Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • V(D)J-Rekombinase
    Multiproteinkomplex, der RAG-1 und RAG-2 sowie weitere Proteine enthält, die bei der zellulären DNA-Reparatur aktiv sind.
  • V(D)J-Rekombination
    Dieser Prozess kommt ausschließlich in den Lymphocyten der Wirbeltiere vor. Er ermöglicht die Rekombination von verschiedenen Genabschnitten zu Sequenzen, die vollständige Proteinketten von Immunglobulinen und T-Zell-Rezeptoren codieren.
  • V-Domäne
    → variable Ig-Domäne
  • V-Gen-Segmente
    Gensegmente an den Loci der Immunglobuline und T-Zell-Rezeptoren, welche die Information für die ersten 95 Aminosäuren der variablen Domänen der Immunglobuline und T-Zell-Rezeptoren enthalten. Im Keimbahngenom gibt es eine Reihe von verschiedenen V-Gen-Segmenten. Damit ein vollständiges Exon entsteht, das eine V-Domäne codiert, muss ein V-Gen-Segment mit einem J- oder einem rekombinierten DJ-Gen-Segment verbunden werden.
  • Siehe primäre Sehrinde.
  • Variable Region der TCRα Kette
  • Variable Region der TCRβ Kette
  • Vagina (von lat. vagina für „Scheide“, „Hülle“), engl. vagina
    Scheide; äußere Öffnung des weiblichen Genitaltrakts von Tieren
  • Vagusnerv
    Hirnnerv X; entspringt in der Medulla und innerviert die inneren Organe von Brust- und Bauchhöhle; eine Hauptquelle präganglionärer viszeromotorischer Axone des Parasympathicus.
  • "vom Tonoplasten zum Cytoplasma hin abgegrenzter Bereich der Zelle, in dem sich Wasser und darin gelöste und unlösliche Substanzen befinden; in einer ausdifferenzierten Pflanzenzelle kann die Vakuole über 90 % des Zellvolumens ausmachen; stabilisiert die Zelle; dient als Lagerplatz für Zwischen- und Endprodukte des Zellstoffwechsels und ermöglicht die Wasseraufnahme in die Zelle. > Tonoplast, > Plasmolyse, > Turgor"
  • Vakuole (von lat. vacuus für „leer“), engl. vacuole
    (1) membranumschlossener Hohlraum im Cytoplasma von Pflanzenzellen; dient der Speicherung von Stoffen, der Aufrechterhaltung des Turgors durch die Speicherung von Wasser oder der Hydrolyse gespeicherter Makromoleküle. (2) Allgemein besonders große Vesikel im Cytoplasma eukaryotischer Zellen. (vgl. → Nahrungsvakuole, → kontraktile Vakuole)
  • Vakzination
    → Impfung.
  • Valenzschale, engl. valence shell
    die äußerste Schale der Elektronenhülle eines Atoms; enthält die Valenzelektronen, die an der chemischen Reaktivität beteiligt sind
  • Die ausgewählten Merkmale und Ausprägungen erlauben die Fragestellung zu beantworten.
  • Van-der-Waals-Kräfte, engl. van der Waals forces
    auch als Vander-Waals-Wechselwirkungen bezeichnet; schwache Anziehungskräfte zwischen Atomen durch die Wechselwirkungen zwischen den Elektronen des einen Atoms und dem Kern des anderen; viermal schwächerer Bindungstyp im Vergleich zu einer Wasserstoffbrücke
  • Variabilität
    Quelle: Genetik
    "(lat. varius, verschieden) Häufigkeitsverteilung bestimmter Genotypen in einer Population. Maß der Variabilität ist der Betrag der Heterozygotie in einer Population; Ursache der Variabilität sind Mutationen."
  • Variabilitätsplot
    Messung der Unterschiede zwischen den Aminosäuresequenzen verschiedener Varianten eines bestimmten Proteins. Die am stärksten variablen Proteine, die wir kennen, sind Antikörper und T-Zell-Rezeptoren.
  • Umwelt und genetische Interaktionen können die Wirkung von dominanten Genen modifizieren und bei gleichem heterozygoten Genotyp zu unterschiedlichen Kombinationen von auffälligen Merkmalsausprägungen bei verschiedenen Individuen – auch innerhalb einer Familie – führen.
