A-Z Navigation
Begriff Erklärung

Makrophage

eine Gruppe der weißen Blutkörperchen (Leukocyten) bei Wirbeltieren; Abwehrzellen; Makrophagen nehmen als professionelle Fresszellen endocytotisch in Tiere eingedrungene Fremdstoffe, -zellen oder -organismen auf und bauen diese lysosomal ab

Makrosmat

Tier mit einem arttypisch stark ausgeprägten Riechvermögen

Markstrang

strangartige Anordnung von Nervenfasern mit diffus eingebetteten neuronalen Perikarya

Massenwirkungsgesetz

Gesetzmäßigkeit, die das Verhältnis der Aktivität bzw. der Konzentration von Produkten und Edukten einer chemischen Reaktion im Gleichgewichtszustand beschreibt

Medulla oblongata

Nachhirn; letzter (fünfter) Abschnitt des Wirbeltiergehirns

Medulla

zweites → Neuropil im Sehsystem von Insekten

Melatonin

vom Tryptophan abgeleitetes → Hormon, das von den Pinealocyten in der → Epiphyse produziert und in die → Zirkulation ausgeschüttet wird und den → circadianen Rhythmus des Körpers dem äußeren Tag-Nacht-Rhythmus anpasst

Membranrezeptor

integrales Membranprotein eukaryotischer Zellen, das eine Bindungsstelle für extrazelluläre Liganden aufweist und nach Ligandenbindung einen Signaltransduktionsvorgang in der Zelle auslöst

Menstruation

periodisch wiederkehrende Erosion der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) im Fortpflanzungszyklus weiblicher Primaten und Menschen

Menstruationszyklus

besondere Ausbildungsform des Fortpflanzungszyklus weiblicher Primaten und Menschen mit rhythmisch auftretenden Blutungen aus dem Uterus (→ Menstruation)

metabolische Depression

hormonell vermittelter Zustand von Tieren, in denen die Umsatzrate im Energie- und Baustoffwechsel sehr stark vermindert ist, zum Beispiel während der → Hibernation oder der → €stivation

Metabolismus

Stoffwechsel

Metabolomik

qualitative und quantitative Erfassung aller Intermediär- und Sekundärstoffwechselprodukte einer Zelle, eines Gewebes oder eines Organismus

metabotroper Rezeptor

Rezeptormolekül in biologischen Membranen, dessen Ligandenbindung zur Aktivierung eines intrazellulären → Enzyms führt, dessen Produkt als → Second Messenger die intrazelluläre → Signaltransduktion vermittelt

Metamorphose

ontogenetischer Prozess bei Tieren, in dessen Verlauf die Umwandlung der Larvenform zum Adultstadium, dem geschlechtsreifen, erwachsenen Tier (der Imago), erfolgt

Metanephridium

typisches Ausscheidungsorgan der Articulata, Mollusca und Tentaculata, das in der Regel in seinem Anfangsteil einen Wimpertrichter aufweist

Metazoa

vielzellige Tiere

Methämoglobin

dysfunktionelles → Hämoglobin mit einem oxidierten Eisenion (Fe3+) im Protoporphyrinring

Micelle

auch: Assoziationskolloid; Aggregat (Assoziat) aus amphiphilen Molekülen, die sich in einem polaren Medium (i. d. R. Wasser) spontan kugelförmig anordnen, sodass die polaren Molekülteile mit dem umgebenden Medium, die apolaren Molekülteile aber nur miteinander interagieren

Mikrosmat

Tier mit einem arttypisch eher gering ausgeprägten Riechvermögen

Mikrotubulus

Struktur des Cytoskeletts von Zellen, bestehend aus röhrenförmig polymerisierten Tubulinen

Mikrovilli

Ausstülpungen der apikalen Plasmamembran polarisierter Epithelzellen, die durch parallel angeordnete Aktinfilamente ausgesteift werden und der Vergrößerung der Zelloberfläche dienen

Mimikry

Nachahmung eines Vorbilds durch eine Tierart zum Zweck der Tarnung

Mitochondrium

in fast allen eukaryotischen Zellen vorkommendes Zellorganell, in dem ATP mittels oxidativer Phosphorylierung regeneriert wird

Mitteldarmdrüse

in verschiedenen Gruppen der Wirbellosen (Mollusca, Crustacea, Arachnida, Asterioidea, Polyplacophora, Gastropoda, Cephalopoda) unabhängig voreinander entstandenes, zentrales Stoffwechselorgan mit Verbindung zum Gastrointestinalsystem; Produktion von Verdauungsenzymen; Hauptresorptionsort für Verdauungsprodukte sowie Speicherorgan für Reservestoffe

Mittellamelle

innere, wasserfreie Zone der biologischen Membran; wird gebildet durch die unpolaren Fettsäurereste der Phospholipide im äußeren und im inneren Blatt der Membran

Modellorganismus

ausgewählte nichtmenschliche Lebewesen, die aufgrund bestimmter €hnlichkeiten in den grundlegenden Körperfunktionen zum Studium eben dieser herangezogen werden, um die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu verallgemeinern und auch auf den Menschen zu übertragen; können im Gegensatz zum Menschen in größerer Individuenzahl gezüchtet und untersucht werden; in der Regel ist das Genom dieser Arten bereits sequenziert und annotiert

molekulare Evolution

entwicklungsgeschichtliche Veränderung von Merkmalen von Lebewesen auf der molekularen Ebene (DNA, RNA, Proteine)

Monomer

Grundeinheit eines biologischen Moleküls, mehrere davon können zum Aufbau multi- oder polymerer Strukturen verbunden werden

monosynaptisch

verbunden über eine → Synapse, direkte synaptische Verbindung

Morphologie

Lehre von der Struktur

Motoneuron

efferente Nervenzelle, die eine bestimmte Muskelzelle eines Tierkörpers innerviert

Mucin

strukturgebender Molekülbestandteil (Glykoprotein) des Schleims

Multienzymkomplex

Aggregat aus mehreren Enzymmolekülen, die Substrate bzw. Produkte untereinander austauschen

Multimer

aus mehreren gleichen oder verschiedenen Grundeinheiten (→ Monomeren) zusammengesetztes biologisches Molekül

Muskelfaszie

derbe Bindegewebsstruktur, die einzelne Muskeln oder Muskelgruppen umhüllt

Mutation

zufällige und ungerichtete Veränderung des Erbguts eines Individuums; findet diese Mutation in Keimbahnzellen statt, kann diese Mutation auch an die Nachkommen des betroffenen Individuums vererbt werden

Myoglobin

intrazelluläres (Muskelzellen), monomeres, sauerstoffspeicherndes Protein mit Hämgruppe bei Vertebraten

Myonem

kontraktile Struktur unbekannter Proteinzusammensetzung in Einzellern mit elongierter Zellform (z. B. Stentor)

Myosin

Motorprotein des Muskels

major basic protein

Matrixprotein von Granula eosinophiler Granulozyten

major histocompatibility complex

Zelloberflächenmolekül zur Antigenpräsentation

Messenger-RNA (mRNA)

Ein Molekül, das aus vier Nucleotiden besteht und die genetische Information für den Zusammenbau eines Proteins aus dem Kern in das Cytoplasma überträgt.

Microfold-Zelle

Antigen-Transferzelle der Darmbarriere

missing self

Verlust der Zelloberflächenmoleküle, die mit den inhibitorischen Rezeptoren der NK-Zellen interagieren, sodass es zu einer Aktivierung der NK-Zellen kommt.

motheaten

Mutation in der SHP-1-Phosphatase, wodurch die Funktion einiger inhibitorischer Rezeptoren gestört ist, etwa von Ly49. Das führt zu einer übermäßigen Aktivierung bestimmter Zellen, beispielsweise der NK-Zellen. Mäuse mit dieser Mutation sehen aufgrund der chronischen Entzündung aus, als seien sie von Motten angefressen.

Multiple-Trace-Modell der Gedächtniskonsolidierung

Eine Alternative zum Standardmodell der Gedächtniskonsolidierung, dem zufolge der Hippocampus zusammen mit dem Neocortex unbefristet an der Gedächtnisspeicherung beteiligt ist. Nach diesem Modell wird jedes Mal, wenn eine episodische Erinnerung in neuem Kontext abgerufen wird, eine zusätzliche neue Gedächtnisspur angelegt.

M-Phase, engl. M phase

Zeitraum des Zellzyklus, in dem die Mitose stattfindet

M-Typ-Ganglienzelle

Ein Typ von Ganglienzellen in der Netzhaut, der durch einen großen Zellkörper und einen Dendritenbaum, eine transiente Reaktion auf Licht und eine fehlende Empfindlichkeit für unterschiedliche Wellenlängen gekennzeichnet ist; auch als M-Zelle bezeichnet.

M-Zellen

Spezialisierte Epithelzellen im Darmepithel oberhalb der Peyer-Plaques. Durch die M-Zellen gelangen Antigene und Krankheitserreger in den Darm.

M-Zellen (Mikrofaltenzellen)

Spezialisierte Epithelzellen im Darmepithel in den Peyer-Plaques, durch die Antigene und Krankheitserreger aus dem Darm in den Körper gelangen.

M1

Primärer Motorcortex, Areal 4. Auch als primäre motorische Rinde bezeichnet.

M1-Makrophagen

Gelegentlich verwendete Bezeichnung für die "klassischen" aktivierten Makrophagen, die sich im Zusammenhang mit Typ-1-Reaktionen entwickeln. Sie besitzen proinflammatorische Eigenschaften.

M2-Makrophagen

Gelegentlich verwendete Bezeichnung für die "alternativen" aktivierten Makrophagen, die sich im Zusammenhang mit Typ-2-Reaktionen entwickeln (etwa bei einer Infektion mit Parasiten). Sie unterstützen den Wiederaufbau und die Reparatur des Gewebes.

Machtmotiv

Beim Machtmotiv handelt es sich um das Bedürfnis, körperlichen, psychischen oder emotionalen Einfluss auf andere Personen auszuüben.

MAdCAM-1

Mucosales Zelladhäsionsmolekül 1, ein mucosales Adressin, das von den Oberflächenproteinen → L-Selektin und VLA-4 der Lymphocyten erkannt wird. Es ermöglicht das → Homing der Lymphocyten in → mucosaassoziierte lymphatische Gewebe.

MADS-Box, engl. MADS box

während der Entwicklung aktive, DNA-bindende Domäne bei vielen pflanzlichen Transkriptionsfaktoren

Magen, engl. stomach

Hohlorgan aus Muskelgewebe und einer Schleimhaut, das die Nahrung für den weiteren Verdau im Darm vorbereitet

Magengrübchen, engl. gastric pits

tiefe Einfaltungen in der Magenwand, die mit exokrinen Drüsen ausgekleidet sind

Magnetenzephalografie

Methode zur Messung der vom Gehirn erzeugten elektrischen Aktivität. Aufgezeichnet wird diese durch Erfassung der damit assoziierten Magnetfeldschwankungen mit Sensoren rund um den Kopf.

Magnozelluläre CGL-Schicht

Eine Schicht des Corpus geniculatum laterale, die Eingänge von M-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut erhält.

Magnozelluläre neurosekretorische Zelle

Ein großes Neuron des periventrikulären und supraoptischen Kerns des Hypothalamus, das in den Hypophysenhinterlappen zieht und Oxytocin bzw. Adiuretin in das Blut sezerniert.

Magnozellulärer Pfad

Eine Bahn für die Verarbeitung visueller Information, die in den M-Typ-Ganglienzellen der Netzhaut beginnt und in die Schicht IVB der primären Sehrinde reicht; vermutlich an der Verarbeitung von Informationen der Objektbewegung und der motorischen Aktivitäten beteiligt.

Maintenance-Methylase, engl. maintenance methylase

Enzym, das bei der DNA-Replikation die Methylierung des neuen DNA-Strangs katalysiert

MAIT-Zellen

Mucosaassoziierte invariante T-Zellen.

Makroautophagie

Aufnahme von großen Mengen des zelleigenen Cytoplasmas in die Lysosomen, wo es abgebaut wird.

Makroevolution (von griech. makros für „groß“, „lang“), engl. macroevolution

evolutionäre Veränderungen, die über einen langen Zeitraum erfolgen und gewöhnlich die Veränderung vieler Merkmale umfassen; Entwicklung großer systematischer Gruppen (Gegensatz zu → Mikroevolution)

Makroglia, engl. macroglia

nichtneuronale Zellen des zentralen und peripheren Nervensystems; haben homöostatische Funktion für Neuronen, modulieren synaptische Verbindungen, bilden die Myelinscheiden von Axonen sowie die Blut-Hirn- bzw. die Blut-Rückenmark-Schranke

Makromoleküle, engl. macromolecules

sehr große, polymere organische Moleküle (Molekülmasse > 1000) wie Proteine, Polysaccharide und Nucleinsäuren. Auch Lipide gehören dazu, obwohl die einzelnen Lipidmoleküle relativ klein sind – sie bilden jedoch durch hydrophobe Wechselwirkung sehr große Strukturen.

