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Begriff Erklärung

Nahrung

komplexe Mischung von verschiedenen chemischen Komponenten, die Tiere aus der Umwelt aufnehmen, um sich mit Energie, Baustoffen und anderen essenziellen Stoffen zu versorgen

Nahrungspyramide

ökologische Pyramide; vereinfachte grafische Darstellung der quantitativen Verhältnisse (Biomasse, Energieflüsse) der Trophieebenen einer Lebensgemeinschaft in einem …kosystem

Natrium/Protonen-Austauscher

NHE; Transportprotein (→ Carrier), das durch den Na+-Gradienten über der Plasmamembran angetrieben wird und im Austausch gegen Na+-Ionen metabolisch gebildete Protonen (H+-Ionen) aus dem Cytosol in den Extrazellularraum überführt

negative Rückkopplung

Teilprozess in einem → biologischen Regelkreis; liegt die aktuelle Regelgröße oberhalb des Sollwertes, wird ein negatives Rückkopplungssignal an den Regler weitergegeben, der die Produktion von Signalen vermindert, die die Regelgröße steigern

Nekrophagie

Ernährungsweise, bei der sich Tiere von Leichen anderer Tiere ernähren

Nephron

funktionelle Einheit der Wirbeltierniere

Nernst-Gleichung

Formel zur Berechnung des Gleichgewichtspotenzials für einzelne Ionen zwischen zwei benachbarten Kompartimenten

Nervensystem

Gesamtheit aller Nerven- und Gliazellen in einem Organismus

Netzmagen

auch: Retikulum; Abschnitt des Vormagensystems der Wiederkäuer (Ruminantia)

Neurit

Nervenzellfortsatz

Neuroglobin

sauerstoffbindendes Protein mit Hämgruppe in neuronalen Zellen

Neurohämalorgan

Organ im Tierkörper, in dem Neurone aus ihren synaptischen Endigungen Signalstoffe in die zirkulierende Körperflüssigkeit abgeben

Neurohormon

auch: → Neuropeptid; → Hormon, das aus synaptischen Endigungen von Neuronen (neuroendokrine Zelle, neurosekretorische Zelle) freigesetzt und mit den extrazellulären Körperflüssigkeiten eines Tieres zu seinem Zielgewebe transportiert wird

Neurohypophyse

Hypophysenhinterlappen; ein → Neurohämalorgan

Neuromast

sekundäre Sinneszelle im Seitenlinienorgan von Fischen oder wasserlebenden Amphibien

Neuromer

einem bestimmten Körpersegment zugeordnetes Ganglion des Nervensystems

Neuromodulator

chemischer Stoff, der die Funktion von Nervenzellen beeinflusst, ohne direkt als Transmitter zu wirken

Neuropeptid

auch: → Neurohormon; → Peptidhormon, das aus synaptischen Endigungen von Neuronen (neuroendokrine Zelle, neurosekretorische Zelle) freigesetzt und mit den extrazellulären Körperflüssigkeiten eines Tieres zu seinem Zielgewebe transportiert wird

Neuropil

Konzentration von Nervenfasern und synaptischen Kontakten, ohne neuronale → Somata, typischerweise im Nervensystem von Arthropoden und Mollusken

Neurosekretion

exocytotische Freisetzung von Signalstoffen (→ Neuropeptide, → Neurohormone) aus neuronalen Zellen in die zirkulierende Körperflüssigkeit

Neurotransmitter

extrazellulärer Signalstoff, der durch Vesikelfusion mit der präsynaptischen Membran in den synaptischen Spalt freigesetzt wird und auf der postsynaptischen Membran spezifische Rezeptormoleküle aktiviert

nichtassoziatives Lernen

€nderung der Reaktionsstärke auf einen Reiz (→ Habituation, → Sensitivierung)

Niere

Harnproduktions- und Ausscheidungsorgan der Wirbeltier

nitrosativer Stress

Belastung des zellulären → Metabolismus durch Reaktionsprodukte reaktiver Stickstoffmoleküle in tierischen Zellen

Noxe

jede Art von gefährdender und potenziell schädlicher Substanz bzw. schädigendem Einfluss auf ein Tier

Nozizeption

sensorische Wahrnehmung gewebeschädigender Reize

nucleärer Rezeptor

Rezeptor, der bereits im nichtligandengebundenen Zustand im Kern einer Zielzelle an Hormone-Response-Elemente (HREs) bestimmter Gene gebunden vorliegt und auf die Anlieferung und Bindung einer bestimmten Sorte eines lipophilen Hormonmoleküls wartet, um dann genregulatorische Funktionen zu erfüllen

Nuclease

Enzym, das dem Abbau von → Nucleinsäuren dient

Nucleinsäuren

Polymere aus Nucleotiden, zum Beispiel → Desoxyribonucleinsäure (DNA) oder → Ribonucleinsäure (RNA)

Nucleosidase

Enzym, das die Bindung zwischen Base und Zuckeranteil eines Nucleosids spaltet

Nucleosom

basale Verpackungseinheit der DNA in den Zellkernen eukaryotischer Zellen; Komplex aus DNA und Histonen

Nucleotidase

Enzym, das ein Nucleotid in ein Nucleosid und ein Phosphat spaltet

Nystagmus

periodische Augenbewegungen, oft bestehend aus langsamer Folgebewegung und schneller Rückstellbewegung

neutrophil extracellular trap

Mikroorganismen immobilisierendes, extrazelluläres DNA-Netzwerk

nude-Mutation

Mutation, die zu Haarlosigkeit und einer gestörten Bildung der Stromazellen im Thymus führt, sodass Mäuse mit einer homozygoten Form dieser Mutation über keine reifen T-Zellen verfügen.

Nutraceutical

Sammelbegriff für ein funktionales Lebensmittel mit medizinischer Auslobung

Ängstlichkeit

Angst ist ein momentaner und vorübergehender Zustand, während Ängstlichkeit die generelle Neigung ausdrückt, in verschiedenen Situationen Angst zu erleben.

N-Nucleotide

Nicht in der DNA-Matrize enthaltene Nucleotide, die bei der Umlagerung der Gensegmente von dem Enzym Terminale Desoxyribonucleotidyltransferase in die Verknüpfungsstellen zwischen den Gensegmenten eingefügt werden, welche die V-Regionen der schweren Ketten der Immunglobuline und T-Zell-Rezeptoren codieren. Durch die Translation dieser N-Regionen erhöht sich die Vielfalt dieser Rezeptorketten erheblich.

N-Regionen

→ N-Nucleotide

N-Terminus

Aminoterminus; das die freie Aminogruppe tragende Ende eines Peptids, Polypeptids oder Proteins

Nabelschnur, engl. umbilical cord

aus embryonalen Membranen gebildete Versorgungsleitung des Embryos/Fetus von Säugetieren

nachhaltig, engl. sustainable

Beschreibung für die langfristige, schonende Nutzung von Ökosystemen oder ein entsprechendes Ökosystemmanagement durch den Menschen; gewährleistet, lange von den Gütern und Dienstleistungen des Ökosystems profitieren zu können, ohne dass dieses dabei verändert wird

Nachhyperpolarisation

Die Hyperpolarisation, die der starken Depolarisation der Membran folgt; die letzte Phase eines Aktionspotenzials, in der das Aktionspotenzial negativer ist als das Ruhepotenzial; auch als undershoot bezeichnet.

Nachhyperpolarisation, engl. after-hyperpolarization

ein Abfall des Membranpotenzials unter das normale Ruhepotenzial nach einem Aktionspotenzial

Nackte-Lymphocyten-Syndrom (bare lymphocyte syndrome)

→ MHC-Klasse-I-Defekt, → MHC-Klasse-II-Defekt

Nacktmäuse

→ nude-Mutation

NADH

reduzierte Form von Nicotinamidadenindinucleotid; Cosubstrat bzw Coenzym, welches an oxidativen Synthesen, siehe katabolen Reaktionen und der ATP Gewinnung beteiligt und somit von zentraler Bedeutung für den Stoffwechsel ist

NADPH

reduzierte Form von Nicotinamidadenindinucleotidphosphat; Cosubstrat bzw Coenzym welches an reduktiven Synthesen, siehe anabolen Reaktionen, der ROS-Homöostase und am Aufrechterhalten des Reduktionsniveaus einer Zelle beteiligt und somit von zentraler Bedeutung für den Stoffwechsel ist

NADPH-Reduktase

Enzym mit mehreren Untereinheiten, das in stimulierten Phagocyten in der Membran der Phagolysosomen zusammengesetzt und aktiviert wird. Das Enzym produziert Superoxid in einer sauerstoffabhängigen Reaktion, die man als respiratorischen Burst bezeichnet.

