A-Z Navigation
Begriff Erklärung

Ranvier-Schnürring

periodische Unterbrechung der Myelinscheide an markhaltigen Nervenfasen von Wirbeltieren; am Schnürring steht die Axonmembran in direktem Kontakt mit dem wässrigen Medium des Extrazellularraums

Raphekerne

Gruppe von Kernen im Hirnstamm von Wirbeltieren, Teil der → Formatio reticularis

Reabsorption

Wiederaufnahme eines zuvor sezernierten Stoffes in den Organismus

Reafferenz

durch Eigenbewegung (z. B. Augenbewegung) ausgelöster Sinneseingang

Reaktionsenthalpie

auch: Wärmetönung; Energiemenge, die beim Ablauf einer chemischen Reaktion frei wird (→ exotherme Reaktion) oder aufgenommen wird (→ endotherme Reaktion)

Reaktionsenthalpie

Maß für die Energie eines thermodynamischen Systems

Reaktionsnorm

maximale Breite der möglichen umweltbedingten Ausbildungsformen körperlicher Merkmale während der Individualentwicklung oder der physiologischen Anpassungsfähigkeit von Körperfunktionen von Tieren an wechselnde Umweltbedingungen

Redoxpotenzial

elektrische Potenzialdifferenz (in V), die durch den Elektronentransport vom Elektronendonator zum Elektronenakzeptor entsteht

Reduktion

Übernahme von Elektronen (eÐ) durch ein → Atom oder Molekül

Reduktionsäquivalent

Maß für das Reduktionsvermögen eines Reduktionsmittels (z. B. der reduzierte Cofaktor NADH + H+); ein Reduktionsäquivalent entspricht 1 mol Elektronen, die bei → Redoxreaktionen entweder direkt oder in Form von Wasserstoff übertragen werden

Reflex

relativ stereotype Antwort eines Tieres auf einen Reiz, die oft nur durch zwei periphere Neurone (sensorisch, motorisch) vermittelt wird und dadurch sehr schnell erfolgen kann

Refraktärphase

→ Refraktärzeit

Refraktärzeit

Zeitraum nach Ablauf eines → Aktionspotenzials, in dem die betreffende Nervenzelle nicht erneut zur Ausbildung eines → Aktionspotenzials gebracht werden kann (absolute Refraktärzeit), plus Zeitraum, in dem die Nervenzelle zwar erneut erregt werden kann, das gebildete → Aktionspotenzial aber eine kleinere Amplitude als üblich aufweist (relative Refraktärzeit)

Regeneration

Wiederherstellung von verlorenen oder abgenutzten Strukturen (Zellen, Organen, Körperteilen) eines Lebewesens nach Bauplänen, die in seinem → Genom festgelegt sind

Reifung

lernunabhängiger Erwerb von Verhaltensleistungen während der Entwicklung eines Organismus

Rektaldrüse

extrarenales, salzausscheidendes Organ bei Elasmobranchiern

Renin-Angiotensin-Aldosteron-System

RAAS; Signalsystem für die Konstanthaltung (→ Homöostase) des Salzgehalts im Tierkörper (mittelbar auch in die Blutdruckregulation eingebunden); kommt bei allen Wirbeltiertaxa außer Chrondrichthyes und Agnatha vor

Replisom

Komplex aus Primase, DNA-Polymerase, Helikase und einzelstrangbindenden Proteinen, der die DNA in Vorbereitung auf die Zellteilung repliziert

Reproduktion

→ Fortpflanzung

Residualvolumen

Restvolumen des Gases, das nach der vollständigen Ausatmung in den Atemwegen verbleibt

Resonanz

Beziehung zwischen einem äußeren Schallereignis und dem Eigenschwingungsverhalten der Strukturen im Hörorgan

Resonanz

von äußeren Einflüssen bestimmtes Mitschwingen eines schwingungsfähigen Systems im Tierkörper

Resorption

Aufnahme von Stoffen aus der (physiologischen) Außenwelt in den Tierkörper

respiratorische Austauschrate

(respiratory exchange ratio) RER; Verhältnis des in einer bestimmten Zeitspanne von einem Tier abgegebenen CO2-Volumens zu dem in der gleichen Zeitspanne unter gleichen Bedingungen aufgenommenen O2-Volumen

respiratorische Pigmente

sauerstoffbindende Proteine, die dem Sauerstofftransport in den Körperflüssigkeiten oder der Sauerstoffspeicherung in den Zellen von Tieren dienen

respiratorischer Quotient

RQ; Verhältnis des in einer bestimmten Zeitspanne von einem Tier abgegebenen CO2-Volumens zu dem in der gleichen Zeitspanne unter gleichen Bedingungen aufgenommenen O2-Volumen; der Wert lässt auf die Art des oxidierten → Nährstoffs schließen, wenn keine Speicherung oder Mobilisierung von CO2 im Tierkörper stattfindet

Respirometrie

Messung der Sauerstoffverbrauchsrate eines Tieres und/oder dessen Kohlendioxidausscheidungsrate

Retina

Netzhaut, Schicht der → Photorezeptoren (und nachgeschalteter Interneurone) im Linsenauge

retinotope Organisation

→ Retinotopie

Retinotopie

Verarbeitung visueller Information unter Beibehaltung der Nachbarschaftsbeziehungen im Sehraum

Retinula

ÈkleineÇ → Retina, Gesamtheit aller Photorezeptoren eines → Ommatidiums

rezeptives Feld

der periphere Bereich (Sehraum, Körperoberfläche) in dem ein Reiz zur €nderung der Aktivität eines Neurons führt

Rezeptor

1. Protein oder Proteinkomplex, an das ein Signalmolekül (→ Ligand) bindet; 2. Rezeptorzelle (Sinneszelle) zur Aufnahme von Reizen

Rezeptorpotenzial

graduiertes Potenzial als Antwort einer Rezeptorzelle auf einen einwirkenden Reiz

Rhabdom

Mikrovillisäume aller Photorezeptoren eines → Ommatidiums

Rhabdomer

Mikrovillisaum einer Photorezeptorzelle

Rhodopsin

Sehpigment, bestehend aus dem Protein → Opsin und dem → Chromophor Retinal

Ribonucleinsäure

(ribonucleic acid) RNA; Sammelbegriff für alle Formen von RNA, zum Beispiel mRNA, tRNA, rRNA

Ribosom

Ort der → Proteinbiosynthese (→ Translation) in Zellen; aus → Ribonucleinsäure und → Proteinen aufgebauter Makromolekülkomplex

RNA

→ Ribonucleinsäure

Root-Effekt

durch einen Abfall des pH-Wertes des Mediums bewirkte Reduktion der Sauerstoffbindungskapazität von respiratorischen Pigmenten

Rückenmark

der Teil des Zentralnervensystems (ZNS) der Wirbeltiere, der innerhalb des Wirbelkanals verläuft

Ruhemembranpotenzial

elektrische Spannungsdifferenz zwischen dem Zellinneren und dem Extrazellularraum in einer ruhenden Zelle; liegt, je nach Zelltyp, zwischen 60 und 90 mV (innen gegenüber außen)

Ruhestoffwechsel

auch: Ruheumsatz; niedrigste Stoffwechselrate eines Tieres, wenn alle nicht unbedingt zur Erhaltung des Lebenszustandes notwendigen zusätzlichen Leistungen des Tieres so weit wie möglich reduziert sind

Ruheumsatz

→ Ruhestoffwechsel

respiratory burst

zelluläre Sekretion von Sauerstoff- und Stickstoffradikalen

R-Faktoren (Resistenzfaktoren), engl. resistance factors

Plasmide, auf denen eines oder mehrere Gene für Antibiotikaresistenz liegen

R-Gene (Resistenzgene), engl. resistance (R) genes

Pflanzengene, die eine Resistenz gegen bestimmte Stämme von Pathogenen vermitteln

R-Gruppe

→ Seitenkette

R-Schleifen

Strukturen, die sich bilden, wenn transkribierte RNA den Nichtmatrizenstrang der DNA-Doppelhelix an Switch-Regionen im Gencluster der konstanten Regionen der Immunglobuline verdrängt. R-Schleifen unterstützen wahrscheinlich die Rekombination beim Klassenwechsel.

r-Strategen, engl. r-strategists

Arten, deren Lebenszyklusstrategie durch eine hohe intrinsische Wachstumsrate (r) und somit durch ein rasches Anwachsen der Population gekennzeichnet ist (Gegensatz zu → K-Strategen)

Rac

→ Rho-Familie kleiner GTPasen

Rachenmandeln

Beidseitig vorhandene, schleimhautassoziierte lymphatische Gewebe in der Nasenhöhle.