  • variable Gensegmente
    → V-Gen-Segmente
  • variable Ig-Domänen (V-Domänen)
    Die aminoterminalen Proteindomänen der Polypeptidketten von Immunglobulinen und T-Zell-Rezeptoren und gleichzeitig die variabelsten Abschnitte dieser Ketten.
  • variable Lymphocytenrezeptoren (VLRs)
    Variable Nichtimmunglobulinrezeptoren mit LRRs sowie sezernierte Proteine, die von lymphocytenähnlichen Zellen des Neunauges exprimiert werden. Sie werden durch eine somatische Genumlagerung erzeugt.
  • variable Region (V-Region)
    Die Region eines Immunglobulins oder T-Zell-Rezeptors, die aus den aminoterminalen Domänen der Polypeptidketten besteht, aus denen es/er zusammengesetzt ist. Die Domänen bezeichnet man als variabel (V-Domänen). Es handelt sich dabei um die Proteinbereiche mit der größten Variabilität; sie enthalten die Antigenbindungsstellen.
  • variable Region der leichten Kette (VL ) (light-chain variable region)
    V-Region der leichten Kette in einem Immunglobulin.
  • variable Region der schweren Kette (VH ) (heavy-chain variable region)
    V-Region der schweren Kette in einem Immunglobulin.
  • variable Region, engl. variable region
    V-Region; Teil des Immunglobulinmoleküls oder des T-Zell-Rezeptors, zu dem die Antigenbindungsstelle gehört; verantwortlich für deren Spezifität (Gegensatz zu → konstante Region)
  • variables Immundefektsyndrom (CVID) (common variable immunodeficiency)
    Eine verhältnismäßig häufige Krankheit, die auf einem Defekt der Antikörperproduktion beruht und bei der nur einer oder wenige Isotypen betroffen sind. Als Ursache kommen verschiedene genetische Defekte infrage; auch als Antikörpermangelsyndrom bezeichnet.
  • Variolation
    Vorgang, bei dem beabsichtigt Material aus den Hautläsionen von pockeninfizierten Personen eingeatmet oder in die Haut injiziert wird, um eine schützende Immunität hervorzurufen.
  • Vasa recta, engl. vasa recta
    parallel zur Henle-Schleife und den Sammelrohren verlaufende Blutgefäße im Nierenmark
  • vaskulär (von lat. vasculum für „kleines Gefäß“), engl. vascular
    bezieht sich auf Organe und Gewebe, die Flüssigkeiten enthalten und weiterleiten, zum Beispiel die Blutgefäße bei Tieren und Phloem und Xylem bei Pflanzen
  • Vasodilatation
    Gefäßerweiterung
  • Vasokonstriktion
    Gefäßverengung
  • Vasopressin
    Siehe Adiuretin
  • Vasopressin
    → antidiuretisches Hormon
  • Vater-Pacini-Körperchen
    Eine Mechanorezeptorzelle in der Unterhaut, die selektiv Vibrationen höherer Frequenzen wahrnimmt.
  • Das Verhältnis zwischen den Wahrscheinlichkeiten einer bestimmten Familienstruktur mit ihren gegebenen Genotypen und der Genotypkombination von Mutter-Kind sowie dem Genotyp eines genetisch verträglichen Mannes, wie sie zufällig in der Population vorkommen.
  • VCAM-1 (vaskuläres Adhäsionsmolekül 1) (vascular cell adhäsion molecule 1)
    Adhäsionsmolekül, das vom Gefäßendothel in Entzündungsherden exprimiert wird. Es bindet das Integrin VLA-4, das es T-Effektorzellen ermöglicht, zu Infektionsherden zu gelangen.
  • vegetativ, engl. vegetative
    (1) sich nicht fortpflanzend, nicht blühend; (2) synonym für ungeschlechtlich
  • vegetative Hemisphäre
    → vegetativer Pol
  • vegetative Vermehrung oder Reproduktion
    Vermehrungsweise, bei der keine Geschlechtspartner beteiligt sind. Zellen eines Organismus haben das Potenzial, einen neuen, unabhängigen Organismus und eine genetische Kopie des ursprünglichen Individuums zu bilden.