Nährelemente, engl. nutrient elements

chemische Elemente, die von Lebewesen aus ihrer Umgebung aufgenommen werden müssen, um existieren zu können (vgl. → Makronährelemente, → Mikronährelemente)

Nährstoffe, engl. nutrients

(1) von Primärproduzenten aus anorganischen Vorstufen hergestellte organische Moleküle oder die verwertbaren organischen Bestandteile der Nahrung von Konsumenten; (2) Synonym für mineralische → Nährelemente, die Pflanzen für ihrWachstum benötigen

Nährstofflimitierung

Begrenzungsfaktor aufgrund des begrenzten Nährstoffangebots

Nahrungskette

Nahrungsbeziehungen in Form einer linearen Aufreihung der beteiligten Produzenten, Konsumenten und Destruenten

Nahrungskette, engl. food chain

Teil eines Nahrungsnetzes, im häufigsten Fall eine einfache Abfolge von Beutearten und deren Räubern

Nahrungsnetz

komplexes System aus miteinander verbundenen Nahrungsketten

Nahrungsnetz, engl. food web

eine grafische Darstellung der trophischen oder energetischen Beziehungen zwischen den Arten einer Lebensgemeinschaft

Nahrungsvakuole, engl. food vacuole

durch Phagocytose entstandenes, membranumhülltes, besonders großes, sekundäres Lysosom, das bei manchen Einzellern, zum Beispiel Ciliaten, als „Zellmagen“ für die Verdauung dient; wird durch Verschmelzung eines Phagosoms mit primären Lysosomen gebildet (vgl. → Lysosom, → Phagosom)

NAIP2

NLR-Protein, das zusammen mit NLRC4 das PrgJ-Protein des Injektionssystems von Salmonella l.c. Typhimurium Typ III erkennt und als Reaktion auf die Infektion einen Inflammasomsignalweg auslöst.

NAIP5

NLR-Protein, das zusammen mit NLRC4 intrazelluläres Flagellin erkennt und als Reaktion auf die Infektion einen Inflammasomsignalweg auslöst.

naive oder ungeprägte Lymphocyten

T-Zellen oder B-Zellen, die im Thymus oder im Knochenmark ihre normale Entwicklung durchlaufen haben, aber noch nicht von einem fremden (oder körpereigenen) Antigen aktiviert wurden.

naive T-Zellen

Lymphocyten, die noch keinen Kontakt mit ihrem spezifischen Antigen hatten und somit auch noch nie auf ihr Antigen reagiert haben. Darin unterscheiden sie sich von Gedächtnis- oder Effektorlymphocyten.

Narbe

Bezeichnung für das oberste Ende der Fruchtblätter bei den Bedecktsamern; dient der Aufnahme der Pollenkörner

Narbe (Stigma), engl. stigma

der Teil eines Stempels (Pistills) am Ende des Griffels (Stylus) in einer Blüte, der den Pollen aufnimmt und auf dem der Pollen keimt

Narkotika

Anästhetika; pharmazeutische Produkte, die eine Narkose hervorrufen und somit eine reversible Lähmung des Zentralnervensystems bewirken

nasenassoziiertes lymphatisches Gewebe (NALT)

Strukturiertes Lymphgewebe in den oberen Atemwegen beim Menschen. Dieses umfasst den Waldeyer-Rachenring, zu denen die Rachenmandeln, die Gaumen- und die Zungenmandeln gehören, sowie weitere ähnlich strukturierte Lymphgewebe im Rachenraum. NALT gehört zum mucosalen Immunsystem.

Nastie

Pflanzenbewegung; Bewegungsreaktion einer Pflanze auf einen Reiz

Nastie, engl. nastic movement

Scharnierbewegung bei Pflanzen, die in einer morphologisch vorgegebenen Richtung abläuft, sodass die Krümmungsrichtung unabhängig von der Reizrichtung ist. Der Reiz dient nur dem Auslösen der Krümmungsreaktion. Beispiele sind das Fangblatt der Venusfliegenfalle und das Blatt der Mimose. (Gegensatz zu → Tropismus)

naszierend

gerade in der Entstehung, noch nicht ausgereift. Kotranskriptionelle Modifikation werden beispielsweise an einer naszierenden mRNA noch während der Transkription angebracht.

Natalizumab

Humanisierter Antikörper gegen das α4-Integrin. Natalizumab wird bei der Behandlung von Morbus Crohn und multipler Sklerose angewendet und blockiert die Ahäsion der Lymphocyten an das Endothel, um so deren Eindringen in Gewebe zu verhindern.

Natrium-Glucose-Symporter

Transportprotein, das zeitgleich Natriumionen und Glucosemoleküle über eine Membran hinweg befördert

Natrium-Kalium-Pumpe

Eine Ionenpumpe, die unter Einsatz von Adenosintriphosphat als Energiequelle Na+ aus der Zelle entfernt und K+ intrazellulär anreichert.

Natrium-Kalium-Pumpe

Membranpumpe, die für den aktiven Transport von drei Natriumionen im Austausch gegen zwei Kaliumionen jeweils gegen deren Konzentrationsgefälle aus der Zelle sorgt

Natrium/Kalium-Pumpe (Na+/K+-Pumpe), engl. sodium-potassium pump

auch als Natrium/Kalium-ATPase bezeichnet; für den primär aktiven Transport zuständiger Antiporter; transportiert jeweils gegen das Konzentrationsgefälle Natriumionen aus der Zelle und Kaliumionen in die Zelle

natürliche Antikörper

Antikörper, die vom Immunsystem produziert werden, wenn keine erkennbare Infektion vorhanden ist. Sie besitzen ein breites Spezifitätspektrum für körpereigene und mikrobielle Antigene, können mit vielen Krankheitserregern reagieren und das Komplementsystem aktivieren.

natürliche Cytotoxizitätsrezeptoren (NCRs)

Aktivierende Rezeptoren auf NK-Zellen, die infizierte Zellen erkennen und das Abtöten der Zellen durch die NK-Zelle stimulieren.

natürliche interferonproduzierende Zellen

→ plasmacytoide dendritische Zellen

natürliche Killerzellen (NK-Zellen), engl. natural killer cells

Form von Lymphocyten, die virusinfizierte Zellen, einige Tumorzellen sowie mit Antikörpern markierte Zielzellen angreifen

natürliche Killerzellen, NK-Zellen

Eine Form der ILC-Zellen, die bei der angeborenen Immunität gegen Viren und andere intrazelluläre Krankheitserreger sowie bei der → antikörperabhängigen zellvermittelte Cytotoxizität (ADCC) eine wichtige Rolle spielen. NK-Zellen exprimieren aktivierende und inhibitorische Rezeptoren, aber keine antigenspezifischen Rezeptoren der T- und B-Zellen.

natürliche Selektion

von Charles Darwin geprägter Begriff; die Wahrscheinlichkeit des Fortpflanzungserfolgs von Individuen einer Population ist aufgrund der Variation vererbbarer Merkmale nicht gleich, somit werden bestimmte Erbanlagen nicht weitergegeben

natürliche Selektion (natürliche Zuchtwahl), engl. natural selection

der unterschiedliche Fortpflanzungserfolg verschiedener Phänotypen einer Population, der letztendlich zu einer Veränderung der relativen Allelhäufigkeit im Genpool der Population führt; von Charles Darwin postulierter Evolutionsmechanismus

natürliche Zuchtwahl

→ natürliche Selektion

Naturschutzbiologie, engl. conservation biology

integrative Wissenschaftsdisziplin, die Prinzipien der Ökologie, der Ökonomie, der Gesellschaftswissenschaften und der Politik mit dem Ziel vereint, die biologische Vielfalt der Erde durch entsprechende Schutzmaßnahmen zu erhalten

Nauplius

Primärlarve von Krebstieren

Nauplius (von griech. nauplios für „Schalentier“), engl. nauplius

planktonische, bilateralsymmetrische Larve der Krebstiere (Crustaceen)

ncRNA

non-coding RNA.

Nebenhistokompatibilitätsantigene (minor histocompatibility antigens)

Peptide aus polymorphen zellulären Proteinen, die an MHC-Moleküle gebunden sind und zur Transplantatabstoßung führen können, wenn sie von T-Zellen erkannt werden.

Nebenhoden

→ Epididymis

Nebenniere, engl. adrenal gland

oben auf den Nieren gelegene, endokrine Drüsen von Wirbeltieren; besteht aus zwei unterschiedlichen Drüsenteilen, dem Nebennierenmark und der Nebennierenrinde

Nebennierenmark

Das innere Segment der Nebenniere, innerviert durch präganglionäre sympathische Nervenfasern; setzt Adrenalin frei. Auch als adrenale Medulla bezeichnet.

Nebennierenmark, engl. adrenal medulla

Gewebe im Inneren der Nebenniere; sezerniert Adrenalin und Noradrenalin

Nebennierenrinde

Das äußere Segment der Nebenniere; setzt bei Stimulation durch das hypophysäre adrenocorticotrope Hormon Cortisol frei. Auch als adrenaler Cortex bezeichnet.