Radialgliazelle

Eine Gliazelle im embryonalen Gehirn, die einen Fortsatz von der ventrikulären Zone zur Oberfläche des Gehirns bildet; unreife Neuronen und Glia wandern entlang dieses Fortsatzes.

radiäres Leitbündel

Xylem- und Phloemstränge bilden alternierend einen gedachten Kreis. > Leitbündel, > Wurzel

Radiärfurchung, engl. radial cleavage

Form der Embryonalentwicklung, bei der die Ebenen der Zellteilung parallel und senkrecht zur animal-vegetativen Achse des Embryos liegen (vgl. → Spiralfurchung)

Radiärsymmetrie, engl. radial symmetry

Form der Symmetrie, bei der im Extremfall jeglicher imaginäre Schnitt durch den Mittelpunkt des Körpers diesen in zwei spiegelbildliche Hälften teilt. Dies wäre bei einem exakt zylindrischen Körper der Fall, dem die Nesseltiere (Cnidarier) nahe kommen. Bei Stachelhäutern handelt es sich dagegen um eine → Pentamerie. (Gegensatz zu → Bilateralsymmetrie, → Biradialsymmetrie, → Kugelsymmetrie)

Radiatio optica

Siehe Sehstrahlung.

Radiation (Wärmestrahlung), engl. radiation

der Transfer von Wärme durch Austausch von Infrarotstrahlung von einem wärmeren auf ein kälteres Objekt (vgl. → elektromagnetische Strahlung)

Radicula

"Keimwurzel; vom Embryo gebildete Wurzel"

Radicula, engl. radicle

die Wurzelanlage beim pflanzlichen Embryo

radioaktive Isotope (Radionuclide), engl. radioisotopes

instabile Isotope eines Elements, deren Atomkern spontan zerfällt und Teilchen und Energie freigibt; Beispiele sind Kohlenstoff-14 (14C) oder Tritium (3H)

radioaktiver Zerfall, engl. radioactive decay

spontaner Zerfall von radioaktiven Isotopen unter Abgabe von Strahlung

Radiometrie (radiometrische Datierung), engl. radiometry

eine Methode zur Altersbestimmung von Objekten wie Fossilien und Gesteinen, basierend auf den Zerfallsraten von radioaktiven Isotopen

radiometrische Datierung

→ Radiometrie

Radionuclide

→ radioaktive Isotope

Radula, engl. radula

Raspelzunge vieler Mollusken, die dem Nahrungserwerb dient

RAE1-Familie (retinoic acid early inducible 1)

Mehrere MHC-Klasse-Ib-Proteine bei Mäusen, die zu den Proteinen der RAET1-Familie beim Menschen ortholog sind, beispielsweise H60 und MULT1; bei Mäusen Liganden für NKG2D.

RAET1

Familie mit zehn MHC-Klasse-Ib-Proteinen, die Liganden von NKG2D sind. Dazu gehören mehrere UL16-bindende Proteine (ULBPs).

Raf

Erste Proteinkinase in der Raf/MEK1/Erk-Signalkaskade; wird von der kleinen GTPase Ras aktiviert.

RAG-1, RAG-2

Proteine, die von den rekombinationsaktivierenden Genen RAG-1 und RAG-2 codiert werden. Sie bilden ein Dimer, das die V(D)J-Rekombination in Gang setzt.

Randeffekt, engl. edge effect

Veränderungen der ökologischen Prozesse in einer Lebensgemeinschaft, die durch physikalische oder biologische Faktoren einer angrenzenden Lebensgemeinschaft hervorgerufen werden

Randsinus

morphologische Abgrenzung des Parakortex‘ im Lymphknoten

Randsinus (marginal sinus)

Ein mit Blut gefülltes Netzwerk von Gefäßen, das sich von der zentralen Arteriole ausgehend verzweigt und jeden Bereich der weißen Pulpa in der Milz umgibt.

Randsumme

Die Summe der Werte, die in jeweils einer Zeile oder Spalte der r-mal-c-Kontingenztafel (> G) stehen.

Randzone (marginal zone)

Bereich des Lymphgewebes an der Grenze der weißen Pulpa in der Milz (→ B-Zellen der Randzone).

Rang- bzw. Ergebnisziele

Rang- bzw. Ergebnisziele beschreiben, welches Ergebnis angestrebt wird. Dies kann sich beispielsweise auf eine Platzierung im Wettkampf oder einen angestrebten Tabellenplatz beziehen.

Ranunculus repens – Kriechender Hahnenfuß

Ranunculaceae

Ranvier-Schnürring

Ein Bereich zwischen zwei aufeinanderfolgendenMyelinscheiden, wo ein Axon mit der extrazellulären Flüssigkeit in Kontakt kommt.

Ranvier-Schnürring, engl. node of Ranvier

Lücke in der Myelinscheide, die das Axon umgibt; die Stelle, an der die Axonmembran Aktionspotenziale auslösen kann

Rapamycin

Immunsuppressivum, das intrazelluläre Signalwege blockiert, an denen die Serin/Threonin-Kinase → mTOR beteiligt ist. Diese Signalwege sind erforderlich, um die Apoptose zu hemmen und die Vermehrung der T-Zellen anzuregen. Eine andere Bezeichnung für Rapamycin ist Sirolimus.

RAPD

Abkürzung von „random amplified polymorphic DNA“. Mithilfe der PCR (> G) kann mit nur einer Untersuchung die genetische Variabilität vieler DNA-Abschnitte von Individuen aufgedeckt werden. Es wird nur ein Primer (> G) eingesetzt. Damit werden DNA-Abschnitte erfasst, die sowohl an ihrem Anfang wie am Ende das zum Primer komplementäre DNAMotiv tragen.

Raphe

"Struktur in der Samenschale; zeigt den Verlauf der Leitbündel in der Samenanlage an. > Samen"

Raphekerne

Cluster von serotonergen Neuronen, die im Hirnstamm entlang der Mittellinie des Hirnstammes vom Mittelhirn zur Medulla oblongata ziehen und diffus in alle Schichten des ZNS projizieren.

Raptor

→ mTORC1

Ras

Kleine GTPase mit wichtigen Funktionen in den intrazellulären Signalwegen, beispielsweise der Antigenrezeptoren von Lymphocyten.