Makronährelemente, engl. macronutrients

von Organismen in großen Mengen benötigte chemische Elemente – bei Pflanzen mindestens 1 mg=g pflanzlicher Trockenmasse (Gegensatz zu → Mikronährelemente)

Makronukleus

Quelle: Genetik

Vegetativer Kern der Ciliata (S. 367).

Makroparasiten, engl. macroparasites

relativ große, parasitisch lebende Arten wie Flöhe, Läuse, Saugwürmer, Bandwürmer oder Fadenwürmer (Gegensatz zu → Mikroparasiten)

Makrophagen

Große, einkernige, phagocytierende Zellen, die in den meisten Geweben vorkommen und viele Funktionen besitzen, etwa als Scavenger-Zellen (Fresszellen), Erkennungszellen für Krankheitserreger sowie als Quelle für proinflammatorische Cytokine. Makrophagen entstehen sowohl während der Embryonalpahase als auch aus Vorläuferzellen im Knochenmark während des gesamten Lebens.

Makrophagen mit anfärbbarem Zellkörper

Phagocyten, die apoptotische B-Zellen aufnehmen. Während des Höhepunkts der Immunantwort kommen solche B-Zellen in den Keimzentren sehr häufig vor.

Makrophagen, engl. macrophages

Phagocyten, die durch Endocytose Pathogene aufnehmen

Makropinocytose

Ein Vorgang, bei dem große Mengen an extrazellulärer Flüssigkeit in ein intrazelluläres Vesikel aufgenommen werden. Dies ist eine Möglichkeit für dendritische Zellen, aus der Umgebung viele Antigene aufzunehmen.

Makrosporen

Quelle: Genetik

Weibliche Geschlechtszellen der Pflanzen (S. 195).

Makula (gelber Fleck)

(1) Im Auge der gelbliche Fleck in derMitte der Netzhaut, mit relativ wenigen großen Blutgefäßen; enthält die Fovea. (2) Im Ohr ein sensorisches Epithel im Otolithenapparat, dessen Haarzellen die Neigung des Kopfes und die Beschleunigung übertragen.

MAL

Adaptorprotein, das bei Signalen von TLR-2:TLR-1, TLR-6:TLR-2 und TLR-4 mit MyD88 assoziiert.

Malabsorption

unphysiologische Nährstoffaufnahme im Darm

maligner Tumor, engl. malignant tumor

bösartiger Tumor; ein unbegrenzt wachsender Tumor, der Tochtergeschwulste auch in anderen entfernten Teilen des Körpers bilden kann (Gegensatz zu → benigner Tumor)

malignes Gewebe

zerstörerisches Tumorgewebe

Malleus

→ Hammer

Malpighi-Gefäß, engl. Malpighian tubule

auf Sekretion spezialisiertes, schlauchförmiges Exkretionsorgan bei Insekten, das in den Darm mündet

MALT

→ mucosaassoziierte lymphatische Gewebe

Malus domestica – Apfel

Rosaceae

Mandeln

→ Gaumenmandeln, → Zungenmandeln

Mandibeln, engl. mandibles

die beißende Komponenten der Mundwerkzeuge von Arthropoden der Gruppe der Mandibulata

Mangelerkrankung, engl. deficiency disease

eine durch einen chronischen Mangel an einem essenziellen Nährstoff oder einem Vitamin hervorgerufene Krankheit (z. B. Skorbut und Beriberi)

Mangelernährung, engl. malnutrition

durch einen Mangel an einem essenziellen Nährstoff verursachter Zustand

Manie

Eine überhöhte gereizte Stimmung, die für eine bipolare Störung charakteristisch ist.

mannosebindendes Lektin (MBL)

Mannosebindendes Protein im Blut. Es kann Krankheitserreger opsonisieren, die Mannosereste auf ihrer Oberfläche tragen, und das → Komplementsystem über den Lektinweg aktivieren, der ein wichtiger Teil der → angeborenen Immunität ist.

Mannoserezeptor (MR)

Rezeptor auf Makrophagen, der für mannosehaltige Kohlenhydrate spezifisch ist, die auf der Oberfläche von Krankheitserregern, nicht aber auf Körperzellen vorkommen.

Mantel (Pallium), engl. mantle

dorsaler Körperteil von Mollusken, der die Schale absondert und eine Mantelhöhle bildet; diese übernimmt verschiedene spezialisierte Funktionen, insbesondere als Atemhöhle

Mantelzone

Schicht aus B-Lymphocyten, die die → Lymphfollikel umgibt.

Mantoux-Test

Ein Screening-Test für Tuberkulose, bei dem ein sterilfiltrierter Glycerinextrakt von Mycobacterium tuberculosis-Bakterien in die Haut injiziert wird und das Ergebnis 48–72 h danach erkennbar ist. Eine Verhärtung beziehungsweise harte Schwellung durch Entzündungszellen, die in die Haut einwandern, deutet auf einen früheren Kontakt mit den Bakterien hin, entweder aufgrund einer früheren Impfung oder einer akuten Infektion mit M. tuberculosis. Allgemein gilt, wenn die Verhärtung an der Injektionsstelle größer ist als 10 mm im Durchmesser, sollten weitere Tests durchgeführt werden, um festzustellen, ob eine Tuberkuloseinfektion vorliegt.

MAP-Kinasen (MAPKs)

→ mitogenaktivierte Proteinkinasen

Marasmus

Energie-Protein-Mangelerkrankung

Marchantia sp.

Marchantiophytina, Streptophyta

MARCO (Makrophagenrezeptor mit Kollagenstruktur)

→ Scavenger-Rezeptoren

Maresine

Entzündungenauflösender Lipidmediator

marin (von lat. mare für „Meer“), engl. marine

das Meer betreffend oder im Meer lebend (Gegensatz zu → limnisch, → terrestrisch)

Mark

Parenchym im Zentrum von Sprossachse bzw. Wurzel. > Gewebe, > Sprossachse

Mark, engl. pith

relativ unspezialisiertes Gewebe bei Pflanzen, das im Leitbündelzylinder liegt (bei Tieren → Medulla)

Marker, engl. marker

(1) Gen, das phänotypisch leicht zu erkennen ist und das gleichzeitige Vorhandensein eines anderen Gens, DNA-Segments oder Chromosomenfragments anzeigt; (2) Größenmarker in der → Elektrophorese (DNA-Fragmente beziehungsweise Proteine bekannter Größe)

Marker, genetischer

Quelle: Genetik

Jedes polymorphe, mendelnde Merkmal, das dafür geeignet ist, in einem Stammbaum einen chromosomalen Abschnitt zu verfolgen. Genetische Marker werden auch zur Analyse von Kopplung verwendet.

Markerlocus

Ein polymorpher Locus, der nicht direktes Ziel unserer Forschung ist, sondern dazu dient, andere Zusammenhänge aufzudecken (z. B. Verwandtschaft, Kopplung zu benachbarten Genen). Bei Kopplungsanalysen muss zusätzlich die Position des Markerlocus im Genom bekannt sein.

Markersystem

Auswahl von Markerloci (> G) für eine Studie.

Markstrahl

"im Spross horizontal verlaufender Zellstrang, der von Rinde bzw. vom Bast (Baststrahl) ins Holz (Holzstrahl) und Mark zieht; primäre Markstrahlen verbinden Rinde und Mark, sekundäre Markstrahlen enden im Holz; dient der Stoffspeicherung und dem horizontalen Wassertransport. > Spross"

Markstrahlen, engl. vascular rays

die radial verlaufenden, vom faszikulären Kambium gebildeten Gewebsstränge, die Solute in lateraler Richtung zwischen Holz und Phloem transportieren

Marr-Albus-Theorie des motorischen Lernens

Eine Theorie, die besagt, dass Synapsen zwischen Parallelfasern und Purkinje-Zellen modifiziert werden, wenn ihre Aktivität zeitlich mit der der Kletterfaser zusammentrifft.

mäßig repetitive Sequenzen, engl. moderately repetitive sequences

kurze DNA-Sequenzen, die im Genom von Eukaryoten in 100-oder 1000-facher Kopie vorhanden sind; umfassen die rRNA und tRNA-codierenden Gene sowie die DNA in den Telomeren

Masse, engl. mass

quantitatives Maß für die Menge vorliegender Materie; je größer die Masse, desto größer ist die Menge an Materie

Massenaussterben, engl. mass extinction

Perioden der Erdgeschichte, in denen die Aussterberate von Organismenarten weitaus höher ist als in anderen Zeiträumen

Massenstrom, engl. bulk flow

die Bewegung einer Lösung von einem Bereich mit einem höheren Druckpotenzial in einen Bereich mit niedrigerem Druckpotenzial

Massentransport, engl. bulk transport

auch als Solvent drag bezeichnet; Transportmechanismus, bei dem Solute durch einen Flüssigkeitsstrom fortbewegt werden, beispielsweise im Blutstrom oder wenn dieser im Kapillarnetz Flüssigkeit mitsamt Soluten in das Interstitium presst

Massenvermehrung, engl. outbreak

rasche Zunahme der Populationsdichte; häufig gefolgt von umfangreichen Abwanderungen (Emigrationen); im Zusammenhang mit der menschlichen Bevölkerung als Bevölkerungsexplosion bezeichnet

Massenwirkungsgesetz, engl. law of mass action

das Mengenverhältnis der Reaktionspartner und Produkte einer chemischen Reaktion im Gleichgewichtszustand

Massenzahl, engl. mass number

die Summe der Anzahl von Protonen und Neutronen in einem Atomkern

Mastocytose

Überproduktion von Mastzellen.

Mastzellen

Große Zellen mit vielen Granula, die über den ganzen Körper verteilt im Bindegewebe vorkommen. Am häufigsten findet man sie in der Submucosa und der Oberhaut. In ihren Granula sind bioaktive Moleküle gespeichert, wie die vasoaktive Substanz Histamin, die bei Aktivierung der Mastzellen freigesetzt werden. Mastzellen wirken wahrscheinlich bei der Abwehr von Parasiten mit und sie spielen eine entscheidende Rolle bei allergischen Reaktionen.

Mastzellen, engl. mast cells

typischerweise im Bindegewebe von Wirbeltieren vorkommende Zellen; können als Reaktion auf die Schädigung von Geweben Histamine ausschütten

maternale Vererbung

Die genetische Information, die bei sexuell reproduzierenden Organismen ausschließlich vom weiblichen Geschlecht weitergeben wird.

maternale Vererbung, engl. maternal inheritance

auch als cytoplasmatische Vererbung bezeichnet; Vererbung, bei der ausschließlich der mütterliche Phänotyp ausgeprägt wird. Mitochondrien und Chloroplasten werden über das Cytoplasma der Eizelle vererbt.

Maternaleffektgene (Eipolaritätsgene), engl. maternal effect genes

Gene, die bei den Nachkommen zu einem Mutantenphänotyp führen, wenn sie bei der Mutter mutiert vorliegen – selbst dann, wenn das gesunde Gen vom Vater ererbt wurde; codieren Morphogene, welche die Polarität von Eiern und Larven bei Taufliegen festlegen; Teil einer Entwicklungskaskade, an der Lückengene, Paarregelgene, Segmentpolaritätsgene und Hox-Gene beteiligt sind

Maternaler Effekt

Quelle: Genetik

(lat. mater, Mutter) Einfluss des mütterlichen Genoms auf den Phänotyp der Nachkommen.

Matrize, engl. template

ein Muster; in der Biologie zum Beispiel ein DNA-Strang, an der ein komplementärer Strang synthetisiert wird, wie bei der DNA-Replikation

MAVS (mitochondriales antivirales Signalprotein)

Adaptorprotein mit CARD-Domäne, das an der äußeren Mitochondrienmembran verankert ist und Signale an RIG-I und MDA-5 sendet, sodass als Reaktion auf eine Virusuínfektion IRF3 und NFκB aktiviert werden.

Maximum-likelihood-Methode

Statistische Methode, um aus einem Datensatz optimale Größen zu schätzen, die einen Zusammenhang zwischen Beobachtung und Modellvorstellung erklären (z. B. Mittelwerte).

Maximum-Likelihood-Methode, engl. maximum likelihood

statistische Methode, mit der man abschätzen kann, welche von zwei oder mehr Hypothesen (z. B. Stammbaumvarianten) am besten mit den beobachteten Daten übereinstimmt – vorausgesetzt, die Daten wurden nach einem eindeutigen Modell gewonnen

MBL

→ mannosebindendes Lektin

MBL-assoziierte Serinproteasen

Serinproteasen (MASP-1, MASP-2, MASP-3) des klassischen und des Lektinwegs der Komplementaktivierung; sie binden an C1q, Ficoline und das mannosebindende Lektin und spalten in ihrer aktiven Form C4.

MBL-assoziierte Serinproteasen

Initiationsenzym des Komplementsystems

MD-2

Akzessorisches Protein für die TLR-4-Aktivität.

MDA-5 (melanoma differentiation-associated 5)

Dieses Protein enthält, vergleichbar mit RIG-I, eine RNA-Helikase-ähnliche Domäne und erkennt doppelsträngige RNA, die durch eine intrazelluläre Virusinfektion freigesetztwerden kann. MDA-5 wird auch als Helicard bezeichnet.