Nebennierenrinde, engl. adrenal cortex

die äußerste Schicht der Nebenniere; produziert und sezerniert Steroidhormone

Nebenschilddrüse

→ Parathyreoidea

negative Regulation, engl. negative regulation

Form der Genregulation, bei der das Gen normalerweise transkribiert wird; die Bindung eines Repressorproteins verhindert die Transkription (Gegensatz zu → positive Regulation)

negative Rückkopplung, engl. negative feedback

in Regelkreisen eine Information, die eine Abweichung des Systems vom Ausgangspunkt vermindert (Gegensatz zu → positive Rückkopplung)

negative Selektion

Der Vorgang, durch den während der Entwicklung der T-Zellen im → Thymus autoreaktive → Thymocyten aus dem Repertoire entfernt werden. Autoreaktive B-Zellen durchlaufen einen vergleichbaren Prozess im Knochenmark.

negative Selektion, engl. purifying selection

auch als reinigende Selektion bezeichnet; die Eliminierung nachteiliger Merkmale aus einer Population durch die natürliche Selektion (Gegensatz zu → positive Selektion)

Neglekt-Syndrom

Eine neurologische Störung, bei der ein Teil des Körpers oder ein Teil des Gesichtsfeldes vernachlässigt oder unterdrückt wird; am häufigsten assoziiert mit einer Schädigung der parietalen Regionen des Gehirns.

Nekrose

Absterben von Zellen aufgrund von schädlichen Einwirkungen, beispielsweise Nährstoffmangel, physikalische Schädigungen oder Infektionen. Der Prozess unterscheidet sich von der → Apoptose, bei der die Zelle ein inneres (intrinsisches) Programm aktiviert, das zum Zelltod führt, etwa bei Immunzellen, wenn sie keine Überlebenssignale erhalten.

Nekrose (von griech. nekros für „Tod“), engl. necrose

durch von außen einwirkende schädigende Einflüsse wie Verletzungen oder Gifte verursachter, vorzeitiger Zelltod

Nekton

Gesamtheit der im freien Wasserraum lebenden Organismen, die selbst einen Ortswechsel über größere Distanzen durchführen können

Nematocysten (von griech. nema für „Faden“ und kystis für „Blase“), engl. nematocysts

Nesselkapseln, Cniden; komplizierte fadenartige Strukturen in einer Kapsel, die bei Nesseltieren (Cnidariern) von Nesselzellen gebildet werden; dienen hauptsächlich zum Fang und Lähmen der Beute

Nematocyten, engl. nematocytes

auch als Cnidocyten oder Nesselzellen bezeichnet; dem Nahrungserwerb und der Abwehr dienende Zellen der Nesseltiere; enthalten die Nesselkapseln ( → Nematocysten oder Cniden)

Nematode (Fadenwurm)

Kleine weiße Würmchen, die eine feuchte Umwelt bevorzugen. Es sind sehr viele, auch parasitische Arten bekannt.

NEMO

→ IKK

NEMO-Defekt

→ X-gekoppelte hypohidrotische ektodermale Dysplasie mit Immunschwäche

Neocortex

Teil der Großhirnrinde, der aus sechs oder mehr Schichten von Neuronen besteht und nur bei Säugetieren vorkommt.

Neoepitop

Tumorabstoßungsantigen, das durch Mutationen in einem Protein entsteht, das von körpereigenen MHC-Molekülen den T-Zellen präsentiert werden kann.

Neogen

Periode des siehe Känozoikums von vor ca. 23 Mio. Jahren bis vor ca. 2,6 Mio. Jahren

Neomorph

Quelle: Genetik

"Allel, dessen Wirkung sich qualitativ von der des Wildtyps unterscheidet (S. 617); Hetero zygote zeigen üblicherweise die Produkte beider Allele."

Neomorph

Quelle: Genetik

(gr. neos, neu; gr. morphe, Gestalt) Allel, dessen Wirkung sich qualitativ von der des Wildtyps unterscheidet; Heterozygote zeigen üblicherweise die Produkte beider Allele.

neonataler Fc-Rezeptor

→ FcRn

Neotenie (von griech. neo für „neu“, „jung“ und tenein für „ausdehnen“), engl. neoteny

das Beibehalten juveniler oder larvaler Merkmale bei voll entwickelten geschlechtsreifen Organismen

Nephridien

röhrenförmige Exkretionsorgane wirbelloser Tiere, die für den Wasserhaushalt eine Rolle spielen

Nephridien (von griech. nephros für „Niere“), engl. nephridia

röhrenförmige, sich nach außen öffnende Exkretionsorgane bei wirbellosen Tieren, die auch für den Wasserhaushalt eine Rolle spielen ( → Protonephridien, → Metanephridien)

Nephron, engl. nephron

funktionelle Grundeinheit der Wirbeltierniere; besteht aus einem Nierenkörperchen, welches das Ultrafiltrat des Blutes erzeugt und aufnimmt, und einem Tubulus, in dem die Reabsorption und Sekretion bestimmter Stoffe stattfinden

Nephrostom

zum siehe Coelom hin offener Wimpertrichter der siehe Nephridien zahlreicher Gliederfüßer

Nephrostom (von griech. stoma für „Öffnung“), engl. nephrostome

Wimpertrichter eines Nephridiums, durch den Körperflüssigkeit aufgenommen wird

Nepotismus

siehe Altruismus zugunsten von genetisch Verwandten, die keine direkten Nachkommen sind; dadurch wird aber die eigene siehe Fitness indirekt fördert

NER

Nucleotide excicion repair.

neritische Zone, engl. coastal zone

mariner Lebensraum, der sich von der Küstenlinie bis zum Rand des Kontinentalschelfs erstreckt; charakterisiert durch relativ flaches, sehr sauerstoffreiches Wasser sowie variable Temperaturen und variablen Salzgehalt

Nernst-Gleichung

Eine mathematische Beziehung, mit der das Gleichgewichtspotenzial von Ionen errechnet wird.

Nernst-Gleichung

Gleichung zur Berechnung des siehe Ruhemembranpotenzials unter Berücksichtigung der Konzentrationsunterschiede und Ladung einer Ionensorte auf beiden Seiten der Membran

Nernst-Gleichung, engl. Nernst equation

mathematischer Ausdruck zur Berechnung des Potenzials einer Membran, die für einen einzigen Ionentyp permeabel ist, der auf beiden Seiten der Membran in unterschiedlicher Konzentration vorliegt

Nerv

Ein Axonbündel im peripheren Nervensystem.

Nerv, engl. nerve

aus einem Bündel neuronaler Axone und Bindegewebe bestehender Strang

Nervengewebe

Gewebe, welches ausschließlich bei Tieren vorkommt; dient der Aufnahme, Verarbeitung und Leitung exogener und endogen in den Nervenzellen selbst erzeugter Signale

Nervengewebe, engl. nerve tissue

aus Nervenzellen (Neuronen) und Gliazellen bestehender grundlegender Gewebetyp der Tiere

Nervenimpuls

→ Aktionspotenzial

Nervennetz

bezeichnet eine beliebige Anzahl miteinander verbundener siehe Neuronen, die im funktionellen Zusammenhang stehen

Nervennetz, engl. nerve net

diffus im Körper verteilte Nervenzellen mit einem netzartigen Verbindungssystem, ohne Ansatz einer Zentralisierung; bei bestimmten einfach gebauten Tieren, insbesondere den Nesseltieren und Rippenquallen

Nervenwachstumsfaktor (nerve growth factor, NGF)

Ein Neurotrophin, das für den Fortbestand von Zellen des sympathischen Anteils des vegetativen Nervensystems notwendig ist; auch wichtig für die Entwicklung des zentralen Nervensystems.

Nervenzelle

Grundelement des Nervensystems, welches auf Informationsempfang, -weiterleitung und -verarbeitung spezialisiert ist.

Nervenzellmembran

Die etwa 5 nm dicke Begrenzung, die das Innere einer Nervenzelle von der äußeren Umgebung trennt; besteht aus einer Phospholipiddoppelschicht mit darin eingebetteten Proteinen; umschließt intrazelluläre Organellen und Vesikel.

Nesselkapseln

→ Nematocysten

Nesselkapseln (Cnidocysten)

Strukturen der Nesseltiere, die der Feindabwehr und dem Beutefang dienen; die sind in der Epidermis von Quallen und Polypen zu finden.

Nesselzellen (Cnidocyten)

Zellen, die siehe Nesselkapseln enthalten

Nestflüchter, engl. precocial

Tiere, die in einem relativ weit entwickelten Zustand zur Welt kommen und daher sofort relativ unabhängig von ihren Eltern sein können

Nesthocker, engl. altricial

Tiere, die in einem relativ unentwickelten Zustand geboren werden oder schlüpfen und von ihren Eltern umsorgt und gefüttert werden müssen

NET (neutrophile extracellular trap)

Ein Gespinst aus Zellkernchromatin, das von neutrophilen Zellen, die an einem Infektionsherd eine Apoptose durchlaufen, in den Extrazellularraum abgegeben wird. Es dient als Gerüst, das extrazelluläre Bakterien festhält und dadurch die Phagocytose der übrigen Phagocyten unterstützt.

Netrin

Ein Leitmolekül; ein Protein, das durch Zellen an spezifischen Stellen des sich entwickelnden ZNS sezerniert wird; es wirkt auf Axone, abhängig vom Netrinrezeptortyp, der im wachsenden Axon exprimiert wird, entweder anlockend oder abstoßend.