Rasterschubmutation

→ Frameshift-Mutation

Raues endoplasmatisches Reticulum

Ein membranumhülltes zelluläres Organell, an dessen äußerer Oberfläche sich Ribosomen befinden; ein Ort der Synthese von Proteinen, die in eine Membran eingebaut oder von einer Membran umschlossen werden sollen. Auch als raues ER bezeichnet.

raues ER, engl. rough endoplasmatic reticulum

raues endoplasmatisches Reticulum; jener Teil des ER, dessen Oberfläche mit Ribosomen besetzt ist (Gegensatz zu → glattes ER)

Räumliche Summation

Die Verrechnung von exzitatorischen postsynaptischen Potenzialen, die an mehr als einer Synapse einer Zelle generiert werden. Siehe auch zeitliche Summation.

räumliche Summation, engl. spatial summation

die Addition der Depolarisationen und Hyperpolarisationen, die von mehreren synaptischen Endknöpfchen erzeugt wurden; tragen durch die räumliche Summation gemeinsam zur Erzeugung oder Hemmung von Aktionspotenzialen in einer postsynaptischen Zelle bei (Gegensatz zu → zeitliche Summation)

Rautenhirn (Rhombencephalon)

Die Region des Gehirns, die sich von den embryonalen, caudal gelegenen primären Gehirnbläschen ableitet. Zu den Strukturen des Rautenhirns gehören Kleinhirn, Brücke und Medulla.

Rautenhirn, engl. hindbrain

auch als Rhombencephalon bezeichnet; Bereich des in der Entwicklung befindlichen Gehirns von Wirbeltieren, aus dem die Medulla oblongata, die Pons und das Kleinhirn entstehen (vgl. → Vorderhirn, → Mittelhirn)

Reaktanden

→ Reaktionspartner

Reaktion

→ chemische Reaktion

Reaktion der späten Phase

Allergische Reaktion, die einige Stunden nach dem ersten Kontakt mit dem Antigen einsetzt. Wahrscheinlich werden dabei die verschiedenen Untergruppen der Leukocyten zur Antigenkontaktstelle dirigiert.

Reaktionspartner (Reaktanden, Edukte), engl. reactants

Ausgangsstoffe einer chemischen Reaktion; chemische Substanzen, die mit anderen Substanzen eine chemische Reaktion eingehen

Reaktionsprodukte, engl. reaction products

die Moleküle, die als Endstoffe aus einer chemischen Reaktion hervorgehen

Reaktionszentrum, engl. reaction center

Gruppe von elektronenübertragenden Proteinen, die Energie von lichtabsorbierenden Pigmenten erhalten und diese durch Redoxreaktionen in chemische Energie umwandeln

reaktive Sauerstoffspezies (ROS)

Superoxidanion O2- und Wasserstoffperoxid (H2O2), die von Phagocyten, beispielsweise von neutrophilen Zellen und Makrophagen, nach der Aufnahme von Mikroorganismen produziert werden und die Zerstörung der Mikroorganismen unterstützen.

Realnische, engl. realized niche

die tatsächlich von einer Art eingenommene ökologische Nische, die durch die Wechselbeziehungen mit anderen Arten definiert ist (Gegensatz zu → Fundamentalnische)

Receptaculum

→ Blütenboden

Rectum

Mastdarm

Rectum, engl. rectum

Enddarm, Mastdarm; letzter Abschnitt des Darms, der am After endet

Redoxreaktion, engl. redox reaction

Kurzform für Reduktions-Oxidations-Reaktion; chemische Reaktion, bei welcher der eine Reaktand reduziert wird (Elektronen aufnimmt), der andere oxidiert wird (Elektronen abgibt)

Reduktion, engl. reduction

Elektronenaufnahme durch einen chemischen Reaktanden (Gegensatz zu → Oxidation)

Reduktionsmittel, engl. reducing agent

Substanz, die Elektronen auf eine andere Substanz übertragen kann. Das Reduktionsmittel wird dabei oxidiert, der Partner (das → Oxidationsmittel) reduziert.

Referenzsequenz

Eine bekannte Folge von Elementen (hier Nukleotidbausteine), die zum Vergleich und zur Analyse anderer Elementfolgen dient.

Reflex

Ein Reflex ist eine angeborene S-R-Verbindung, d. h. auf einen bestimmten Reiz folgt immer die gleiche körperliche Reaktion.

Reflex, engl. reflex

unter Beteiligung von nur wenigen Neuronen (bei Wirbeltieren häufig Neuronen im Rückenmark) automatisch ablaufende, motorische Reaktion, die unmittelbar auf einen Sinnesreiz erfolgt

Refraktärzeit, engl. refractory period

der kurze Zeitraum unmittelbar nach einem Aktionspotenzial, in dem kein weiteres Aktionspotenzial an einer erregbaren Membran ausgelöst werden kann

regelmäßige (gleichförmige) Verteilung, engl. regular (uniform) dispersion

die durch gleichmäßige Abstände zwischen den Individuen gekennzeichnete räumliche Anordnung der Individuen einer Population (vgl. → geklumpte Verteilung, → zufällige Verteilung)

Regeneration, engl. regeneration

die Entwicklung eines vollständigen Individuums aus einem Fragment eines Organismus bzw. die Fähigkeit, einzelne verloren gegangene Körperteile wiederherzustellen

Regenschatten, engl. rain shadow

Bezeichnung für die relativ trockenen Gebiete auf der windabgewandten Seite von Gebirgszügen

RegIIIγ

Antimikrobielles Protein aus der C-Typ-Lektin-Familie, das im Darm von Mäusen von den Paneth-Zellen produziert wird.

regionaler Artenpool, engl. regional species pool

bisweilen auch als Gamma-Diversität bezeichnet; sämtliche auf eine geographische Region beschränkten Arten

Regression

Statistisches Verfahren, mit dem der Einfluss von unabhängigen Variablen auf abhängige Variable (> G) bewertet wird. Der Fall von zwei Variablen und einem linearen Zusammenhang führt zur Regressionsgeraden.

Regressionsgerade

Gerade, die einen linearen Zusammenhang zwischen unabhängigen und abhängigen Werten (> G) einer Untersuchung beschreibt und dabei die Abweichung der Geraden von den Beobachtungswerten minimiert.

Regulationsentwicklung (regulative Entwicklung, Regulationstyp), engl. regulative development

Entwicklungsmuster in der Embryonalentwicklung von Tieren, bei dem das Entwicklungsschicksal der frühen Blastomeren noch nicht vollständig festgelegt ist. Der Verlust einiger Zellen im Verlauf der Furchung beeinflusst den sich entwickelnden Embryo nicht, weil die übrigen Zellen den Verlust ausgleichen. (Gegensatz zu → Mosaikentwicklung)

Regulationssequenz, engl. regulatory sequence

DNA-Sequenz, an die das Proteinprodukt eines Regulatorgens bindet

Regulationssystem, engl. regulatory system

ein System, das mithilfe von Feedback-Informationen eine physiologische Funktion oder einen physiologischen Parameter auf einem optimalen Niveau hält. (Gegensatz zu → kontrolliertes System)

Regulationstyp

→ Regulationsentwicklung

regulative Entwicklung

→ Regulationsentwicklung

Regulator-Gen

Ein DNA-Abschnitt, der auf die Synthese von Aminosäureketten (Proteine) Einfluss nimmt.

