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Begriff Erklärung

Wärmetönung

→ Reaktionsenthalpie

Wasser

bei normalen Umweltbedingungen flüssige Verbindung aus einem Sauerstoff- und zwei Wasserstoffatomen; Wasser ist das biologische Lösungsmittel, daher ist dauerhaftes Leben ohne Wasser nicht möglich

Wasserstoffbrücke

schwache chemische Bindung durch elektrostatische Anziehung eines Wasserstoffkerns durch zwei benachbarte → Atome hoher → Elektronegativität (z. B. Sauerstoff), die zu unterschiedlichen Molekülen gehören; wichtige intramolekulare Wechselwirkung zur Stabilisierung von → Sekundärstrukturen in → Proteinen

Wechselzahl

Anzahl der katalytischen Vorgänge, die pro Zeiteinheit am aktiven Zentrum eines Enzymmoleküls ablaufen

Wertigkeit

Nettoladung eines Ions

Wertigkeit

(von Ionen) Zahl der Ladungen eines Ions

Windkesselfunktion

Druckspeicherfunktion durch elastische Dehnung der Gefäßwände großer Arterien im → Kreislaufsystem von Vertebraten zur Aufrechterhaltung des Blutflusses im → Kreislaufsystem während der → Diastole des Herzens

Winterschlaf

auch: Hibernation; saisonal auftretender Zustand → metabolischer Depression bei Tieren zur Einsparung von Stoffwechselenergie während der ungünstigen Wintermonate

Wirkungsgrad

Menge an nutzbarer Energie im Verhältnis zur investierten Energie bei Stoff- und Energieumwandlungsprozessen

Wachstum, engl. growth

(1) Größenzunahme des Körpers oder seiner Organe durch Zellteilung und Zellstreckung; (2) bei Mikroorganismen die Vermehrung einer Kultur

Wachstumsfaktoren, engl. growth factors

chemische Signale, die Zellen zur Teilung anregen

Wachstumshormon, growth hormone (GH)

auch als Somatotropin bezeichnet; vom Hypophysenvorderlappen gebildetes Peptidhormon, das viele anabole Prozesse stimuliert

Wachstumskegel

Das spezialisierte Vorderende eines wachsenden Neuriten.

Wada-Test

Ein Verfahren, bei dem eine Großhirnhälfte betäubt wird, um die Funktion der anderen zu prüfen.

Wahrnehmung

Wahrnehmung ist der subjektiven Eindruck unserer Umwelt oder unseres Körpers, der durch die sensorische Verarbeitung von Reizen verschiedener Sinnesmodalitäten entsteht. Es kann zwischen bewusster und unbewusster Wahrnehmung unterschieden werden, wenn nicht genauer spezifiziert, ist aber meist die bewusste, verbalisierbare Wahrnehmung gemeint.

Wahrnehmungstäuschung

Wahrnehmungstäuschung bedeutet die Verschaffung eines zeitlichen Vorteils eines Spielers oder einer Spielerin gegenüber dem Gegenspieler oder der Gegenspielerin durch bewusst falsch gegebene Hinweise auf die beabsichtigte Handlungsaktion.

Wahrnehmungsverzerrung

Wahrnehmungsverzerrung bezieht sich auf optische Täuschungen.

Wahrscheinlichkeit (Probabilität), engl. probability

eine numerische Einheit, die ausdrückt, mit welcher Gewissheit ein Ereignis auf einer Skala von 0 (keine Chance für das Ereignis) bis 1 (sicheres Eintreten) eintritt

Wärmeleitung, engl. conduction

auch als Konduktion bezeichnet; die Übertragung von Wärme zwischen zwei Objekten durch direkten Kontakt

Warnsignal, engl. warning signal

ein visueller oder akustischer Abwehrmechanismus, durch den Beutearten Prädatoren deutlich machen, dass sie möglicherweise giftig sind

WAS

→ Wiskott-Aldrich-Syndrom

WASp (Wiskott-Aldrich-Syndrom-Protein)

Defektes Protein bei Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom. Wenn WASp aktiviert wird, stimuliert es die Actinpolymerisierung.

Wassergefäßsystem

→ Ambulacralsystem

Wasserkreislauf, engl. hydrological cycle

weltweite zyklische Zustandsänderung und Bewegung des Wassers vom Meer in die Atmosphäre, von dort in den Boden, in Flüsse und Seen und zurück ins Meer

Wasserpotenzial (Ψ, psi), engl. water potential

bei der Osmose die Tendenz eines Systems (einer Zelle oder Lösung), durch eine semipermeable Membran Wasser aufzunehmen.