  • vegetative Vermehrung, engl. vegetative reproduction
    ungeschlechtliche Vermehrung von Pflanzen aus Sprossen, Blättern oder Wurzeln oder von manchen Tieren wie Nesseltieren aus Knospen oder anderen abgeschnürten Körperteilen
  • vegetative Zelle (vegetative cell)
    Lebende Zelle, die sich nicht teilt und bei Vielzellern nicht der Fortpflanzung dient.
  • vegetativer Pol, engl. vegetal pole
    der Bereich mancher tierischer Eizellen, Zygoten und Embryos, an dem der meiste Dotter konzentriert ist; definiert die vegetative Hemisphäre des Keims (Gegensatz zu → animaler Pol)
  • vegetatives Meristem, engl. vegetative meristem
    Apikalmeristem, aus dem die Blätter hervorgehen
  • Vegetatives Nervensystem
    Ein System aus zentralen und peripheren Nerven, die die inneren Organe, das Herz-Kreislauf-System und Drüsen innervieren. Das vegetative Nervensystem besteht aus Sympathicus, Parasympathicus und einem enterischen Anteil.
  • vegetatives Nervensystem
    → autonomes Nervensystem
  • Vektor
    Quelle: Genetik
    (lat. vector, Träger, Fahrer) In der Gentechnik ein Mittel (z. B. Bakteriophage oder Plasmid), in das ein fremdes DNA-Fragment eingefügt wird. Wird der Vektor mit dem fremden DNA-Fragment in ein Bakterium oder eine eukaryotische Zelle übertragen (»Genfähre«), entsteht ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) (7 Technikbox 11).
  • Vektoren, engl. vectors
    (1) Organismen wie Insekten, die für eine andere Organismenart schädliche Pathogene übertragen; (2) in der DNA-Rekombinationstechnik eingesetzte Plasmide oder Viren, die ein Stück rekombinante DNA zu Klonierungszwecken in ein Bakterium einschleusen
  • Velamen radicum
    mehrlagige Schicht meist abgestorbener Zellen, die Luftwurzeln umgeben. > Wurzel
  • Vena cava inferior, engl. inferior vena cava
    untere Hohlvene des Menschen; die große Vene, durch die das sauerstoffarme Blut aus dem Unterkörper wieder in das rechte Atrium zurückfließt; bei Vierbeinern liegt die Vene hinten im Körper und wird daher als Vena cava posterior (hintere Hohlvene) bezeichnet
  • Vena cava superior, engl. superior vena cava
    obere Hohlvene; die große Vene des Menschen, durch die das sauerstoffarme Blut aus dem Oberkörper in das rechte Atrium zurückgeführt wird; bei Vierbeinern liegt die Vene vorne im Körper und wird daher als Vena cava anterior (vordere Hohlvene) bezeichnet
  • Vene (von lat. vena für „Tunnel“), engl. vein
    ein Blutgefäß, das Blut zum Herzen transportiert (Gegensatz zu → Arterie)
  • Venolen mit hohem Endothel (HEVs) (high endothelial venules)
    Spezialisierte Venolen in Lymphgeweben. Lymphocyten wandern aus dem Blut in das Lymphgewebe, indem sie sich an die hohen Endothelzellen dieser Gefäße heften und zwischen ihnen die Gefäßwand durchdringen.
  • Venolen, engl. venules
    kleine Blutgefäße, die das Blut aus dem Kapillarnetz abtransportieren und sich mit anderen gleichartigen Gefäßen zu Venen vereinen (Gegensatz zu → Arteriolen)
  • Ventral
    Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Bauch gelegen.
  • ventral (von lat. venter für „Bauch“), engl. ventral
    Lagebezeichnung; bezieht sich auf die Bauchseite oder die zur Unterlage weisende Körperoberfläche (Gegensatz zu → dorsal)
  • Ventraler Cochleariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Afferenzen aus dem Spiralganglion in der Hörschnecke des Innenohrs erhält.
  • Ventrikel, engl. ventricle
    muskulöse Herzkammer, die das Blut aus dem Herzen pumpt
  • Ventrikelsystem
    Der mit Liquor gefüllte Raum im Gehirn, der aus den lateralen Ventrikeln, dem dritten Ventrikel, dem cerebralen Aquädukt und dem vierten Ventrikel besteht.
  • Ventromediale Bahn
    Axone in der ventromedialen Säule des Rückenmarks, die an der Kontrolle von Körperhaltung und -bewegung beteiligt sind und durch den Hirnstamm kontrolliert werden.