Regulatorgen, engl. regulatory gene

Gen, das ein Protein (oder nur eine RNA) codiert, welches wiederum die Expression eines anderen Gens kontrolliert (Gegensatz zu → Strukturgen)

regulatorische T-Zellen

CD4-T-Effektorzellen, die T-Zell-Reaktionen hemmen, bei der Kontrolle von Immunreaktionen mitwirken und einer Autoimmunität entgegenwirken. Man unterscheidet mehrere verschiedene Untergruppen, insbesondere die Linie der natürlichen regulatorischen T-Zellen, die im Thymus gebildet wird, und die induzierten regulatorischen T-Zellen, die in der Peripherie in bestimmten Cytokinumgebungen durch Differenzierung aus naiven CD4-T-Zellen hervorgehen.

regulatorische T-Zellen (Tregs), engl. regulatory T cells

Klasse von T-Zellen, die die Selbsttoleranz des Immunsystems regulieren

regulatorische Toleranz

Toleranz aufgrund der Aktivität von regulatorischen T-Zellen.

regulatorischer 19S-Cap-Komplex (19S regulatory cap)

Komponente des Proteasoms, die aus mehreren Untereinheiten besteht und ubiquitinierte Proteine für den Abbau im katalytischen Core-Komplex bindet.

reife B-Zellen

B-Zellen, die IgM und IgD auf ihrer Oberfläche tragen und auf Antigene reagieren können.

reife mRNA, engl. mature mRNA

eukaryotische mRNA, die nach der Transkription durch Entfernen von Introns und das Hinzufügen einer Cap-Struktur am 50-Ende und eines Poly-A-Schwanzes am 30-Ende modifiziert wurde

reine Strategie

Individuen verfolgen stets die gleiche Strategie und können diese nicht abändern.

reinerbig

→ homozygot

Reinforcement (Verstärkung), engl. reinforcement

das Verstärken einer präzygotischen Isolation zwischen Populationen durch die natürliche Selektion

reinigende Selektion

→ negative Selektion

Reissner-Membran

Die Membran in der Hörschnecke des Innenohrs, die die Scala vestibuli von der Scala media trennt.

Reiz (Stimulus), engl. stimulus

ein physikalisches oder chemisches Signal, das aus der Umwelt oder dem Organismus selbst kommt und beim Empfänger (Körperzelle oder ganzer Organismus) eine Veränderung in der Funktion oder im Verhalten auslöst

rekombinante Chromatiden, engl. recombinant chromatids

Chromatiden nach dem Crossing-over in der Meiose, die Teile von Nicht-Schwesterchromatiden enthalten

rekombinante DNA, engl. recombinant DNA

ein im Labor hergestelltes DNA-Molekül aus zwei oder mehr Abschnitten verschiedener Herkunft, oft über die Artgrenzen hinweg

rekombinantes Protein, engl. recombinant protein

ein von → rekombinanter DNA codiertes Protein

Rekombination

Austausch von genetischer Information zwischen Informationsträgern eines Individuums (z. B. Chromosomen).

Rekombination

Quelle: Genetik

(lat. recombinare, neu verteilen) Austausch von Allelen zwischen homologen Chromosomen (7 Abschn. 4.4.2 und 7 Abschn. 6.3.3).

Rekombination, engl. recombination

Neukombination, womit in der Regel die Neukombination genetischen Materials bei der → sexuellen Fortpflanzung gemeint ist

Rekombinationshäufigkeit (Rekombinationsfrequenz), engl. recombinant frequency

der Anteil an Nachkommen einer genetischen Kreuzung, deren Phänotyp sich aufgrund einer Rekombination durch Crossing-over zwischen gekoppelten Genen während der Gametenbildung vom Phänotyp der Eltern unterscheidet

Rekombinationssignalsequenzen (RSSs)

DNA-Sequenzen auf einer oder auf beiden Seiten der V-, D-, und J-Gen-Segmente, die von der RAG-1:RAG-2-Rekombinase erkannt werden. Sie bestehen aus jeweils einer konservierten Heptamer- und Nonamersequenz, die durch zwölf oder 23 Basenpaare voneinander getrennt sind.

Rekonsolidierung

Der Vorgang, durch den eine bereits konsolidierte Erinnerung abgerufen, modifiziert und wieder neu gespeichert wird.

Relative Refraktärzeit

Die Zeit nach einem Aktionspotenzial, in der ein stärkerer depolarisierender Strom aufgewendet werden muss, um die Schwelle zu erreichen und ein neues Aktionspotenzial auszulösen.

Releasing-Hormone, engl. releasing hormones

mehrere im Hypothalamus produzierte Hormone, welche die Sekretion von Hormonen des Hypophysenvorderlappens anregen

Reliabilität

Die Ergebnisse eines Versuchs sind bei Wiederholung reproduzierbar.

Relish

Spezielles Protein der NFκB-Familie von Transkriptionsfaktoren, das als Reaktion auf gramnegative Bakterien die Expression verschiedener antimikrobieller Peptide induziert.

REM-Schlaf

Eine Schlafphase, die durch EEG-Wellen mit geringer Amplitude und hoher Frequenz, lebhafte Träume, schnelle Augenbewegungen und Verlust derMuskelspannung gekennzeichnet ist. Siehe auch Non-REM-Schlaf.

REM-Schlaf, engl. REM (rapid-eye-movement) sleep

Schlafstadium, das durch schnelle Augenbewegungen, lebhafte Träume und Entspannung der Skelettmuskulatur charakterisiert ist (Gegensatz zu → Tiefschlaf)

Remeristematisierung

ausdifferenzierte Zellen werden wieder teilungsaktiv, zum Beispiel bei der Bildung sekundärer Cambien. > Meristem

Remodellierung der Atemwege

Eine Verdickung der Wände der Luftwege, die bei chronischem Asthma aufgrund einer übermäßigen Entwicklung und Vergrößerung der Schicht der glatten Muskulatur und der Schleimdrüsen entsteht und letztendlich zur Ausbildung einer Fibrose führt. Häufig kommt es zu einer irreversiblen Abnahme der Lungenfunktion.

renal (von lat. renes für „Nieren“), engl. renal

die Nieren betreffend

Renin, engl. renin

ein von den Nieren als Reaktion auf einen Abfallen der Filtrationsrate der Glomeruli ausgeschüttetes Enzym, wandelt zusammen mit dem angiotensinkonvertierenden Enzym ein inaktives Protein im Blut in Angiotensin um

repetitive DNA, engl. repetitive DNA

sich wiederholende, nichtcodierende DNA-Sequenzen, die außerhalb von Genen liegen (vgl. → hochrepetitive Sequenzen)

Replikation

Bis auf Mutation ein weitgehend identischer Kopiervorgang eines DNA-Fadens vor der Metaphase (> G) in der Mitose oder vor der ersten meiotischen Teilung (> G).

Replikation

Quelle: Genetik

(lat. replicatio, Kreisbewegung) Verdoppelung der DNA (7 Abschn. 2.2).

Replikation, engl. replication

allgemein die Vervielfältigung des genetischen Materials; bei Eukaryoten die Verdoppelung der DNA in der S-Phase des Zellzyklus (vgl. → semikonservative Replikation)

Replikationseinheit

→ Replikon

Replikationsgabel, engl. replication fork

Stelle, an der ein DNA-Molekül repliziert wird. Die y-förmige Gabel bildet sich durch Entspiralisierung des DNA-Moleküls, das repliziert wird.

Replikationskomplex (Replisom), engl. replication complex

die enge Verbindung verschiedener Proteine, die bei der DNA-Replikation zusammenwirken

Replikationsursprung, engl. origin of replication (ori)

Sequenz der DNA-Doppelhelix, die von einer Helikase entspiralisiert wird und an die die DNA-Polymerase bindet, um mit der DNA-Replikation zu beginnen

Replikon (Replikationseinheit), engl. replicon

DNA-Abschnitt, der einen einzelnen Replikationsursprung enthält

Replisom

→ Replikationskomplex

Reportergen

Quelle: Genetik

Gen ohne Promotor, dessen Expression leicht nachweisbar ist (z. B. grün-fluoreszierendes Protein, Luciferase, lacZ). Nach der Fusion mit dem zu untersuchenden Gen oder Promotor wird das Konstrukt in die entsprechenden Zellen oder Organismen (Tier, Pflanzen) eingeschleust und die Expression gemessen (7 Technikbox 34).