Wasserstoffbrücke (H-Brücke), engl. hydrogen bond

schwache elektrostatische Wechselwirkung, die durch Anziehungskräfte zwischen der leicht positiven Ladung eines Wasserstoffatoms und der leicht negativen Ladung eines nahe gelegenen Sauerstoff- oder Stickstoffatoms entsteht

Wasserstoffbrückenbindung (hydrogen bond)

Schwache chemische Bindung, bei der ein positiv geladenes Wasserstoffatom die Verbindung zwischen dem elektronegativeren Bindungspartner, mit dem es durch eine kovalente Bindung verknüpft ist, und einem freien Elektronenpaar eines anderen Atoms herstellt. Sie kann innerhalb eines Moleküls oder zwischen verschiedenen Molekülen auftreten.

wässrige Lösung, engl. aqueous solution

eine Lösung, bei derWasser als Lösungsmittel dient

Wechselzahl (turnover number)

Anzahl der Substratmoleküle, die ein Enzymmolekül pro Sekunde umsetzt.

Wegeners Kontinentaldrift

Alfred Wegener hat als erster die Dynamik der Erdoberfläche beschrieben. Die auffällige Übereinstimmung der Küstenformation verschiedener Kontinente, wie bei einem Puzzle, erklärte er damit, dass die Erdoberfläche sich stetig verändert. Kontinente sind ständig in Bewegung. Heute wissen wir, dass die verschiedenen Kontinentalplatten auf dem zähflüssigen Erdmantel „schwimmen.“

Weibel-Palade-Körperchen

Granula in Endothelzellen, die P-Selektin (→ Selektine) enthalten.

Weichbast

> Bast

Weiche Hirnhaut (Pia mater)

Die innerste der drei Hirnhäute, also der Membranen, die das zentrale Nervensystem umhüllen.

weiße Blutzellen

→ Leukocyten

weiße Pulpa

Die abgegrenzten Bereiche des Lymphgewebes in der Milz.

Weiße Substanz

Eine allgemeine Bezeichnung für die Ansammlung von Axonen des zentralen Nervensystems. Wenn ein frisch präpariertes Gehirn aufgeschnitten wird, erscheinen die Axone weiß. Siehe auch graue Substanz.

weiße Substanz, engl. white matter

Gewebe im Zentralnervensystem mit einem hohen Anteil an myelinisierten Axonen (Gegensatz zu → graue Substanz)

Wellenlänge, engl. wavelength

der Abstand zwischen aufeinanderfolgenden maximalen Amplituden fortlaufender Wellen; zum Beispiel bei elektromagnetischer Strahlung

Wernicke-Aphasie

Eine Sprachstörung, bei der die Sprache flüssig, das Sprachverständnis jedoch gestört ist.

Wernicke-Areal

Eine Region an der superioren Oberfläche des Temporallappens zwischen der Hörrinde und dem Gyrus angularis; die Schädigung des Wernicke-Areals ist eng mit der Wernicke-Aphasie assoziiert.

Wernicke-Areal, engl. Wernicke’s area

Bereich im Schläfenlappen des menschlichen Gehirns, der mit den sensorischen Aspekten von Sprache verknüpft ist

Wernicke-Geschwind-Modell

Ein Modell für die Verarbeitung von Sprache, bei dem Broca- undWernicke-Areal mit sensorischen und motorischen Arealen in Wechselwirkung treten.

Westwinde, engl. westerlies

die in mittleren Breiten vorherrschenden, von Westen nach Osten wehenden Winde (vgl. → Ostwinde)

Wetter, engl. weather

der kurzzeitige Zustand der atmosphärischen Bedingungen (Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit) zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort (Gegensatz zu → Klima)

Widerstand

Siehe elektrischer Widerstand.

Wiedererkennungsgedächtnis

Das Gedächtnis, das erforderlich ist, um eine sequenzielle Vergleichsaufgabe auszuführen.

Wiederfangmethode

→ Fang-Wiederfang-Methode

Wiederkäuer, engl. ruminant

Huftiere mit vierkammerigem Magen, die ihre Nahrung hochwürgen und erneut durchkauen, zum Beispiel Rinder, Schafe und Hirsche. Die vier Magenkammern sind → Pansen, → Netzmagen, → Blättermagen und → Labmagen.

Wildtyp

Quelle: Genetik

Ein Gen, ein Genotyp oder ein Phänotyp, der in der Wildpopulation oder unter standardisierten Laborbedingungen für einen bestimmten Organismus vorherrschend ist. Der Begriff »normal« ist dagegen zu vermeiden, weil er zu falschen Schlussfolgerungen führt (Eugenik).