  • Ventromediales hypothalamisches Syndrom
    Adipositas, die mit Läsionen des lateralen hypothalamischen Areals verbunden ist.
  • veränderte Peptidliganden
    → APLs
  • Verankerungsreste (anchor residues)
    Spezifische Aminosäurereste in Antigenpeptiden, welche die Bindungsspezifität der MHC-Klasse-I-Moleküle bestimmen. Es gibt auch Verankerungsreste bei MHC-Klasse-II-Molekülen, aber weit weniger ausgeprägt.
  • Verbale Entwicklungsdyspraxie
    Entwicklungsstörung des Sprechens; Ursache ist eine Unfähigkeit zu den koordinierten Muskelbewegungen, die für das Sprechen erforderlich sind, ohne dass Nerven oder Muskeln geschädigt sind.
  • Verbascum sp. – Königskerze
    Scrophulariaceae
  • Verbindung, engl. compound
    Substanz, die aus Atomen von mehr als einem Element zusammengesetzt ist
  • Verbrauchsort
    → Senke
  • Messwerte von verschiedenen Merkmalen desselben Objekts.
  • Verdampfungswärme, engl. heat of vaporization
    Energie, die zugeführt werden muss, um einMolekül an dessen Siedepunkt von der flüssigen in die gasförmige Phase zu überführen
  • Verdauungstrakt, engl. digestive tract
    Organsystem der Tiere, in dem in einem enzymkatalysierten Prozess die oft unlöslichen Makromoleküle (Nährstoffe) hydrolysiert werden. Dadurch entstehen kleinere lösliche und resorbierbare Monomere.
  • Verdauungsvakuole, engl. digestive vacuole
    ein auf die Verdauung von durch Endocytose aufgenommener Nahrung spezialisiertes Organell (ein Lysosom) von Protisten
  • Veredelung, engl. grafting
    künstliche Gewebetransplantation von einem Organismus auf einen anderen; im Gartenbau die Übertragung einer Knospe oder eines Sprossteils von einer Pflanze auf dieWurzel einer anderen Pflanze als Formder ungeschlechtlichen Vermehrung
  • vererbbare Immunschwächekrankheiten
    → primäre Immunschwächekrankeiten
  • Vergeilung
    → Etiolierung
  • vergleichende Genomik, engl. comparative genomics
    computergestützter Vergleich von DNA-Sequenzen verschiedener Organismen, um Gene mit verwandten Funktionen zu erkennen (Gegensatz zu → funktionelle Genomik)
  • vergleichendes Experiment, engl. comparative experiment
    Versuchsansatz, bei dem Daten von verschiedenen, nichtmanipulierten Proben oder Populationen miteinander verglichen werden, die Variablen aber nicht kontrolliert oder gar nicht erst identifiziert werden (Gegensatz zu → kontrolliertes Experiment)
  • Verhaltens-Effekt-Lernen
    Verhaltens-Effekt-Beziehungen werden erlernt, wenn unter bestimmten situativen Bedingungen ein willkürliches Verhalten regelmäßig zu einem gewünschten Ereignis in der Umwelt führt.
  • Verhaltensökologie, engl. behavioral ecology
    evolutionärer Ansatz zur Erforschung des Verhaltens von Tieren; untersucht, inwiefern Verhaltensweisen unter unterschiedlichen Umweltbedingungen adaptiv sind
  • Veridikalität
    Veridikalität bezeichnet den Grad der Realitätsangemessenheit der Selbstwahrnehmung eigener Fähigkeiten und Leistungen (Helmke 1992, S. 197).
  • verkapselte Bakterien
    Bakterien, die von einer Polysaccharidkapsel umgeben sind, die der Aktivität von Phagocyten widersteht. Am Infektionsherd kommt es dadurch zur Eiterbildung. Man bezeichnet diese Bakterien auch als pyogen (eiterbildend).
  • Verknüpfung nichthomologer Enden (NHEJ) (nonhomologous end joining)
    DNA-Reparaturmechanismus, der Brüche in doppelsträngiger DNA ohne Verwendung einer homologen Matrize direkt ligiert.
  • Vermeidung (avoidance)
    Mechanismen, die verhindern, dass der Körper mit Mikroorganismen in Kontakt kommt, beispielsweise anatomische Barrieren oder bestimmte Verhaltensweisen (→ Abwehr, → Toleranz).