MDSCs (myeloid-derived suppressor cells)

Zellen in Tumoren, welche die Aktivierung von T-Zellen innerhalb des Tumors blockieren können.

mechanisch gesteuerter Kanal, engl. mechanically gated channel

in die Plasmamembran integrierter molekularer Kanal, der sich aufgrund mechanischer Kräfte, welche auf die Membran einwirken, öffnet oder schließt

Mechanorezeptor

Jede sensorische Rezeptorzelle, die selektiv für einen mechanischen Reiz ist, wie die Haarzellen im Innenohr, verschiedene Rezeptoren in der Haut und Dehnungsrezeptoren des Skelettmuskels.

Mechanorezeptoren, engl. mechanoreceptors

Sinneszellen, die physikalische Bewegungen (durch Druck, Zug, Berührung, Schall) wahrnehmen und mit der Erzeugung von Aktionspotenzialen reagieren

Medial

Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Mittellinie gelegen.

Mediales Vorderhirnbündel (Fasciculus telencephalicus medialis)

Ein großes Axonbündel, das durch den Hypothalamus zieht und sowohl Efferenzen von dopaminergen, noradrenergen und serotonergen Neuronen zum Hirnstamm leitet, als auch Fasern enthält, die den Hypothalamus, limbische Strukturen und Regionen der Mittelhirnhaube miteinander verbinden.

Median, engl. median

auch als Zentralwert bezeichnet; der mittlere Wert, bei dem es eine gleiche Zahl größerer und kleinerer Messwerte in einer Stichprobe gibt

Mediansagittalebene

Eine anatomische Schnittebene durch die Mittellinie, die senkrecht zum Boden verläuft. Ein Schnitt durch die Mediansagittalebene teilt das Nervensystem in eine rechte und eine linke Hälfte.

Mediatorvariable

Eine Mediatorvariable (Z) ist eine Drittvariable, von der angenommen wird, dass sie den Zusammenhang (Effekt) zwischen einer Variable (X) und einer Variable (Y) vermittelt.

Medulla

Kernbereich des Lymphknotens

Medulla (Mark)

Der zentrale oder zusammenführende Bereich eines Organs. Als Thymusmedulla bezeichnet man die zentrale Region eines Thymuslappens oder Lobulus. Sie enthält zahlreiche antigenpräsentierende Zellen, die aus dem Knochenmark stammen, sowie Zellen aus dem abgegrenzten medullären Epithel. In der Medulla eines Lymphknotens sind Makrophagen und Plasmazellen konzentriert, da hier die Lymphe auf ihrem Weg zu den efferenten Lymphgefäßen hindurchfließt.

Medulla oblongata

Der Teil des Rautenhirns, der caudal zur Brücke und zum Kleinhirn liegt. Auch als Medulla bezeichnet.

Medulla spinalis

Rückenmark.

Medulla, engl. medulla

(1) Mark; innerster Bereich eines Organs, zum Beispiel das Nebennierenmark (der Nebenniere) oder das innere Mark der Nieren; (2) Medulla oblongata, das verlängerte Mark; unmittelbar an das Rückenmark anschließender Teil des Rautenhirns

Medullärer Reticulospinaltrakt

Eine Bahn, die in der Formatio reticularis der Medulla entspringt und im Rückenmark endet; beteiligt an der Bewegungskontrolle.

Meduse, engl. medusa (Plural: medusae)

sich meist geschlechtlich fortpflanzendes, frei schwimmendes Lebensstadium im Generationswechsel von Nesseltieren, das wie eine Glocke oder ein Schirm geformt und auch als Qualle bekannt ist (Gegensatz zu → Polyp)

Meereswirbel, engl. ocean gyres

große, zirkuläre Meeresströmungen, die aufgrund der vorherrschenden Winde und der Erdrotation entstehen

Megagametophyt, engl. megagametophyte

der weibliche Gametophyt heterosporer Pflanzen, der ausschließlich Eizellen produziert (Gegensatz zu → Mikrogametophyt)

Megakaryocyten, engl. megakaryocytes

Knochenmarkszellen, welche die Thrombocyten (Blutplättchen) bilden

Megaphylle (Makrophylle), engl. megaphylls

die im Allgemeinen großen Blätter von Farnen, Schachtelhalmen und Samenpflanzen mit wenigen bis vielen Blattadern (Gegensatz zu → Mikrophylle)

Megasporangien, engl. megasporangia

die Strukturen von Pflanzen, die → Megasporen tragen

Megasporen (von griech. megas für „groß“ und spora für „Same“), engl. megaspores

haploide Sporen von Pflanzen, die weibliche Gametophyten hervorbringen (Gegensatz zu → Mikrosporen)

Megastrobilus, engl. megastrobilus

bei Koniferen der weibliche Zapfen (Gegensatz zu → Mikrostrobilus; vgl. → Strobilus)

Mehlkörper

"Nährgewebe der Karyopse; reich an Amyloplasten bzw. Stärkekörnern. > Karyopse"

Meiose

Sexuell reproduzierende Eukaryoten bilden Gameten (> G, Eizellen, Spermien bzw. Pollen), nach deren Verschmelzung sich ein neues Individuum entwickelt. Die Meiose garantiert, dass der genetische Informationsumfang der Eltern und ihrer Nachkommenschaft (bis auf Mutationen) konstant bleibt.

Meiose

chromosomale Reduktionsteilung

Meiose

Quelle: Genetik

Zellteilungen, die zur Bildung haploider Keimzellen führen (früher auch oft als »Reduktionsteilung« bezeichnet) (S. 236).

Meiose (von griech. meiosis für „Verringerung“), engl. meiosis

Teilung eines diploiden Zellkerns, wobei vier haploide Tochterzellen entstehen. Der Vorgang beinhaltet zwei nacheinander ablaufende Kernteilungen bei nur einer Chromosomenreplikation. Bei der ersten meiotischen Teilung (Reduktionsteilung, Meiose I) werden die homologen Chromosomen voneinander getrennt, die Chromatiden bleiben aber beisammen. Die zweite meiotische Teilung (Äquationsteilung, Meiose II) ähnelt der Mitose, doch werden dabei die Chromatiden voneinander getrennt.

Meissner-Körperchen, engl. Meissner’s corpuscles

schnell adaptierende Mechanorezeptoren der Haut, die empfindlich auf leichte Berührung und Vibrationen reagieren; finden sich vor allem in nicht behaarten Hautbereichen und liefern kontinuierlich Informationen über Veränderungen von Dingen, die mit der Haut in Berührung kommen

Meisterkontrollgene (Hauptkontrollgene), engl. master control genes

Gene, die grundlegende Entscheidungen in der Entwicklung steuern

MEK1

MAP-Kinase im Raf/MEK1/Erk-MAP-Modul, das zu einem Signalweg in den Lymphocyten gehört, der schließlich zur Aktivierung des Transkriptionsfaktors AP-1 führt.

melanocytenstimulierendes Hormon (MSH), engl. melanocyte-stimulating hormone

auch alsMelanotropin bezeichnet; ein Peptidhormon der Hypophyse, das die Melanocyten zur Produktion des Pigments Melanin anregt

melanomassoziierte Antigene (MAGEs)

Heterogene Gruppe von Proteinen mit einer Reihe unbekannter Funktionen, die nur von Tumoren (beispielsweise von Melanomen) oder von Keimzellen in den Hoden exprimiert werden.

Melatonin, engl. melatonin

von der Epiphyse (Zirbeldrüse) sezerniertes Hormon, das beim Photoperiodismus und der circadianen Rhythmik eine Rolle spielt

Membran

→ Biomembran

membranangreifender Komplex (MAC) (membrane-attack complex)

Proteinkomplex aus C5b bis C9, der in der Zellmembran von Krankheitserregern eine membrandurchspannende hydrophile Pore bildet, was zur Lyse der Zelle führt.

membranassoziiertes Ringfingerprotein (C3HC4) 1, MARCH-1

Eine E3-Ligase, die von B-Zellen, dendritischen Zellen und Makrophagen exprimiert wird. Sie induziert den konstitutiven Abbau von MHC-Klasse-II-Molekülen und reguliert so deren Expression, die sich in einem Fließgleichgewicht befindet.

Membrancofaktor der Proteolyse (MCP oder CD46)

Komplementregulatorisches Protein beziehungsweise Membranprotein der Körperzellen, das zusammen mit Faktor I das C3b-Protein in die inaktive Form iC3b spaltet und so die Bildung der Konvertase verhindert.

Membranimmunglobulin (mIg)

Transmembranimmunglobulin der B-Zellen, der B-Zell-Rezeptor für ein Antigen.

Membranpotenzial

Die Spannung über einer Zellmembran; dargestellt durch das Symbol Vm.

Membranpotenzial (Donnan-Potenzial), engl. membrane potential

durch ungleiche Verteilung von Ionen in Cytoplasma und Extrazellulärflüssigkeit entstandene unterschiedliche Ladung an der Außen- und der Innenseite der Plasmamembran (vgl. → Ruhepotenzial)

Membranrezeptor, engl. membrane receptor

in die Plasmamembran eingebautes Rezeptorprotein, das seinen Liganden an der Außenseite der Zelle bindet (Gegensatz zu → intrazellulärer Rezeptor)

Membranwiderstand

Der Widerstand für das Fließen von elektrischem Strom über eine Membran; dargestellt durch das Symbol rm.

Mendel-Regeln, engl. Mendel’s laws

von Gregor Mendel entwickelte Vererbungsregeln: erste Mendel-Regel → Uniformitätsregel, zweite Mendel-Regel → Spaltungsregel, dritte Mendel-Regel → Unabhängigkeitsregel

Mendel’sche Population, engl. Mendelian population

eine Gemeinschaft sich sexuell fortpflanzender Individuen, die einen gemeinsamen Genpool besitzen und zwischen denen es lokal begrenzt zu Kreuzungen kommt

Meningen

Siehe Hirnhäute.

Menopause, engl. menopause

das Ende der fruchtbaren Phase und des Menstruationszyklus bei Frauen

Menstruation, engl. menstruation

die periodische Blutung bei Frauen; der Prozess, durch den die Gebärmutterschleimhaut abgebaut und das abgestoßene Gewebe zusammen mit Blut ausgeschieden wird

Menstruationszyklus

Bei Primaten der weibliche Reproduktionszyklus.

Menstruationszyklus, engl. menstrual cycle

der dem Ovarialzyklus parallel verlaufende, monatliche Zyklus im Uterus des weiblichen Menschen, in dessen Verlauf die Schleimhaut auf die Einnistung der Blastocyste vorbereitet wird (Gegensatz zu → Ovarialzyklus)

Mentales Training

„Mentales Training ist das planmäßig wiederholte, bewusste Sich-Vorstellen einer sportlichen Handlung ohne deren gleichzeitige praktische Ausführung“ (Eberspächer 2007, S. 70).

Mentales Training

Mentales Training meint das planmäßig wiederholte und bewusste Sich-vorstellen von Bewegungsabläufen ohne deren tatsächliche Ausführung.

Meristem

"Gewebe, das aus teilungsaktiven Zellen besteht; das primäre Meristem ist schon im Embryo aktiv, das sekundäre Meristem entsteht durch Remeristematisierung aus Dauerzellen. > Apikalmeristem, > Gewebetyp, > Meristemoid"

Meristem

Quelle: Genetik

Zellbereiche in Pflanzen, die zur kontinuierlichen Zellteilung befähigt sind.

Meristem (von griech. meristos für „geteilt“), engl. meristem

pflanzliches Gewebe aus undifferenzierten und sich aktiv teilenden Zellen

Meristemidentitätsgene, engl. meristem identity genes

Gruppe von Genen bei Angiospermen, deren Expression die Blütenbildung anregt, wahrscheinlich indem sie Meristemzellen mit vegetativem Schicksal in reproduktive Zellen umwandeln

Meristemkultur, engl. meristem culture

eine Methode zur ungeschlechtlichen Vermehrung von Pflanzen. Dazu werden Stücke des Apikalmeristems von Sprossen kultiviert und daraus neue Pflänzchen gezogen.

Meristemoid

begrenzte Zahl teilungsaktiver Zellen, die in der Regel aus einer durch Remeristematisierung wieder teilungsaktiv gewordenen Ausgangszelle entstanden ist. > Meristem

Merkel-Scheiben, engl. Merkel’s discs

langsam adaptierende Mechanorezeptoren der Haut, die kontinuierlich Information darüber liefern, ob irgendetwas mit der Haut in Berührung kommt

Merkmal, engl. character

in der Genetik eine erkennbare Eigenschaft, zum Beispiel die Augenfarbe (Gegensatz zu → Merkmalsform)

Merkmalsausprägung

→ Merkmalsform

Merkmalsform (Merkmalsausprägung), engl. trait

eine mögliche Ausprägung eines Merkmals; die Augenfarbe ist ein Merkmal, braune und blaue Augen sind Merkmalsformen dieses Merkmals (Gegensatz zu → Merkmal)

Merkmalsverschiebung, engl. character displacement

das evolutionäre Phänomen, dass zwei nah miteinander verwandte Arten, die gemeinsam um dieselben Ressourcen konkurrieren, tendenziell Unterschiede in der Morphologie, der Physiologie oder im Verhalten entwickeln

meroblastische Furchung, engl. incomplete cleavage

partielle Furchung; Furchungstyp vieler dotterreicher Eizellen, bei dem die Furchen nicht durchgehend sind (vgl. → discoidale Furchung, → superfizielle Furchung; Gegensatz zu → holoblastische Furchung)

Merodiploid

Quelle: Genetik

Partiell diploider genetischer Zustand von Bakterien (S. 121).

