Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Zelle der tertiären Endodermis, die eine u-förmige Zellwandverdickung aufweist. > Endodermis, > apoplastischer Wassertransport, > symplastischer Wassertransport
  • UBC13
    → TRIKA1
  • Ubichinon (von lat. ubique für „überall“), engl. ubiquinone
    mobiler Elektronenüberträger in der Atmungskette der Mitochondrien; entspricht dem Plastochinon in den Chloroplasten
  • Ubiquitin
    Kleines Protein, das an andere Proteine gebunden werden kann. Es fungiert als Proteinwechselwirkungsmodul oder markiert Proteine für den Abbau in den Proteasomen.
  • Ubiquitin
    den Abbau von Proteinen regulierendes Polypeptid
  • Ubiquitin, engl. ubiquitin
    kleines Protein, das kovalent an andere zelluläre Proteine gebunden wird und diese für den Abbau durch das Proteasom markiert
  • Ubiquitin-Ligase
    Enzym, das Ubiquitin kovalent an zugänglichen Lysinresten auf der Oberfläche von anderen Proteinen befestigt.
  • Ubiquitin-Proteasom-System (UPS)
    System zur Qualitätskontrolle in der Zelle, das eine K48-verknüpfte Ubiquitinierung der Zielproteine beinhaltet. Die Zielproteine werden dann vom Proteasom erkannt und abgebaut.
  • Ubiquitinierung
    Der Vorgang, bei dem eine oder viele Untereinheiten von Ubiquitin an ein Zielprotein gebunden werden. Diese vermitteln entweder den Abbau durch das Proteasom oder die Bildung von Signalgerüsten, was von der Art der Verknüpfung abhängt.
  • Nichtessenzielles Glykoprotein des Cytomegalievirus, das von angeborenen Rezeptoren auf den NK-Zellen erkannt wird.
  • UL16-bindendes Protein (ULBP)
    → RAET1
  • ULBP4
    → RAET1
  • ultimate Ursachen, engl. ultimate causes
    in der Ethologie die evolutionären Prozesse, die bestimmte Funktionen oder bestimmte Verhaltensweisen bedingen (Gegensatz zu → proximate Ursachen)
  • Ultradianer Rhythmus
    Jeder Rhythmus mit einer Periode, die deutlich unter einem Tag liegt. Siehe auch circadianer Rhythmus.
  • Ultrafiltrat, engl. ultrafiltrate
    der im Rahmen der Exkretion vieler Tiere durch Filtration gebildete Primärharn. Wasser und die meisten darin gelösten Stoffe werden in die Exkretionskanälchen geleitet, während die Proteine und Zellen im Blut oder der Hämolymphe zurückbleiben.
  • Ulvophyceae, Chlorophyta
  • Umlagerung durch Inversion (rearrangement by inversion)
    Umlagerung von Gensegmenten, die RSS-Elemente in umgekehrter Orientierung enthalten, wodurch die Reaktion anhält.
  • Umschichtung, engl. turnover
    in Süßwasserökosystemen die vertikale Bewegung der Wasserschichten, durch die Nährstoffe und gelöstes CO2 an die Oberfläche und O2 in die tieferen Wasserschichten gelangen
  • Umwelt, engl. environment
    alles, was eine Population, einen Organismus oder eine Zelle umgibt und mit ihm/ihr in Wechselwirkung tritt oder sie in sonstiger Weise beeinflusst; kann sich auf die äußeren Gegebenheiten beziehen, aber auch auf das innere Milieu
  • Umweltgenomik
    → Metagenomik
  • Umweltkapazität (K), engl. carrying capacity (K)
    Begriff aus der Ökologie; die maximale Anzahl von Individuen einer Population (also die maximale Populationsgröße), die auf Dauer von den Ressourcen eines bestimmten Lebensraums überleben kann
  • > abhängige Variable: Im mathematischen Sinn handelt es sich um eine Variable Y, die von einer anderen Variablen X bestimmt wird. Messwerte y sind z. B. von x-Werten abhängig, die beliebig aus dem Bereich zulässiger Werte (Wertebereich) gewählt werden können (> abhängige Variable). Die Abhängigkeit wird mithilfe einer Funktion Y = f(x) beschrieben.