  • Vermis
    Siehe Wurm.
  • Vernalisation (von lat. vernalis für „Frühling“), engl. vernalization
    Förderung der Blütenbildung durch eine vorausgegangene Kälteperiode
  • Verteiltes Gedächtnis
    Die Vorstellung, dass Erinnerungen nicht durch eine einzelne Synapse oder Zelle gespeichert werden, sondern durch über viele Neuronen verteilte synaptische Veränderungen.
  • Eine Krankheit wird von einer zur nächsten Generation übertragen.
  • vertikaler Gentransfer, engl. vertical gene transfer
    die Übertragung von Genen von einem Individuum oder einem Individuenpaar auf die nächste Generation (Gegensatz zu → horizontaler Gentransfer)
  • Vertrauen
    Vertrauen beschreibt die Intention, sich gegenüber einer anderen Person verletzlich zu machen, basierend auf positiven Erwartungen an die Handlungen und Verhaltensweisen dieser Person.
  • Vertrauensbereich
    → Konfidenzintervall
  • Verwandtenselektion, engl. kin selection
    Komponente der Gesamtfitness; entsteht dadurch, dass Verwandte, die durch Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren gleiche Allele haben, anderen Verwandten helfen und dadurch deren Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhen (Gegensatz zu → direkte Fitness)
  • "Ein Maß für die genetische Ähnlichkeit verwandter Individuen. Die Definition schließt Geschlechtschromosomen und Plastiden von Zellen aus; z. B. geben diploide Eltern in einer sich sexuell reproduzierenden Population 50 % ihrer autosomalen Gene an einen Nachkommen weiter – der Verwandtschaftsgrad ist gleich 0,5. Eineiige Zwillinge haben einen Verwandtschaftsgrad von 100 %."
  • Anteil der Gene von zwei Verwandten, der von gemeinsamen Vorfahren stammt. Je enger das Verwandtschaftsverhältnis desto höher der Verwandtschaftskoeffizient. Bei der Berechnung werden keine Geschlechtschromosomen berücksichtigt. So gilt, dass der Verwandtschaftskoeffizient von Bruder und Schwester gleich 0,5 ist.
  • Verwitterung, engl. weathering
    die mechanischen und chemischen Prozesse, durch die Gesteine zu Bodenpartikeln zersetzt werden
  • Vesikel, engl. vesicle
    membranumschlossene Bläschen im Cytosol, die mit anderen Organellen assoziiert sind; ein Beispiel ist der Golgi-Apparat
  • vesikuläre Kompartimente
    Einer von mehreren Hauptbereichen innerhalb der Zellen, bestehend aus dem endoplasmatischen Reticulum, dem Golgi-Apprat, den Endosomen und den Lysosomen.
  • Vestibuläres Labyrinth
    Ein Teil des Innenohrs, der auf die Wahrnehmung der Kopfbewegungen spezialisiert ist; besteht aus dem Otholithenapparat und den Bogengängen.
  • Vestibulariskern
    Ein Kern in der Medulla, der Eingang aus dem vestibulären Labyrinth des Innenohrs erhält.
  • Vestibularorgan (von lat. vestibulum für „innen liegender Gang“), engl. vestibular organ
    Gleichgewichtsorgan im Innenohr von Wirbeltieren; nimmt Lageveränderungen oder Drehungen des Kopfes wahr und beeinflusst das Gleichgewicht und die motorischen Fähigkeiten
  • Vestibulookulärer Reflex (VOR)
    Eine Reflexbewegung der Augen, die durch die Drehung des Kopfes ausgelöst wird; stabilisiert das visuelle Bild auf der Netzhaut.
  • Viabilität (Überlebensfähigkeit)
    Fitnesskomponente, die die Überlebenswahrscheinlichkeit von der befruchteten Eizelle (Zygote) bis zum Erwachsenstadium (Adulte) misst.
  • Vicia faba – Ackerbohne
    Fabaceae
  • Vielfalt der Verknüpfungsstellen
    → junktionale Diversität
  • Vielzeller, engl. multicellular organism
    aus vielen Zellen bestehender Organismus (Gegensatz zu → Einzeller)
  • Vierter Ventrikel
    Der mit Liquor gefüllte Raum innerhalb des Rautenhirns.