Meroistisch

Quelle: Genetik

Bestimmter Typ von Insektenovarien. Besteht aus Keimzellen und davon abgeleiteten Nährzellen (S. 546).

Mesencephalon

Siehe Mittelhirn.

Mesencephalon

→ Mittelhirn

Mesenchym (von griech. mesos für „mitten“ und enchyma für „das Eingegossene“), engl. mesenchyma

aus dem Mesoderm hervorgegangene embryonale oder unspezialisierte Zellen

mesenteriale Lymphknoten

Lymphknoten im Bindegewebe, das den Darm an der rückseitigen Wand des Abdomens befestigt. Sie entleeren die → darmassoziierten lymphatischen Gewebe (GALT).

Mesoderm (von griech. derma für „Haut“), engl. mesoderm

mittleres Keimblatt; mittlere der drei embryonalen Zellschichten, die während der Gastrulation entstehen. Aus dem Mesoderm bilden sich Skelett, Blutgefäßsystem, Muskeln, Exkretionsorgane und der größte Teil der Fortpflanzungsorgane. (Gegensatz zu → Ektoderm, → Entoderm)

Mesogloea (von griech. mesos für „mittel“ und gloia für „Kleber“), engl. mesoglea

dicke, azelluläre Gallertschicht, welche die beiden Epithelschichten von Rippenquallen (Ctenophora) und Nesseltieren (Cnidaria) voneinander trennt

Mesomerie (resonance)

Modellvorstellung, nach der sich Teile eines Moleküls mit einer oder mehreren delokalisierten Doppelbindungen in einem Zustand zwischen zwei extremen Grenzstrukturen befinden. Die Struktur kann nicht mit herkömmlichen Formeln wiedergegeben werden. Stattdessen werden die Grenzstrukturen gezeichnet und durch den Mesomeriepfeil miteinander verknüpft.

Mesophyll

"Gewebe zwischen oberer und unterer Epidermis eines Blattes; besteht überwiegend aus chloroplastenhaltigen Zellen. > Palisadenparenchym, > Schwammparenchym"

Mesophyll (von griech. mesos für „mitten“ und phyllon für „Blatt“), engl. mesophyll

die Gesamtheit der Mesophyllzellen eines Blattes; chloroplastenhaltiges, photosynthetisch aktives Gewebe im Inneren von Blättern

Mesosomen (von griech. soma für „Körper“), engl. mesosomes

Einfaltungen in der Plasmamembran von Bakterien

Messenger-RNA (mRNA), engl. messenger RNA

Transkriptionsprodukt von einem Abschnitt der beiden DNA-Stränge; enthält Informationen (als Sequenz von Codons) für die Synthese eines Polypeptids (im Fall einer Prä-mRNA möglicherweise auch von mehreren Polypeptiden)

messenger-RNA, mRNA

Die komplementäre Abschrift eines Gens (> Transkription), die in eine Aminosäurekette übersetzt wird (> Translation). Die Abkürzung mRNA ist von „messenger-RNA“.

Metaanalyse

Eine Metaanalyse ist ein auf einer systematischen Literaturübersicht aufbauendes statistisches Verfahren, bei dem die Ergebnisse der einbezogenen Einzelstudien auch quantitativ zu einem Gesamtergebnis zusammengefasst werden und die Bestimmung der Effektgröße über alle eingeschlossenen Studien hinweg erfolgt (Kunz et al. 2009).

metabolische Kompensation, engl. metabolic compensation

Veränderungen in den Stoffwechseleigenschaften eines Organismus, die ihn unempfindlicher für Temperaturänderungen werden lassen ( → Akklimatisation)

Metabolisches Syndrom-X

Sammelbegriff für Stoffwechselerkrankungen bei Fettleibigkeit

Metabolismus (metabolism)

Stoffwechsel, bei dem Substanzen als Bausteine für eigenes Material und zur Energiegewinnung aufgenommen, umgewandelt und ausgeschieden werden.

Metabolismus (von griech. metabole für „verändern“), engl. metabolism

auch als Stoffwechsel bezeichnet; die Gesamtsumme aller in einem Organismus ablaufenden, chemischen Reaktionen bzw. ein Teilbereich daraus, zum Beispiel der Energiestoffwechsel

Metabolit

Stoffwechselprodukt, das aus einer Reaktion entsteht.

Metaboliten, engl. metabolites

Zwischenprodukte des Stoffwechsels ( → Metabolismus)

Metabolom, engl. metabolome

die qualitative und quantitative Beschreibung aller Stoffwechselmetaboliten einer Zelle oder eines Organismus zu einem bestimmten Zeitpunkt

Metabotroper Rezeptor

Ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, dessen hauptsächliche Funktion darin besteht, eine intrazelluläre biochemische Reaktion zu stimulieren.

metabotroper Rezeptor, engl. metabotropic receptor

Rezeptor, der durch Vereinigung mit seinem Liganden indirekt die Permeabilität der Membran für einen bestimmten Ionentyp verändert

metagame Isolationsmechanismen

→ postzygotische Isolationsmechanismen

Metagenomik, engl. metagenomics

auch Umweltgenomik genannt; die Durchführung von DNA-Analysen an Umweltproben, um die Gesamtheit der Mikroorganismen eines Lebensraums zu erfassen, ohne dabei die einzelnen Organismenarten zu isolieren

Metamorphose

Gestaltänderung der pflanzlichen Grundorgane (Blatt, Spross, Wurzel) im Zuge evolutionärer Anpassungsmechanismen, zum Beispiel Metamorphose der photosynthetisch aktiven Blätter zu sporen- bzw. pollenbildenden Blättern

Metamorphose (von griech. meta für „zwischen“ und morphe für „Form“), engl. metamorphosis

deutliche Gestaltveränderung zwischen zwei Entwicklungsstadien, zum Beispiel von einer Kaulquappe zum Frosch oder einer Insektenlarve zur Imago (unvollständige Metamorphose → Hemimetabolie, vollständige Metamorphose → Holometabolie)

Metanephridien, engl. metanephridia

paarige Exkretionsorgane bei manchenWirbellosen, beispielsweise Anneliden, die aus einem Wimperntrichter ( → Nephrostom) einem Exkretionskanal und Blutgefäßen bestehen (vgl. → Nephridien)

Metaphase

Phase im Zellzyklus einer eukaryotischen Zelle (> G), in der sich die Chromosomen verdichten und an der Äquatorialebene anordnen. Anschließend teilt sich die Zelle und die identische genetische Information der Mutterzelle wird an die beiden Tochterzellen weitergegeben.

Metaphase

Quelle: Genetik

Bestimmter Zeitpunkt während der Mitose oder Meiose (S. 234).

Metaphase, engl. metaphase

Stadium der Kernteilung, bei dem alle Centromere der superspiralisierten Chromosomen in einer Platte (der Metaphase- oder Äquatorialplatte) senkrecht zur Teilungsebene angeordnet sind

Metaplastizität

Aktivitätsabhängige Modifikation der Regeln der synaptischen Plastizität.

Metapopulation, engl. metapopulation

eine Gruppe von geographisch isolierten Populationen, die über einen gelegentlichen Austausch miteinander verbunden sind

Metastasen, engl. metastases

Tochtertumoren, die aus Krebszellen hervorgehen, die von einem Primärtumor in andere Teile des Körpers abgewandert sind

Metastasenbildung

Ausbreitung eines Tumors von seinem ursprünglichen Standort auf entfernt liegende Organe im Körper, durch das Blut oder die Lymphgefäße oder durch direkte Ausdehnung.

metazentrisches Chromosom

Ein Chromosom (> G) mit nur einem Arm, an dessen Ende das Zentromer (> G) liegt. Das Zentromer teilt ein submetazentrisches Chromosom in einen kurzen und langen Arm. Liegt das Zentromer mehr oder weniger in der Mitte des Chromosoms, haben wir ein metazentrisches Chromosom.

Metazentrisches Chromosom

Quelle: Genetik

Chromosom, bei dem das Centromer in der Mitte liegt, dadurch sind beide Chromosomenarme gleich lang.

Methanogene (methanogene Archaea), engl. methanogens

Gruppe von Mikroorganismen aus der Domäne der Archaea, die als Stoffwechselendprodukt Methan abgeben; gelten als besonders ursprünglich

Methylierung, engl. methylation

Übertragung einer Methylgruppe (–CH3) auf einMolekül. UmfangreicheMethylierungen des Cytosins in der DNA haben eine verminderte Transkriptionsrate zur Folge.

MF-59

Gesetzlich geschütztes Adjuvans auf der Grundlage von Squalen und Wasser, das in Europa in Verbindung mit Influenzaimpfstoffen angewendet wird.

MHC

Abkürzung von „major histocompatibility complex“. Ein Genkomplex, dessen Gene auf Chromosomen in Kopplungsgruppen vorliegen und die genetische Basis für die Immunabwehr von Säugern sind.

MHC-Abhängigkeit

→ MHC-Restriktion

MHC-Haplotyp

Der Satz von Allelen im MHC-Locus, der von einem Elternteil unverändert (also ohne Rekombination) vererbt wird.

MHC-Klasse I, MHC-Klasse II

→ Haupthistokompatibilitätskomplex

MHC-Klasse-I-Defekt

Immunschwächekrankheit, bei der an den Zelloberflächen keine MHC-Klasse-I-Moleküle vorkommen. Ursache ist im Allgemeinen ein vererbbarer Defekt in TAP-1 oder TAP-2.

MHC-Klasse-I-Moleküle

Polymorphe Zelloberflächenmoleküle, die im MHC-Locus codiert und von den meisten Zellen exprimiert werden. Sie präsentieren den CD8-T-Zellen Antigenpeptide, die im Cytosol erzeugt werden, und binden auch den Corezeptor CD8.

MHC-Klasse-I-Proteine, engl. class I MHC proteins

Haupthistokompatibilitätsantigene der Klasse I; Oberflächenproteine, die an der zellulären Immunantwort beteiligt sind, welche gegen virusinfizierte Zellen gerichtet ist (vgl. → Haupthistokompatibilitätskomplex)

MHC-Klasse-II-Defekt

Seltene Immunschwächekrankheit, bei der an den Zelloberflächen keine MHC-Klasse-II-Moleküle vorkommen. Ursache ist einer von mehreren vererbbaren Defekten. Die Patienten leiden an einer schweren Immunschwäche und besitzen nur wenige CD4-T-Zellen.

MHC-Klasse-II-Kompartiment (MIIC)

Zelluläre Vesikel, in denen sich MHC-Klasse-II-Moleküle ansammeln, auf HLA-DM treffen und Antigenpeptide binden, bevor sie an die Zelloberfläche wandern.

MHC-Klasse-II-Moleküle

Polymorphe Zelloberflächenproteine, die im MHC-Locus codiert und primär auf spezialisierten antigenpräsentierenden Zellen exprimiert werden. Sie präsentieren den CD4-T-Zellen Antigenpeptide, die aus aufgenommenen extrazellulären Krankheitserregern stammen, und binden auch an den Corezeptor CD4.

MHC-Klasse-II-Proteine, engl. class II MHC proteins

Haupthistokompatibilitätsantigene der Klasse II; Oberflächenproteine, die an den Zell-Zell-Wechselwirkungen (der T-Helferzellen, Makrophagen und B-Zellen) der humoralen Immunantwort beteiligt sind (vgl. → Haupthistokompatibilitätskomplex)

MHC-Klasse-II-Transaktivator (CIITA)

Protein, das die Transkription der MHC-Klasse-II-Gene aktiviert. Defekte im CIITA-Gen sind eine Ursache der MHC-Klasse-II-Defizienz.

MHC-Klasse-II-Vesikel (CIIV)

Frühes endocytotisches Kompartiment in dendritischen Zellen, das MHC-Klasse-II-Moleküle enthält.

MHC-Moleküle

Hoch polymorphe Zelloberflächenproteine, die von den MHC-Klasse-I- und -Klasse-II-Genen codiert werden und bei der Präsentation von Antigenpeptiden gegenüber den T-Zellen von Bedeutung sind. Man bezeichnet sie auch als Histokompatibilitätsantigene.

MHC-Restriktion

Die Tatsache, dass ein Peptidantigen nur von einer bestimmten T-Zelle erkannt werden kann, wenn es an ein bestimmtes körpereigenes MHC-Molekül gebunden ist. Die MHC-Restriktion ist die Folge von Ereignissen während der T-Zell-Entwicklung.

MIC-A, MIC-B

MHC-Klasse-Ib-Moleküle, die bei Stress, einer Infektion oder Transformation von vielen Zelltypen erzeugt und vom NKG2D-Rezeptor erkannt werden.

Micellen, engl. micelles

mit Gallensalzen überzogene Lipidteilchen, die im Zwölffingerdarm produziert werden und die Verdauung sowie die Absorption von Lipiden fördern

Micrasterias sp.