Nettoprimärproduktion

Produktion organischer Substanz durch Photosynthese abzüglich der durch Atmung direkt wieder verstoffwechselten Produktion

Nettoprimärproduktion, engl. net primary production

die Menge der von Primärproduzenten erzeugten Biomasse, die für heterotrophe Konsumenten verfügbar ist. Der Rest der → Bruttoprimärproduktion wird von der Pflanze selbst zwecks Energiegewinnung verbraucht. (vgl. → Primärproduktion, → Primärproduktivität)

Nettoreproduktionsrate (R0), engl. net reproduction rate

die durchschnittliche Zahl von Nachkommen, die ein Individuum einer Population während seiner Lebensspanne hervorbringt

Nettosekundärproduktion, engl. net secondary production

die Menge an Energie oder Biomasse, die Konsumenten durch den Verzehr anderer Organismen in eigene Biomasse umsetzen

Netzhaut

siehe Retina

Netzhaut (Retina)

Eine dünne Zellschicht am Augenhintergrund, die Lichtenergie in neuronale Aktivität umwandelt.

Netzmagen, engl. reticulum

die zweite Kammer des vierkammerigen Magens der Wiederkäuer. Hier und im Pansen wird die Pflanzennahrung, insbesondere die Cellulose, mithilfe von Mikroorganismen vorverdaut.

Netznervatur

netzartige Anordnung der Leitbündel in den Blättern. > Parallelnervatur, > Leitbündel

Neuralleiste

Population von Zellen der Wirbeltiere, die während der Embryonalentwicklung wandern und sich an den Zielorten zu ganz unterschiedlichen Zell- und Gewebetypen differenzieren

Neuralleiste

Das primitive embryonale periphere Nervensystem, das aus dem neuralen Ektoderm besteht und das sich bei der Bildung des Neuralrohrs seitlich abschnürt.

Neuralleiste, engl. neural crest

wird während der Neurulation bei Wirbeltieren aus Zellen gebildet, die von der Neuralplatte weg wandern; hieraus entstehen die Verbindungen des Zentralnervensystems mit dem übrigen Körper

Neuralplatte, engl. neural plate

in der frühen Embryonalentwicklung der Wirbeltiere auf der dorsalen Seite aus Ektoderm entstehende Platte, die von Neuralwülsten begrenzt wird; hieraus entwickelt sich das Zentralnervensystem

Neuralrohr

Das primitive embryonale zentrale Nervensystem, das aus einem Rohr aus neuralem Ektoderm besteht.

Neuralrohr

erstes Entwicklungsstadium des Nervensystems in der Embryonalentwicklung der Chordata

Neuralrohr, engl. neural tube

frühes Entwicklungsstadium des Nervensystems in der Embryonalentwicklung der Wirbeltiere. Das hohle Neuralrohr entsteht durch Schließung der eingefalteten Neuralrinne des dorsalen Ektoderms entlang der anteriorposterioren Körperachse.

Neuraminidase

Protein des Influenzavirus, das Sialinsäure von den Körperzellen abspalten kann, sodass sich das Virus von der Zelle ablösen kann; weit verbreitete Antigendeterminante und ein Angriffsziel für antivirale Neuraminidaseinhibitoren.

Neurit

Ein dünner Fortsatz, der von einem neuronalen Zellkörper ausgeht; es existieren zwei Formen: Axone und Dendriten.

Neurit

→ Axon

Neurit

siehe Axon oder siehe Dendrit einer Nervenzelle

Neuroblast

Ein unreifes Neuron vor der Zelldifferenzierung.

Neurofilament

Ein Typ von Intermediärfilamenten, die in Neuronen vorkommen und einen Durchmesser von 10nm besitzen; ein wichtiger Bestandteil des neuronalen Cytoskeletts.

Neurofilament

intermediäre Filamente in Nervenzellen

Neurohormon

Ein Hormon, das von Neuronen in den Blutstrom freigesetzt wird.

Neurohormon

non Neuronen sezernierter Botenstoff, der an das umgebende Gewebe oder in die Blutbahn abgegeben wird und so seine Zielzellen erreicht

Neurohormon, engl. neurohormone

von Neuronen produziertes und sezerniertes chemisches Signal, das als Hormon wirkt

Neurohypophyse (Hypophysenhinterlappen), engl. posterior pituitary gland

Teil der Hypophyse; leitet sich von Nervengewebe ab; übernimmt die Speicherung und Freisetzung von Adiuretin und Oxytocin

Neurokognition

Die Neurokognition versteht kognitive Leistungen (z. B. Lernen, Denken, Planen, Verstehen usw.) als Ergebnis neuronaler Prozesse, die im Gehirn, oder besser gesagt, im Nervensystem realisiert sind.

Neuroleptikum

Ein antipsychotischer Wirkstoff, der für die Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird und Dopaminrezeptoren blockiert; Beispiele sind Chlorpromazin und Clozapin.

Neuromasten

Sekundäre Sinneszellen des Seitenliniensystems.

Neuromasten

sekundäre Sinneszellen in den siehe Seitenlinienorganen von Fischen und im Wasser lebenden Amphibien

Neuromuskuläre Endplatte

Eine chemische Synapse zwischen dem Axon eines spinalenMotoneurons und einer Skelettmuskelfaser. Auch als motorische Endplatte bezeichnet.

neuromuskuläre Endplatte

motorische Endplatte; Übertragungsstelle der Erregung von einer efferenten Nervenfaser (siehe Motoneuronen) auf die Muskelfaser eines Skelettmuskels

neuromuskuläre Endplatte, engl. neuromuscular junction

Synapse (Kontaktstelle), an der das Axon eines Motoneurons eine Muskelfaserzelle stimuliert (vgl. → motorische Endplatte)

Neuron

Die informationsverarbeitende Zelle des Nervensystems. Die meisten Neuronen verwenden Aktionspotenziale, um Signale über Entfernungen zu leiten, und alle Neuronen kommunizieren über synaptische Signalübertragungen miteinander. Auch als Nervenzelle bezeichnet.

Neuron

auf Erregungsleitung spezialisierte Nervenzelle; Integration der über siehe Dendriten ankommenden Signale, die am Axonhügel siehe Aktionspotenziale auf dem Axon auslösen können

Neuron (von griech. neuron für „Nerv“), engl. neuron

Nervenzelle; Zelle des Nervensystems, die über Dendriten einlaufende elektrische Potenziale integrieren, am Axonhügel Aktionspotenziale erzeugen, diese entlang des Axons zu einer Synapse weiterleiten und dort die Information auf eine andere Zelle übertragen kann

Neuronale Korrelate des Bewusstseins

Merkmale in der Aktivität von Nervenzellen, die mit spezifischen bewussten Wahrnehmungen assoziiert sind.

Neuronale Vorläuferzelle

Eine unausgereifte Nervenzelle vor der Differenzierung.

neuronales Netz, engl. neural network

organisierte Gruppe von Nervenzellen mit drei funktionellen Kategorien von Neuronen – afferenten Neuronen, Interneuronen und efferenten Neuronen; ist zur Informationsverarbeitung in der Lage

Neuronendoktrin

Das Konzept, dass das Neuron die elementare Funktionseinheit des Gehirns ist und dass Neuronen miteinander über die Herstellung von Zell-Zell-Kontakten kommunizieren, aber nicht kontinuierlich verbunden sind.

Neuronentheorie

mittlerweile bewiesene Annahme, dass das Nervensystem aus einzelnen, autonomen, physisch getrennten, aber miteinander interagierenden Zellen besteht und nicht aus einem kontinuierlichen Netzwerk miteinander verbundener Fasern

Neuronenverband (cell assembly)

Eine Gruppe von gleichzeitig aktiven Neuronen, die ein Objekt im Gedächtnis repräsentiert.

Neuropeptid

(1) Sammelbezeichnung für eine große Zahl von Peptiden, die in verschiedenen, z. T. nur sehr kleinen Arealen des Zentralnervensystems lokalisiert sind; (2) Signalstoff

Neuropharmakologie

Das Forschungsgebiet, das die Wirkung von Medikamenten und Drogen auf das Gewebe des Nervensystems untersucht.

Neurosekretorische Zelle

Ein kleines Neuron des medialen und periventrikulären Hypothalamus, das hypophyseotrope Peptidhormone in den hypothalamisch-hypophysären Pfortaderkreislauf sezerniert, um die Freisetzung von Hormonen aus dem Hypophysenvorderlappen zu stimulieren oder zu inhibieren.

Neurotoxin

Nervengift; Bezeichnung für Substanzen, die in erster Linie schädigend auf das Nervensystem wirken

Neurotransmitter

Eine chemische Substanz, die durch ein präsynaptisches Element nach Stimulierung freigesetzt wird und postsynaptische Rezeptoren aktiviert.