  • Vikarianz (von lat. vicarius für „Stellvertreter“), engl. vicariance event
    auch als vikariierende Verbreitung bezeichnet; die evolutionäre Trennung von Arten durch eine Barriere, die für eine geographische Isolierung von ursprünglich miteinander verbundenen Arten sorgt
  • Villi (Singular: Villus)
    → Darmzotten
  • Viola wittrockiana – Garten-Stiefmütterchen
    Violaceae
  • virale Protease
    Enzym, das vom humanen Immunschwächevirus codiert wird und die langen Polypeptidprodukte der viralen Gene in einzelne Proteine spaltet.
  • viraler Setpoint
    Bei einer Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus die Anzahl der HIV-Virionen, die im Blut nach Abklingen der akuten Infektionsphase übrigbleiben.
  • Viren, engl. viruses
    ultramikroskopische, infektiöse Partikel, die aus einer Nucleinsäure und einer Proteinhülle (manchmal zusätzlich mit Lipiden) bestehen und sich ausschließlich in lebenden Zellen vermehren können; mehrfach unabhängig voneinander aus verschiedenen zellulären Bereichen von Lebewesen hervorgegangen; stellen definitionsgemäß selbst keine Lebewesen dar
  • Virion, engl. virion
    einzelnes, sich außerhalb der Wirtszelle befindendes Viruspartikel als komplette infektiöse Einheit eines Virus
  • Viroide, engl. viroids
    winzige infektiöse Pathogene, die aus einem einzelsträngigen RNA-Molekül ohne Proteinhülle bestehen; Krankheitserreger bei Pflanzen
  • Die Infektionskraft eines Virus.
  • Virulenz (von lat. virulentus für „giftig“), engl. virulence
    Fähigkeit eines Pathogens, bei einem Organismus eine Krankheit auszulösen
  • Skala zur Einteilung der Aggressivität eines Virus. Eine gebräuchliche Skale geht von I bis V, wobei ein Virus mit einem Virulenzgrad I am aggressivsten ist.
  • Virus
    Quelle: Genetik
    (lat. virus, Gift) Ein infektiöses Partikel, das aus Proteinen und DNA oder RNA besteht. Es benötigt zu seiner Vermehrung eine geeignete Wirtszelle (7 Abschn. 9.2).
  • Virus
    Pathogen, das aus einem Nucleinsäuregenom mit einer Proteinhülle besteht. Viren können sich nur in lebenden Zellen vermehren, da sie keinen eigenen Stoffwechsel für eine unabhängige Existenz besitzen.
  • virusneutralisierende Antikörper
    Antikörper, die ein Virus daran hindern, in den Zellen eine Infektion zu etablieren.
  • Visuelle Wahrnehmung
    Das Auge sorgt als Sinnesorgan für die visuelle Wahrnehmung der Umwelt. Es nimmt reflektierte Lichtwellen von Objekten auf, bündelt (fokussiert) sie und wandelt sie mithilfe der Rezeptoren in elektrische Signale um, die vom Gehirn verarbeitet werden können.
  • Vitalkapazität, engl. vital capacity (VC)
    die maximal bei einem Atemzug bewegbare Lungenluftmenge; setzt sich zusammen aus Atemzugvolumen (Tidalvolumen) sowie dem inspiratorischen und exspiratorischen Reservevolumen
  • Vitamine (von lat. vita für „Leben“), engl. vitamins
    organische Verbindungen, die Organismen nicht selbst synthetisieren können, aber dennoch in geringen Mengen für ein normales Wachstum und einen funktionierenden Stoffwechsel benötigen
  • Vitellinhülle, engl. vitelline envelope
    die innere, proteinhaltige Schutzschicht der Eizelle von Stachelhäutern
  • Vitronectin
    → S-Protein
  • Viviparie (von lat. vivus für „lebend“), (1) engl. viviparity, (2) engl. vivipary
    (1) bei Tieren das Gebären lebender Jungtiere; Fortpflanzung, bei der die Befruchtung der Eizelle und die Embryonalentwicklung im Körper der Mutter stattfinden und der Embryo über eine Placenta versorgt wird; (2) bei Pflanzen das Auskeimen von Samen, die sich noch auf der Mutterpflanze befinden (Gegensatz zu → Oviparie, → Ovoviviparie)
  • VL-Kern
    Siehe Nucleus ventralis lateralis.