  • Unabhängigkeitsregel, engl. law of independent assortment
    die unabhängige Verteilung von Genen auf nichthomologe Chromosomen der Gameten während der Meiose, sodass diese Gene unabhängig voneinander vererbt werden; von Gregor Mendel als dritte Mendel-Regel formuliert (Erste Mendel-Regel → Uniformitätsregel, zweite Mendel-Regel → Spaltungsregel)
  • Unaufmerksamkeitsblindheit
    Unaufmerksamkeitsblindheit (Inattentional Blindness) ist das Übersehen eines unerwartet auftauchenden Objekts in unserem direkten Blickfeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir ein unerwartetes Objekt nicht bewusst wahrnehmen, steigt, je stärker unsere Aufmerksamkeit von einer anderen Aufgabe abgelenkt ist.
  • Unbedorntes Neuron
    Ein Neuron, dem dendritische Fortsätze fehlen.
  • unbegrenztes Wachstum, engl. indeterminate growth
    Wachstumstyp, bei dem der Organismus oder das Organ zeitlebens weiterwächst; charakteristisch für manche Tiere sowie Pflanzentriebe und -wurzeln (Gegensatz zu → begrenztes Wachstum)
  • Unbewusste Emotion
    Die Erfahrung oder der Ausdruck von Emotion ohne bewusste Wahrnehmung des Reizes, der die Emotion ausgelöst hat.
  • Unbewusste Impulskontrolle (activity inhibition)
    Unbewusste Impulskontrolle bezeichnet die Fähigkeit einer Person, unwillkürliche Handlungsimpulse in verschiedenen Situationen zu hemmen (McClelland et al. 1972).
  • UNC93B1
    Transmembranprotein mit mehreren membrandurchspannenden Einheiten, das für den normalen Transport von TLR-3, TLR-7 und TLR-9 aus dem ER, wo sie zusammengesetzt werden, zum Endosom, wo sie ihre Funktion ausführen, erforderlich ist.
  • ungeprägte Lymphocyten
    → naive Lymphocyten
  • ungesättigte Fettsäuren, engl. unsaturated fatty acids
    Fettsäuren, deren Kohlenwasserstoffkette eine oder mehrere Doppelbindungen enthält (Gegensatz zu → gesättigte Fettsäuren)
  • ungeschlechtliche Fortpflanzung
    → asexuelle Fortpflanzung
  • ungleiches Crossing-over, engl. unequal crossing over
    die Situation beim Aneinanderlagern der Chromosomen in der Meiose, in der es zum Austausch einer hochrepetitiven Gensequenz beim Crossing-over kommt, sodass das eine Chromosom viele Kopien der Sequenz erhält, das zweite weniger; einer der Mechanismen der konzertierten Evolution (vgl. → gerichtete Genkonversion)
  • Uniformitätsregel, engl. law of uniformity
    Beobachtung, dass im monohybriden Erbgang die Mitglieder der 1. Filialgeneration unter sich gleich sind; von Gregor Mendel als erste Mendel-Regel formuliert (vgl. zweite Mendel-Regel → Spaltungsregel, dritte Mendel-Regel → Unabhängigkeitsregel)
  • Unipolares Neuron
    Ein Neuron mit einem einzigen Neuriten.
  • Uniporter (von lat. unus für „eins“ und porta für „Tor“), engl. uniporter
    Membrantransportprotein, das nur ein Molekül in einer Richtung durch die Membran transportiert (Gegensatz zu → Symporter, → Antiporter)
  • unipotent, engl. unipotent
    Eigenschaft einer undifferenzierten Zelle, die sich nur zu einem einzigen Zelltyp differenzieren kann (Gegensatz zu → totipotent, → multipotent, → pluripotent)
  • Univalent
    Quelle: Genetik
    "(lat. unus, ein einziger; lat. valens, kräftig) Einzelchromosom bei der meiotischen Paarung (S. 406)."
