aufgenommene überschüssige Wasser sammelt und durch Kontraktion aus der Zelle pumpt

Kontralateral

Anatomische Lagebezeichnung; auf der entgegengesetzten Seite der Mittellinie; gegenüberliegend.

Kontrazeption, engl. contraception

Empfängnisverhütung; Methoden der Geburtenkontrolle, die eine Befruchtung oder Einnistung verhindern

kontrolliertes Experiment, engl. controlled experiment

Versuchsansatz, bei dem eine Probe in mehrere Gruppen unterteilt wird. Die experimentellen Gruppen werden einer Beeinflussung durch eine unabhängige Variable ausgesetzt, während eine Gruppe als unbeeinflusste Kontrollgruppe dient. Anschließend werden die Daten der verschiedenen Gruppen miteinander verglichen, um zu sehen, ob die experimentelle Beeinflussung zu Veränderungen einer abhängigen Variablen geführt hat. (Gegensatz zu → vergleichendes Experiment)

kontrolliertes System, engl. controlled system

die Bestandteile eines physiologischen Systems, das durch die Kommandos eines regulatorischen Systems gesteuert wird (Gegensatz zu → regulatorisches System)

Kontrollpunkte des Zellzyklus, engl. cell cycle checkpoints

Punkte des Übergangs zwischen verschiedenen Phasen des Zellzyklus; werden durch Cycline und cyclinabhängige Kinasen (Cdks) reguliert

Konvektion, engl. convection

die Wärmeübertragung von oder zu einer Oberfläche durch einen bewegten Luftstrom oder eine Flüssigkeitsströmung

konventionelle (klassische) dendritische Zellen (cDCs)

Linie der dendritischen Zellen, die vor allem bei der Antigenpräsentation gegenüber naiven T-Zellen und deren Aktivierung mitwirken (→ plasmacytoide dendritische Zellen).

konvergente Evolution

"Die Entwicklung von Merkmalen in verschiedenen Arten, die eine gleiche Gestalt und Funktion haben, aber deren Ursprung nicht in einer gemeinsamen Stammart liegt (Beispiel: Flossen der Fische und Wale; Flügel der Vögel und Fledermäuse). Dieses Konzept gilt auch für molekulare Merkmale."

konvergente Extension, engl. convergent extension

Bewegungen der Zellen einer Seeigelblastula, die zur Bildung des Urdarms führen. Die Zellen verlängern sich, flachen sich ab und verzahnen sich zu einer röhrenförmigen Struktur.

Konvergenz (konvergente Evolution), engl. convergent evolution

die unabhängig voneinander erfolgende Evolution ähnlicher Merkmale bei nicht verwandten Taxa aus unterschiedlichen Ausgangsstrukturen, aufgrund von ähnlichem Selektionsdruck

Konzentration

Konzentration gewährleistet das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit für einen spezifischen Stimulus über eine gewisse Zeitspanne (Sekunden bis Minuten).

Konzentrationsgefälle

→ Konzentrationsgradient

Konzentrationsgradient

Ein Konzentrationsunterschied zwischen zwei verschiedenen Bereichen. Konzentrationsgradienten von Ionen über die Nervenmembran sind am Aufbau des Membranpotenzials beteiligt.

Konzentrationsgradient (Konzentrationsgefälle), engl. concentration gradient

ein Unterschied in der Konzentration eines Ions oder einer anderen chemischen Substanz zwischen verschiedenen Orten, oftmals auf beiden Seiten einer Membran (vgl. → aktiver Transport, → erleichterte Diffusion)

konzentrisches Leitbündel mit Außenxylem

"das Xylem umfasst das Phloem ringförmig; kann zum Beispiel in Rhizomen auftreten"

konzentrisches Leitbündel mit Innenxylem

"das Phloem umfasst das Xylem ringförmig; kann zum Beispiel bei Farnen auftreten"

Konzept der Allostase

Das „Konzept der Allostase“ beschreibt die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sich an die ständig verändernden Anforderungen anzupassen und bei Bedarf Prozesse in die Gänge zu leiten oder zu beenden.

