A-Z Navigation
Begriff Erklärung

lipid raft

Bereiche in den → Plasmamembranen eukaryotischer Zellen, in denen besondere Kombinationen von Membranlipiden vorliegen, mit besonders hohem Anteil an → Cholesterin

Labmagen

Drüsenmagen, Abomasum; letzter Teil des Magensystems der Wiederkäuer (Ruminantia), homolog zum monogastrischen Magen anderer Säugetiere

Lagena

Teil des → Vestibularorgans bei Wirbeltieren

Lamina

erstes optisches → Neuropil im Sehsystem von Insekten

Langerhans-Insel

endokrines Gewebe des Pankreas bei Säugetieren

Langzeitpotenzierung n

(long term potentiation) LTP; langdauernde Verstärkung der Signalübertragung an → Synapse

Larynx

Kehlkopf; ein aus Knorpelteilen, Muskeln und Faserzügen aufgebauter Verschlussapparat bei Säugetieren, der die Luftröhre (Trachea) von der Speiseröhre (…sophagus) trennt

Latenzzeit

Zeitraum zwischen einem Ereignis und dem Eintreten einer Reaktion auf dieses Ereignis

laterale Inhibition

Umfeldhemmung, seitliche Hemmung benachbarter Neurone, zum Beispiel in einer Sinnesbahn

laterale Inhibition

Ergebnis der Signalverarbeitung in einer speziellen Verschaltung sensorischer Neurone bei Tieren zur Verstärkung der Kontrastwahrnehmung bei optischen oder akustischen Reizen

Leistung

physikalische Größe; Energie pro Zeit

Leitfähigkeit

Durchlässigkeit einer biologischen Membran für ein bestimmtes Ion, in der Regel durch die Präsenz eines Ionenkanals; Kehrwert des elektrischen Widerstands

Lernen

adaptive Veränderung des Verhaltens aufgrund gesammelter Erfahrungen

Leuchtorgan

Photophor

Leydig-Zelle

interstitielle Zelle des Hodens, die unter dem Stimulus durch luteinisierendes Hormon (LH) Testosteron synthetisiert und freisetzt

Ligand

Bindungspartner für ein Rezeptormolekül

limbisches System

ringförmige Anordnung verschiedener subcortikaler Gehirnbereiche bei Wirbeltieren (→ Hippocampus, Amygdala) mit unterschiedlichen Funktionen

Lipase

Enzym, das hydrolytisch freie Fettsäuren aus Triglyceriden abspaltet (Lipolyse)

Lipid

Sammelbegriff für unpolare Moleküle, die sich nicht oder nur sehr schlecht in Wasser lösen

Lipochrom

fettlöslicher Farbstoff (z. B. Carotin)

Lipoprotein

1. Molekülkomplexe, die überwiegend → Proteine und verschiedene Anteile von → Lipiden beinhalten; 2. spezifische → Proteine in lipidhaltigen Molekülkomplexen

Lobulaplatte

Teil des Lobulakomplexes, des dritten optischen → Neuropils im Sehsystem von Insekten

Luft

Gasgemisch der Erdatmosphäre

Lumineszenz

Emission von Licht durch den Übergang eines physikalischen Systems von einem angeregten in den Grundzustand; Bei der → Biolumineszenz stammt die Anregungsenergie aus der Hydrolyse von ATP

Lunge

Atmungsorgan der landlebenden Tiere

Lymphe

auch: Interstitialflüssigkeit; extrazelluläre Flüssigkeit im Tierkörper, die die Zellen umgibt

Lysozym

sekretorisches Enzym vieler tierischer Epithelzellen zur Abwehr von Mikroorganismen; spaltet β-1,4-glykosidische Bindungen zwischen N-Acetylmuraminsäure-(NAM-) und N-Acetylglucosamin-(NAG-)resten in Peptidoglykanen (bakterielle Zellwandbestandteile)

λ-Kette

Eine der beiden Klassen oder Isotypen der leichten Ketten der Immunglobuline.

λ5

→ leichte Ersatzkette

long-term nonprogressors

Mit HIV infizierte Personen, die eine Immunantwort entwickelt haben, welche die Viruslast unter Kontrolle hält, sodass sich AIDS nicht entwickeln kann, obwohl keine antiretrovirale Therapie verabreicht wird (→ Elite-Controller).

lymphocyte function-associated antigens

Zelladhäsionsmolekül der Immunzellmigration (Integrin)

L-Kette

→ leichte Kette

L-Selektin (CD62L)

Adhäsionsmolekül der Selektinfamilie, das auf Lymphocyten vorkommt. L-Selektin bindet an CD34 und GlyCAM-1 auf postkapillären Venolen mit hohem Endothel und löst so die Wanderung naiver Lymphocyten in Lymphgewebe aus.

Labmagen, engl. abosamum

die vierte Kammer des vierkammerigen Magens von Wiederkäuern; entspricht dem einzigen Magen anderer Säugetiere

Lactoferrin

antimikrobiellwirkendes, Eisenbindendes Protein

Lageorientierung

Lageorientierung geht mit einer Tendenz einher, sich mit negativen Gedanken zu befassen, die sich auf vergangene, gegenwärtige oder zukünftige Ereignisse beziehen (Präokkupation), anstatt die Aufmerksamkeit auf die konkrete Umsetzung einer Zielintention zu verwenden.

Laichen, engl. spawning

→ äußere Befruchtung

Lakune

→ Sinus

Lamarckismus

Evolutionstheorie, die über die erblichen elterlichen Anlagen hinaus auch Eigenschaften, die ein Individuum während seines Lebens erworben hat, in den Evolutionsprozess mit einbindet.

lamelläre Granula

Lipidreiche sekretorische Organellen in Keratinocyten und Pneumocyten der Lunge, die β-Defensine in den Extrazellularraum freisetzen.

Lamelle (von lat. lamina für „dünnes Blatt“), engl. lamella

dünne Schicht (z. B. Phospholipiddoppelschicht) oder Scheibe; dünnes Blatt

Lamina propria

subepitheliale Bindegewebsschicht 

Lamina propria

Schicht aus Bindegewebe, die unter einem Schleimhautepithel liegt. Sie enthält Lymphocyten und andere Zellen des Immunsystems.

Lamium album – Weiße Taubnessel

Lamiaceae

Landschaft, engl. landscape

ein geographisches Gebiet aus zahlreichen Ökosystemen oder Habitaten

Land‘s Zyklus

Lysophospholipid- innerhalb der Lpipidmediator-Synthese

Langerhans-Inseln, engl. islets of Langerhans

hormonproduzierende Inselzellen im Pankreas

Langsame motorische Einheit

Eine motorische Einheit mit einem kleinen α-Motoneuron, das langsam kontrahierende und nur langsam ermüdende rote Muskelfasern innerviert.