Neurotransmitter

Botenstoffe, die in den präsynaptischen Spalt der Nervenzelle abgegeben werden und die Erregungsleitung auf die nachfolgende Nervenzelle übertragen

Neurotransmitter, engl. neurotransmitter

der in einem Neuron (der präsynaptischen Zelle) produzierte und in den synaptischen Spalt abgegebene chemische Überträgerstoff, der die folgende (postsynaptische) Zelle anregt oder hemmt

Neurotrophin

Ein Mitglied einer Familie von ähnlichen trophischen neuronalen Faktoren, einschließlich des Nervenwachstumsfaktors und des brain-derived neurotrophic factor (BDNF).

Neurulation

Bildung eines siehe Neuralrohrs bei Chordatieren

Neurulation

Die Bildung des Neuralrohrs aus dem neuralen Ektoderm während der embryonalen Entwicklung.

Neurulation, engl. neurulation

Entwicklungsstadium der Wirbeltiere, in dessen Verlauf sich das dorsal gelegene Neuralrohr bildet

Neuston

Lebensgemeinschaft von Organismen, welche in einer dünnen Schicht direkt unter der Wasseroberfläche leben.

neutrale Mutation, engl. neutral mutation

Mutation, bei der im Gegensatz zur → stillen Mutation ein Aminosäureaustausch stattfindet, der jedoch keinen Einfluss auf die Proteinfunktion hat

neutrales Allel, engl. neutral allele

Allel, das die Funktion des Proteins, das von dem betreffenden Gen codiert wird, nicht verändert

Neutralisation

Reaktion einer Säure mit einer Base, wobei sich diese in ihren Wirkungen gegenseitig aufheben

neutralisierende Antikörper

Antikörper, welche die Infektiosität eines Virus oder die Toxizität eines Giftstoffs hemmen.

neutralisierende Antikörper

Antikörper, welche die Infektiosität eines siehe Pathogens oder die Wirkung eines Toxins neutralisieren und somit inaktivieren

Neutralisierung

Hemmung der Infektiosität eines Virus oder der Toxizität eines Toxinmoleküls durch die Bindung von Antikörpern.

Neutralmodell, engl. neutral model

auch als Lotteriemodell bezeichnet; eine Hypothese, der zufolge die Artenvielfalt in einer Biozönose durch eine Art Lotterie aufrechterhalten wird, wobei die Ressourcen, die durch die Auswirkungen von Störungen, Stress oder Prädation verfügbar gemacht werden, von den Individuen verschiedener Arten nach dem Zufallsprinzip genutzt werden

Neutraltheorie, engl. neutral theory

Theorie der molekularen Evolution, der zufolge die meisten Punktmutationen die codierte Aminosäure nicht verändern, daher auch keiner Selektion unterliegen und sich derartige stille Mutationen in einer Population anreichern. Das Ausmaß der Anreicherung hängt von der Mutationsrate und der Gendrift ab.

Neutron, engl. neutron

elektrisch neutrales Elementarteilchen der Materie (d. h. ein Teilchen ohne elektrische Ladung) mit der atomaren Masseneinheit von näherungsweise 1; eines der drei Elementarteilchen neben Protonen und Elektronen

Neutropenie

Anormal niedrige Zahl von neutrophilen Zellen im Blut.

neutrophile Zellen

Die häufigsten weißen Blutzellen im peripheren Blut des Menschen. Sie besitzen einen stark gelappten Kern und Granula, die sich mit neutralen Farbstoffen anfärben lassen. Sie dringen in infizierte Gewebe ein, nehmen extrazelluläre Krankheitserreger auf und töten sie.

neutrophile Zellen, engl. neutrophil cells

häufig vorkommender, kurzlebiger und phagocytierender Typ von Leukocyten, die mit Antikörpern bedeckte Antigene angreifen

Neutrophilen-Elastase

Proteolytisches Enzym, das in den Granula der neutrophilen Zellen gespeichert wird und bei der Prozessierung von antimikrobiellen Peptiden eine Rolle spielt.

Next Generation Sequencing

NGS, umfasst moderne Methoden zur Sequenzierung (Illumina, 454…), bei denen Genome oder zu untersuchende Sequenzen oft zunächst vervielfältigt und fragmentiert werden. Die unzähligen Fragmente werden gleichzeitig sequenziert und schließlich wieder durch Überlappung zu einer Konsensussequenz zusammengefügt.

Next-Generation Sequencing

auch Hochdurchsatzsequenzierung genannt; ermöglicht die parallele Sequenzierung einer großen Anzahl an Sequenzen oder Proben; man unterscheidet zwischen Sequencing-by-Synthesis und Pryosequencing

NFκB

Heterodimerer Transkriptionsfaktor, der durch die Stimulation von Toll-like-Rezeptoren und Signale von Antigenrezeptoren aktiviert wird. Er besteht aus den beiden Untereinheiten p50 und p65.

NFATs (nuclear factors of activated T cells)

Familie von Transkriptionsfaktoren, die als Reaktion auf eine erhöhte Calciumkonzentration im Cytoplasma aktiviert werden, was wiederum eine Folge von Signalen der Lymphocytenantigenrezeptoren ist.

Nfil3

Transkriptionsfaktor, der während der Entwicklung von einigen Typen der Immunzellen, etwa bestimmter Typen von NK-Zellen, eine wichtige Rolle spielt.

NGF

Siehe Nervenwachstumsfaktor.

NHEJ

→ Verknüpfung nichthomologer Enden

NHEJ

Non-homologous-end-joining.

nicht codierende Kontrollregionen (intergenic control regions)

Nichtcodierende Abschnitte zwischen den Genen, die deren Expression und Umstrukturierung steuern, indem sie mit Transkriptionsfaktoren und chromatinmodifizierenden Proteinen interagieren.

Nicht-REM-Schlaf

→ Tiefschlaf

nicht-synonyme Substitution

Mutation innerhalb eines Gens, deren Basenaustausch beim Protein die Aminosäurenkette verändert. Eine Aminosäure wird durch eine andere ersetzt.

Nichtassoziatives Lernen

„Als nichtassoziatives Lernen bezeichnet man die Verhaltensänderung, die im Laufe der Zeit als Reaktion auf einen einzelnen Reiz auftritt“ (Bear et al. 2007, S. 867). Zum nichtassoziativen Lernen gehören die Habituation (Anpassung durch wiederholte identische Reizung), die Sensitivierung (Zunahme der Reaktion auf einen Standardreiz als Folge eines zwischengeschalteten Störreizes) und die Dishabituation oder Entwöhnung (Zunahme der Reaktion auf einen Standardreiz als Folge eines Fremdreizes bzw. Auslösung einer zuvor durch Habituation verminderten oder vollständig ausbleibenden Verhaltensreaktion).

Nichtassoziatives Lernen

Eine Verhaltensänderung, die mit der Zeit als Reaktion auf einen einzelnen Reiz auftritt; man unterscheidet zwei Formen: Habituation und Sensitisierung.

Nichtdeklaratives Gedächtnis

Das Gedächtnis für Fähigkeiten, Gewohnheiten, emotionale Reaktionen und einige Reflexe.

nichtdepletierende Antikörper

Immunsuppressive Antikörper, welche die Funktion von Zielproteinen auf den Zellen blockieren, ohne dass die Zellen dadurch zerstört werden.

nichtkanonischer NFκB-Signalweg

Signalweg für die Aktivierung von NFκB, der sich von dem Signalweg unterscheidet, der durch Signale von Antigenrezeptoren aktiviert wird. Der alternative Weg führt zur Aktivierung der NFκB-induzierenden Kinase (NIK), die wiederum die IκB-Kinase ? (IKK?) aktiviert. Dadurch wird die Spaltung der NFκB-Proteinvorstufe p100 ausgelöst und die aktive p52-Untereinheit freigesetzt.

nichtkanonisches Inflammasom

Alternative Form des Inflammasoms, die nicht von Caspase 1, sondern von Caspase 11 (bei Mäusen) oder Caspase 4 oder 5 (beim Menschen) abhängt.

nichtklassische MHC-Gene

Eine Klasse von Proteingenen im MHC-Locus, deren Produkte mit MHC-Klasse-I-Molekülen verwandt, aber nicht so hochgradig polymorph sind und nur eine begrenzte Zahl von Antigenen präsentieren.

nichtkompetitive Hemmung, engl. noncompetitive inhibition

Blockierung eines Enzyms durch Bindung eines Hemmstoffs außerhalb des aktiven Zentrums. Dadurch wird die Konformation des Enzyms so verändert, dass das Substrat nicht mehr binden kann. (Gegensatz zu → kompetitive Hemmung)

nichtkompetitiver Inhibitor, engl. noncompetitive inhibitor

Hemmstoff, der an einen Bereich des freien, nicht mit Substrat besetzten Enzyms bindet, der nicht dem aktiven Zentrum entspricht (im Gegensatz zu → kompetitiver Inhibitor, → unkompetitiver Inhibitor)

nichtmethylierte CpG-Dinucleotide

Während die Genome der Säuger in den CpGSequenzen einen hohen Anteil an methylierten Cytosinresten aufzuweisen haben, ist die nichtmethylierte CpG-Sequenz eher ein Merkmal der bakteriellen Genome. CpG wird im Endosom von TLR-9 erkannt.