Konzept der Homöostase

Das „Konzept der Homöostase“ geht auf Walter Cannon zurück und bezieht sich auf die koordinierte Gesamtheit der Reaktionen, mit denen im Körper die Aufrechterhaltung eines stabilen Zustandes erreicht wird.

konzertierte Evolution, engl. concerted evolution

die gemeinsame Evolution einer Familie von Genkopien, wobei Veränderungen in einer Kopie auf die anderen Kopien der Genfamilie repliziert werden und diese damit gemeinsam (konzertiert) evolvieren (vgl. → gerichtete Genkonversion, → ungleiches Crossingover)

Kooperativität

Die Eigenschaft einer Langzeitpotenzierung, die widerspiegelt, dass während eines Tetanus viele Eingänge gleichzeitig aktiv sein müssen, damit eine LTP ausgelöst werden kann. Siehe auch Langzeitpotenzierung.

Kooperativität, engl. cooperativity

tritt auf, wenn ein Protein mehrere Liganden binden kann und der erste gebundene Ligand die Konformation des Proteins so verändert, dass die weiteren Liganden leichter binden können (positive Kooperativität) oder schwerer binden können (negative Kooperativität). Ein Beispiel für positive Kooperativität ist die Bindung von O2 an Hämoglobin.

Kopplung

Quelle: Genetik

"Zwei oder mehr Gene werden in der Regel gemeinsam vererbt; gekoppelte Gene sind auf einem Chromosom benachbart, können aber durch (seltene) Rekombinationsereignisse getrennt werden."

Kopplung, engl. linkage

bestehende Verbindung zwischen Genen auf dem gleichen Chromosom, die bewirkt, dass sie nicht nach dem Zufallsprinzip verteilt und nur selten neu kombiniert werden. Je näher die Gene beieinander liegen, desto geringer ist die Rekombinationshäufigkeit.

Kopplungsanalyse

Verfahren zur Ermittlung der Nachbarschaft von Loci. Loci sind gekoppelt, wenn sie in Nachbarschaft auf einem Chromosom lokalisiert sind: Allele von eng benachbarten Loci werden als Kopplungsgruppe (> G) mit großer Wahrscheinlichkeit gemeinsam an die Nachkommenschaft weitergegeben. Nur Mutation und Rekombination lösen diese Struktur auf.

Kopplungsanalyse, engl. linkage analyis

genetische Analyse zur Kartierung von Genen, wobei ein Gen und seine Allele mit einem unbekannten Gen und dessen Allelen gekoppelt ist. Die genaue Lage von Letzterem kann durch die gemeinsame Segregation mit Ersterem bei genetischen Kreuzungen ermittelt werden.

Kopplungsgruppe

Zwei oder mehrere Loci liegen in Nachbarschaft auf einem Chromosom.

Kopplungsgruppe

Kombination von Allelen verschiedener (engbenachbarter) Genorte eines Chromosoms.

Kopplungsgruppe, engl. linkage group

der vollständige Satz von Loci (Genorten) auf einem Chromosom

Kopplungsphase

Eine angenommene oder tatsächlich vorgefundene Kombination von Allelen verschiedener Loci eines Individuums.

Kopplungsungleichgewicht

Man betrachtet die genotypische Konstellation von mehreren Loci und analysiert die Häufigkeiten der Gesamtgenotypen. Weichen die beobachteten Genotyphäufigkeitsverteilungen von der erwarteten Hardy-Weinberg-Verteilung (> G) ab, dann sprechen wir von einem Kopplungsungleichgewicht. Die enge Nachbarschaft der Loci lässt eine zufällige Kombination ihrer Allele (> Haplotypen) nicht zu. Aber auch Selektion kann bestimmte Allelkombinationen begünstigen.