Desmidiaceae, Streptophyta

mIg

→ Membranimmunglobulin

Migration

Individuen, Samen oder Pollen, die von einer in eine andere Population einwandern.

Migration

Quelle: Genetik

(lat. migrare, wandern) Populationsgenetischer Begriff. Austausch von Individuen zwischen zwei Populationen (S. 509).

Migration, engl. migration

regelmäßige Wanderungen von Individuen einer Population aufgrund saisonaler Schwankungen der Verfügbarkeit von Ressourcen

MIIC

→ MHC-Klasse-II-Kompartiment

Mikroautophagie

Die ständige Aufnahme von Cytosol in das vesikuläre System.

mikrobielle Glykolipide

Unterschiedliche Arten von Antigenen, die CD1-Moleküle häufig den iNKT-Zellen präsentieren.

Mikrobiom

Gesamtheit der mikrobiellen Besiedlung des Menschen

Mikrobiom, engl. microbiom

(1) im engeren Sinn die mikrobiellen Genome in einem vielzelligen Organismus; wesentliche Bedeutung für die Körperfunktionen; (2) im weiteren Sinn die Gesamtheit aller den Menschen oder einen anderen vielzelligen Organismus bewohnendenMikroorganismen (und damit gleichbedeutend mit → Mikrobiota)

Mikrobiom, Mikrobiota

→ kommensale Mikroorganismen

Mikrobiota, engl. microbiota

die Gesamtheit aller Mikroorganismen in einem Lebensraum, beispielsweise im Darm eines Organismus (intestinale Mikrobiota, früher als Darmflora bezeichnet) oder einem Tümpel (vgl. → Mikrobiom)

Mikrocluster

Zusammenlagerung einer geringen Zahl von T-Zell-Rezeptoren, die wahrscheinlich während der Initiation der T-Zell-Rezeptor-Aktivierung in naiven T-Zellen eine Rolle spielt.

Mikroelektrode

Eine Sonde, die verwendet wird, um die elektrische Aktivität von Zellen zu messen. Mikroelektroden besitzen eine sehr feine Spitze und können aus Drähten aus geätztem Metall oder Glaspipetten hergestellt werden, die mit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit gefüllt sind.

Mikroevolution, engl. microevolution

kleine evolutionäre Veränderungen unterhalb der Artebene, welche die Allelfrequenzen betreffen (Gegensatz zu → Makroevolution)

Mikrofaltenzellen

→ M-Zellen

Mikrofibrillen, engl. microfibrils

quervernetzte Cellulosepolymere, die feste Untereinheiten der pflanzlichen Zellwand bilden

Mikrofilament

Ein Polymer des Proteins Aktin, das einen gewundenen Strang mit einem Durchmesser von 5 nm bildet; ein Bestandteil des Cytoskeletts.

Mikrofilamente

auch als Actinfilamente bezeichnet; im Cytoplasma nahezu aller eukaryotischen Zellen vorhandene, 5– 7 nm dicke, fibröse Strukturen, die aus Actinmonomeren bestehen; spielen eine Rolle als Teil des Cytoskeletts, bei der Bewegung von Zellen und bei der Muskelkontraktion

Mikrogametophyt, engl. microgametophyt

der männliche Gametophyt heterosporer Pflanzen; produziert ausschließlich Spermienzellen (Gegensatz zu → Megagametophyt)

Mikroglia

nervensystem-assoziierter Phagozyt

Mikroglia, engl. microglia

Formal zu den Gliazellen gehörend, tatsächlich jedoch Immunzellen, die im Zentralnervensystem Antigene präsentieren und Fremdpartikel phagocytieren

Mikrogliazelle

Ein Zelltyp, der im Nervensystem eine den Phagocyten ähnliche Funktion besitzt und Reste von toten oder sterbenden Neuronen oder Gliazellen entfernt.

Mikrogliazellen

Eine aus der Embryonalphase stammende Form von Gewebemakrophagen im Zentralnervensystem, die während des gesamten Lebens für die lokale Selbsterneuerung von IL-34 abhängig sind.

Mikroionophorese

Ein Verfahren zur Verabreichung kleiner Mengen von Medikamenten und Neurotransmittern in Zellen.

Mikroklima

Die klimatischen Bedingungen in der ganz direkten Umgebung eines Organismus. Diese kann z. B. durch lokale Bedingungen wie die Feuchtigkeit stark beeinflusst sein und sich von den ambienten Bedingungen unterscheiden.

Mikroklima, engl. microclimate

Klimabedingungen in einem bestimmten kleinräumigen Gebiet, die im Allgemeinen von den Klimabedingungen der Gesamtumgebung abweichen, zum Beispiel in einem unterirdischen Tierbau

Mikronährelemente, engl. micronutrients

(1) von Pflanzen in geringem Umfang – weniger als 100 ?g=g pflanzlicher Trockenmasse – benötigte mineralische Elemente (Spurenelemente); (2) von Tieren in Konzentrationen von weniger als 100 ?g am Tag benötigte mineralische Elemente (Gegensatz zu → Makronährelemente)

Mikronukleus

Quelle: Genetik

Generativer Kern der Ciliata (S. 366).

Mikroparasiten, engl. microparasites

parasitische Arten, die so klein sind, dass man sie mit bloßem Auge nicht sehen kann, wie Viren, Bakterien, Protisten und manche Pilze (vgl. → Makroparasiten)

Mikrophylle, engl. microphylls

kleine Blätter, die nur den Mittelnerv besitzen, zum Beispiel bei Bärlappgewächsen und deren Verwandten (Gegensatz zu → Megaphylle)

Mikropyle

Öffnung zwischen den Integumenten und Bereich in der Samenschale, durch die der Embryo auskeimt. > Integumente, > Keimung, > Samenanlage

Mikropyle (von griech. mikros für „klein“ und pylon für „Tor“), engl. micropyle

Öffnung in den Integumenten einer Samenanlage, durch die der Pollen (bei Gymnospermen) bzw. der hineinwachsende Pollenschlauch (bei Angiospermen) den darin enthaltenen weiblichen Gametophyten erreichen kann

mikroRNA (miRNA), engl. microRNA

kleine, nichtcodierende RNA-Moleküle, die normalerweise ungefähr 21 bp lang sind; binden an die mRNA und hemmen dadurch deren Translation

Mikrosatellit

Ein kurzes Basenmotiv (1–10 Basen), das tandemartig wiederholt wird (z. B. CAGCAGCAGCAGCAG). Die Basenzahl von 1–10 ist nicht festgeschrieben, je nach Literaturstelle finden wir andere Angaben, doch alle Definitionen bewegen sich um maximal 10 Basen(> Minisatellit).

Mikrosphären, engl. microsheres

durch Selbstorganisation wachsende Tröpfchen aus proteinartigen Substanzen, die als wichtiger Entwicklungsschritt bei der Entstehung des Lebens gelten (vgl. → Protobionten, → Protozellen)

Mikrosporangien, engl. microsporangia

die pflanzlichen Strukturen, welche die Mikrosporen tragen

Mikrosporen

Quelle: Genetik

Männliche Keimzellen der Pflanzen (S. 195).

Mikrosporen (von griech. mikros für „klein“ und spora für „Same“), engl. microspores

haploide Sporen von Pflanzen, die männliche Gametophyten hervorbringen (Gegensatz zu → Megasporen)

Mikrostrobilus, engl. microstrobilus

bei Koniferen der männliche Zapfen (Gegensatz zu → Megastrobilus; vgl. → Strobilus)

Mikrotubuli

Proteinfäden, die sich während der Zellteilung ausbilden und für die geordnete Aufteilung der Chromosomen (> G) zuständig sind (das Protein heißt Tubulin).

Mikrotubuli, engl. microtubules

winzige röhrenförmige Strukturen von ca. 25 nm Durchmesser aus dem Protein Tubulin, die in Centriolen, im Spindelapparat, Cilien, Geißeln und im Cytoskelett eukaryotischer Zellen vorkommen. Die Mikrotubuli spielen eine Rolle bei Bewegungsvorgängen und der Formerhaltung von Zellen.

Mikrotubuli-Organisationszentrum (microtubuli organizing center, MTOC)

Zellbereich, in dem das Wachstum von Mikrotubuli startet.

Mikrotubuliorganisationszentrum (MTOC), engl. microtubuli organizing center

zelluläre Region, welche die Mikrotubuli für die Mitose ausrichtet. Bei Tieren dient ein Centrosom als MTOC.

Mikrotubulus

Ein Polymer aus dem Protein Tubulin, das eine gerade und hohle Röhre mit einem Durchmesser von 20nm bildet. Mikrotubuli sind Bestandteil des Cytoskeletts und spielen eine wichtige Rolle beim axoplasmatischen Transport.

Mikrovilli

fadenförmige Zellausstülpung als Teil des Bürstensaums

Mikrovilli (Singular: Mikrovillus), engl. microvilli

winzige, fingerförmige Ausstülpungen von Epithelzellen zur Vergrößerung ihrer Oberfläche, zum Beispiel der Zellen, die den Dünndarm auskleiden

Mikrozephalie

Eine Entwicklungsstörung, die den Kopf betrifft. Die Kopfgröße liegt extrem unter dem Populationsmittel.

Milchbrustgang

→ Ductus thoracicus

Milchbrustgang

Ductus thoracicus

Milchfettglobuli

Milchfettenthaltendes Biomembran-Vesikel

Milchröhren, engl. laticifers

in manchen Pflanzen vorhandene, langgestreckte Zellen, die sekundäre Pflanzenstoffe wie Latex enthalten

Milchsäuregärung, engl. lactic acid fermentation

Stoffwechselweg, bei dem Glucose in Abwesenheit von Sauerstoff metabolisiert wird; dabei entsteht Milchsäure (Lactat)

Milz

Ein Organ, das sich links oben in der Bauchhöhle befindet. Es besteht unter anderem aus einer roten Pulpa, die an der Beseitigung alter Blutzellen beteiligt ist, und einer weißen Pulpa mit lymphatischen Zellen. Diese reagieren auf Antigene, die mit dem Blut in die Milz gelangen.

Milz

lymphatisches Organ des Blutkreislaufes

Milz, engl. spleen

Organ, das als Reservoir für venöses Blut dient und überalterte oder schadhafte Erythrocyten abbaut

Mimikry (mimicry)

Ähnlichkeit einer Art mit einer zweiten Art, um Vertreter einer dritten Art zu täuschen. Am häufigsten ist die Bates’sche Mimikry. Dabei schützt sich eine harmlose Spezies, indem sie wie eine gefährliche oder ungenießbare Tierart aussieht, weshalb Jäger sie nicht angreifen.

Mincle

Immunzellenstimulierender Rezeptor

Mineralionen, engl. mineral ions

anorganische Ionen, die aus festen Mineralstoffen (Mineralsalzen) entstehen, indem diese beim Lösen in Anionen und Kationen dissoziieren

mineralische Nährelemente, engl. mineral nutrients

chemische Elemente in Form von anorganischen Ionen, die der Organismus für sein geregeltes Wachstum und seine Fortpflanzung benötigt (vgl. → Nährelemente)

mineralische Nährstoffe

→ mineralische Nährelemente

Mineralisierer

→ Mineralisierung

Mineralisierung, engl. mineralization

der Prozess, durch den Tiere, Bakterien und Pilze organische Verbindungen in lösliche, anorganische Mineralionen umwandeln

Minisatellit

Ein Basenmotiv von etwa 15–65 Basenpaaren, das tandemartig wiederholt wird. Ebenso wie bei Mikrosatelliten sind die Zahlen nicht festgeschrieben. Die Wiederholungsmotive eines Minisatelliten zeigen nicht mehr die weitgehende Übereinstimmung der Motive wie bei Mikrosatelliten.

mischerbig

→ heterozygot

Missense-Mutation, engl. missense mutation

Fehlsinnmutation; Veränderung der Gensequenz, die zu einer Veränderung der Aminosäuresequenz an der entsprechenden Stelle des codierten Proteins führt, weil das mutierte Codon eine andere als die ursprüngliche Aminosäure codiert (Gegensatz zu → Nonsense-Mutation, → Frameshift-Mutation, → stille Mutation)

Missense-Substitution, engl. missense substitution

Veränderung eines Gens durch den Austausch eines Nucleotids durch ein anderes; resultiert in einer Veränderung der entsprechenden Aminosäuresequenz des codierten Proteins (Gegensatz zu → synonyme Substitution)

mitochondrialer Erbgang

Die Gene, die ein Merkmal bestimmen, befinden sich im mitochondrialen Genom.

Mitochondrien (Singular: Mitochondrium; von griech. mitos für „Faden“ und chondros für „Korn“), engl. mitochondria

energieliefernde Organellen eukaryotischer Zellen, die Enzyme des Citratzyklus, der Atmungskette und der oxidativen Phosphorylierung enthalten; stellen ATP bereit

Mitochondrienmatrix, engl. mitochondrial matrix

von der inneren Mitochondrienmembran umschlossener, flüssiger Inhalt des Mitochondriums

Mitochondrium

Ein Organell, das für die Zellatmung verantwortlich ist. Mitochondrien produzieren Adenosintriphosphat und nutzen die Energie, die durch die Oxidation der Nahrung entsteht.