  • unkompetitiver Inhibitor, engl. uncompetitive inhibitor
    ein Hemmstoff, der an den Enzym-Substrat-Komplex bindet (Gegensatz zu → nichtkompetitiver Inhibitor, → kompetitiver Inhibitor)
  • unpolar, engl. nonpolar
    Eigenschaft eines Moleküls mit gleichmäßig verteilter elektrischer Ladung (Gegensatz zu → polar)
  • unpolare kovalente Bindung, engl. nonpolar covalent bond
    chemische Bindung, bei der die elektrische Ladung gleichmäßig auf die beiden beteiligten Atome verteilt ist
  • unproduktive Umlagerungen
    Umlagerungen der Gene für die B- und T-Zell-Rezeptoren, wenn aufgrund eines verschobenen Leserasters keine funktionsfähigen Proteine gebildet werden können.
  • unreife B-Zellen
    B-Zellen, bei denen bereits eine Umlagerung der Gene für die V-Region der schweren und leichten Ketten stattgefunden hat. Sie exprimieren IgM-Rezeptoren auf ihrer Oberfläche, sind aber noch nicht ausreichend weit gereift, um auch einen IgD-Oberflächenrezeptor zu exprimieren.
  • unspezifische Immunabwehr
    → angeborene Immunabwehr
  • unspezifische Immunabwehr (innate immune system)
    Angeborene Mechanismen zur Abwehr von Pathogenen, die nicht gezielt gegen eine bestimmte Art von Erreger gerichtet sind.
  • Unterboden, engl. subsoil
    auch als B-Horizont bezeichnet; die unter dem Oberboden und auf dem Ausgangsgestein liegende Bodenschicht; stellt die Infiltrations- und Sammelzone aller Stoffe dar, die aus dem Oberboden ausgewaschen wurden
  • untere kritische Temperatur, engl. lower critical temperature
    die Außentemperatur, bei der endotherme Organismen im Ruhezustand ihre Stoffwechselrate erhöhen müssen, um ein Absinken ihrer Körpertemperatur zu verhindern
  • Untere Olive (Nucleus olivaris inferior)
    Ein Kern in der Medulla, aus dem die Kleinhirnrinde über Kletterfasern Eingänge erhält. Die Aktivität von Kletterfasern ist ein wichtiger Auslöser für eine Langzeitdepression (LTD), eine Art der synaptischen Plastizität, die vermutlich für das motorische Lernen wichtig ist.
  • Unterlage (Pfropfunterlage), engl. stock
    im Gartenbau dieWurzel oder der bewurzelte Spross, mit der durch Pfropfen eine Knospe oder ein Sprossstück (der → Pfropfreis) einer anderen Pflanzeverbunden wird
  • vollständige: Nur eine von beiden elterlichen Erbanlagen (> Gen) bestimmt die Merkmalsausprägung, während die andere nicht zum Tragen kommt – diese ist rezessiv. Die Erbanlage für die rote Blütenfarbe der Gartenerbse ist dominant über die Erbanlage für weiße Blütenfarbe. Unvollständige oder partielle: Beide elterliche Erbanlagen tragen zur Merkmalsausprägung bei. Das Ausmaß der dominanten Wirkung einer elterlichen Erbanlage bestimmt die Merkmalsausprägung. So können alle möglichen (> G) intermediären Mischformen vorkommen. Im Fall, dass die verschiedenen elterlichen Erbanlagen in gleicher Stärke zur Merkmalsbildung beitragen, sprechen wir von Kodominanz.