Koprophagie, engl. coprophagy

das Fressen von Kot, beispielsweise bei Kaninchen, die in einem ersten Durchgang der Pflanzennahrung durch den Verdauungstrakt einen besonders nährstoffreichen Kot produzieren

Kopulation, engl. copulation

Fortpflanzungsverhalten, bei dem ein Männchen seine Spermien mithilfe eines Begattungsorgans in den Fortpflanzungstrakt eines Weibchens überträgt

Korallenbleiche, engl. coral beaching

der Verlust der Farbe in Korallenkolonien, gewöhnlich verursacht durch den Verlust oder den Rückgang symbiotischer Zooxanthellen

Kork

> Phellem

Kork, engl. cork

wasserundurchlässiges Gewebe mit suberinhaltiven Zellwänden bei Pflanzen; wird vom Korkkambium gebildet

Korkcambium

> Phellogen

Korkkambium (von lat. cambiare für „austauschen“), engl. corc cambium

laterales Meristem bei Pflanzen, das zum sekundären Dickenwachstum beiträgt, und zwar indem es hauptsächlich Schutzzellen mit Wachseinlagerungen in der Zellwand bildet sowie einige der Zellen, die später die Rinde bilden

Korkpore

> Lentizelle

Korkrinde

> Phelloderm

Kormophyt

Pflanze, die einen Kormus besitzt, das heißt aus den Grundorganen Wurzel, Sprossachse und Blatt aufgebaut ist. > Thallophyt

Kormus

mehrzelliger Vegetationskörper, der in Wurzel, Spross und Blatt gegliedert ist

Körnerzelle des Kleinhirns

Ein Neuron in der Kleinhirnrinde, das Eingang von Moosfasern erhält und aus den Parallelfasern entsteht, die wiederum Purkinje-Zellen innervieren. Man nimmt an, dass die Plastizität der Synapsen zwischen Körnerzellen und Purkinje-Zellen für das motorische Lernen von Bedeutung ist.

Koronararterien (von lat. corona für „Krone“), engl. coronary arteries

die Herzkranzgefäße; versorgen den Herzmuskel

Koronarthrombose, engl. coronary thrombosis

Blutgerinnsel, das eine Koronarterie verstopft und einen Herzinfarkt verursacht

Körperbauplan, engl. body plan

grundlegender struktureller Bauplan; umfasst das gesamte Tier, die Anordnung seiner Organsysteme und das koordinierte Funktionieren der einzelnen Teile

Körperkreislauf, engl. systemic circuit

Teil des Kreislaufsystems, bei dem sauerstoffreiches Blut aus den Lungen in den übrigen Körper und anschließend zurück zum Herzen gepumpt wird (Gegensatz zu → Lungenkreislauf)

Körperlich-sportliche Aktivität (exercise)

Geplante, wiederholte und zielgerichtete körperliche Aktivität, die mit dem Ziel der Steigerung der körperlichen und psychischen Fitness verknüpft ist. Bewegungsinszenierungen des Sports werden teilweise übernommen, ohne die Charakteristika des Sports wie Wettbewerb oder spezifische Regeln zwangsläufig zu berücksichtigen.

Körperliche Aktivität

„Körperliche Aktivität umfasst alle Bewegungen, die durch Skelettmuskeln hervorgerufen werden und zur Verausgabung von Energie führen“ (USDHHS 1996).

Körperliche Aktivität

Jedwede Bewegung des Körpers, die in einem Energieverbrauch höher als der Grundumsatz resultiert, wird als körperliche Aktivität (physical activity) bezeichnet (Caspersen et al. 1985).

Körperliche Aktivität (physical activity)

Oberbegriff für jede körperliche Aktivität, die durch die Skelettmuskulatur produziert wird und den Grundumsatz (basale Stoffwechselrate) nennenswert erhöht. Als körperlich aktiv gilt eine Person, wenn sie die aktuellen Mindestempfehlungen für gesundheitswirksame körperliche Aktivität von nahezu täglich mindestens 30 min mit mindestens moderater Intensität (?3 MET) erfüllt.