Wildtyp, engl. wildtype

in der Genetik für den Standard- oder Referenztyp; Abweichungen von diesem Referenztyp werden – selbst wenn sie in der Natur vorkommen – in der Regel als Mutanten bezeichnet (auf menschliche Gene wird diese Terminologie allerdings gewöhnlich nicht angewendet)

Wirbelsäule, engl. vertebral column

die aus einzelnen Wirbeln zusammengefügte, dorsal gelegene Struktur, die das Hauptstützelement im Skelett der Wirbeltiere darstellt

Wirt, engl. host

Organismus, der einen Parasiten oder Symbionten beherbergt und ihn mit Nährstoffen oder einer anderen Dienstleistung versorgt

Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS)

Immunschwächekrankheit, die gekennzeichnet ist durch Defekte im Cytoskelett der Zellen aufgrund einer Mutation im Protein WASp, das an Wechselwirkungen des Actincytoskeletts beteiligt ist. Patienten mit dieser Erkrankung sind für Infektionen mit eitererregenden Bakterien sehr anfällig, da die Wechselwirkungen der → follikulären T-Helferzellen mit den B-Zellen gestört sind.

Wissensrepräsentationen

Wissen wird im Gedächtnis in Form von Begriffen bzw. Konzepten nach gemeinsamen Merkmalen in einzelnen Kategorien repräsentiert, die in ihrer vertikalen Organisationsstruktur hierarchisch über verschiedene Ebenen mit anderen Kategorien vernetzt sind.

Wohlbefinden

Das Wohlbefinden umfasst Bewertungen des eigenen Daseins sowie das Verhältnis von angenehmen und unangenehmen physischen und psychischen Empfindungen (Lischetzke und Eid 2005). Es beruht auf kognitiven und affektiven Prozessen, die sich auf das eigene Leben im Allgemeinen oder auf spezifische Aspekte wie die eigene Gesundheit, den eigenen Körper oder die soziale Umgebung einer Person beziehen können.

Wurm (Vermis)

Die auf der Mittellinie liegende Region des Kleinhirns.

Wurmfortsatz

Appendix vermiformis

Wurmfortsatz, engl. appendix

auch als Appendix bezeichnet; kleines, blind endendes Anhängsel des Blinddarms mit einer immunologischen Funktion aber ohne Verdauungsfunktion

Wurzel

"neben Sprossachse und Blättern organisatorische Grundeinheit der Kormophyten; dient der Verankerung im Boden, der Wasseraufnahme und als Überdauerungsorgan. > Kormophyt"

Wurzel, engl. root

pflanzliches Organ, das der Verankerung der Pflanze im Boden dient, Wasser und Mineralstoffe aufnimmt und bestimmte Hormone produziert; dient bei manchen Pflanzen zudem als Speicherorgan.

Wurzelapikalmeristem, engl. root apical meristem

undifferenziertes Gewebe (Scheitelmeristem) an der Spitze von Wurzeln, aus dem die Zellen der Wurzel hervorgehen

Wurzelbast

im Zuge des sekundären Dickenwachstums der Wurzel gebildetes Phloem. > sekundäres Dickenwachstum, > Wurzel

Wurzelhaar

"Trichom; schlauchförmige, nicht cutinisierte Ausstülpung einer Rhizodermiszelle, durch die Wasser und gelöste Nährstoffe aufgenommen werden. > apoplastischer Wassertransport, > symplastischer Wassertransport, > Wurzel"

Wurzelhaare, root hairs

lange, dünne Auswüchse der Rhizodermiszellen, die der Absorption von Wasser und Mineralionen aus dem Boden dienen

Wurzelhaarzone

"Bereich, in dem Wurzelhaare gebildet werden; Wurzelhaare haben eine begrenzte Lebenszeit, danach wird die Rhizodermis durch die Exodermis ersetzt. > Wurzel"

Wurzelhaube

> Kalyptra

Wurzelhaube (Calyptra), engl. root cap

fingerhutartige Kappe aus Parenchymzellen, die vom Scheitelmeristem (Wurzelapikalmeristem) der Wurzel gebildet wird und dieses schützt. Die Zellen dienen außerdem der Schwerkraftwahrnehmung, die für das Richtungswachstum der Wurzel von Bedeutung ist.

Wurzelholz

im Zuge des sekundären Dickenwachstums der Wurzel gebildetes Xylem. > sekundäres Dickenwachstum, > Wurzel

Wurzelknöllchen, engl. root nodules

Anschwellungen an denWurzeln von Leguminosen wie der Sojabohne, die stickstofffixierende Rhizobium-Bakterien beherbergen

Wurzelrinde

"Bereich außerhalb des Perizykels; besteht aus Endodermis, Rindenparenchym und Rhizodermis bzw. Exodermis. > Wurzel"

Wurzelrübe

Rübe, die überwiegend durch Wurzelmaterial gebildet wird. > Metamorphose, > Wurzel

Wurzelsystem, engl. root system

Organsystem, das eine Pflanze an ihrem Standort verankert und Wasser sowie gelöste Mineralionen absorbiert; kann auch der Speicherung von Photosyntheseprodukten des Sprosssystems dienen