Mitochondrium

Zellorganell, in dem die Zellatmung abläuft

Mitochondrium

Kleines Organell/Plastid im Zytoplasma (> G) von allen eukaryotischen Zellen. Es besitzt eigene Erbsubstanz und ist für die Bereitstellung von Energie zuständig.

Mitochondrium

Quelle: Genetik

Cytoplasmatische Organellen mit eigener genetischer Information. Verantwortlich für den Stoffwechsel der Atmungskette.

Mitogen, engl. mitogen

eine Substanz, welche die Zellteilung anregt

mitogen-aktivierte Protein-Kinasen

Teil des intrazellulären MAP-Kinase-Signalwegs

mitogenaktivierte Proteinkinasen (MAP-Kinasen)

Gruppe von Proteinkinasen, die nach einer Stimulation der Zelle durch unterschiedliche Liganden phosphoryliert und aktiviert werden. Sie bewirken die Expression neuer Gene, indem sie die entscheidenden Transkriptionsfaktoren phosphorylieren. Die MAP-Kinasen sind an vielen Signalwegen beteiligt, vor allem an denen, die zu einer Zellproliferation führen. Sie werden bei verschiedenen Organismen auf unterschiedliche Weise bezeichnet.

Mitose

Zellteilungsphase des Zellteilungszyklus

Mitose

"Prozess, bei dem der Zellkern unter Erhalt des Ploidiegrades geteilt wird; häufig verbunden mit einer Zellteilung; kann in typische Abschnitte (Prophase, Metaphase, Anaphase, Telophase) unterteilt werden"

Mitose

Teilt sich eine eukaryotische Körperzelle, dann garantiert die Mitose die identische Weitergabe der genetischen Information der Mutterzelle an ihre beiden Tochterzellen.

Mitose

Quelle: Genetik

Zellteilungsperiode im Zellzyklus (S. 234).

Mitose (von griech. mitos für „Faden“), engl. mitosis

Kernteilung bei Eukaryoten, die zur Bildung zweier Tochterkerne mit der identischen Chromosomenausstattung wie im ursprünglichen Zellkern führt

Mitosespindel

→ Spindelapparat

Mitosomen, engl. mitosomes

bei manchen einzelligen eukaryotischen Organismen vorkommende, degenerierte Strukturen, die wahrscheinlich von Mitochondrien abstammen

Mitralklappe, engl. mitral valve

→ Bikuspidalklappe; der Name dieser Herzklappe leitet sich von ihrer Form ab, die an eine Mitra (Bischofsmütze) erinnert.

Mittelhirn (Mesencephalon)

Die Region des Gehirns, die sich von dem embryonalen, medial gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen desMittelhirns gehören das Mittelhirndach und die Mittelhirnhaube.

Mittelhirn, engl. midbrain

auch als Mesencephalon bezeichnet; einer der drei Bereiche des Gehirns von Wirbeltieren. Das Mittelhirn ist Teil des Hirnstamms und dient als Schaltstation für die zu den Großhirnhemisphären gesendeten sensorischen Signale. (vgl. → Vorderhirn, → Rautenhirn)

Mittelhirndach (Tectum mesencephali)

Der Teil des Mittelhirns, der dorsal zum cerebralen Aquädukt liegt.

Mittelhirnhaube (Tegmentum mesencephali)

Der Teil des Mittelhirns, der ventral zum cerebralen Aquädukt liegt.

Mittellamelle (von lat. lamella für „dünnes Blättchen“), engl. middle lamella

Schicht aus Polysacchariden, welche die einzelnen Pflanzenzellen in einem Gewebe voneinander trennt beziehungsweise aneinanderheftet; die gemeinsame Mittellamelle liegt außerhalb der Primärwand der Zellen

Mittellinie

Eine unsichtbare Linie, die das Nervensystem in eine rechte und eine linke Hälfte teilt.

Mittelohr

Das Trommelfell und die Gehörknöchelchen.

Mittelwert, engl. mean

die Summe aller Werte eine Stichprobe geteilt durch die Zahl der Messungen bzw. Beobachungen

Mittlere Schleifenbahn

Siehe Lemniscus medialis.

Mixamöben, engl. myxamoeba

unahängige, einzellige, haploide Lebensstadien der zellulären Schleimpilze

Mixocoel

→ Hämocoel

Mls-Antigene (minor lymphocyte stimulating antigens)

Alte Bezeichnung für Nicht-MHC-Antigene, die für ungewöhnlich starke T-Zell-Antworten auf Zellen von unterschiedlichen Mäusestämmen verantwortlich sind. Heute kennt man sie als Superantigene, die von endogenen Retroviren exprimiert werden.

Modellorganismen, engl. model organisms

auch als Modellsysteme bezeichnet. Hierzu gehört eine kleine Gruppe von Arten, an denen intensiv geforscht wird. Diese Organismen können sich besonders gut an Laborbedingungen akklimatisieren und sind für die betreffenden Fragestellungen besonders gut geeignet. Die an ihnen gewonnenen Erkenntnisse lassen sich auf eine ganze Reihe anderer Arten übertragen. Klassische Beispiele sind die Labormaus und Taufliegen der Gattung Drosophila.

Moderatorvariable

Eine Moderatorvariable ist eine Drittvariable (C), die den Zusammenhang zwischen einer Variable (X) und einer Variable (Y) verändert. Die Beziehung zwischen der Variable (X) und der Variable (Y) fällt je nach Ausprägung von (C) unterschiedlich aus. Forscher, die die Persönlichkeit (C) als Moderatorvariable modellieren, gehen davon aus, dass beispielsweise der Zusammenhang zwischen der Einstellung (X) und der Intention (Y) durch die Ausprägung in der Persönlichkeitsdimension Extraversion (C) verändert wird.

Modifikation

Quelle: Genetik

(lat. modificare, verändern) Umweltbedingte Veränderung im Phänotyp.

Modularität, engl. modularity

auch Baustein- oder Baukastenprinzip; in der evolutionären Entwicklungsbiologie das Prinzip, dass molekulare Abläufe, die verschiedene Entwicklungsprozesse bestimmen, unabhängig voneinander funktionieren

Modulation

Beschreibt die Wirkung von Neurotransmittern, die nicht unmittelbar ein postsynaptisches Potenzial auslösen. Stattdessen verändern sie eine zelluläre Reaktion auf exzitatorische und inhibitorische postsynaptische Potenziale, die durch andere Synapsen generiert werden.

Module, engl. modules

wohldefinierte Einheiten, die als Baustein Teil einer größeren Einheit sind

Modus (Modalwert), engl. mode

der häufigsteWert in einer Stichprobe von Beobachtungen

Mol, engl. mole

Zahl der Atome, die in 12 g Kohlenstoff enthalten ist; diese Zahl entspricht der Avogadro-Konstante: 6;022 x 10^23 Moleküle

molekulare Evolution, engl. molecular evolution

die wissenschaftliche Erforschung der Mechanismen und Abfolge der Evolution von DNA-Sequenzen und Proteinsequenzen

Molekulare Medizin

Der Ansatz, genetische Informationen für die Entwicklung medizinischer Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten zu nutzen.

molekulare Mimikry

Ähnlichkeit zwischen Antigenen von Krankheitserregern und körpereigenen Antigenen, sodass Antikörper und T-Zellen, die gegen Krankheitserreger gebildet wurden, auch Körpergewebe angreifen können. Dadurch kann es in bestimmten Fällen zu einer Autoimmunreaktion kommen.

molekulare Uhr, engl. molecular clock

die Erkenntnis, dass Protein- bzw. deren DNA-Sequenzen im Laufe der Evolution mit konstanter Rate immer mehr voneinander abweichen. Dies macht man sich zunutze, um Ereignisse in der Stammesgeschichte zu datieren. Die molekulare Uhr muss geeicht werden, meist anhand von Fossilien.

Moleküle, engl. molecules

chemische Teilchen aus zwei oder mehr Atomen, die durch chemische Bindungen zusammengehalten werden

Molekülmasse, engl. molecular weight

die Summe der Atommassen in einem Molekül. Die relative Molekülmasse hat keine Einheit, die absolute Molekülmasse wird in u, kg, g oder Da angegeben.

Molke

caseinfreier, flüssiger Milchanteil

Monoaminhypothese der Gemütserkrankungen

Eine Hypothese, nach der eine Depression die Folge einer reduzierten Konzentration von monoaminen Neurotransmittern, insbesondere Serotonin und Noradrenalin, ist.

monoblastisch, engl. monoblastic

einkeimblättrig; Beschreibung eines tierischen Körperbauplans, der aus nur einer einzigen embryonalen Zellschicht (Keimblatt) hervorgeht (Gegensatz zu → diploblastisch, → triploblastisch)

Monocyten

Weiße Blutzellen mit einem bohnenförmigen Kern. Sie sind die Vorläuferzellen der Gewebemakrophagen (→ Makrophagen).

Monocyten (von griech. mono für „ein“), engl. monocytes

Leukocyten, die sich in Makrophagen verwandeln können

Monogamie

Paarungsverhalten, bei dem zwei Individuen eine feste Beziehung eingehen und bei dem die Paarung ausschließlich oder nahezu ausschließlich mit dem Partner stattfindet.

Monogamie

Feste Paarbildung bei sexuell reproduzierenden Tieren zur Aufzucht der Nachkommen.

Monohybridenkreuzung, engl. monohybrid cross

Kreuzung, bei der sich die Eltern nur in dem Allel für ein bestimmtes Gen unterscheiden

monoklonale Antikörper

Antikörper, die von einem einzigen B-Zell-Klon produziert werden, sodass sie alle identisch sind.

monoklonale Antikörper, engl. monoclonal antibodies

im Labor aus einem Klon von Hybridomzellen hergestellte Antikörper, die alle für die gleiche antigene Determinante spezifisch sind

Monokotylen, engl. monocots

auch als Monokotyledonen oder Einkeimblättrige bezeichnet; Bedecktsamer (Angiospermen) mit nur einem embyronalen Keimblatt; eine der beiden größten monophyletischen Gruppen der Angiospermen (Gegensatz zu → Eudikotylen)

Monokuläre Deprivation

Eine experimentelle Manipulation, die ein Auge am normalen Sehen hindert.

Monokultur, engl. monoculture

im Ackerbau der großflächige Anbau einer einzelnen Art von Kulturpflanzen (Gegensatz zu → Polykultur)

Monomer

Protein, das seine Aufgabe erfüllt und nur aus einer Aminosäurekette besteht.

Monomere (von griech. meros für „Einheiten“), engl. monomers

organische Moleküle, die mit anderen Monomeren zusammen Oligomere (aus wenigenMonomeren bestehend) oder Polymere (aus vielen Monomeren bestehend) bilden können; es kann sich um kleine Moleküle handeln (z. B. Einfachzucker), aber auch um sehr große (z. B. die Untereinheiten eines oligomeren Proteins)

monomorph

Eigenschaft eines Gens, das nur in einer einzigen Form existiert.

monomorph

Ein Locus ist polymorph, wenn mindestens zwei Allele in der Population vorhanden sind und deren Allelhäufigkeiten kleiner als 99 % sind. Diese Bewertung eines Locus gilt für eine Population und kann jedoch für verschiedene Populationen einer Art unterschiedlich ausfallen. Trifft für einen Locus diese Eigenschaft nicht zu, dann wird er als monomorph bezeichnet. SNP haben normalerweise nur zwei Allele. In diesem Fall kann die Definition umgekehrt werden: Das seltenere Allel muss häufiger als ein Prozent sein.

monophyletisch (von griech. mono für „ein“ und phyle für „Stamm“), engl. monophyletic

zu einer systematischen Gruppe gehörend; diese besteht aus einer einzigen Ursprungsart und all deren Nachkommen (Gegensatz zu → polyphyletisch, → paraphyletisch)

monophyletische Gruppe, engl. monophyletic group

→ Monophylum

Monophylum (Klade, monophyletische Gruppe), engl. monophylum

in der phylogenetischen Systematik eine Organismengruppe, die aus einem Vorfahren und all seinen Abkömmlingen besteht

Monosaccharide, engl. monosaccharides

Einfachzucker; Oligosaccharide und Polysaccharide bestehen aus mehreren Monosacchariden

Monosomie

Quelle: Genetik

Haploider Zustand eines Chromosoms in einem diploiden (polyploiden) Genom (S. 405).

Monosomie, engl. monosomy

ein Zustand, bei demein Chromosom eines diploiden Satzes fehlt (vgl. → Trisomie)

monosynaptischer Reflex, engl. monosynaptic reflex

neuronaler Reflex, der aus einem sensorischen Neuron besteht, das über eine einzige Synapse das Motoneuron aktiviert

monovariable Verteilung

Nur eine Variable bestimmt die Häufigkeitsverteilung.

Monözie

Individuen tragen sowohl männliche wie weibliche Fortpflanzungsorgane.