Körperliche Inaktivität

Personen werden als körperlich inaktiv bezeichnet, wenn sie die Empfehlungen für gesundheitsförderliche körperliche Aktivität verfehlen und/oder nur gering intensiv körperlich aktiv sind (1,5 bis 3 MET).

Korrekturlesen, engl. proofreading

Mechanismus der DNA-Reparatur bei der Replikation der DNA. Mechanismus, durch den eine Base nach unkorrektem Einbau gemäß der Matrize (z. B. einem A gegenüber einem G bei der Matrize) herausgeschnitten und durch die korrekte Base (in diesem Fall ein C gegenüber dem G) ersetzt wird

Korrelation

Ungerichtete Beziehung zwischen Merkmalen. Merkmale werden nicht als abhängig oder unabhängig erkannt.

Korrelationskoeffizient, engl. correlation coefficient

Maß für die Stärke eines Zusammenhangs zwischen zwei quantitativen Variablen; reicht von -1 (eine perfekte negative Korrelation) bis 1 (eine perfekte positive Korrelation)

Korridor, engl. corridor

Verbindung zwischen zwei Habitatfragmenten, durch den sich Organismen ausbreiten können; spielt für den Erhalt von Subpopulationen eine entscheidende Rolle

Korrumpierungseffekt

Der Korrumpierungseffekt (Deci 1971) beschreibt, dass intrinsische Motivation untergraben werden kann, wenn Menschen für die ausgeführte Handlung eine Belohnung erhalten.

Korsakow-Syndrom

Ein neurologisches Syndrom, das die Folge von chronischem Alkoholismus ist und durch Verwirrtheitszustände, Konfabulationen, Apathie und Amnesie gekennzeichnet ist.

Kosten-Nutzen-Analyse, engl. cost-benefit analysis

Denkansatz in der Evolutionsforschung, bei dem davon ausgegangen wird, dass einem Tier für all seine Aktivitäten nur begrenzte Zeit und Energie zur Verfügung stehen und dass jede Aktivität hinsichtlich der biologischen Fitness sowohl Kosten als auch einen Nutzen mit sich bringt (vgl. → Trade-off)

Kostmann-Syndrom

Schwere angeborene Neutropenie. Es handelt sich um eine vererbbare Erkrankung, die mit einer niedrigen Zahl von neutrophilen Zellen einhergeht. Ursache ist ein Defekt des mitochondrialen HAX1-Proteins, der bei sich entwickelnden myeloischen Zellen zur Apoptose und zu einer persistierenden Neutropenie führt.

Kotyledo

"Keimblatt; erstes vom Embryo gebildetes Blatt"

Kotyledonen (von griech. kotyledon für „becherartige Vertiefung“), engl. cotyledons

Keimblätter; embryonale Organe bei Blütenpflanzen zur Speicherung und Aufbereitung von Nährstoffen; können beim Keimen eines Samens über der Erde erscheinen

kovalente Bindung, engl. covalent bond

chemische Bindung, bei der sich zwei Atome Elektronen teilen; gewöhnlich eine sehr feste Bindung

Kraftspeichermodell

Das Kraftspeichermodell besagt, dass alle Selbstkontrollhandlungen von einer globalen metaphorischen Ressource mit begrenzter Kapazität, dem Kraftspeicher, gesteuert werden. Es zeigen sich interindividuelle Unterschiede in der Kapazität des Kraftspeichers auf Trait-Ebene (Trait-Selbstkontrolle). Des Weiteren zeigen sich inter- und intraindividuelle Unterschiede in der momentan verfügbaren Selbstkontrollkraft (State-Selbstkontrolle).