  • VLDL
    → Lipoproteine sehr geringer Dichte
  • Variable Lymphocytenrezeptoren
  • VNTRs, engl. variable number of tandem repeats
    auch als Minisatelliten bezeichnet; im menschlichen Genom vorhandene, hochrepetitive DNA-Sequenzen mit kurzen Basissequenzen, die charakteristischerweise bei verwandten Individuen in gleicher Anzahl wiederholt werden; können für den → genetischen Fingerabdruck herangezogen werden
  • Volition
    Volition dient als Sammelbegriff für selbstregulatorische Funktionen, die die Initiierung und Aufrechterhaltung einer Zielintention ermöglichen, und zwar auch dann, wenn Hindernisse und Handlungsbarrieren auftreten.
  • Volition
    Volition beschreibt die bewusste, willentliche Umsetzung von Intentionen (Zielen und Motiven) in Ergebnisse durch zielgerichtetes Steuern von Kognitionen, Emotionen, Motiven und Handlungen.
  • Volitionsstärke
    Die Volitionsstärke ist eine positive Funktion des erwarteten Werts und dem Grad der Realisierbarkeit einer Zielintention. Je höher der Wert und je höher die Realisierbarkeit, desto höher die Volitionsstärke einer Zielintention.
  • vollständige: Nur eine von beiden elterlichen Erbanlagen (> Gen) bestimmt die Merkmalsausprägung, während die andere nicht zum Tragen kommt – diese ist rezessiv. Die Erbanlage für die rote Blütenfarbe der Gartenerbse ist dominant über die Erbanlage für weiße Blütenfarbe. Unvollständige oder partielle: Beide elterliche Erbanlagen tragen zur Merkmalsausprägung bei. Das Ausmaß der dominanten Wirkung einer elterlichen Erbanlage bestimmt die Merkmalsausprägung. So können alle möglichen (> G) intermediären Mischformen vorkommen. Im Fall, dass die verschiedenen elterlichen Erbanlagen in gleicher Stärke zur Merkmalsbildung beitragen, sprechen wir von Kodominanz.
  • vollständige Dominanz, engl. complete dominance
    Zustand, bei dem der heterozygote Genotyp phänotypisch ausschließlich einem den beiden homozygoten Phänotypen entspricht (Gegensatz zu → unvollständige Dominanz, → Codominanz)
  • vollständige Furchung
    → holoblastische Furchung
  • vollständige Metamorphose
    → Holometabolie
  • vollständiger Verdauungstrakt, engl. complete gut
    ein Verdauungstrakt mit Mundöffnung und separatem After
  • vollständiger Zensus, engl. full census
    die Zählung sämtlicher Individuen einer Population
  • Chlorophyceae, Chlorophyta
  • Vomeronasalorgan (VNO), engl. vomeronasal organ
    auch als Jacobson-Organ bezeichnet; chemorezeptives Organ, das bei Amphibien, Reptilien und vielen Säugetieren in die Nasenschleimhaut eingebettet ist; häufig auf die Wahrnehmung von Pheromonen spezialisiert
  • Siehe vestibulookulärer Reflex.
  • Vorderhirn (Prosencephalon)
    Die Region des Gehirns, die sich von den embryonalen, rostral gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen des Vorderhirns gehören das Großhirn und das Zwischenhirn.
  • Vorderhirn, engl. forebrain
    auch als Prosencephalon bezeichnet; Bereich des Gehirns von Wirbeltieren, der das Großhirn, den Thalamus und den Hypothalamus umfasst (vgl. → Mittelhirn, → Rautenhirn)
  • Vorderhorn
    Der ventral gelegene Bereich des Rückenmarks, der neuronale Zellkörper enthält.
  • Vorderwurzel
    Ein Bündel von Motoneuronaxonen, das aus dem ventralen Rückenmark austritt und sensorische Fasern miteinander zu einem Spinalnerv verbindet. Vorderwurzelaxone leiten Informationen vom Rückenmark weg. Siehe auch Hinterwurzel.
  • Mutation, die zu einem neuen allelischen Zustand führt.
  • VP-Kern
    Siehe Nucleus ventralis posterior
  • VpreB
    → leichte Ersatzkette