Monözie

"Einhäusigkeit; die Art bildet Individuen mit männlichen und weiblichen Merkmalen an derselben Pflanze aus. > Diözie"

Monözisch

Quelle: Genetik

Einhäusige Pflanzen mit männlichen und weiblichen Blüten auf einem Individuum (S. 462).

monözisch (von griech. oikos für „Haus“), engl. monoecious

einhäusig; Eigenschaft von Pflanzen, bei denen die beiden Geschlechter auf einem Individuum vorkommen, das sowohl Eizellen als auch Spermazellen produziert; bei manchen Pflanzen auf rein männliche und rein weibliche Blüten auf derselben Pflanze verteilt; Beispiele sind Mais, Haselnuss, Kiefer (Gegensatz zu → diözisch)

Moosfaser

Ein Axon eines Neurons aus der Brücke, das Körnerzellen des Kleinhirns innerviert. Die Bezeichnung wird auch verwendet, um Axone von Körnerzellen des Gyrus dentatus zu beschreiben, die die CA3-Region des Hippocampus innervieren.

Morbus Crohn

Chronische Entzündung des Darms und wahrscheinlich die Folge einer anormalen Überreaktion auf die kommensale Darmflora.

Morbus Crohn

chronisch-entzündliche Erkrankung des gesamten Verdauungstraktes

Morph

Biologische Bezeichnung für die äußere Gestalt eines Individuums. Zum Beispiel werden Sexualtiere wie Männchen und Weibchen auch als Sexualmorphe bezeichnet.

Morphogen

Quelle: Genetik

Moleküle, die morphologische Musterbildung induzieren (S. 548).

Morphogen, engl. morphogen

diffusionsfähige Substanz, deren Konzentrationsgradient Entwicklungsmuster bei Tieren und Pflanzen festlegt

Morphogenese (von griech. morphe für „Form“ und genesis für „Entstehung“), engl. morphogenesis

Entwicklung der Körperform; Folge von Determination, Differenzierung und Wachstum während der Ontogenese

Morphologie

Individuen können anhand einzelner Auffälligkeiten ihres äußeren Erscheinungsbildes, dem Phänotyp (> G), aber auch durch Organ- und Gewebestrukturen charakterisiert werden.

Morphologie (von griech. morphe für „Form“ und logos für „Lehre“), engl. morphology

wissenschaftliche Lehre von der Körpergestalt und den Körperbauplänen; umfasst auch die Individualentwicklung, Lage, Funktion und Evolution der Körperteile

morphologischer Artbegriff, engl. morphological species concept

Definition einer Art als Gruppe von Individuen mit gleichem Erscheinungsbild (Gegensatz zu → biologischer Artbegriff, → phylogenetischer Artbegriff)

morphologisches Merkmal

Individuen können anhand einzelner Auffälligkeiten ihres äußeren Erscheinungsbilds, dem Phänotyp (> G), aber auch durch Organ- und Gewebestrukturen charakterisiert werden.

Morris-Wasserlabyrinth

Eine Aufgabe, die eingesetzt wird, um das räumliche Gedächtnis zu prüfen und bei der ein Nager in einemWasserbecken zu einer unter derWasseroberfläche verborgenen Plattform schwimmen muss.

Morula, engl. morula

frühes Stadium der Embryonalentwicklung bei vielen Tierarten in Form einer kompakten Zellkugel

Mosaikentwicklung (Mosaiktyp), engl. mosaic development

Embryonales Entwicklungsmuster bei Tieren, bei dem aus jedem Blastomer ein bestimmter Teil des erwachsenen Körpers hervorgeht. (Gegensatz zu → Regulationsentwicklung)

motil (mobil, vagil), engl. motile

beweglich, zu Ortsveränderungen fähig (Gegensatz zu → sessil)

Motiv

Als Motiv wird eine nicht bewusstseinspflichtige, nicht sprachlich repräsentierte, affekt-basierte Präferenz für bestimmte Klassen von Anreizen bezeichnet, die die Aufmerksamkeit auf bestimmte Hinweisreize in der Umwelt orientiert und Verhalten energetisiert (McClelland, 1987).

Motivation

Motivation ist nach Rheinberg (2002, S. 13) „eine aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand“.

Motivationales Klima

Ein aufgabenorientiertes Klima (in manchen Studien auch Mastery Climate genannt) ist dadurch charakterisiert, dass Trainerin bzw. Trainer den Fokus auf Anstrengung, Entwicklung von Fähigkeiten und kooperatives Lernen legt und alle Sportler und Sportlerinnen möglichst gleich wahrgenommen und behandelt werden. Bei einem wettkampforientierten Klima werden Fehler bestraft, Athletinnen und Athleten werden je nach Leistungsniveau unterschiedlich behandelt und Rivalität/Konkurrenz innerhalb des Teams wird gefördert.

Motivationspsychologie

„Die Motivationspsychologie befasst sich damit, Richtung, Ausdauer und Intensität von Verhalten zu erklären. Dabei ist der motivationspsychologische Zugriff dadurch charakterisiert, dass angestrebte Zielzustände und das, was sie attraktiv macht, die erklärenden Größen sind“ (Rheinberg 2006, S. 13).

Motiviertes Verhalten

Verhalten, das in Gang gesetzt wird, um ein Ziel zu erreichen.

Motivkongruenz und Motivinkongruenz

Motivkongruenz bezeichnet die thematische Passung expliziter Motive (z. B. hohes explizites Leistungsmotiv) oder expliziter Ziele (z. B. ein Leistungsziel wie Landesmeisterin werden) zum dominanten impliziten Motiv einer Person (hier entsprechend ein hohes implizites Leistungsmotiv). Die Nicht-Passung wird als Motivinkongruenz bezeichnet (Brunstein et al. 1995).

Motoneuron

Ein Neuron, das Synapsen mit einem Muskel bildet und das Muskelkontraktionen verursacht.

Motoneuronen, engl. motor neurons

Nervenzellen, die Informationen vom Zentralnervensystem zu einer Zelle weiterleiten, welche Bewegungen erzeugt

Motoneuronenpool

Alle α-Motoneuronen, die die Fasern eines einzigen Skelettmuskels innervieren.

Motorcortex

Cortexareale 4 und 6, die direkt an der Kontrolle von willkürlichen Bewegungen beteiligt sind. Auch als motorische Rinde oder motorischer Cortex bezeichnet.

motorische Einheit, engl. motor unit

einzelnes Motoneuron mit den von ihm innervierten Muskelfasern

Motorische Endplatte

Die chemische Synapse am Übergang zwischen Neuron und Muskel. Auch als neuromuskuläre Endplatte bezeichnet.

motorische Endplatte, engl. motor end plate

(1) im engeren Sinn Vertiefung in der postsynaptischen Membran der neuromuskulären Endplatte, in der sich die Endigungen der Motoneuronen befinden; (2) im weiteren Sinn synonym zur neuromuskulären Endplatte

motorischer Cortex, engl. motor cortex

Bereich der Großhirnrinde, der Motoneuronen enthält, welche direkt spezifische Muskelfasern zur Kontraktion anregen

Motorisches System

Sämtliche Skelettmuskeln und die Bestandteile des Zentralnervensystems, die diese steuern.

Motorproteine, engl. motor proteins

spezialisierte Proteine, die unter Energieaufwand die Form der Zelle verändern können oder der Fortbewegung der gesamten Zelle oder von Strukturen innerhalb der Zelle dienen

MR1 (MHC-related protein 1)

"Nichtklassisches" MHC-Klasse-Ib-Molekül, das bestimmte Stoffwechselprodukte der Folsäure bindet, die von Bakterien produziert werden. Die mucosaassoziierten invarianten T-Zellen (MAIT-Zellen) können diese dann erkennen.

MRE11A (meiotic recombination 11 homolog a)

Protein, das bei Mechanismen zur Schädigung und Reparatur von DNA eine Rolle spielt. Es erkennt auch dsDNA im Cytoplasma und kann den STING-Signalweg aktivieren.

mRNA

Quelle: Genetik

(engl. messenger RNA, Boten-Ribonukleinsäure) RNA-Molekül, das an der DNA abgelesen (Transkription) und in ein Protein übersetzt wird (Translation).

mRNA

Abkürzung von „messenger RNA“. Die komplementäre Abschrift eines Gens, die in eine Aminosäurekette übersetzt wird.

mRNA

→ Messenger-RNA

mRNA

Siehe Messenger-RNA.

MSH2, MSH6

Proteine der Fehlpaarungsreparatur, die Uridinreste erkennen und Nucleasen aktivieren, das beschädgte Nucleotid und einige benachbarte Nucleotide zu entfernen.

mTOR (mammalian target of rapamycin)

Serin/Threonin-Kinase, die zahlreiche Komponenten des Zellmetabolimus und der Zellfunktionen in einem Komplex mit den regulatorischen Proteinen Raptor und Rictor beeinflusst. Der Raptor:mTOR-Komplex (mTORC1) wird vom Immunsuppressivum Rapamycin gehemmt.

mTORC1, mTORC2

Aktive Komplexe, die mTOR mit den regulatorischen Proteinen Raptor beziehungsweise Rictor bildet.

Mucin

strukturgebende Glykopeptid-Makromoleküle von Schleimen

Mucine

Stark glykosylierte Zelloberflächenproteine. Beim Homing der Lymphocyten werden mucinähnliche Proteine von L-Selektin gebunden.

Muckle-Wells-Syndrom

Vererbbare, episodisch auftretende autoinflammatorische Krankheit, die durch Mutationen im Gen für Cryopyrin (CIAS1) hervorgerufen wird. Dieses Gen codiert NLRP3, eine Komponente des Inflammasoms.

Mucopolysaccharide, engl. mucopolysaccharides

gallertige, gelartige, klebrige oder schleimige Stoffe auf Polysaccharidbasis (Glykosaminglykane) mit sauren Gruppen, oft im Komplex mit Proteinen (vgl. → Schleimstoffe)

Mucosa

Schleimhaut

Mucosa, engl. mucosa

die Schleimhautschicht, welche die Innenwand des Verdauungstrakts auskleidet

mucosaassoziierte invariante T-Zellen (MAIT-Zellen)

Vor allem γ:δ-T-Zellen mit eingeschränkter Diversität, die im mucosalen Immunsystem vorkommen und auf bakterielle Folsäurederivate reagieren, welche vom nichtklassischen MHC-Klasse-Ib-Molekül MR1 präsentiert werden.

mucosaassoziierte lymphatische Gewebe (MALT) (mucosa-associated lymphoid tissue)

Allgemeine Bezeichnung für alle strukturierten Lymphgewebe unter Schleimhautoberflächen, in denen eine adaptive Immunantwort ausgelöst werden kann. Dazu gehören GALT (gut-associated lymphoid tissues), BALT (bronchial-associated lymphoid tissues) und NALT (nasal-associated lymphoid tissue).

mucosale Epithelien

Schleimbedeckte Epithelien, welche die inneren Körperhöhlen auskleiden, die mit der Außenwelt in Verbindung stehen (beispielsweise Darm, Atemwege, Vaginaltrakt).

mucosale Mastzellen

Spezialisierte Mastzellen, die in der Mucosa vorkommen. Sie erzeugen nur wenig Histamin, aber große Mengen an anderen Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Leukotriene.

mucosale Toleranz

Unterdrückung von spezifischen systemischen Immunreaktionen gegen ein Antigen, indem man dieses Antigen vorher über eine Schleimhaut verabreicht.

mucosales Immunsystem

Das Immunsystem, das die inneren mucosalen Oberflächen (Schleimhäute) schützt, etwa die Auskleidung des Darms, der Atemwege und des Urogenitaltrakts. Über sie können praktisch alle Krankheitserreger und andere Antigene in den Körper gelangen (→ mucosaassoziierte lymphatische Gewebe).

Mucus

Schleimschicht der Schleimhaut

Mucus (Schleim)

"Klebrige" Lösung von Proteinen (Mucinen), die von den Becherzellen der inneren Epithelien produziert werden und auf der Oberfläche der Epithelien eine Schutzschicht bilden.

Müller-Lyer-Illusion

Die Müller-Lyer-Illusion ist eine visuelle Täuschung bei der Präsentation von zwei gleich langen Linien, wenn bei einer Linie die Pfeilspitze am Ende nach innen und bei der anderen nach außen gerichtet ist. Diejenige Linie, bei welcher der Pfeil nach innen gerichtet ist, wird vom Beobachter oder der Beobachterin als länger wahrgenommen.

Muller-Ratsche, engl. Muller’s ratchet

in der Evolutionsbiologie die Bezeichnung für die Ansammlung von nachteiligen Mutationen bei Arten mit ungeschlechtlicher Fortpflanzung aufgrund der ausbleibenden Rekombination der Genome

Müller’sche Mimikry, engl. Müllerian mimicry

ähnliches Aussehen von zwei oder mehr ungenießbaren Arten (vgl. → Bates’sche Mimikry)

multifaktoriell, engl. multifactorial

Beschreibung der Wechselwirkung vieler Gene und Proteine mit einem oder mehreren Umweltfaktoren. Krebs ist beispielsweise eine Krankheit mit multifaktoriellen Ursachen.

multifaktorielles Merkmal

Viele Genorte (> G) und die Umwelt nehmen Einfluss auf die Merkmalsausprägung. Diese sog. komplexen Merkmale folgen oftmals keinem Mendelschen Erbgang.

multifaktorielles Merkmal

Die Allele vieler, oftmals unbekannter Genorte sowie Umwelteinflüsse führen zur Ausprägung von komplexen oder multifaktoriellen Merkmalen.