Kragengeißelzellen

→ Choanocyten

Krankheitslast

"Um die Belastung der Gesellschaft durch Krankheiten oder Verhaltensweisen zu quantifizieren, gibt es verschiedene Maße. Die Weltgesundheitsorganisation verwendet unter anderem das Maß der um Behinderungen bereinigten Lebensjahre (disability-adjusted life years, DALYs). DALYs berechnen sich aus der Summe der verlorenen Lebensjahre; einerseits durch die Krankheit selbst und andererseits durch die mit der Krankheit verbundenen Behinderung(en). Ein verlorenes DALY stellt also den Verlust eines „gesunden“ Lebensjahres dar. Je größer die Zahl der DALYs durch eine Gesundheitsstörung, desto höher wird die Krankheitslast dieser Störung eingeschätzt."

Kräuter, engl. herbs

alle breitblättrigen, krautigen und unverholzten Blütenpflanzen (mit Ausnahme von Gräsern), bei denen am Ende der Vegetationsperiode entweder die gesamte Pflanze abstirbt oder nur deren vegetativer Teil mit Ausnahme der Erneuerungsknospen

Kreatinphosphat, engl. creatin phosphate

ein phosphoryliertes Kreatinmolekül, das häufig in Skelettmuskeln vorkommt und energiereiches Phosphat von den Mitochondrien zu den Myofibrillen transportieren kann

Kreationismus

Die Entstehung des Universums, des Lebens und die des Menschen werden auf der Grundlage einer Glaubenslehre erklärt. Im Christentum beziehen sich die Kreationisten auf die Bibel.

Krebs-Hodenantigene

Von Krebszellen exprimierte Proteine, die normalerweise nur von männlichen Keimzellen in den Hoden exprimiert werden.

Krebs-Immun-Editing

Ein Vorgang während der Entwicklung von Krebs, wenn sich Mutationen anhäufen, die das Überleben des Tumors begünstigen, da er einer Immunantwort entgehen kann, wenn Krebszellen mit diesen Mutationen für das Überleben und Wachstum selektiert werden.

Krebs-Zyklus

→ Citratzyklus

Kreislaufsystem, engl. circulary system

aus einer muskulären Pumpe (Herz), einer Flüssigkeit (Blut oder Hämolymphe) und einer Reihe von Leitungen (Blutgefäße) bestehendes System, das für den Transport von Stoffen durch den Körper zuständig ist

Kretinismus

Urspüngliche Bedeutung ist Schwachsinn. In Zusammenhang mit Schilddrüsenunterfunktionen (> kongenitale Hypothyreose) ist es ein Teil des Krankheitsbilds.

Kreuz-Priming

Aktivierung von CD8-T-Zellen durch dendritische Zellen, bei denen das durch MHC-Klasse-I-Moleküle (das heißt durch → Kreuzpräsentation) dargebotene Antigenpeptid von einem exogenen Protein stammt und nicht innerhalb der dendritischen Zellen direkt erzeugt wurde (→ direkte Präsentation).

Kreuzpräsentation

Der Vorgang, bei dem extrazelluläre Proteine, die von dendritischen Zellen aufgenommen wurden, zur Erzeugung von Peptiden führen, die dann von MHC-Klasse-I-Molekülen präsentiert werden. Dadurch ist es möglich, dass Antigene mit extrazellulärem Ursprung von MHC-Klasse-I-Molekülen präsentiert werden und CD8-T-Zellen aktivieren.

Kreuzprobe (cross-matching)

Test, mit dem man bei Bluttypisierungen und Histokompatibilitätstests feststellt, ob ein Spender oder Empfänger Antikörper gegen die Zellen des jeweils anderen besitzt, die bei Transfusionen oder Transplantationen zu Schwierigkeiten führen könnten.

kritische Periode

→ sensible Phase

Kritische Periode

Ein begrenzter Zeitraum, in dem bestimmte Gehirnregionen während ihrer Entwicklung für eine Veränderung der äußeren Umgebung empfindlich sind.

kritische Tageslänge, engl. critical day length

durch Unterschreiten einer kritischen Tageslänge und dadurch längere Dunkelphasen werden → Kurztagpflanzen zum Blühen angeregt; bei längerer Lichtdauer verbleiben die Pflanzen im vegetativen Stadium (das Gegenteil ist bei → Langtagpflanzen der Fall)