Reportergen (Indikatorgen), engl. reporter gene

auch als Markergen bezeichnet; in der rekombinanten DNA enthaltenes Gen, welches als genetischer Marker das Vorhandensein und Funktionieren rekombinanter DNA in einer Wirtszelle anzeigt

Repräsentativität (repräsentative Stichprobe)

Die Stichprobe entspricht in ihrer Zusammensetzung und Struktur der Grundgesamtheit (> G).

Repressor

Quelle: Genetik

(lat. reprimere, dämpfen, zurückdrängen) Regulationsmolekül der Genexpression, das die Transkription des Gens verhindert oder vermindert (S. 138).

Repressor, engl. repressor

ein von einem Regulatorgen codiertes Protein; kann an einen spezifischen Operator binden und dadurch die Transkription des Operons unterbinden

reprimierbare Enzyme, engl. repressible enzymes

Enzyme, deren Synthese durch Anwesenheit einer bestimmten Verbindung vermindert oder unterdrückt werden kann. Häufig steuert ein reprimierbares Operon die Synthese dieser Enzyme.

Reproduktion, engl. reproduction

die Fortpflanzung ( → sexuelle Fortpflanzung, → asexuelle Fortpflanzung)

reproduktive Isolation, engl. reproductive isolation

die Situation, dass eine Population ihre Gene ausschließlich untereinander austauscht und nicht mit anderen Populationen der gleichen Art; kann zur Artbildung führen

Residualvolumen (RV), engl. residual volume

die Menge an Atemluft, die beim Ausatmen in der Lunge verbleibt

Residuen

Statistischer Fehler, Differenz zwischen Beobachtungs- und Erwartungswert (> G).

Residuen, engl. residuals

die Abweichungen einzelner Beobachtungen in einem bivariaten Streudiagramm von der linearen Regressionsgeraden entlang der y-Achse

Resistenzfaktoren

→ R-Faktoren

Resistenzgene

→ R-Gene

Resorptionsphase, engl. resorption phase

Phase, während der Nährstoffe im Verdauungstrakt eines Tieres resorbiert werden (Gegensatz zu → Postresorptionsphase)

Respiration

→ Atmung

respiratorischer Burst

Sauerstoffabhängige Veränderung des Stoffwechsels bei neutrophilen Zellen und Makrophagen, die durch Phagocytose opsonisierte Partikel aufgenommen haben, etwa mit Komplementproteinen oder Antikörpern bedeckte Bakterien. Durch die Entladung werden toxische Metaboliten gebildet, die bei der Abtötung aufgenommener Mikroorganismen von Bedeutung sind.

Respondentes Verhalten

Respondentes Verhalten ist bewusst abgewogen und die Reaktion auf Erwartungen von Personen oder auf Umstände einer Situation (z. B. Leistungssport betreiben, weil man sich gerade in einem sportlichen Freundeskreis befindet). Dabei handelt es sich meistens um Entscheidungen oder Bewertungen, die als sozial erwünscht angesehen werden und aus wohlüberlegten Abwägungsprozessen resultieren (McClelland 1980).

Ressourcen, engl. resources

Bestandteile der Umwelt wie Nahrung, Wasser, Licht und Lebensraum, die Organismen zum Leben benötigen

Ressourcenaufteilung, engl. resource partitioning

eine Situation, in der Arten begrenzte Ressourcen gemeinsam nutzen, aber jeweils etwas unterschiedlich, was eine Coexistenz ermöglicht

ressourcenvermittelte Coexistenz, engl. resource mediated coexistence

eine Form der Coexistenz von Konkurrenten, bei der Faktoren wie Störungen, Stress oder Prädation, die auf den dominanten Konkurrenten einwirken, dem unterlegenen Konkurrenten Zugang zu begrenzten Ressourcen ermöglichen

Restaurationsökologie, engl. restoration ecology

die biologische Fachrichtung vom Wiederherstellen geschädigter oder zerstörter Lebensräume durch aktives Eingreifen des Menschen

Restriktionsendonucleasen

→ Restriktionsenzyme

Restriktionsenzym

Quelle: Genetik

(lat. restringere, einschränken, hemmen) Nukleasen, die bestimmte Sequenzen der DNA erkennen und schneiden (7 Abschn. 4.3.2, 7 Technikbox 13).

Restriktionsenzyme (Restriktionsendonucleasen), engl. restriction enzymes

Enzyme, die doppelsträngige DNA-Moleküle an bestimmten Stellen schneiden. Manche erzeugen durch versetztes Schneiden der beiden DNA-Stränge kohäsive Enden (sticky ends) – „klebrige“ einzelsträngige Enden. Sie werden in großem Umfang in der Gentechnik verwendet.

Restriktionsfaktoren

Körpereigene Proteine, welche die Vermehrung von Retroviren wie HIV auf zellulär autonome Weise hemmen.

Restriktionsfragmentlängenpolymorphismen (RFLPs), engl. restriction fragment length polymorphisms

unterschiedliche Längen von Restriktionsfragmenten, die nach einer Spaltung der DNA durch Restriktionsenzyme mit einer Sonde nachgewiesen werden können und auf lokale Sequenzunterschiede in der DANN homologer Chromosomen zurückgehen

Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus

Abkürzung von „restriction fragment length polymorphism“. Schneiden wir mit einem Restriktionsenzym eine bekannte DNA-Sequenz und bestimmen wir die Basenzahl der Produkte, dann ergibt die Summe der Teilprodukte die Basenzahl der gesamten DNA-Sequenz. Nach der elektrophoretischen Auftrennung sehen wir mehrere kleine Teilprodukte. Tragen einige Individuen die Schnittstelle und andere nicht, dann sprechen wir von einem RFLP, falls die Variation der Definition eines Polymorphismus (> G) genügt.

Restriktionspunkt, engl. restriction point (R)

spezifischer Zeitpunkt während der G1-Phase des Zellzyklus, nach dem der weitere Ablauf des Zellzyklus nicht mehr aufzuhalten ist

Restriktionsschnittstelle (Erkennungssequenz), engl. restriction site

spezifische Basensequenz der DNA, die von einem Restriktionsenzym erkannt und an der die DNA geschnitten wird

Restriktionsverdau, engl. restriction digestion

Methode zum Schneiden von DNA mit Restriktionsenzymen. Bei der enzymatischen Reaktion wird ein DNA-Molekül durch ein Restriktionsenzym in Fragmente gespalten.

Retina

Siehe Netzhaut.

Retina (von lat. rete für „Netz“), engl. retina

Netzhaut; die lichtempfindliche Zellschicht im Auge von Wirbeltieren oder Cephalopoden

Retinal, engl. retinal

lichtabsorbierender Anteil des Sehpigments → Rhodopsin; leitet sich von β-Carotin ab

Retinoblastomprotein, engl. retinoblastoma protein

Protein, das eine tierische Zelle daran hindert, den Restriktionspunkt zu überschreiten; muss inaktiviert werden, damit der Zellzyklus vollendet werden kann

Retinofugale Projektion

Ein neuronaler Pfad, der Informationen vom Auge wegführt.

Retinotectale Projektion

Ein neuronaler Pfad, der Informationen von der Netzhaut zum Colliculus superior leitet.

Retinotopie

Die topografische Organisation im visuellen System, bei der benachbarte Zellen der Netzhaut Informationen auf benachbarte Zellen in der Zielstruktur übertragen.

Retinsäure

Signalmolekül, das sich von Vitamin A ableitet und im Körper viele Funktionen besitzt. Wahrscheinlich ist es auch an der Induktion einer immunologischen Toleranz im Darm beteiligt.