Langsames Denken

Langsames Denken meint das rationale Denken, die exekutiven Funktionen des Denkens. Es fordert Anstrengung und Energie und ist zeitaufwendig.

Längskonstante

Ein Parameter, der beschreibt, wie weit sich Veränderungen des Membranpotenzials passiv entlang eines Neuriten, also eines Axons oder eines Dendriten, ausbreiten können, dargestellt durch das Symbol λ. Die Längskonstante λ ist die Entfernung, bei der die Depolarisation auf 37% ihres Ursprungswertes abgenommen hat; sie hängt von dem Quotienten aus Membranwiderstand (rm) und Längswiderstand (ri) ab.

Längswiderstand

DerWiderstand für den elektrischen Strom, der durch ein Kabel oder einen Neuriten fließt, dargestellt durch das Symbol ri.

Langtagpflanzen (LTP), engl. long-day plants (LDP)

Pflanzen, die eine lange Helligkeitsdauer (also kurze Nächte) benötigen, um zu blühen (Gegensatz zu → Kurztagpflanzen)

Langzeitdepression (long-term depression, LTD)

Eine lange andauernde Abnahme der Effizienz der synaptischen Signalübertragung als Folge von bestimmten Formen der konditionierenden Stimulierung.

Langzeitdepression, engl. long-term depression (LTD)

lang anhaltende Abschwächung der Reaktionsfähigkeit eines Neurons aufgrund kontinuierlicher, sich ständig wiederholender schwacher Reizung (Gegensatz zu → Langzeitpotenzierung)

Langzeitgedächtnis

Das Langzeitgedächtnis ist das Aufbewahrungssystem, das Informationen dauerhaft und ohne Kapazitätsbegrenzung abspeichert, wobei grundsätzlich zwischen deklarativen und nicht-deklarativen Gedächtnisinhalten unterschieden wird.

Langzeitgedächtnis

Die relativ lange anhaltende Speicherung von Informationen, ohne dass eine ständige Wiederholung notwendig ist.

Langzeitgedächtnis, engl. long-term memory

im Gehirn gespeicherte Information, die über lange Zeiträume hinweg abgerufen werden kann (von Stunden bis zu Jahren) (Gegensatz zu → Arbeitsgedächtnis, → Kurzzeitgedächtnis)

Langzeitpotenzierung (long-term potentiation, LTP)

Eine lange andauernde Zunahme der Effizienz der synaptischen Signalübertragung als Folge von bestimmten Formen der konditionierenden Stimulierung.

Langzeitpotenzierung, engl. long-term potentiation (LTP)

lang anhaltende Verstärkung der Reaktionsfähigkeit eines Neurons aufgrund einer Phase intensiver Reizung (Gegensatz zu → Langzeitdepression)

Lanthibiotika

antimikrobiellwirkende Peptide

Larve (von lat. larva für „Gespenst“, „Maske“), engl. larva

unausgereiftes Jugendstadium eines Tieres, das sich sehr vom Erscheinungsbild des erwachsenen Tieres unterscheidet (bei Insekten Gegensatz zu → Puppe, → Imago, → Nymphe)

Larynx (von griech. larygx für „Kehle“), engl. larynx

der zwischen Pharynx (Schlund) und Trachea (Luftröhre) gelegene Kehlkopf mit den darin enthaltenen Stimmbändern

LAT

→ Linker für aktivierte T-Zellen

Latenz

Zustand eines Virus, das eine Zelle infiziert, sich aber nicht repliziert.

Lateral

Anatomische Lagebezeichnung; von der Mittellinie weg gelegen oder seitlich.

lateral (von lat. latus für „Seite“), engl. lateral

Lagebezeichnung; seitlich gelegen

Lateral-intraparietaler Cortex (Areal LIP)

Ein Cortexareal, das im intraparietalen Sulcus verborgen und an der Steuerung der Augenbewegungen beteiligt ist; die Reaktionen von LIP-Neuronen weisen darauf hin, dass sie am Arbeitsgedächtnis beteiligt sind.

Laterale absteigende Bahnen

Axone der lateralen Säule des Rückenmarks, die an der Kontrolle von willkürlichen Bewegungen der distalen Muskulatur beteiligt sind und unter direkter cortikaler Kontrolle stehen.

Laterale hypothalamische Region

Eine ungenau abgegrenzte Region des Hypothalamus, die an der Motivation für Verhalten beteiligt ist.

lateraler Gentransfer

→ horizontaler Gentransfer

Lateralisation, engl. lateralization

ein Phänomen im menschlichen Gehirn; die unterschiedliche Aufgabenteilung der Großhirnhemisphären. Die Sprachfunktion ist beispielsweise gewöhnlich in der linken Hemisphäre lokalisiert.

Lateralmeristeme, engl. lateral meristems

eines der beiden Meristeme Kambium und Korkkambium, die für das sekundäre Dickenwachstum von Pflanzen zuständig sind

Laurasia, engl. Laurasia

die nördlichere der beiden großen Landmassen, die durch das Auseinanderbrechen des Superkontinents Pangaea entstanden ist (vgl. → Gondwana)

Lck

Tyrosinkinase der Src-Familie, die mit den cytoplasmatischen Schwänzen von CD4 Tyrosinkinase der Src-Familie, die mit den cytoplasmatischen Schwänzen von CD4 und CD8 assoziiert ist und die die cytoplasmatischen Schwänze der Signalketten der T-Zell-Rezeptoren phosphoryliert. Das trägt dazu bei, die Signale aus dem T-Zell-Rezeptor-Komplex zu aktivieren, sobald ein Antigen gebunden hat.

LDL

→ Lipoproteine geringer Dichte

LDL-Rezeptor

Membranprotein, an das die Cholesterinvariante LDL („low density lipoprotein“) bindet, um anschließend in die Zelle transportiert werden zu können. Die weitere Cholesterinvariante ist HDL („high density lipoprotein“), die im Gegensatz zu LDL nicht mit einer Gefäßverkalkung in Zusammenhang gebracht wird.