Kropf, engl. crop (1), goiter (2)

(1) einfache Aussackung zur Speicherung von Nahrung, das erste von zwei magenartigen Organen bei vielen Tieren wie Reptilien, Vögeln, Regenwürmern und verschiedenen Insekten (vgl. → Muskelmagen); (2) von einer vergrößerten Schilddrüse verursachte Anschwellung am Hals

Krypsis (Tarnung) (von griech. kryptos für „verborgen“), engl. crypsis

die farbliche oder gestaltliche Anpassung eines Organismus an einen Teil seines Lebensraums; soll eine Entdeckung durch Fressfeinde verhindern

Krypten

anatomische Einbuchtung des Endothels

Krypten-Atrophie

krankhafte Deformation der Darmkrypten

kryptisches Epitop

Jedes Epitop, das von keinem Lymphocytenrezeptor erkannt werden kann, solange das zugehörige Antigen nicht abgebaut und prozessiert wurde.

Kryptobiose (cryptobiosis)

Lebenszustand mit gestopptem Stoffwechsel. Die Kryptobiose wird durch ungünstige Lebensbedingungen ausgelöst wie extreme Trockenheit, Kälte oder Sauerstoffmangel.

KSR

→ Kinasesuppressor von Ras

Ku

DNA-Reparaturprotein, das für die Umlagerung der Immunglobulin- und T-Zell-Rezeptoren erforderlich ist.

Kugelsymmetrie, engl. spherical symmetry

einfachste Form der Symmetrie, bei der die Körperteile von einem zentral gelegenen Punkt ausstrahlen, sodass sich der Körper durch eine unendliche Zahl von Symmetrieachsen durch diesen Punkt in zwei gleiche Hälften teilen lässt (vgl. → Symmetrie)

Kultur, engl. culture

(1) unter kontrollierten Bedingungen im Labor gehaltene Ansammlung von Organismen; (2) das Zusammenspiel aus Wissen, Werkzeuggebrauch, Werten und Regeln, das charakteristisch für die menschliche Gesellschaft ist

kulturelle Evolution, engl. cultural evolution

Erwerb neuer Eigenschaften durch das Erlernen von anderen Individuen

künstliche Befruchtung (assistierte Reproduktion), engl. assisted reproductive technologies (ARTs)

sämtliche Verfahren, bei denen unbefruchtete Eizellen aus den Eierstöcken entnommen und außerhalb des Körpers mit Spermien zusammengebracht werden und anschließend die befruchteten Eizellen oder die Mischung aus Eizellen und Spermien zur weiteren Entwicklung an die entsprechende Stelle im weiblichen Fortpflanzungstrakt verbracht werden

künstliche Besamung, engl. artificial insemination

Behandlung bei Unfruchtbarkeit; Einführung von Spermien in den weiblichen Fortpflanzungstrakt auf künstlichem Weg

künstliche Selektion, engl. artificial selection

die Auslese von Pflanzen und Tieren nach bestimmten erwünschten Merkmalen durch Züchter

Kupffer-Zelle

Phagozyt der Leberkrypten

Kupffer-Zellen

Phagocyten in der Leber. Sie kleiden die Lebersinusoide aus und entfernen Zellabfälle und sterbende Zellen aus dem Blut. Soweit bisher bekannt ist, lösen sie keine Immunreaktionen aus.

kurze Tandemwiederholung (STR), engl. short tandem repeat

eine kurze (1–5 bp umfassende), mäßig repetitive DNA-Sequenz. Die Zahl der STR-Kopien an einer bestimmten Stelle ist individuell unterschiedlich und erblich.

Kurztagpflanzen (KTP), engl. short-day plants (SDP)

Pflanzen, die dann zum Blühen gelangen, wenn die Nächte länger sind als die für diese Pflanzen spezifische kritische Länge (Gegensatz zu → Langtagpflanzen)

Kurzzeitgedächtnis

Das Behalten von Informationen über zurückliegende Ereignisse oder Fakten, die noch nicht in das Langzeitgedächtnis überführt sind.