  • Unvollständige Dominanz, engl. incomplete dominance
    Zustand, bei dem der heterozygote Genotyp phänotypisch intermediär zwischen den beiden homozygoten Phänotypen liegt. (vgl. → Codominanz, → vollständige Dominanz)
  • unvollständige Metamorphose
    → Hemimetabolie
  • Die Wirkung eines elterlichen Gens bestimmt die Merkmalsausprägung (> Dominanz). Doch die ansonsten dominante auffällige Eigenschaft wird in heterozygoten Individuen nicht immer ausgebildet: Untersucht man eine Gruppe von heterozygoten Individuen, die alle denselben Genotyp tragen und wir finden nur bei einem Teil die Auffälligkeit, dann beschreibt der relative Anteil der auffälligen Individuen den Grad der Penetranz: Vollständig penetrant: 100 %, Unvollständig penetrant: < 100 %.
  • Uracil (U), engl. uracil
    Pyrimidinbase der RNA
  • Uracil-DNA-Glykosylase (UNG)
    Enzym, das in einem DNA-Reparaturweg Uracilbasen aus der DNA entfernt, was zu einer somatischen Hypermutation, einer Klassenwechselrekombination oder Genkonversion führen kann.
  • Urdarm (Archenteron), engl. primitive gut (archenteron)
    Darm der Gastrula; der embryonal früheste und stammesgeschichtlich ursprünglichste tierische Verdauungstrakt
  • ureotelisch, engl. ureotelic
    Eigenschaft eines Organismus, dessen Stoffwechselendprodukt des Abbaus stickstoffhaltiger Verbindungen (in erster Linie Proteine) Harnstoff ist (Gegensatz zu → ammoniotelisch, → uricotelisch)
  • Ureter, engl. ureter
    Harnleiter; langer Ausführungsgang von den Nieren in die Harnblase oder die Kloake
  • Harnröhre
  • Urethra, engl. urethra
    Harnröhre; bei den meisten Säugetieren der Gang, durch den der Urin von der Blase nach außen abgegeben wird; dient im männlichen Geschlecht gleichzeitig als Ausführungsgang für die Spermien
  • uricotelisch, engl. uricotelic
    Eigenschaft eines Organismus, dessen Stoffwechselendprodukt des Abbaus stickstoffhaltiger Verbindungen (in erster Linie Proteine) Harnsäure ist (Gegensatz zu → ammoniotelisch, → ureotelisch)
  • Urin (Harn) (von griech. ouron für „Urin“), engl. urine
    das flüssige Ausscheidungsprodukt derWirbeltierniere, das die toxischen stickstoffhaltigen Nebenprodukte des Protein- und Nucleinsäurestoffwechsels enthält
  • Zumeist ungeordnete Liste von Messwerten, die sich im Lauf einer Untersuchung ergeben haben.
  • Originaldaten, die während eines Experiments erhoben werden. In den meisten Fällen können diese Daten nicht geordnet erfasst werden.
  • Urmund (Blastoporus), engl. blastopore
    die Öffnung, die durch Invagination (Einstülpung) des vegetativen Pols eine tierischen Embryos während der Gastrulation entsteht
  • ursprünglichesMerkmal, engl. ancestral trait
    auch als ancestrales Merkmal bezeichnet; ein bereits beim Vorfahren einer bestimmten Gruppe vorhandenes Merkmal, das bei den Abkömmlingen unverändert erhalten sein kann oder abgewandelt wurde (vgl. → Plesiomorphie)
  • Urteilen
    Urteilen bezeichnet den psychologischen Prozess, der zugrunde liegt, wenn Menschen einem Urteilsobjekt einen Wert auf einer Urteilsdimension zuordnen und das daraus resultierende Urteil explizit zum Ausdruck bringen (Betsch et al. 2011).
  • Urtica urens – Kleine Brennnessel
    Urticaceae
  • Urticaria
    Medizinische Bezeichnung für Nesselsucht. Typische Symptome sind juckende Quaddeln, die im Allgemeinen durch eine allergische Reaktion entstehen.
  • Urzeugung
    → Spontanzeugung
  • Uterus (von lat. utero für „Gebärmutter“), engl. uterus
    die Gebärmutter; ein spezialisiertes Organ im Fortpflanzungstrakt weiblicher Säugetiere; empfängt die befruchtete Eizelle und nährt den Embryo bzw. Fetus
  • Uve1A
    → TRIKA1