Leben, engl. life

biologisch gesehen eine organisierte genetische Einheit, die zu Stoffwechsel, Wachstum, Bewegung, Fortpflanzung, Reizbarkeit und Evolution befähigt ist

Lebensgemeinschaft

→ Biozönose

Lebensmittelallergie

pathologisch-immunologische Hyperreaktion auf Lebensmittelkomponenten

Lebensqualität

Für das Konstrukt Lebensqualität findet sich keine einheitliche Definition (Felce und Perry 1995). Jedoch wird Lebensqualität von der Weltgesundheitsorganisation folgendermaßen definiert: Lebensqualität ist die subjektive Wahrnehmung einer Person über ihre Position im Leben in Relation zur Kultur und den Wertsystemen, in denen sie lebt, und in Bezug auf ihre Ziele, Erwartungen, Standards und Anliegen. Es kann als multidimensionales Konzept bezeichnet werden, das in komplexer Weise von der physischen Gesundheit der Person, dem psychosozialen Status, dem Grad der Unabhängigkeit, den sozialen Beziehungen, den persönlichen Überzeugungen und dem Bezug zu wesentlichen Merkmalen zur Umgebung einer Person abhängt (World Health Organization 1998a).

Lebenstafel, engl. life table

tabellarische Zusammenfassung der unterschiedlichen Überlebens- und Fortpflanzungsraten der Individuen einer Population, je nach Alter, Größe oder Geschlecht; kann zur Berechnung der Wachstumsrate einer Population herangezogen werden

Lebenszyklus, engl. life history

die Lebensgeschichte; die verschiedenen durch Wachstum, Fortpflanzung und Überleben charakterisierten Stadien, die ein Individuum während seines Lebens durchläuft

Lebenszyklusstrategie, engl. life history strategy

die Art und Weise, wie Individuen die ihnen zur Verfügung stehende Zeit und Energie auf Wachstum, Versorgung und Fortpflanzung verteilen, beeinflusst durch genetische und Umweltfaktoren

Leber, engl. liver

großes Stoffwechsel-, Speicher-, Entgiftungs- und Syntheseorgan; sezerniert bei Wirbeltieren Gallenflüssigkeit und ist an der Blutbildung, Entgiftung und vielen Stoffwechselreaktionen maßgeblich beteiligt

Leber-Gallen-Weg (häpatobiliärer Weg)

Einer der Wege, über den dimere IgA-Moleküle, die in den Schleimhäuten produziert werden, in die Pfortader in der Lamina propria aufgenommen und in die Leber transportiert werden, von wo aus sie über eine Transcytose in den Gallengang gelangen. Dieser Weg besitzt beim Menschen keine große Bedeutung.

Leberpfortader, engl. hepatic portal vein

Vene, die im Kapillarbett des Verdauungstrakts entspringt und zum Kapillarbett der Leber führt

Lederhaut (Sklera)

Die harte äußere Wand um den Augapfel; die weiße Augenhaut.

Lederhaut (Sklera), engl. sclera

die weiße, äußere Hautschicht des Augapfels, die mit der Hornhaut verbunden ist

Leghämoglobin, engl. leghemoglobin

sauerstoffbindendes Protein im Cytoplasma der Wurzelknöllchen bei stickstofffixierenden Pflanzen, das ausreichend Sauerstoff zu den stickstofffixierenden Bakterien transportiert, um deren Atmung zu gewährleisten, während es gleichzeitig die Konzentration freien Sauerstoffs senkt, um die Nitrogenase zu schützen

Lehm, engl. loam

Bodentyp aus einer Mischung aus Sand, Schluff, Ton und organischem Material; einer der für den Ackerbau am besten geeigneten Bodentypen

Leibeshöhle, engl. body cavity

flüssigkeitsgefüllte Höhle zwischen den Zellschichten vieler Tiere. Man unterscheidet unter anderem eine primäre Leibeshöhle ( → Blastocoel), eine sekundäre Leibeshöhle ( → Coelom) und deren Verschmelzungsprodukt ( → Hämocoel). (vgl. → Pseudocoel)

leichte Ersatzkette

Protein in Prä-B-Zellen, das aus den zwei Untereinheiten VpreB und λ5 besteht. Diese Kette kann sich mit einer vollständigen schweren Kette und den Signalproteinen Igα und Igβ zusammenlagern. Der Komplex vermittelt Signale für die B-Zell-Differenzierung.

leichte Kette, L-Kette

Die kleinere der beiden Polypeptidketten, aus denen ein Immunglobulinmolekül aufgebaut ist. Sie besteht aus einer V- und einer C-Domäne und ist über Disulfidbrücken an die → schwere Kette gebunden. Es gibt zwei Klassen oder Isotypen der leichten Ketten, die man auch als κ- und λ-Kette bezeichnet. Sie werden von unterschiedlichen Loci produziert.

Leistungsmotiv

Beim Leistungsmotiv handelt es sich um das Bedürfnis, die eigene Tüchtigkeit in einer Tätigkeit zu steigern oder hochzuhalten, in der ein persönlicher Gütemaßstab als verbindlich angesehen wird.

Leistungsziele

Leistungsziele beschreiben individuelle Leistungsparameter und beziehen sich auf selbstgesteckte Referenzwerte und Maßstäbe der Sporttreibenden. Sie beziehen sich nur auf den Sporttreibenden selbst und können z. B. die Verbesserung der Zeit für den Marathonlauf um zehn Minuten oder eine Steigerung der Wiederholungen an der Beinpresse auf 35 sein.

Leitbündel

Zusammenfassung mehrerer Xylem- und/oder Phloemstränge. > Phloem, > Xylem, > geschlossen-kollaterales Leitbündel, > offen-kollaterales Leitbündel, > radiäres Leitbündel, > oligoarches Leitbündel, > polyarches Leitbündel, > konzentrisches Leitbündel mit Außenxylem, > konzentrisches Leitbündel mit Innenxylem

Leitbündel, engl. vascular bundle

der Leitgewebestrang bei Gefäßpflanzen, zu dem sowohl die Transportzellen des Xylems und Phloems gehören als auch dickwandige Fasern

Leitbündelscheide

"Zellen, die ein Leitbündel umfassen; oft sklerenchymatisch; besteht bei den Gräsern aus Zellen mit vergrößerten Chloroplasten. > Leitbündel"

Leitfähigkeit

Siehe elektrische Leitfähigkeit.

Leitgewebe, engl. vascular tissue system

Leitungs- und Transportsystem der Gefäßpflanzen, zu dem Xylem und Phloem gehören (Gegensatz zu → Abschlussgewebe, → Grundgewebe)

Leitsignale

DiffusionsfähigeMoleküle, die Richtung und Umfang desWachstums von Neuronen bestimmen. Leitsignale können auf Neuronen anziehend oder abstoßend wirken; so bewirkt z. B. das Protein Netrin im Rückenmark eine Chemoattraktion, das Protein Slit dagegen eine Chemorepulsion von Wachstumskegeln, welche die entsprechenden Rezeptoren aufweisen.