Kurzzeitgedächtnis, engl. short-term memory

im Gehirn gespeicherte Informationen, die nur für einen kurzen Zeitraum von Sekunden bis Minuten abgerufen werden können (Gegensatz zu → Arbeitsgedächtnis, → Langzeitgedächtnis)

kutanes lymphocytenassoziiertes Antigen (CLA) (cutaneous lymphoid antigen)

Zelloberflächenmolekül, das beim Menschen den Lymphocyten dabei hilft, die Haut gezielt anzusteuern (→ Homing).

Kwashiokor

Energie-Protein-Mangelerkrankung

Kynureninmetaboliten

Unterschiedliche Molekülkomponenten, die durch die Aktivität der Enzyme Indolamin-2,3-Dioxygenase (IDO) oder Tryptophan-2,3-Dioxygenase (TDO) entstehen. Die Enzyme werden von verschiedenen Immunzellen und in der Leber produziert.

Ökokline

→ Kline

Ökologie (von griech. oikos für „Haus“ und logos für „Kunde“), engl. ecology

wissenschaftliche Erforschung der Wechselwirkungen von Organismen mit ihrer belebten (biotischen) und unbelebten (abiotischen) Umwelt

ökologische Effizienz, engl. ecological efficiency

der Gesamtenergietransfer von einer trophischen Ebene zur nächsten, ausgedrückt durch das Verhältnis der Produktion auf Konsumentenebene zur Produktion auf Produzentenebene

ökologische Förderung, engl. ecological facilitation

wenn ein Lebensraum im Zuge einer Sukzession durch eine besiedelnde Art so verändert wird, dass die Besiedlung durch weitere Arten ermöglicht wird (im Gegensatz zur ökologischen Hemmung)

ökologische Nische (von lat. nidus für „Nest“), engl. ecological niche

die Gesamtheit der physikalischen und biologischen Voraussetzungen, die lokal erfüllt sein müssen, damit eine Art überleben, wachsen und sich fortpflanzen kann

ökologische Sukzession, engl. ecological succession

allmähliche, aufeinanderfolgende Veränderungen der Artenzusammensetzung in einem Habitat, oft infolge einer ökologischen Störung

ökologischer Ausgleich, engl. reconciliation ecology

Maßnahmen, die dazu dienen, auf erschlossenen Flächen Raum für eine größere Artenvielfalt zu schaffen

Ökologismus, engl. environmentalism

die Berücksichtigung von ökologischem Wissen sowie ökonomischen, ethischen und vielen anderen Überlegungen bei persönlichen und öffentlichen politischen Entscheidungen, mit dem Ziel eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen und Ökosystemen (in seiner extremen Ausprägung ohne Berücksichtigung des Wohls der Menschen)

Ökosystem, engl. ecosystem

Organismen eines bestimmten Habitats, etwa eines Teiches oder Waldes, im Zusammenspiel mit ihrer physikalischen und chemischen Umwelt

Ökosystembewertung, engl. ecosystem valuation

Bemessung des biophysikalischen und ökonomischen Wertes von Ökosystemleistungen durch den Menschen

Ökosystemforschung, engl. ecosystem science

Zweig der Ökologie, der sich mit dem Energiefluss und den Stoffkreisläufen von Biozönosen befasst

Ökosystemingenieure, engl. ecosystem engineers

Organismen bzw. Arten, die für sich selbst oder andere Arten physikalische Habitatstrukturen bereitstellen, verändern oder aufrechterhalten. Es kann sich dabei auch um → Schlüsselarten oder → Gründerarten handeln.

Ökosystemleistungen, engl. ecosystem services

auch als Ökosystemdienstleistungen bezeichnet; Vorteile, die der Mensch aus Ökosystemen zieht, wie Naturprodukte, erhaltende und regulierende Maßnahmen sowie Erholungswert, ästhetische und geistige Bereicherung