Retrograde Amnesie

Gedächtnisverlust für Ereignisse vor einer Erkrankung oder einem Hirntrauma.

Retrograder Botenstoff

Jeder chemische Botenstoff, der Informationen von der postsynaptischen Seite einer Synapse an die präsynaptische Seite vermittelt.

Retrograder Transport

Axoplasmatischer Transport von einer Axonterminale zum Soma.

Retrotranslokation

Rückkehr von Proteinen des endoplasmatischen Reticulums in das Cytosol.

Retroviren, engl. retroviruses

RNA-Viren, die die Reverse Transkriptase enthalten. Ihre DNA dient als Matrize für die Herstellung von cDNA, die anschließend in ein Chromosom einer Wirtszelle eingebaut wird.

Retrovirus

Virus mit einzelsträngiger RNA, das mithilfe des viralen Enzyms Reverse Transkriptase sein Genom in eine DNA-Zwischenstufe umkopiert und zur Replikation in das Genom der Wirtszelle integriert.

Retrovirus

Quelle: Genetik

"(lat. retro, rückwärts) Virus mit RNA als genetischem Material; benutzt die Reverse Transkriptase, um RNA in DNA umzuschreiben."

Reverse Transkriptase

Virale, RNA-abhängige DNA-Polymerase, die bei Retroviren vorkommt und die RNA des Virusgenoms in DNA transkribiert (beispielsweise bei HIV).

Reverse Transkriptase

Quelle: Genetik

(lat. revertere, zurückwenden) Enzym, das an einer Matrize aus RNA einen komplementären Strang aus DNA synthetisiert (cDNA, Retrovirus).

Reverse Transkriptase, engl. reverse transcriptase

Enzym, das die Produktion von DNA (cDNA) katalysiert und dabei RNA als Matrize benutzt; unverzichtbar für die Reproduktion von Retroviren und in der Gentechnik häufig verwendet

reverse Transkription, engl. reverse transcription

die Synthese von DNA mittels einer RNA als Matrize

reversible Reaktion, engl. reversible reaction

eine chemische Umwandlung, die in beide Richtungen verlaufen kann, sodass die Reaktanden zu Produkten werden können und umgekehrt

Reversion

Quelle: Genetik

(lat. revertere, zurückwenden) Rückmutation eines Allels zum Wildtyp (S. 348).

Reversion (Rückmutation), engl. reversion mutation

eine zweite oder dritte Mutation, durch die die ursprüngliche DNA-Sequenzwiederhergestellt oder eine neue Sequenz erzeugt wird, welche sich in einem nichtmutierten Phänotyp äußert

Revier

→ Territorium

rezente Arten, engl. extant species

heute (in der geologischen Gegenwart) lebende Arten

Rezeptives Feld

Der Bereich einer sensorischen Oberfläche (Netzhaut, Haut), der bei Stimulierung das Membranpotenzial eines Neurons verändert.

rezeptives Feld, engl. receptive field

Gruppe von Photorezeptoren in der Netzhaut, die bei Reizung eine bestimmte Zelle im Sehsystem aktiviert

Rezeptor

(1) Ein spezialisiertes Protein, das chemische Signalsubstanzen wie Neurotransmitter wahrnimmt und eine zelluläre Reaktion einleitet. (2) Eine spezialisierte Zelle, die Umweltreize wahrnimmt und neuronale Reaktionen auslöst.

Rezeptor

Quelle: Genetik

(lat. recipere, aufnehmen, zurücknehmen) Molekül, welches ein Signalmolekül (Ligand) binden kann und so zur Signaltransduktion beiträgt.

Rezeptor

→ Rezeptorprotein, → Sinneszelle

Rezeptor-Editing

Austausch der leichten oder schweren Kette eines autoreaktiven Antigenrezeptors auf ungereiften B-Zellen gegen eine neu umgelagerte Kette, die keine Autoreaktivität verursacht.

Rezeptor-Serin/Threonin-Kinasen (RSTKs)

Rezeptoren, die in ihrer cytoplasmatischen Domäne eine intrinsische Serin/Threonin-Kinase-Aktivität enthalten.

Rezeptoragonist

Ein Wirkstoff, der an ein Rezeptormolekül bindet und dieses in seiner Funktion aktiviert.

Rezeptorantagonist

EinWirkstoff, der an ein Rezeptormolekül bindet und dieses in seiner Funktion hemmt.

rezeptorassoziierte Kinasen

Cytoplasmatische Proteinkinase, die mit den intrazellulären Schwänzen von signalgebenden Rezeptoren assoziieren und zur Erzeugung von Signalen beitragen, aber kein intrinsischer Bestandteil der Rezeptoren sind.

Rezeptorpotenzial

Eine reizinduzierte Veränderung des Membranpotenzials einer sensorischen Rezeptorzelle.

Rezeptorpotenzial (Generatorpotenzial), engl. receptor potential

graduierte Veränderung im Ruhepotenzial einer Sinneszelle, wenn diese stimuliert wird

Rezeptorprotein, engl. receptor protein

Protein, das ein bestimmtes Molekül (Ligand) binden kann oder einen spezifischen Reiz innerhalb der Zelle oder in der äußeren Umgebung der Zelle erkennt

Rezeptorsubtyp

Eines von mehreren Rezeptormolekülen, an das ein bestimmter Neurotransmitter binden kann.

Rezeptortyrosinkinasen (RTKs)

Rezeptoren, die in ihrer cytoplasmatischen Domäne eine intrinsische Tyrosinkinaseaktivität enthalten.

rezeptorvermittelte Endocytose

Aufnahme von Molekülen, die an Oberflächenrezeptoren der Zelle gebunden sind, in Endosomen.

rezeptorvermittelte Endocytose, engl. receptor-mediated endocytosis

Endocytose, die durch Bindung von Makromolekülen an spezifische Membranrezeptoren ausgelöst wird

Rezessiv

Quelle: Genetik

"(lat. recedere, zurückweichen) Art der phänotypischen Ausprägung eines Allels; der Phänotyp wird nur in Homozygoten sichtbar. Gegensatz: dominant (S. 464)."

rezessives Allel, engl. recessive allele

Allel eines Gens, das sich bei gleichzeitigem Vorhandensein eines dominanten Allels phänotypisch nicht auswirkt (Gegensatz zu → dominantes Allel)

Rezessivität

Vollständige Dominanz: Nur eine elterliche Erbanlage (> Gen) bestimmt die Merkmalsausprägung, während die andere nicht zum Tragen kommen – letztere ist rezessiv. Die Erbanlage für die rote Blütenfarbe der Gartenerbse ist dominant über der (rezessiven) Erbanlage für weiße Blütenfarbe. Unvollständige oder partielle Dominanz: Beide elterliche Erbanlagen tragen zur Merkmalsausprägung bei. Das Ausmaß der Dominanz der elterlichen Erbanlage bestimmt das Merkmal. So können alle möglichen intermediären Mischformen zur Ausprägung kommen. Im Fall, dass verschiedene elterliche Erbanlagen in gleicher Stärke zur Merkmalsbildung beitragen, sprechen wir von Kodominanz.

Reziproke Hemmung

Der Prozess, bei dem die Kontraktion einer Reihe von Muskeln mit der Entspannung der antagonistischen Muskeln einhergeht.

reziproke Kreuzungen, engl. reciprocal crosses

zwei Kreuzungen, bei denen das Geschlecht der Eltern vertauscht ist: Eine Kreuzung erfolgt mit einem Männchen mit Genotyp A und einem Weibchen mit Genotyp B, die andere mit einem Männchen mit Genotyp B und einem Weibchen mit Genotyp A.