Leitstrang

Quelle: Genetik

(engl. leading strand) Wird bei der Replikation der DNA kontinuierlich gebildet (im Gegensatz zum Folgestrang).

Leitstrang (leading strand)

Bei der Replikation der neue DNA-Strang, der kontinuierlich in 5’-3’-Richtung synthetisiert wird.

Leitstrang, engl. leading strand

kontinuierlich synthetisierter Tochterstrang bei der DNA-Replikation (Gegensatz zu → Folgestrang)

Leitungsaphasie

Eine Form von Aphasie, die mit der Schädigung des Fasciculus arcuatus assoziiert und durch ein gutes Wortverständnis und Sprachproduktion, aber eine beeinträchtigte Fähigkeit zum Nachsprechen gekennzeichnet ist.

Lek, engl. lek

Balzarena; Balzplatz von Vögeln, an dem mehrere männliche Tiere um Weibchen konkurrieren und durch Verteidigung eines kleinen Bereichs als Revier ihre Fortpflanzungsfähigkeit und Fitness unter Beweis stellen

Lektin

Kohlenhydratbindende Glykoproteinstruktur

Lektine

Kohlenhydratbindende Proteine.

Lektinweg

Signalweg der Komplementaktivierung, der durch mannosebindende Lektine (MBLs) und durch Ficoline ausgelöst wird, die an Bakterien gebunden sind.

Lemniscus (Schleifenbahn)

Eine Bahn, die sich wie ein Band durch das Gehirn windet.

Lemniscus medialis (mittlere Schleifenbahn)

Ein Band aus weißer Substanz, das zum somatosensorischen System gehört und Axone enthält, die von den Kernen des Hinterstrangs zum Thalamus ziehen.

Lentiviren

Gruppe von Retroviren, zu der auch das humane Immunschwächevirus (HIV) gehört. Sie lösen erst nach einer langen Inkubationszeit eine Krankheit aus.

Lentizelle

"Bereich des Periderms, in dem die Korkzellen keine geschlossene Schicht bilden; dadurch ist hier ein Gasaustausch zwischen inneren, photosynthetisch aktiven Rindenzellen und der Atmosphäre möglich. > Periderm"

Lentizellen, engl. lenticel

poröse Bereiche in der sekundären Rinde von verholzten Sprossen und Wurzeln bei Eudikotylen; dienen dem Gasaustausch

Leptin

Ein Proteinhormon, das von Fettzellen freigesetzt wird und mit Neuronen des Nucleus arcuatus im Hypothalamus in Wechselwirkung tritt.

Leptin, engl. leptin

von Fettzellen produziertes Hormon, das vermutlich Feedback-Informationen über die Fettreserven des Körpers an das Gehirn übermittelt

Leptotän

Quelle: Genetik

Chromosomenstadium in der meiotischen Prophase I (S. 237).

Lernen

Das Aneignen von neuen Informationen, Wissen und Fähigkeiten.

Lernen

Lernen bezeichnet eine relativ überdauernde Veränderung im Verhalten bzw. im Verhaltenspotenzial einer Person, die auf Erfahrung und Wissenserwerb basiert.

Letal

Quelle: Genetik

(lat. letalis, tödlich) Art der Genwirkung. Ein Allel wird als letal bezeichnet, wenn der Tod des Individuums vor Erreichen der Geschlechtsreife eintritt.

Letalfaktor

Endopeptidase, die von Bacillus anthracis produziert wird und NLRP1 spaltet. Das führt zum Tod der infizierten Zelle, im Allgemeinen ein Makrophage.

Letalität

Bezeichnet die Sterberate, die eine Erkrankung oder Behandlung nach sich zieht. Somit gibt die Letalität den relativen Anteil verstorbener Individuen an.

leucinreiche Wiederholungen (LRRs) (leucine-rich repeats)

Sich mehrfach wiederholende Proteinmotive, die beispielsweise die extrazellulären Bereiche von → Toll-like-Rezeptoren bilden.

Leukocyten

Weiße Blutzellen. Dazu zählen → Lymphocyten, → polymorphkernige Leukocyten und → Monocyten.

Leukocyten, engl. white blood cells

auch als weiße Blutzellen bezeichnet; Zellen des Blutplasmas, die an spezifischen Abwehrmechanismen des Immunsystems beteiligt sind. Ihre wichtigste Klasse sind die → Lymphocyten

Leukocytenadhäsionsdefekt Typ 2

Erkrankung aufgrund einer gestörten Produktion der sulfatierten Sialyl-Lewisx-Einheit, sodass neutrophile Zellen nicht mehr mit den P- und E-Selektinen interagieren und dadurch nicht mehr zu Infektionsherden gelangen können.

Leukocytenadhäsionsdefekte (LADs)

Gruppe von Immunschwächekrankheiten, bei denen die Fähigkeit der Leukocyten beeinträchtigt ist, zu Infektionsherden mit extrazellulären Bakterien zu wandern, sodass die Infektionen nicht mehr effektiv bekämpft werden können. Es gibt dafür verschiedene Ursachen, etwa ein Mangel an der gemeinsamen β-Kette der Leukocytenintegrine.

Leukocytenrezeptorkomplex (LRC)

Großer Cluster mit Genen für immunglobulinähnliche Rezeptoren, beispielsweise für die → killerzellenimmunglobulinähnlichen Rezeptoren (KIRs).

Leukocytose

Vorhandensein einer erhöhten Anzahl von Leukocyten im Blut. Sie tritt im Allgemeinen bei akuten Infektionen auf.

Leukopenisch

Blutbild mit verringerter Anzahl an Leukozyten

Leukoplast

Organell der Pflanzenzelle, das ungefärbt ist und der Stoffspeicherung dient. > Proplastid, > Amyloplast, > Proteionoplast, > Elaioplast

Leukotrien

von Fettsäuren abgeleitete Signalstoffgruppe

Leukotriene

Lipidmediatoren von Entzündungen, die von der Arachidonsäure abstammen. Sie werden von Makrophagen und anderen Zellen produziert.

Leukozyt

Eine Zelle des Bluts (weißes Blutkörperchen), die noch einen Zellkern besitzt und bei der Immunabwehr aktiv ist. Reife, rote Blutkörperchen (Erythrozyten) besitzen keinen Zellkern mehr.

Leydig-Zellen, engl. Leydig cells

die Zellen zwischen den Samenkanälchen und den Hoden, welche Testosteron sezernieren

LFA-1

→ funktionelle Leukocytenantigene

LGP2

Protein aus der RLR-Familie. Es wirkt bei der Erkennung von Virus-RNA mit RIG-1 und MDA-5 zusammen.