Multilocus-Fingerprint

Das klassische Verfahren erfasst mithilfe von DNA-Sonden (> Minisatelliten) jene DNA-Abschnitte eines Genoms, die das komplementäre Motiv der Sonde tragen. Dieses Verfahren führt bei jedem Individuum zu einem spezifischen Bandenmuster (DNA-Leiter). Die einzelnen Banden können nicht einem bestimmten Genort (> G) zugeordnet werden und sind daher nur eingeschränkt für eine Verwandtschaftsanalyse anwendbar (> genetischer Fingerabdruck).

Multiple Allelie

Quelle: Genetik

Mehr als zwei Allele eines Gens, die in einer Population vorkommen (S. 476).

Multiple Sklerose

chronisch-entzündliche, neurologische Erkrankung

multiple Sklerose

Neurologische Autoimmunkrankheit, die durch fokale Demyelinisierung im Zentralnervensystem, den Eintritt von Lymphocyten ins Gehirn und einen chronischen progressiven Verlauf gekennzeichnet ist.

Multiplikationsregel, engl. multiplication rule

Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei oder mehr voneinander unabhängige Ereignisse zusammen auftreten, ist das Produkt ihrer unabhängigen Wahrscheinlichkeiten.

Multipolares Neuron

Ein Neuron mit drei oder mehr Neuriten.

multipotent, engl. multipotent

Fähigkeit einer Zelle, sich zu einer begrenzten Zahl von Zelltypen zu differenzieren (Gegensatz zu → pluripotent, → totipotent, → unipotent)

multipotente Vorläuferzellen (MPPs) (multipotent progenitorcells)

Knochenmarkzellen, aus denen sowohl lymphatische als auch myeloische Zellen hervorgehen können, sie sind jedoch keine sich selbst erneuernden Stammzellen mehr.

Multiregional-Hypothese

Hypothese, die den Ursprung der heutigen menschlichen Rassen durch die „gleichzeitige“ Entstehung des modernen Menschen in verschiedenen geografischen Populationen des Urmenschen erklärt.

multivariable Verteilung

Die Häufigkeitsverteilung wird von mehreren Variablen bestimmt.

multivariate Verteilung

Die Häufigkeitsverteilung wird von mehreren Variablen bestimmt.

Muraminsäuredipeptid (MDP)

Bestandteil im Peptidoglykan der meisten Bakterien; wird vom intrazellulären Sensor NOD2 erkannt.

Muromomab

Antikörper von der Maus gegen das humane CD3-Protein, mit dem man eine Transplantatabstoßung behandeln kann. Dies war der erste monoklonale Antikörper, der für Menschen als Wirkstoff zugelassen wurde.

Muscarinischer Acetylcholinrezeptor

Ein Subtyp der Acetylcholinrezeptoren, der G-Protein-gekoppelt ist.

Muscularis, engl. muscularis

Muskelgewebe des Magen-Darm- Trakts, bestehend aus einer Ring- und einer Längsmuskelschich

Muskelfaser

Eine vielkernige Skelettmuskelzelle.

Muskelfaser, engl. muscle fiber

einzelne Muskelzelle; beim Skelettmuskel ist diese Zelle syncytial und vielkernig (vgl. → Syncytium)

Muskelgewebe, engl. muscle tissue

erregbares Gewebe, das sich durch das Zusammenwirken von Actin und Myosin kontrahieren kann; einer der vier wichtigsten Gewebetypen vielzelliger Tiere; drei Typen: Skelettmuskulatur, glatte Muskulatur, Herzmuskulatur

Muskelmagen, engl. gizzard

das zweite der beiden magenähnlichen Organe von Reptilien und Vögeln, Regenwürmern und verschiedenen Insekten, in dem die Nahrung – zum Teil mithilfe kleiner Steinchen – zermahlen wird (vgl. → Kropf)

Muskelspindel

Eine spezialisierte Struktur innerhalb des Skelettmuskels, die die Muskellänge wahrnimmt; liefert über Gruppe-Ia-Axone sensorische Informationen an Neuronen des Rückenmarks; auch als Dehnungsrezeptor bezeichnet.

Muskelspindeln, engl. muscle spindles

in die Skelettmuskeln eingebettete Mechanorezepotoren, die Veränderungen der Muskelstreckung wahrnehmen

Muskeltonus (von lat. tonus für „Spannung“), engl. muscle tonus

geringe muskuläre Grundspannung, die selbst im Ruhezustand des Körpers aufrechterhalten wird

Muskelzuckung, engl. muscle twitch

Reaktion eines Muskels auf einen einzelnen Reiz; Teil der Muskelkontraktion

Musterbildung, engl. pattern formation

in der Embryonalentwicklung der Tiere die definierte räumliche Anordnung einfacherer Strukturen zu komplizierteren Strukturen

Mustererkennung

Mustererkennung befähigt Sportlerinnen und Sportler, relevante Stimuli einer Handlungssituation im Sport nicht nur als einzelne isolierte Objekte, sondern als ganzheitliche Struktur (z. B. eine 3:2:1-Verteidigung im Handball) erkennen zu können.

Mustererkennungsrezeptoren (PRRs) (pattern recognition rerceptors)

Rezeptoren des angeborenen Immunsystems, die gemeinsame Molekülmuster auf der Oberfläche von Krankheitserregern erkennen.

Mustererkennungsrezeptoren (PRRs), engl. pattern recognition receptors

von Zellen der angeborenen Immunabwehr von Tieren und Pflanzen exprimierte Proteine, die an Moleküle von Pathogenen binden, welche → pathogenassoziierte molekulare Muster (PAMPs) enthalten

Mutagen

Quelle: Genetik

(lat. mutare, verändern) Physikalische Einwirkung (Strahlung) oder chemische Verbindung, die Mutationen induziert (7 Abschn. 10.4).

Mutagen (von lat. mutare für „verändern“ und griech. gennan für „erzeugen“), engl. mutagen

ein die Mutationsrate erhöhender Faktor, wie entsprechendeWirkstoffe oder Strahlung

Mutagenese, engl. mutagenesis

das Erzeugen von Mutationen im Erbgut; geschieht entweder ungerichtet wie in der Natur, kann mittels Gentechnik aber auch als gerichtete Mutagenese erfolgen, also als gezielter Austausch bestimmter Nucleotide

Mutation

Quelle: Genetik

(lat. mutare, verändern) Die Veränderung von Genen (7 Kap. 10).

Mutation

Die Kopie der Erbinformation unterscheidet sich vom Original. Penetranz Die Wirkung eines elterlichen Gens bestimmt die Merkmalsausprägung. Doch eine ansonsten dominante auffällige Eigenschaft wird im heterozygoten Individuum nicht immer vollständig ausgebildet: Untersucht man eine Gruppe von Individuen, die alle denselben heterozygoten Genotyp tragen, doch nur ein Teil von ihnen die Auffälligkeit zeigen, dann beschreibt der relative Anteil der auffälligen Individuen den Grad der Penetranz: Vollständig penetrant: 100 %, Unvollständig penetrant:

Mutation, engl. mutation

Veränderung im genetischen Material, die nicht durch Rekombination entstanden ist

Mutterboden

→ Oberboden

Mutualismus

Symbiotische Beziehung zwischen zwei Lebewesen, von der beide einen Nutzen haben, etwa die Beziehung zwischen einem Menschen und seinen normalerweise im Darm vorkommenden (kommensalen) Mikroorganismen.

Mutualismus

Eine Kooperation von Individuen verschiedener Arten, die zum Nutzen aller beteiligten Arten ist. Die Kooperation kann dauerhaft und lebenslang sein (obligat oder symbiotisch) oder nur für eine bestimmte Zeit angelegt sein (fakultativ).

Mutualismus, engl. mutualism

(1) im weiteren Sinn ein Synonym für Symbiose; (2) im engeren Sinn der Überbegriff für eine für beide Partner positive interspezifische Interaktion, wobei die Symbiose eine Spezialform des Mutualismus mit besonders starker gegenseitiger Abhängigkeit und engem körperlichen Kontakt ist (vgl. → Symbiose)

Mx-Proteine (Myxomaresistenzproteine)

Durch Interferon induzierbare Proteine, die erforderlich sind, um die Replikation des Influenzavirus in der Zelle zu verhindern.

Myasthenia gravis

Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper gegen den Acetylcholinrezeptor auf Skelettmuskelzellen die Signalübertragung an neuromuskulären Synapsen blockieren. Die Krankheit führt zu einer langsam an Intensität zunehmenden Ermüdungslähmung und schließlich zum Tod.

Mycel (Plural: Mycelien; von griech. mykes für „Pilz“), engl. mycelium

die Gesamtheit der Hyphen eines Pilzes

Mycophenolat

Inhibitor der Synthese von Guanosinmonophosphat. Es wirkt als cytotoxisches Immunsuppressivum durch schnelles Abtöten von sich rasch teilenden Zellen, etwa von Lymphocyten, die als Reaktion auf ein Antigen proliferieren.

Mycophenolat-Mofetil

Wirkstoffvorstufe für die Behandlung von Krebs, die im Stoffwechsel in Mycophenolat umgewandelt wird, das wiederum als Inhibitor der Inosinmonophosphat-Dehydrogenase wirkt, sodass die Bildung von Guanosinmonophosphat und damit die DNA-Synthese gestört ist.

MyD88

Adaptorprotein bei der Signalübertragung von TLR-Proteinen mit Ausnahme von TLR-3.

Myelin

Eine membranöse Hülle oder Scheide um Axone, die im zentralen Nervensystem durch Oligodendroglia und im peripheren Nervensystem durch Schwann-Zellen gebildet wird.

Myelin, engl. myelin

konzentrisch angeordnete Plasmamembranschichten, die viele Axone von Nervenzellen umhüllen; isoliert die Axone elektrisch, wodurch sich die Geschwindigkeit der Weiterleitung von Nervenimpulsen stark erhöht

Myeloide

Zelllinie der Blutzellen, die alle Leukocyten mit Ausnahme der Lymphocyten umfasst.

myelomonocytische Linie

Angeborene Immunzellen, die aus den myelomonocytischen Vorläuferzellen im Knochenmark hervorgehen, die neutrophilen, basophilen und eosinophilen Zellen sowie Monocyten und dendritische Zellen.

Myeloperoxidase

hypochloridionen-bildendes, lysosomales Enzym

Mykologie engl. mycology

wissenschaftliches Fachgebiet, das sich mit den Pilzen befasst

Mykorrhiza (vom griechischen mykes für „Pilz“ und rhiza für „Wurzel“), engl. mycorrhiza

symbiotische Verbindung zwischen den Wurzeln einer Pflanze und dem Mycel eines Pilzes

MyoD, engl. MyoD

Protein, das vom myoblastendeterminierenden Gen codiert wird; ein Transkriptionsfaktor, der an der Differenzierung der Myoblasten (Vorläuferzellen der Muskelzellen) beteiligt ist

Myofibrille

Eine zylindrische Struktur innerhalb der Skelettmuskelfaser, die als Reaktion auf ein Aktionspotenzial kontrahiert.

Myofibrillen (von griech. mys für „Muskel“ und lat. fibrilla für „kleine Faser“), engl. myofibrils

fadenförmige Längselemente in Muskelfasern, die aus hintereinander angeordneten → Sarkomeren aufgebaut sind

Myofilamente, engl. myofilaments

polymerisierte Einheiten aus Actin oder Myosin in einem → Sarkomer

myogen (von griech. genesis für „Entstehung“), engl. myogenic

im Muskel entstanden

Myoglobin (von griech. mys für „Muskel“ lat. globus für „Kugel“), engl. myoglobin

sauerstoffbindendes Protein in der Muskulatur; besteht aus einer Hämkomponente und einer einzelnen Globinkette und bindet Sauerstoff mit deutlich höherer Affinität als Hämoglobin

Myokardinfarkt, engl. myocardial infarction (MI)

auch als Herzinfarkt oder Herzattacke bezeichnet; Verstopfung einer Arterie, die den Herzmuskel mit Blut versorgt

Myosin

In allen Zellen ein Protein des Cytoskeletts und das in dicken Filamenten der Skelettmuskelfasern hauptsächlich vorkommende Protein; verursacht die Muskelkontraktion durch chemische Wechselwirkung mit Aktin.

Myosin, engl. myosin

eines der beiden kontraktilen Hauptproteine in der Muskulatur; funktioniert als Motorprotein (vgl. → Actin)

„major gene“

Das Gen, das neben anderen Genen hauptsächlich an einer komplexen Merkmalsausprägung beteiligt ist.

„major histocompatibility complex“ (MHC)

Ein Genkomplex, dessen Gene auf Chromosomen in Kopplungsgruppen vorliegen und die genetische Basis für die Immunabwehr von Säugern sind.

„minor gene“

Ein Gen, das neben anderen Genen einen untergeordneten Einfluss auf eine komplexe Merkmalsausprägung ausübt.