RFLP

Abkürzung von „restriction fragment length polymorphism“. Schneiden wir mit einem Restriktionsenzym eine bekannte DNA-Sequenz und bestimmen wir die Basenzahl der Produkte, dann ergibt die Summe der Teilprodukte die Basenzahl der gesamten DNA-Sequenz. Nach der elektrophoretischen Auftrennung sehen wir mehrere kleine Teilprodukte. Tragen einige Individuen die Schnittstelle und andere nicht, dann sprechen wir von einem RFLP, falls die Variation der Definition eines Polymorphismus (> G) genügt.

Rheb

Kleine GTPase, die mit gebundenem GTP die mTOR-Kinase aktiviert. Rheb wird durch den GTPase-aktivierenden (GAP-)Proteinkomplex TSC1/2 inaktiviert.

Rheumafaktoren

Anti-IgG-Antikörper der IgM-Klasse; wurden zuerst bei Patienten mit rheumatoider Arthritis entdeckt, kommen aber auch bei gesunden Personen vor.

rheumatisches Fieber

Durch Antikörper, die bei einer Infektion mit Streptococcus-Spezies entstehen, verursachte Krankheit. Diese Antikörper zeigen Kreuzreaktionen mit Nieren?, Gelenk- und Herzantigenen.

rheumatoide Arthritis (RA)

weit verbreitete entzündliche Gelenkerkrankung, die wahrscheinlich auf einer Autoimmunreaktion beruht.

Rhizodermis

"Epidermis der einjährigen Wurzel; bildet die Wurzelhaare aus. > Wurzel"

Rhizoide (von griech. rhiza für „Wurzel“), engl. rhizoids

(1) haarartige Zellausstülpungen bei Laubmoosen, Lebermoosen und einigen wenigen Gefäßpflanzen; erfüllen die gleichen Funktionen wieWurzeln undWurzelhaare bei Gefäßpflanzen (Verankerung, Nährstoffaufnahme); (2) auch verzweigte, wurzelähnliche Auswüchse mancher Pilze und wurzelartigen Fortsätze der Braunalgen, wo sie ausschließlich Verankerungsfunktion haben

Rhizom, engl. rhizome

spezieller, unterirdisch wachsender Spross (Gegensatz zu → Wurzeln), der horizontal in der Erde verläuft

Rhizosphäre

Bereich um die Wurzel, der mit ihr interagiert. > Wurzel

Rho

→ Rho-Familie der kleinen GTPasen

Rho-Familie der kleinen GTPasen

Mehrere kleine GTPasen, die als Reaktion auf verschiedene Rezeptosignale das Actincytoskelett regulieren. Beispiel sind Rac, Rho und Cdc42.

Rhodopsin

Das Photopigment in den Stäbchen.

Rhodopsin, engl. rhodopsin

am Sehprozess beteiligter Sehfarbstoff; dient dabei als Lichtsensor, reagiert auf die einfallenden Photonen und setzt diesen Reiz in eine chemische Reaktion um (vgl. → Opsin, → Retinal)

Rhombencephalon

→ Rautenhirn

Rhombencephalon

Siehe Rautenhirn.

Ribonucleinsäure

→ RNA

Ribose, engl. ribose

aus fünf Kohlenstoffatomen bestehender Zucker, der in Nucleotiden und der RNA vorkommt

Ribosom

Ort der Translation der Proteinbiosynthese

Ribosom

Ein Zellorganell, das aus Aminosäuren entsprechend der Information auf der Messenger-RNA neue Proteine zusammensetzt.

Ribosom

Quelle: Genetik

RNA-Protein-Komplex, an dem die Translation stattfindet.

ribosomale RNA

RNA-Moleküle, die neben Proteinen am Aufbau von Ribosomen (> G) beteiligt sind.

ribosomale RNA (rRNA), engl. ribosomal RNA

die in den Ribosomen enthaltenen RNAs; an der Ausbildung von Peptidbindungen beteiligt

Ribosomen, engl. ribosomes

etwa 25 nm große Protein/rRNAKomplexe, an denen im Cytoplasma die Proteinsysnthese stattfindet

Ribozyme, engl. ribozymes

RNA-Moleküle mit katalytischer Aktivität

Ribulosebisphosphat-Carboxylase/Oxygenase

→ Rubisco

Richtungsselektivität

Die Eigenschaft von Zellen des Sehsystems, die nur reagieren, wenn Reize aus einer bestimmten Richtung kommen.

Ricinus communis – Wunderbaum

Euphorbiaceae

Rictor

→ mTORC2

Riechepithel

Eine Schicht von Zellen, die einen Teil des Nasenraums auskleidet und die olfaktorischen Rezeptorneuronen enthält.

Riechkolben (Bulbus olfactorius)

Eine zwiebelförmige Gehirnstruktur, die sich aus dem Großhirn ableitet und Eingang von olfaktorischen Rezeptorneuronen erhält.

Riechrinde

Die Region der Großhirnrinde, die mit dem Riechkolben verbunden und vom Neocortex durch die rhinale Fissur getrennt ist.

Riesenchromosom

Chromosomen (> G), die aus vielen Chromatiden (> G) bestehen. Bei einigen Arten finden wir solche Chromosomen in bestimmten Körperzellen. Diese Chromosomen werden auch als Riesenchromosomen bezeichnet und können leicht mit dem Mikroskop beobachtet werden.

Riesenchromosom

Quelle: Genetik

"Entstehen durch Vervielfachung (Replikation) eines Chromosoms während der Interphase ohne nachfolgende Zellteilung (Vorkommen besonders in Speicheldrüsen von einigen Insekten; 7 Abschn. 6.4.1)."

RIG-I

→ RIG-I-like-Rezeptoren

RIG-I-like-Rezeptoren (RLRs)

Kleine Familie von intrazellulären Virussensoren, die mithilfe einer carboxyterminalen RNA-Helikase-ähnlichen Domäne verschiedene Formen von Virus-RNA erkennen. Diese Rezeptoren vermitteln ihre Signale über MAVS, wodurch die antivirale Immunität aktiviert wird. Beispiele sind RIG-I, MDA-5 und LGP2.

Rinde

Bereich zwischen äußerem Leitbündelring und Epidermis bzw. Periderm. > Borke

Ringart

Arten, deren Verbreitungsgebiete sich unterscheiden, jedoch geografisch zusammenhängend sind. Individuen aus direkt benachbarten Arten können erfolgreich reproduzieren, während jene aus geografisch weit entfernten Populationen reproduktiv isoliert sind.

RIP2

CARD-Domäne, die eine Serin/Threonin-Kinase enthalten, welche bei der Signalübertragung durch NOD-Proteine mitwirkt und dabei zur Aktivierung des Transkriptionsfaktors NFκB beiträgt.

Riplet

E3-Ubiquitin-Ligase, die bei der Signalübertragung durch RIG-I und MDA-5 zur Aktivierung von MAVS eine Rolle spielt.

Risikokosten, engl. risk costs

die erhöhte Wahrscheinlichkeit, verletzt oder getötet zu werden, wenn Organismen ein bestimmtes Verhalten praktiziert, statt zu ruhen (vgl. → Energiekosten, → Opportunitätskosten)

Risikoverhalten

„Risikoverhalten ist ein verhaltensbedingter Faktor, der empirisch nachgewiesen die Inzidenz einer spezifischen Krankheit in der Population erhöht und daher für den Einzelnen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Gefährdung für eine Krankheit darstellt“ (Faltermeier 2005).

Rituximab

Chimärer Antikörper gegen CD20, der dazu dient, bei der Behandlung eines Non-Hodgkin-Lymphoms B-Zellen zu beseitigen.