nichtproduktive Genumlagerungen

→ unproduktive Genumlagerungen

nichtribosomales Peptid

Bezeichnung für ein Peptid, welches nicht an siehe Ribosomen synthetisiert wurde, sondern als Sekundärmetabolit durch nichtribosomalen Peptid-Synthetasen (NRPS); siehe Microcystin

nichtsynonyme Mutationen

siehe Punktmutation, welche bewirkt, dass das betreffende siehe Codon eine andere Aminosäure codiert

nichtsynonyme Substitution, engl. nonsynonymous substitution

Veränderung eines Gens durch Austausch eines Nucleotids, wobei das betreffende Codon durch den Austausch nun eine andere Aminosäure codiert (z. B. wird bei der Mutation von AGC in AGA statt Serin Arginin eingebaut) (Gegensatz zu → synonyme Substitution)

nichtzufällige Paarung, engl. nonrandommating

Auswahl der Geschlechtspartner aufgrund eines bestimmten Merkmals oder einer Gruppe von Merkmalen

nichtzyklischer Elektronentransport, engl. noncyclic electron transport

Elektronenfluss während der Lichtreaktion der Photosynthese, der ATP, NADPH und Sauerstoff (O2) produziert

Nicotiana tabacum – Tabak

Solanaceae

Nicotinamiddinucleotid

siehe NADH

Nicotinamiddinucleotidphosphat

siehe NADPH

nicotinerger Acetylcholinrezeptor

ligandengesteuerter Ionenkanal mit Agonist siehe Acetylcholin; Vorkommen in Muskel und Neuronen

Nieren, engl. kidneys

paarige Exkretionsorgane von Wirbeltieren

Nierenarterie, engl. renal artery

Die Hauptarterie, welche die Nieren versorgt

Nierenkanälchen, engl. renal tubule

Bestandteile des Nephrons, die den aus dem Blut filtrierten Primärharn sammeln, bestimmte Ionen, Nährstoffe und Wasser resorbieren und diese wieder dem Blut zuführen; überschüssige Ionen und Abfallprodukte wie Harnstoff werden zur Ausscheidung aus dem Körper in dem Maß konzentriert, wie Wasser abgegeben werden soll

Nierenpyramiden, engl. renal pyramids

Strukturen des Nierenmarks, die in das Nierenbecken ragen und den Urin dorthin abgeben; von dort gelangt er dann in die Harnröhre

Nierenvene, engl. renal vein

die Hauptvene, die das Blut von der Niere wegführt

Nikotinischer Acetylcholinrezeptor

Eine Klasse von acetylcholinabhängigen Ionenkanälen, die an verschiedenen Stellen, insbesondere am Übergang zwischen Neuron und Muskel, zu finden sind.

Nische

Gesamtheit der abiotischen und biotischen Faktoren, die für eine Art zum Überleben und Fortpflanzen notwendig sind

Nische

→ ökologische Nische

Nissl-Farbstoff

Eine Klasse von basischen Farbstoffen, die die Somata von Neuronen anfärben; benannt nach ihrem Entdecker, dem deutschen Histologen Franz Nissl (1860-1919).

Nitrat

wasserlösliches deprotoniertes Anion der Salpetersäure; es ist der wichtigste Stickstofflieferant für siehe photoautotrophe Pflanzen und wird durch das Umsetzen stickstoffhaltiger Substanzen mithilfe von nitrifizierenden Prokaryoten im Boden und in Gewässern produziert

Nitratatmung

Form der siehe anaeroben Atmung bei Prokaryoten, bei der Nitrationen statt Sauerstoffmoleküle als Elektronenakzeptoren fungieren

Nitratreduktion, engl. nitrate reduction

Vorgang, bei dem Nitrat (NO3-) zu Ammoniak (NH3<(sub>) reduziert wird

Nitrifikation

Oxidation von Ammoniak bzw. Ammonium oder -Nitrat durch Prokaryoten; Form der siehe aeroben Atmung

Nitrifikation, engl. nitrification

von chemoautotrophen Bakterien (Nitrifizierern) im Boden und im Meerwasser durchgeführte Oxidation von Ammoniak (NH3<(sub>)) zu Nitrationen (NO3-)

Nitrifizierer, engl. nitrifiers

Prokaryoten, die Ammoniak in Nitrat umwandeln

Nitrogenase

Multienzymkomplex, der die schrittweise Reduktion von molekularem Stickstoff (N2) zu Ammoniak (NH3) katalysiert

Nitrogenase, engl. nitrogenase

Enzymkomplex bei stickstofffixierenden Organismen, der die schrittweise Reduktion von atmosphärischem Stickstoff (N2) zu Ammoniak (NH3) katalysiert; unterliegt einer starken Hemmung durch Sauerstoff

Nivolumab

Anti-PD-1-Antikörper des Menschen; wird bei der Behandlung von metastasierenden Melanomen zur Checkpoint-Blockade angewendet.

NK-Zell-Rezeptor-Komplex (NKC)

Cluster von Genen, die eine Familie von Rezeptoren der NK-Zellen codieren.

NK-Zellen

→ natürliche Killerzellen

NKG2

Familie von C-Typ-Lektinen, die bei den NK-Zellen eine der Untereinheiten in den Rezeptoren der KLR-Familie beisteuern.

NKG2D

Aktivierender C-Typ-Lektin-Rezeptor auf NK-Zellen, cytotoxischen T-Zellen und γ:δ-T-Zellen, der die Stressproteine MIC-A und MIC-B erkennt.

NLRC4

Vertreter der NLR-Familie, der mit NAIP2 und NAIP5 zusammenwirkt.

NLRP-Familie

Gruppe von 14 NOD-like-Rezeptoren (NLRs), die eine Pyrindomäne enthalten und bei der Bildung des Inflammasomsignalkomplexes eine Rolle spielen.

NLRP3

Protein aus der Familie der intrazellulären NOD-like-Rezeptoren, die eine Pyrindomäne enthalten. NLRP3 wirkt als Sensor für zelluläre Schädigungen und ist Bestandteil des Inflammasoms. Eine andere Bezeichnung ist NALP3.

NMDA-Rezeptor

Ein Subtyp der Glutamatrezeptoren; ein glutamatabhängiger Ionenkanal, der für Na+, K+ und Ca2+ durchlässig ist. Der einwärtsgerichtete Ionenstrom durch den N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor ist spannungsabhängig, da bei negativem Membranpotenzial Magnesium den Durchtritt blockiert.

NMDA-Rezeptor

Rezeptorionenkanal, der maßgeblich an Lernprozessen der Vertebraten beteiligt ist (siehe Langzeitpotenzierung)und durch den Neurotransmitter Glutamat aktiviert wird (erste Bedingung); ein Magnesiumion, das den Kanal verschließt, wird erst durch eine Depolarisation der Postsynapse entfernt (zweite Bedingung); dann ist der Kanal lange offen und besitzt eine hohe Calciumleitfähigkeit

NOD-like-Rezeptoren (NLRs)

Große Familie von Proteinen, die eine nucleotidbindende Oligomerisierungsdomäne (NOD) enthalten, die mit verschiedenen anderen Domänen assoziiert ist. Diese Rezeptoren können Mikroorganismen und Anzeichen für zellulären Stress erkennen.

NOD-Unterfamilie

Untergruppe der NLR-Proteine, die eine CARD-Domäne enthalten, welche stromabwärts gerichtete Signale überträgt.

NOD1, NOD2

Proteine der NOD-Unterfamilie in der Zelle, die eine LRR-Domäne enthalten, welche an Bestandteile von Mikroorganismen bindet, wodurch der NFκB-Weg aktiviert wird und Entzündungsreaktionen ausgelöst werden.

Nodium

"Knoten; Bereich des Sprosses, an dem die Blätter inserieren. > Blatt, > Internodium, > Spross"

Nodium (Plural: Nodien; von lat. nodus für „Knopf“, „Knoten“), engl. node

Knoten; der manchmal verdickte Bereich des Sprosses, an dem bei Pflanzen ein Blatt ansitzt

Nodulation

Bildung von Knöllchen an den Wurzeln von Pflanzen durch symbiontische stickstoffbindende Bakterien

Nominalskala

Ein Merkmal hat eine überschaubare Anzahl von qualitativen Ausprägungen. Wir können somit die Objekte entsprechend ihrer Ausprägung gruppieren. Bei der Einteilung in Kategorien (Ausprägungsformen) sind keine Zwischenstufen zugelassen – die gebildeten Kategorien sind diskret. Beispiel: Personen, die nach dem Genotyp eines variablen Locus klassifiziert werden.

Non-coding RNA

ncRNA, Sammelbegriff für alle RNAs, die nicht für Proteine codieren (rRNAs, snoRNAs, lncRNAs, miRNAs, piRNAs, siRNAs…). Betrifft in der Regel nur eukaryotische RNAs.

Non-Flag Error (NFE)

Der Assistent oder die Assistentin zeigt kein Abseits an, obwohl Abseits vorliegt.