Lichtkompensationspunkt, engl. light compensation point

Lichtintensität, bei der die Photosyntheserate gerade den Verbrauch der Zellatmung kompensiert

Lichtquanten

→ Photonen

Lichtreaktion, engl. light reactions

Startphase der Photosynthese, bei der Lichtenergie in chemische Energie umgewandelt wird

Lichtsammelkomplex (light harvesting complex)

Große Molekülverbünde von Membranproteinen und Farbstoffen, die Photonen absorbieren und die Energie zum photosynthetischen Reaktionszentrum weiterleiten.

Lichtsammelkomplexe

→ Antennenkomplexe

Ligament, engl. ligament

Bindegewebsstrang, der zwei Knochen in einem Gelenk verbindet

Ligand

Quelle: Genetik

(lat. ligare, verbinden) Molekül, das an einen Rezeptor binden muss, um ein Signal zu übertragen (S. 149).

Ligand (ligand)

Molekül, das an ein Zielprotein bindet. Meist ist diese Bindung nicht-kovalent und damit reversibel. Häufiges Zielprotein von Liganden sind Rezeptoren.

Ligand, engl. ligand

Molekül, das an die Rezeptorstelle eines anderen (gewöhnlich größeren) Moleküls bindet

Ligandenbindungsverfahren

Eine Methode, die radioaktiv markierte Liganden von Rezeptoren (Agonisten oder Antagonisten) einsetzt, um Rezeptoren von Neurotransmittern zu lokalisieren.

Ligandengesteuerter Ionenkanal

Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig ist für Ionen und durch Neurotransmitter reguliert wird.

ligandengesteuerter Ionenkanal, engl. ligand-gated ion channel

Typ eines Ionenkanals; öffnet oder schließt sich je nach An- oder Abwesenheit eines spezifischen Moleküls (Ligand), das an das Kanalprotein oder einen separaten Rezeptor bindet, wodurch wiederum die dreidimensionale Form des Kanalproteins oder des Rezeptors verändert wird (Gegensatz zu → spannungsgesteuerter Ionenkanal)

Ligase

Enzym, das zwei Moleküle miteinander verbindet.

Lignin

"neben Cellulose der Hauptbestandteil der Sekundärwand der Landpflanzen; Makromolekül; besteht aus Phenylpropaneinheiten (überwiegend Sinapyl-, Coniferyl- und Cumarylalkohol); wird in das Cellulosegerüst der Wand eingelagert. > Holz"

Lignin, engl. lignin

komplexes hydrophobes, phenolisches Polymer in den Zellwänden von Pflanzen, das andere Zellwandpolymere vernetzt und dadurch für eine Stabilisierung der Wände sorgt, insbesondere bei Holz

Limbisches System

Eine Gruppe von Strukturen, einschließlich des Lobus limbicus und des Papez-Kreises, die anatomisch miteinander verbunden und vermutlich an der Verarbeitung von Emotionen, am Lernen und an der Gedächtnisbildung beteiligt sind.

limbisches System, engl. limbic system

Gruppe unterschiedlicher, evolutionär primitiver Strukturen im Endhirn von Wirbeltieren, die an Emotionen, Trieben, Instinktverhalten, Lernen und Gedächtnis beteiligt sind

limitierender Faktor, engl. limiting factor

eine dringend benötigte Ressource, deren Angebot (oder Mangel) die Größe einer Population am stärksten beeinflusst; bei Pflanzen oft Stickstoff

limnisch (von griech. limne für „See“, „Teich“, „Sumpf“), engl. limnic

im Süßwasser lebend (vgl. → aquatisch, → marin, → terrestrisch)

LINE-Element

Quelle: Genetik

(engl. long interspersed nuclear element, langes verstreutes Kernelement) Klasse von DNA-Wiederholungssequenzen, die häufig auch die Möglichkeit zur Transposition besitzen (7 Abschn. 9.2.3).

lineare Regression, engl. linear regression

statistische Methode, bei der man versucht, die Beziehung zwischen zwei Variablen in einem Streudiagramm durch eine Gerade darzustellen

lineares Epitop

→ kontinuierliches Epitop

Linker für aktivierte T-Zellen (LAT)

Cytoplasmatisches Adaptorprotein mit mehreren Tyrosinresten, die durch die Tyrosinkinase ZAP-70 phosphoryliert werden. Es koordiniert die Weiterleitung von Signalen der T-Zell-Aktivierung.

Linse

Die transparente Struktur, die sich zwischen Kammerwasser und Glaskörper befindet und die es dem Auge ermöglicht, auf unterschiedliche Entfernungen zu fokussieren.

Linse, engl. lens

kristalline Proteinstruktur im Wirbeltierauge, welche die Schärfenregulierung (Fokussierung) der Bilder übernimmt, die auf die Netzhaut fallen

LIP10

Abgespaltenes Fragment der invarianten Kette, welche die Transmembranregion enthält und an MHC-Klasse-II-Proteine gebunden bleibt.

LIP22

Das zuerst abgespaltene Fragment der invarianten Kette, die an MHC-Klasse-II-Moleküle gebunden ist.

Lipase

Fette spaltendes Verdauungsenzym

Lipasen, engl. lipases

Verdauungsenzyme, die Fette abbauen

Lipiddoppelschicht

→ Phospholipiddoppelschicht

Lipide (von griech. lipos für „Fett“), engl. lipids

unpolare, hydrophobe Moleküle wie Fette, Öle,Wachse, Steroide und die Phospholipide, die biologische Membranen aufbauen (vgl. → Phospholipide)

Lipidgranula

Speicherorganellen mit einem hohen Anteil an neutralen Fetten im Cytoplasma.

Lipidklassenwechsel

Einleitung der Herabregulation einer Entzündungsreaktion durch Lipidmediatoren

Lipidmediator

von Fettsäuren abgeleitete Signalstoffgruppe

Lipocalin-2

Antimikrobielles Peptid, das von neutrophilen Zellen und Schleimhautepithelzellen in großen Mengen produziert wird und das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmt, indem es die Verfügbarkeit von Eisen einschränkt.

Lipolyse

hydrolytische Lipidspaltung

Lipopeptidantigene

Vielgestaltige Gruppe von Antigenen, die aus mikrobiellen Lipiden abgeleitet sind und normalerweise von nichtklassischen MHC-Klasse-II-Molekülen wie CD1 den Populationen der invarianten T-Zellen, beispielsweise den iNKT-Zellen, präsentiert wird.

Lipopolysaccharid

Endotoxin Gram-negativer Bakterien

Lipopolysaccharid (LPS)

Lipopolysaccharid auf der Oberfläche von gramnegativen Bakterien, das TLR-4 auf Makrophagen und dendritischen Zellen stimuliert (→ Endotoxin).