Non-homologous-end-joining

NHEJ, zellulärer Reparaturmechanismus für Doppelstrangbrüche, bei denen keine komplementären Überhänge zur Verfügung stehen. Verläuft nicht fehlerfrei und führt daher oft zu Mutationen.

Non-REM Schlaf

umfasst vier Stadien unterschiedlich tiefen Tiefschlafs ohne Augenbewegungen hinter den geschlossenen Lidern

Non-REM-Schlaf

Eine Schlafphase, die durch große und langsame EEG-Wellen, weniger intensive Träume und den teilweisen Verlust der Muskelspannung gekennzeichnet ist. Siehe auch REM-Schlaf.

Nonamer

Konservierte DNA-Sequenz aus neun Nucleotiden in den Rekombinationssignalsequenzen (RSSs), welche die Gensegmente in den T-Zell-Rezeptor- und Immunglobulinloci flankieren.

Nondisjunction

Quelle: Genetik

(lat. disjunctio, Verteilung) Nichttrennung von Chromatiden oder homologen Chromosomen während Mitose oder Meiose (S. 486).

Nondisjunction

Quelle: Genetik

(lat. disjunctio, Verteilung) Nichttrennung von Chromatiden oder homologen Chromosomen während Mitose oder Meiose.

Nondisjunktion, engl. nondisjunction

Fehler während der Meiose II oder der Mitose, wobei sich die Schwesterchromatiden nicht trennen, oder unterbleibende Auftrennung der beiden homologen Chromosomen bei der Meiose I; führt zu Aneuploidie

NonM-nonP-Ganglienzelle

Eine Ganglienzelle in der Netzhaut, die nach ihrer Zellmorphologie und den Reaktionen weder vomM- noch vom P-Typ ist. Von den zahlreichen Zelltypen dieser Klasse sind einige bekannt, die empfindlich für verschiedene Wellenlängen des Lichts sind.

Nonsense-Mutation

Eine siehe Punktmutation in einem proteincodierenden Gen, die zur Einführung eines siehe Stoppcodons anstelle eines Aminosäurecodons der entsprechenden mRNA und damit zum vorzeitigen Abbruch der Synthese des entsprechenden Proteins führt

Nonsense-Mutation, engl. nonsense mutation

Unsinnmutation; Veränderung der Gensequenz, die dazu führt, dass die Synthese des Polypeptids vorzeitig abgebrochen wird, weil ein Codon für eine Aminosäure durch Austausch einer Base in ein Stoppcodon umgewandelt wurde (Gegensatz zu → Missense-Mutation, → Frameshift-Mutation, → stille Mutation)

Nonsense-Substitution, engl. nonsense substition

Veränderung in einem Gen durch den Austausch eines Nucleotids, der zum vorzeitigen Abbruch der Translation führt, weil eines der Codons in ein Stoppcodon umgewandelt wurde (Gegensatz zu → synonyme Substitution)

Noradrenalin

Ein Catecholamin-Neurotransmitter, der aus Dopamin synthetisiert wird. Auch als Norepinephrin bezeichnet.

Noradrenalin

körpereigener Botenstoff, der als Stresshormon und siehe Neurotransmitter wirkt; Bildungsorte sind das Nebennierenmark und das Nervensystem (Neuronen des Locus caeruleus)

Noradrenalin, engl. norepinephrine

auch als Norepinephrin bezeichnet; Neurotransmitter, der im Zentralnervensystem und an den postganglionären sympathischen Nervenendigungen wirkt

Noradrenerg

Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Noradrenalin bilden und freisetzen.

Norepinephrin

→ Noradrenalin

Normalverteilung

Mathematische Funktion, die die Häufigkeitsverteilung eines messbaren Merkmals beschreibt. Die Funktion ist eindeutig durch ihren Mittelwert und Standardabweichung definiert, sie ist symmetrisch und der Flächeninhalt unter der Kurve ist gleich 1 (> Gaußsche-Glockenkurve).

Normative Konformität

Menschen passen ihre Urteile an die Urteile anderer an, weil sie eine Verhaltensvorschrift wahrnehmen, möglichst einheitlich zu urteilen.

Northern Blot

Eine Methode bei der mittels Elektrophorese RNAs aus einem Gel auf eine Membran übertragen werden. Die Membran kann anschließend mit DNA-Sonden oder Antikörpern weiter bearbeitet werden.

Notochord

→ Chorda dorsalis

Nozizeption

Empfindung drohender oder erfolgter Gewebeverletzung; daraus kann eine subjektive Schmerzwahrnehmung entstehen

Nozizeptor

fast allen Organen vorkommende spezialisierte Nervenendigung zur Aufnahme und Weitermeldung drohender oder erfolgter Gewebeschäden

Nozizeptor

Jede Rezeptorzelle, die selektiv für potenziell schädliche Reize ist; kann auch dieWahrnehmung von Schmerz einschließen.

NS1 (Nichtstrukturprotein 1)

Protein des Influenza-A-Virus, welches das zwischengeschaltete Signalprotein TRIM25 stromabwärts der Virussensoren RIG-I und MDA-5 hemmt, sodass das Virus der angeborenen Immunität entkommt.

Nucleasen, engl. nucleases

Verdauungsenzyme, die Nucleinsäuren spalten

Nuclei pontis

Siehe Brückenkerne.

Nucleinsäurehybridisierung, engl. nucleic acid hybridization

Technik, bei der eine einzelsträngige Nucleinsäuresonde hergestellt wird, die komplementär zu einer Zielsequenz – DNA oder RNA – ist und an diese bindet. Das so entstandene doppelsträngige Molekül ist ein Hybrid.

Nucleinsäuren

aus siehe Nucleotiden aufgebaute Polymere, die genetische Informationen speichern, übertragen und exprimieren können, wie beispielsweise Ribonucleinsäure (RNA) und Desoxyribonucleinsäure (DNA)

Nucleinsäuren, engl. nucleic acids

Kernsäuren; aus zahlreichen Nucleotiden aufgebaute Polymere, die auf die Speicherung, Übertragung und Expression der genetischen Information spezialisiert sind. Beispiele für Nucleinsäuren sind Ribonucleinsäure (RNA) und Desoxyribonucleinsäure (DNA).

Nucleoid

Kernäquivalent; nicht von einer Kernmembran umgebener Bereich in prokaryotischen Zellen, der die Chromosomen enthält

Nucleoid, engl. nucleoid

Kernäquivalent; Region, die bei prokaryotischen Zellen die Chromosomen enthält; im Gegensatz zum Kern eukaryotischer Zellen nicht von einer Membran umgeben

Nucleolus

kugelförmige Funktionsstruktur in eukaryotischen Zellen, Ort der Synthese der Prä-Ribosomen

Nucleolus, engl. nucleolus

kleines, im Allgemeinen kugeliges Körperchen im Kern eukaryotischer Zellen; Ort der Synthese ribosomaler RNA; tritt je nach Zelltyp auch in Mehrzahl oder Vielzahl auf

Nucleomorph

bei den Algen-Abteilungen Cryptophyta und Chlorarachniophyta vorkommendes, stark reduziertes kernartiges Gebilde in den sekundären Plastiden

Nucleoplasma, engl. nucleoplasma

Kernplasma; flüssige Substanz innerhalb der Kernhülle einer Zelle; enthält sämtliche Einschlüsse wie Chromosomen, Nucleoli und andere partikuläre Bestandteile

Nucleosid, engl. nucleoside

ein Nucleotid ohne Phosphatgruppe; ein Zucker mit daran gebundener Stickstoffbase

Nucleosom

einen Komplex aus DNA und Histonen

Nucleosom

aus siehe Histonen und DNA aufgebaute Struktur; Untereinheit der Chromatinstruktur

Nucleosom, engl. nucleosome

aus DNA und Histonen aufgebaute Grundeinheit eines eukaryotischen Chromosoms (jedes Chromosom besteht aus vielen einzelnen Nucleosomen)

Nucleotid, engl. nucleotide

Baustein der Nucleinsäuren; besteht aus einem Pentosezucker, einer stickstoffhaltigen Base und einer Phosphatgruppe

Nucleotidaustausch, engl. nucleotid substitution

der Austausch eines Basenpaares gegen ein anderes in einer DNA-Sequenz

nucleotidbindende Oligomerisierungsdomäne (NOD)

Konservierte Domäne, die ursprünglich in ABC-(ATP-binding cassette-)Transportern entdeckt wurde und in zahlreichen Proteinen vorkommt, aber auch die Homooligomerisierung von Proteinen bewirkt.

Nucleotide

monomere Grundbausteine der siehe Nucleinsäuren; bestehen aus einer stickstoffhaltigen Base, einem Pentosezucker und einem Phosphatrest

Nucleotide excicion repair

NER, ein Reparaturmechanismus bei größeren Einzelstrang-Mutationen, die beispielsweise die Konformation der DNA betreffen. Dabei werden von dem betroffenen Strang Oligonukleotide von etwa 30 nt Länge entfernt und die Lücke nach Vorlage des Gegenstranges wieder aufgefüllt.