Lipoproteine geringer Dichte (LDL), engl. low-density lipoproteins

Lipoproteine, die Cholesterin zur Verwendung für Biosynthesen und zur Speicherung im Körper transportieren; die „schlechten“ Lipoproteine, die maßgeblich an der Entstehung von Arteriosklerose im kardiovaskulären System beteiligt sind

Lipoproteine hoher Dichte (HDL), engl. high-density lipoproteins

Lipoproteine, die Cholesterin aus verschiedenen Geweben entfernen und zur Leber transportieren; die „guten“ Lipoproteine und maßgeblich an der Prävention von Arteriosklerose im kardiovaskulären System beteiligt

Lipoproteine sehr geringer Dichte (VLDL), engl. very low-density lipoproteins

überwiegend aus Triacylglycerinen bestehende Lipoproteine; transportieren diese zu dem überall im Körper verteilten Fettgewebe; stehen in Zusammenhang mit übermäßiger Fettspeicherung und einem stark erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Lipoproteine, engl. lipoproteins

mit Proteinen verpackte Lipide, die so im Blutkreislauf zirkulieren können

Liposom

zellmembranumhülltes Vesikel

Liposom, engl. liposome

von einer Doppelmembran aus Phospholipiden umgebene kugelförmige Struktur; kann zum Einschleusen von Medikamenten in Zellen verwendet werden

Lipostatische Hypothese

Eine Hypothese, nach der der Körperfettgehalt homöostatisch auf einem spezifischen Niveau gehalten wird.

Lipoteichonsäuren

Bestandteile der bakteriellen Zellwand, die von den Toll-like-Rezeptoren erkannt werden.

Lipoxine

entzündungsauflösende Lipidmediatoren

Lipoxygenase

Fettsäurenoxidierendes Enzym

Liquor cerebrospinalis

Die Flüssigkeit, die im zentralen Nervensystem durch den Plexus choroideus produziert wird und durch das Ventrikelsystem in den Subarachnoidalraum fließt. Auch als Cerebrospinalflüssigkeit bezeichnet.

Lithium

Ein Element, das in Lösung als einwertiges Kation vorliegt und mit dem bipolare affektive Störungen wirksam behandelt werden können.

Lithosphäre (von griech. lithos für „Stein“), engl. lithosphere

die Kruste aus festen Gesteinsplatten auf dem viskosen Mantel der Erde. Die Bewegungen der Lithosphäre sind die Ursache der Plattentektonik. (Gegensatz zu → Asthenosphäre)

Litoral (von lat. litus für „Ufer“, „Küste“), engl. litoral

die lichtdurchflutete Uferzone von Seen oder Meeren; bei Meeren vom obersten Rand der → Gezeitenzone bis in eine Tiefe, in der das Wasser noch stark durch die Wellen durchmischt wird

Lizenzierung

Die Aktivierung einer dendritischen Zelle, wodurch sie in die Lage versetzt wird, naiven T-Zellen Antigene zu präsentieren und sie dabei zu aktivieren.

Lobus limbicus

Die Regionen des Hippocampus und des Cortex, die in Säugetieren den Hirnstamm umgeben und von Broca zu einem abgegrenzten System zusammengefasst wurden.

Locus

Im Deutschen verknüpfen wir Gen mit einer Funktion (Protein oder Regulation der Proteinsynthese), d. h. der Chromosomenabschnitt (Genort), der das Gen enthält, ist für eine bestimmte Aufgabe verantwortlich. Die Überbegriffe von Genort und Gen sind Locus bzw. Allel und gelten für Chromosomenabschnitte, die nicht zwingend eine funktionelle Bedeutung haben müssen.

Locus

DNA-Abschnitt, der für unsere Untersuchungen von Interesse ist. So kann es sich um einen Abschnitt handeln, in dem ein bestimmtes Gen liegt, oder es kann auch ein Abschnitt sein, der keine genetische Bedeutung hat, doch für unsere Untersuchungen nützlich ist.

Locus

Eine kleine, abgegrenzte Gruppe von Zellen. Plural: Loci.

Locus

Quelle: Genetik

(lat. locus, Ort) Stelle eines Gens auf dem Chromosom.

Locus (Plural: Loci), engl. locus

in der Genetik eine bestimmte Stelle auf einem Chromosom (Genort); kann auch als Synonym für ein Gen gelten

Locus coeruleus

Ein kleiner Kern, der bilateral in der Brücke lokalisiert ist; seine Neuronen ziehen in viele Bereiche des zentralen Nervensystems, der verwendete Neurotransmitter ist Noradrenalin.

LOD-Score

Quelle: Genetik

"(engl. logarithm of the odds, Logarithmus der Chancen; engl. score, Notenspiegel, Punktzahl) Statistische Methode (vor allem in der Humangenetik) zur Abschätzung der Kopplung von Genen. Ein LOD-Score von 3 bedeutet, dass die Kopplung zweier Gene 1000-mal wahrscheinlicher ist als keine Kopplung (7 Abschn. 11.4 und 7 Abschn. 13.1.3)."

Lodscore

Das Maximum einer Lodscore-Funktion führt zu einem Schätzungswert für die Rekombinationshäufigkeit/Abstand zwischen zwei Loci. Der maximale Lodscore-Wert ist eine statistische Kennzahl, die über das Für und Wider einer Kopplung entscheidet.

logistisches Wachstum, engl. logistic growth

Muster des Populationswachstums; charakterisiert durch ein multiplikatives Muster; das Wachstum verlangsamt sich schließlich durch dichteabhängige Prozesse bei Erreichen der Kapazitätsgrenze (Gegensatz zu → exponentiellesWachstum)

Lophophor, engl. lophophore

bei verschiedenen Tiergruppen vorkommende hufeisen- oder ringförmige Tentakelkrone um die Mundöffnung; dient dem Herausfiltrieren von sehr kleinen Planktonorganismen und Detritus aus dem umgebenden Wasser

Lordose (vom griechischen lordosis für „Krümmung nach vorn“), engl. lordosis

von manchen weiblichen Säugetieren (insbesondere Nagetieren) eingenommene, vorwärts gekrümmte Körperhaltung, die Paarungsbereitschaft signalisiert; auch medizinisch für eine nach vorn gekrümmte Wirbelsäule

Lösung, engl. solution

eine Flüssigkeit (das Lösungsmittel) mit den darin gelösten Stoffen (den Soluten)

Lösungsmittel (solvent)

Substanz, die Moleküle eines anderen Stoffs vereinzelt und umschließt, ohne dass es dabei zu einer chemischen Reaktion kommt. Die Teilchen des gelösten Stoffs sind in dem entstandenen homogenen Gemenge auch unter dem Mikroskop optisch nicht mehr zu erkennen.