Nucleus

Zellkern; von einer doppelten Membran umgebenes Organell, in dem sich ein Großteil der DNA der Zelle befindet; kommt nur in eukaryotischen Zellen vor

Nucleus (von lat. nux für „Kern“ oder „Nuss“), engl. nucleus

(1) in Zellen: zentral in der eukaryotischen Zelle gelegenes Kompartiment, das von einer doppelten Membran (der Kernhülle) umgeben ist und die Chromosomen enthält; (2) im Gehirn: eine deutlich abgegrenzte Gruppe von Neuronen mit bestimmten Eigenschaften oder Funktionen

Nucleus arcuatus

Ein Kern in der periventrikulären Region des Hypothalamus, der eine große Zahl von Neuronen enthält, die für Veränderungen des Leptinspiegels empfindlich sind, und der an der Regulation des Energiehaushalts beteiligt ist.

Nucleus arcuatus, engl. arcuate nucleus

eine Gruppe von Neuronen im Hypothalamus, die zahlreiche Neuropeptide produzieren und an der Regulation des Appetits beteiligt sind

Nucleus caudatus

Ein Teil der Basalganglien, beteiligt an der Kontrolle der Motorik.

Nucleus caudatus

Kerngebiet im siehe Endhirn, das zu den Basalganglien zählt

Nucleus gustatorius

Siehe Geschmackskern.

Nucleus olivaris inferior

Siehe untere Olive.

Nucleus olivaris superior

Siehe obere Olive.

Nucleus paraventricularis

Eine Region des Hypothalamus, die an der Regulation des vegetativen Nervensystems beteiligt ist und die Sekretion des Schilddrüsensteuerhormons und des adrenocorticotropen Hormons aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert.

Nucleus ruber

Siehe roter Kern.

Nucleus ruber

roter Kern; Ansammlung von Nervenzellen im siehe Mittelhirn; kontrolliert Muskeltonus und Haltung während der Lokomotion

Nucleus subthalamicus

Siehe subthalamischer Kern.

Nucleus tractus solitarii

Ein Kern des Hirnstammes, der sensorischen Eingang erhält; dieser wird verwendet, um vegetative Funktionen wie Atmung und Blutdruck über austretende Signale in Richtung anderer Hirnstamm- und Vorderhirnkerne und zum Hypothalamus zu koordinieren.

Nucleus tractus solitarii

Kern des siehe Hirnstamms, der auf starke Reizung der Bitterrezeptoren Erbrechen und auf Reizung der Süßrezeptoren Insulinausschüttung bewirkt

Nucleus ventralis lateralis (VL-Kern)

Ein Kern des Thalamus, der Informationen aus den Basalganglien und des Kleinhirns auf den Motorcortex umschaltet.

Nucleus ventralis posterior (VP-Kern)

Der wichtigste Umschaltkern des Thalamus im somatosensorischen System.

Nucleus ventralis posteromedialis (VPM-Kern)

Der Teil des Nucleus ventralis posterior des Thalamus, der somatosensorischen Eingang vom Gesicht erhält, einschließlich der Afferenzen von der Zunge.

Nuclid

→ Isotop

Nuklease

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Enzym, das Nukleinsäuren (DNA, RNA) abbaut.

Nuklease

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Enzym, das Nukleinsäuren (DNA, RNA) abbaut.

Nukleinbasen

Basen.

Nukleinsäure

Die Bausteine dieser Riesenmoleküle sind Nukleotide, diese sind eine Verbindung der vier Basen Adenin, Cytosin, Guanin, Thymin (im Fall von DNA) oder Uracil (im Fall von RNA) mit einem Zucker und Phosphatrest.

Nukleoid

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Kernäquivalent bei Prokaryoten, das nicht von einer Membran umschlossen ist.

Nukleoid

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Kernäquivalent bei Prokaryoten, das nicht von einer Membran umschlossen ist.

Nukleolus

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Ort der Synthese von ribosomaler RNA (rRNA) im Zellkern (7 Abschn. 5.1.5).

Nukleolus

Auch Kernkörperchen. Eine in der Interphase im Zellkern gut sichtbare Struktur mit hoher Transkriptionsaktivität (vor allem von rRNA-Genen).

Nukleolus

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Ort der Synthese von ribosomaler RNA (rRNA) im Zellkern (Abschn. 5.1.5).

Nukleophil

Ein Nukleophil ist ein Molekül bzw. ein Bereich eines Moleküls mit relativem Elektronenüberschuss. Dieser Elektronenüberschuss zeigt sich in Form freier Elektronenpaare an einem Atom mit negativer Partialladung oder in Form negativer Ionenladung (Anion). Nukleophile können mit Elektrophilen reagieren, wodurch der Elektronenüberschuss abgebaut oder verringert wird.

Nukleosid

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Purin- oder Pyrimidinbase, die mit einem Zucker (Ribose oder Desoxyribose) kovalent verknüpft ist; Baustein der RNA bzw. DNA (Abschn. 2.1.2).

Nukleosid

Quelle: Genetik

"(lat. nucleus, Kern) Purin- oder Pyrimidin-Base, die mit einem Zucker (Ribose oder Desoxyribose) kovalent verknüpft ist; Baustein der RNA bzw. DNA (7 Abschn. 2.1.2)."

Nukleosid

Besteht aus einem Zucker (Ribose oder Desoxyribose; dann Desoxynukleosid), der mit einer Nukleobase verknüpft ist.

Nukleosom

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Elementare Struktureinheit der Chromatide, in der zwei Windungen der DNA um einen Proteinkomplex aus acht Histonmolekülen gewunden sind (7 Abschn. 6.2).

Nukleosom

Struktur aus einem Histonoktamer und der darum gewundenen DNA.

Nukleosom

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern; gr. soma, Körper) Elementare Struktureinheit der Chromatide, in der zwei Windungen der DNA um einen Proteinkomplex aus acht Histonmolekülen gewunden sind (Abschn. 6.2).

Nukleotid

Quelle: Genetik

"(lat. nucleus, Kern) Nukleosid, das mit einem Phosphatrest kovalent verknüpft ist; Baustein der RNA bzw. DNA (7 Abschn. 2.1.2)."

Nukleotid

"Grundbaustein der Nukleinsäuren (DNA und RNA); Nukleotide haben aber auch wichtige Aufgaben im Stoffwechsel eines Organismus. Nukleotide sind eine Verbindung aus einer Base, Zucker und einem Phosphat. Nukleoside haben keinen Phosphatrest."

Nukleotid

Ein Nukleosid, das zusätzlich noch ein bis drei Phosphatreste am 5’-C-Atom besitzt; Bausteine der DNA/RNA.

Nukleotid

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Nukleosid, das mit einem Phosphatrest kovalent verknüpft ist; Baustein der RNA bzw. DNA (Abschn. 2.1.2).

Nukleus

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Zellkern.

Nukleus

Lateinische Bezeichnung für den Zellkern. Enthält die Erbinformationen in Form von DNA, die wiederum zusammen mit vielen Proteinen in Chromosomen organisiert ist.

Nukleus

Quelle: Genetik

(lat. nucleus, Kern) Zellkern.

Null-Allel

Quelle: Genetik

Allel, aus dem kein funktionelles Genprodukt entsteht.

Null-Allel

Quelle: Genetik

Allel, aus dem kein funktionelles Genprodukt entsteht.

Nullhypothese

Jedes statistisch Testverfahren legt eine Nullhypothese zugrunde, die anhand einer Stichprobe überprüft wird. Die Nullhypothese erklärt normalerweise die Struktur einer Datenmenge durch Zufall oder Unabhängigkeit von Ereignissen. Aus der Nullhypothese folgen z. B. Mittelwerte, die im Testverfahren mit den Beobachtungswerten verglichen werden. Der Nullhypothese steht die Alternativhypothese gegenüber.

Nullhypothese, engl. null hypothesis

in der Statistik die Prämisse, dass sämtliche in einem Experiment beobachteten Unterschiede auf zufällige Abweichungen zurückzuführen sind, die sich durch die Entnahme von zwei begrenzten Stichproben aus derselben Population ergeben

numerische Chromosomenmutation

Bezeichnung für eine Veränderungen der Chromosomenanzahl

Nuss

Schließfrucht, bei der das gesamte Perikarp sklerenchymatisch ist. > Frucht, > Fruchttyp

Nutationen

endogen gesteuert autonome meist kreisende Bewegungen von Keimlingen und Ranken; verursacht durch ungleiche Wachstumsprozesse innerhalb der Pflanze

NY-ESO-1 (New York esophageal squamous cell carcinoma-1)

Besonders hochgradig immunogenes Krebs-Hodenantigen, das beim Menschen von vielen Tumoren exprimiert wird, etwa von Melanomen.

Nymphe, engl. instar

letztes Entwicklungsstadium von hemimetabolen Insekten vor der Imaginalhäutung, das im Aussehen bereits sehr dem Vollinsekt ( → Imago) ähnelt (vgl. → Larve)