Lösungsmittel, engl. solvent

eine Flüssigkeit, die ein oder mehrere Substanzen (Solute) auflösen kann oder dies bereits getan hat

Lösungspotenzial (osmotisches Potenzial, Ψs), engl. solute potential

ein Maß für die Wirkung gelöster Substanzen auf das osmotische Verhalten der betreffenden Lösung; dieses kann entweder null betragen oder einen negativen Wert annehmen. Je negativer das Lösungspotenzial ist, desto mehr verstärkt sich die Tendenz der Lösung zur Aufnahme von Wasser über eine semipermeable Membran. (Gegensatz zu → Druckpotenzial, → Wasserpotenzial)

Lotteriemodell

→ Neutralmodell

LPS-bindendes Protein (LBP)

Protein im Blut und in der extrazellulären Flüssigkeit, das bakterielle Lipopolysaccharide (LPS) bindet, die sich von Bakterien abgelöst haben.

LRRs

→ leucinreiche Wiederholungen

LTD

Siehe Langzeitdepression.

LTi-Zellen

→ Lymphgewebeinduktorzellen

LTP

Siehe Langzeitpotenzierung.

Lückengene, engl. gap genes

auch als Gap-Gene bezeichnet; Segmentierungsgene, die während der Entwicklung von Drosophila weite Bereiche entlang der anterior-posterioren Achse des frühen Embryos festlegen; Bestandteile einer Entwicklungskaskade, zu der auch die Maternaleffektgene, die Paarregelgene, die Segmentpolaritätsgene und die Hox-Gene gehören

Luftsäcke, engl. air sacs

Aussackungen in den Atemwegen von Vögeln, welche die eingeatmete Luft aufnehmen; in ihnen findet kein Gasaustausch statt, sie sorgen vielmehr dafür, dass ständig in einer Richtung Frischluft in die Lungen gepumpt wird

Luftwurzel

"oberirdisch verlaufende Wurzel; häufig von einem Velamen radicum umgeben. > Wurzel"

Luftwurzeln

→ Pneumatophoren

Lumen (lat. für „Licht“), engl. lumen

Hohlraum in röhrenförmigen Organen wie dem Darm oder einem Nierentubulus oder in Organellen wie dem ER

luminal

dem Darmlumen zugewandte Seite, nach oben gerichtet

Lunge, engl. lung

auf Atemgasaustausch spezialisiertes, inneres Organ

Lungenarterien, engl. pulmonary arteries

bei Säugetieren die Blutgefäße, die das Blut vom Herzen weg zur Lunge transportieren

Lungenkreislauf, engl. pulmonary circuit

der Teil des Kreislaufsystems bei Landwirbeltieren, bei dem sauerstoffarmes Blut zur Anreicherung mit Sauerstoff vom Herzen in die Lunge gepumpt wird und sauerstoffangereichertes Blut zur weiteren Verteilung zum Herzen zurückfließt (Gegensatz zu → Körperkreislauf)

Lungenvenen, engl. pulmonary veins

Venen, durch die das mit Sauerstoff angereicherte Blut von der Lunge in das linke Atrium zurücktransportiert wird

Luteinisierendes Hormon (LH)

Ein Hormon, das von dem Hypophysenvorderlappen sekretiert wird; zu seinen vielen Funktionen gehört die Stimulierung der Testosteronproduktion bei männlichen Individuen und die Förderung der Follikelentwicklung und des Eisprungs bei weiblichen Individuen.

luteinisierendes Hormon (LH), engl. luteinizing hormone

ein vom Hypophysenvorderlappen abgegebenes Gonadotropin; regt die Gonaden zur Produktion von Geschlechtshormonen an

Ly108

→ SLAM

Ly49-Rezeptoren

Familie von C-Typ-Lektinen, die von NK-Zellen bei Mäusen, aber nicht beim Menschen exprimiert werden. Sie können entweder aktivierend oder inhibitorisch wirken.

Ly49a, Ly49H

→ Ly49-Rezeptoren

Lyase

Enzym, das eine nichthydrolytische Molekülteilung katalysiert.

lymphatische Organe

Strukturierte Gewebe, in denen sehr viele Lymphocyten mit einem nichtlymphatischen Stroma wechselwirken. Die zentralen oder primären lymphatischen Organe, in denen Lymphocyten gebildet werden, sind der → Thymus und das → Knochenmark. Die wichtigsten sekundären lymphatischen Organe, in denen adaptive Immunantworten ausgelöst werden, sind die → Lymphknoten, die → Milz sowie die mucosaassoziierte lymphatischen Organe wie die → Gaumenmandeln oder die → Peyer-Plaques.

lymphatisches Gewebe, engl. lymphatic tissue

im gesamten Körper verteiltes Gewebe, das zum Immunsystem gehört und der Abwehr dient; umfasst Thymus, Milz, Knochenmark und Lymphknoten

Lymphe

Körperflüssigkeit der Lymphgefäße

Lymphe (von lat. lympha für „Flüssigkeit“), engl. lymph

klare, wässrige Flüssigkeit, die aus der interstitiellen Flüssigkeit entsteht. Diese sammelt sich aus dem Interstitium des gesamten Körpers in Lymphkapillaren, wird zu Lymphe aufkonzentriert und über das Lymphsystemwieder dem Blutkreislauf zugeführt. Lymphe enthält Leukocyten, aber keine Erythrocyten.

Lymphflüssigkeit

Extrazelluläre Flüssigkeit, die sich in Geweben ansammelt und von den Lymphgefäßen zum Ductus thoracicus und in das Blut geleitet wird.

Lymphfollikel

definierter Raum des Lymphknotens

Lymphgefäße

Dünnwandige Gefäße, in denen die Lymphflüssigkeit transportiert wird.

Lymphgewebe

Gewebe, das aus einer großen Zahl von Lymphocyten besteht.

Lymphgewebeinduktorzellen (LTi-Zellen) (lymphoid tissue inducer cells)

Blutzellen, die in der fetalen Leber entstehen und mit dem Blut in bestimmte Regionen gelangen, wo sie Lymphknoten und andere periphere lymphatische Organe bilden.

Lymphkapillaren, engl. lacteals

die kleinsten Gefäße des lymphatischen Systems

Lymphknoten

Gewebekapsel des Lymphgewebes zur Initiation der adaptiven Immunabwehr

Lymphknoten

Periphere lymphatische Organe. Sie befinden sich überall im Körper an den Stellen, wo → Lymphgefäße zusammenkommen.

Lymphknoten, engl. lymph node

spezialisierte Strukturen in den Gefäßen des Lymphsystems; enthalten Leukocyten (genauer: Lymphocyten), die fremde Zellen und Moleküle beseitigen, während sich die Lymphe durch die Gefäße bewegt

Lymphoblast

Ein noch nicht vollständig differenzierter Lymphocyt, der sich nach der Aktivierung vergrößert hat und dessen RNA- und Proteinsyntheserate erhöht ist.

Lymphocyten

Klasse von weißen Blutzellen, die variable Rezeptoren für Antigene auf der Zelloberfläche tragen und für die adaptiven Immunantworten zuständig sind. Es gibt zwei Hauptklassen der Lymphocyten: B-Lymphocyten (B-Zellen) und T-Lymphocyten (T-Zellen), die für die humorale beziehungsweise die zelluläre Immunität verantwortlich sind. Kleine Lymphocyten besitzen nur wenig Cytoplasma, und ihr Chromatin im Zellkern ist kondensiert. Bei Kontakt mit einem Antigen vergrößern sich die Zellen zu → Lymphoblasten, teilen sich und differenzieren sich zu antigenspezifischen → Effektorzellen.

Lymphocyten, engl. lymphocytes

mit die wichtigste Klasse der Leukocyten; umfassen die T-Zellen, B-Zellen und andere Zelltypen, die für das Immunsystem wichtig sind

Lymphocytenrezeptorrepertoire

Gesamtheit der hoch variablen Antigenrezeptoren der B- und T-Lymphocyten.

Lymphopenie

Anormal geringer Titer an Lymphocyten im Blut.

Lymphopoese

Differenzierung von lymphatischen Zellen aus einer gemeinsamen lymphatischen Vorläuferzelle.

lymphoproliferative Erkrankung nach einer Transplantation (post-transplant lymphoproliferative disorder)

Vermehrung von B-Zellen, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) stimuliert wird, wobei die B-Zellen Mutationen entwickeln und bösartig werden können. Mögliche Folge bei immunsupprimierten Patienten nach einer Organtransplantation.

lymphoproliferatives Autoimmunsyndrom (ALPS) (autoimmune lymphoproliferative syndrome)

Vererbbare Krankheit, bei der ein Defekt im Fas-Gen zu einem Versagen der normalen Apoptose führt, sodass unregulierte Immunreaktionen die Folge sind, darunter auch Autoimmunreaktionen.

Lymphotoxine (LTs)

Cytokine der Tumornekrosefaktor-(TNF-)Familie, die auf einige Zellen unmittelbar toxisch wirken. Sie kommen als Trimere aus LT-α-Ketten (LT-α3) und Heterotrimere aus LT-α- und LT-β-Ketten (LT-α2:LT-β1) vor.

Lymphsystem

Das System aus den Lymphgefäßen und peripheren lymphatischen Geweben, die Flüssigkeit aus den Geweben über den → Ductus thoracicus in das Blut leiten.

Lymphsystem, engl. lymphatic system

Gefäßsystem, das eine wichtige Rolle beim Transport der interstitiellen Flüssigkeit in den Blutkreislauf spielt

Lyon-Hypothese

Quelle: Genetik

"Nach Mary F. Lyon, englische Genetikerin. Die Inaktivierung eines der beiden X-Chromosomen bei weiblichen Säugern erfolgt zufällig und früh in der Embryonalentwicklung; die Inaktivierung wird an die Tochterzellen weitergegeben und führt zu einem mosaikartigen Muster der Genexpression (7 Abschn. 8.3.2; Barr-Körper)."

Lyse

Quelle: Genetik

Zellzerstörung als Folge einer Infektion durch Bakteriophagen oder Viren (S. 124).

Lyse (von griech. lysis für „Auflösung“), engl. lysis

Aufplatzen einer Zelle

lysogene Phase

Die Phase im viralen Lebenszyklus, in der das Virusgenom in das zelluläre Genom integriert wird und dort in einem Ruhezustand verbleibt. Dabei werden Mechanismen aktiviert, die eine Zerstörung der Wirtszelle verhindern.

Lysogener Zyklus

Quelle: Genetik

Während des lysogenen Zyklus enthält das Bakterium die DNA eines Bakteriophagen integriert im Genom (7 Abschn. 4.3.1).

lysogener Zyklus, engl. lysogenic cycle

Form der viralen Replikation, bei der das Virus in das Wirtschromosom integriert wird und dort inaktiv ruht. Solche Viren nennt man → temperent. (Gegensatz zu → lytischer Zyklus)

Lysophospholipid

Phospholipid mit nur einer angebundenen Fettsäure

Lysosom

intrazelluläres Zellmembranvesikel mit antimikrobiellwirkenden Substanzen und Enzymen

Lysosom

Tierische Zellorganelle, in dem der Abbau von Polysachariden (Mehrfachzucker) in einfache Moleküle stattfindet.

Lysosom (von griech. lysis für „Auflösung“ und soma für „Körper“), engl. lysosome

membranumhülltes Organell, das sich vom Golgi-Apparat ableitet und verschiedene hydrolytische Enzyme enthält (vgl. → primäres Lysosom, → sekundäres Lysosom)

Lysozym

antimikrobiellwirkende Gykosidase

Lysozym

Antimikrobielles Enzym, das die Zellwände von Bakterien abbaut.

Lysozym, engl. lysozyme

in Speichel, Tränen und Nasensekret enthaltenes Enzym, das die Zellwände von Bakterienzellen hydrolysiert; einer der angeborenen Abwehrmechanismen des Körpers

lytische Phase, produktive Phase

Die Phase im viralen Lebenszyklus, in der eine aktive Virusvermehrung stattfindet und an die sich die Zerstörung der infizierten Zelle anschließt, wenn die Viren freigesetzt werden, um weitere Zellen zu infizieren.

Lytischer Zyklus

Quelle: Genetik

Während des lytischen Zyklus verliert die DNA eines Bakteriophagen durch Induktion ihren integrierten Zustand im Genom, repliziert, bildet neue infektiöse Bakteriophagen und zerstört die Zelle (Lyse) (7 Abschn. 4.3.1).

lytischer Zyklus, engl. lytic cycle

viraler Vermehrungszyklus, bei dem das Virus die Kontrolle über die Synthesemaschinerie der Wirtszelle übernimmt, um sich selbst zu replizieren; schließlich kommt es zum Platzen (zur Lyse) der Wirtszelle, und die neu gebildeten Viren werden freigesetzt (Gegensatz zu → lysogener Zyklus)

Öle, engl. oils

Triacylglycerine, die bei Raumtemperatur flüssig sind (Gegensatz zu → Fette)