RNA

Quelle: Genetik

"Ribonukleinsäure; Nukleinsäure, die durch Ribose als Zuckerbestandteil charakterisiert ist. RNA kommt üblicherweise einzelsträngig vor, kann aber leicht Haarnadelstrukturen ausbilden, die doppelsträngige Bereiche enthalten. Es gibt verschiedene Formen, z. B. mRNA (messenger-RNA; 7 Abschn. 3.3), tRNA (transfer-RNA; 7 Abschn. 3.4), ribosomale RNA (rRNA; 7 Abschn. 3.5); regulatorische RNAs (7 Abschn. 8.2)."

RNA

"Abkürzung von „ribonucleic acid“ (die deutsche Abkürzung RNS von Ribonukleinsäure ist veraltet). Ein Molekül, das sich von der DNA leicht unterscheidet; so wird die Base Thymin durch Uracil ersetzt und der Zucker Ribose ist Teil des RNA-Moleküls. Der biologische Stoffwechsel benötigt eine große Anzahl verschiedener RNA-Moleküle: messenger RNA (mRNA, Boten-RNA) für die Proteinsynthese; transfer RNA (tRNA) für den Transport von einzelnen Aminosäuren zur Polypeptidsynthese; ribosomale RNA (rRNA) für den Aufbau von Ribosomen und eine Vielzahl von kleinen RNA-Molekülen wie zum Beispiel microRNA und small interfering RNA, die für die Regulation von Struktur-Genen (> G) von Bedeutung sind."

RNA (Ribonucleinsäure), engl. ribonucleic acid

meist einzelsträngig vorliegende Nucleinsäure, deren Nucleotide Ribose statt Desoxyribose enthalten und bei der die in der DNA vorkommende Base Thymin durch Uracil ersetzt wird; fungiert bei manchen Viren als Genom. (vgl. → ribosomale RNA, → Transfer-RNA, → Messenger-RNA, → Ribozyme)

RNA-Editing, engl. RNA editing

Veränderung der Basensequenz der mRNA vor der Translation

RNA-Exosom

Komplex aus mehreren Untereinheiten, der bei der Prozessierung und beim Editing von RNA eine Rolle spielt.

RNA-Gen

Ein DNA-Abschnitt, der nur in RNA umgeschrieben wird, aber danach nicht in ein Polypeptid übersetzt wird. RNAGene haben ihre Bedeutung bei der Regulation der Proteinsynthese.

RNA-Interferenz

Quelle: Genetik

(lat. interferre, unterbrechen) Abkürzung: RNAi. Methode zur Hemmung der Genexpression durch kleine RNA-Moleküle (7 Abschn. 8.2.1, 7 Technikbox 20).

RNA-Interferenz (RNAi), engl. RNA interference

Methode zur Hemmung der Translation der mRNA. Dabei entstehen aus kurzen, doppelsträngigen RNA-Fragmenten (siRNA, von small interfering), die entweder künstlich oder von der Zelle produziert worden sind, kleine, einzelsträngige RNA-Stücke. Diese binden dann an komplementäre Abschnitte in der mRNA und katalysieren damit deren Abbau.

RNA-Polymerase

generiert in der Transkription eine mRNA-Kopie eines DNA-codierten Genabschnittes

RNA-Polymerase, engl. RNA polymerase

Enzym, das die Bildung von RNA anhand einer DNA-Matrize katalysiert und die einzelnen Ribonucleotide verbindet

RNA-Prozessierung, engl. RNA processing

Modifikation des RNA-Primärtranskripts, beispielsweise durch das Herausschneiden (Spleißen) von Introns

RNA-Spleißen

Der Prozess, bei dem Introns, also die Bereiche eines RNA-Primärtranskripts, die kein Protein codieren, entfernt werden.

RNA-Spleißen (rna splicing)

Modifikation des Transkripts bei Eukaryoten. Während des Spleißens entfernen Enzyme die Introns aus dem Transkript und verbinden die Exons miteinander und bilden so aus der Prä-mRNA die reife mRNA.

RNA-Spleißen, engl. RNA splicing

letztes Stadium der RNA-Prozessierung bei Eukaryoten, bei dem die Transkripte der Introns durch Ribonucleoproteine, die snRNPs (small nuclear ribonucleoprotein particles), herausgeschnitten werden (vgl. → Spleißosom)

RNA-Transkript, engl. RNA transcript

am DNA-Strang gebildete, komplementäre RNA

RNAi

→ RNA-Interferenz

Robinia pseudoacacia – Robinie

Fabaceae

Rollenambiguität

Rollenambiguität (Zweideutigkeit oder Uneindeutigkeit der Rollenbeschreibung) in einer Gruppe beschreibt, dass einem Gruppenmitglied wichtige und eindeutige Informationen fehlen, um eine bestimmte Rolle (innerhalb einer Gruppe) erfolgreich auszuüben.

Rostral

Anatomische Lagebezeichnung; Richtung Nase gelegen oder anterior.

rotationale Furchung, engl. rotational cleavage

bei Säugetieren vorkommende Form der holoblastischen Furchung. Die erste Furchungsebene verläuft parallel zur animal-vegetativen Achse, die beiden zweiten Furchungsebenen jeweils im rechten Winkel zueinander.

rote Pulpa

Nichtlymphatischer Bereich der Milz, in dem die roten Blutkörperchen abgebaut werden.

Roter Kern (Nucleus ruber)

Eine Zellgruppe im Mittelhirn, die an der Bewegungskontrolle beteiligt ist.

Rotgrünblindheit

Sehschwäche. Individuen können die Farben rot und grün nicht oder nur unvollständig unterscheiden.

Routine

Bei einer Routine handelt es sich um einen stets annähernd gleich ablaufenden, strukturierten Vorgang, der Fertigkeiten umfasst, die für die Lösung einer anstehenden Aufgabe funktional sind.

rRNA

→ ribosomale RNA

RS-SCID (radiation-sensitive SCID)

Schwerer kombinierter Immundefekt aufgrund einer Störung in der DNA-Reparatur, sodass die Zellen keine V(D)J-Rekombination durchführen und auch keine strahleninduzierten DNA-Schäden reparieren können.

RSSs

→ Rekombinationssignalsequenzen

RT-PCR, engl. reverse transcriptase polymerase chain reaction

eine Labormethode zum Nachweis von RNA. Dabei wird die RNA zunächst mit der Reversen Transkriptase (RT) inkubiert und so eine cDNA erzeugt; diese cDNA wird anschließend mithilfe der Polymerasekettenreaktion (PCR) amplifiziert.

Rübe

Hauptachse (Spross, Wurzel) mit Speicherfunktion > Knolle

Rubisco, engl. rubisco

Abkürzung für das Enzym Ribulosebisphosphat-Carboxylase/Oxygenase, das die Fixierung von Kohlendioxid durch Ribulosebisphosphat katalysiert und damit den ersten Schritt der photosynthetischen Kohlenstoffdioxidfixierung bzw. der Lichtatmung katalysiert

Rubus idaeus – Himbeere

Rosaceae

Rückenmark (Medulla spinalis)

Der Teil des zentralen Nervensystems, der sich in der Wirbelsäule befindet.

Rückenmarksreflex

→ Spinalreflex

Rückenmarkssegment

Eine Gruppe von Hinter- und Vorderwurzeln mit den entsprechenden Anteilen des Rückenmarks.

Rückfangmethode

→ Fang-Wiederfang-Methode

Rückkopplung

→ Feedback

Rückkreuzung

Quelle: Genetik

Kreuzung eines F1-Heterozygoten (F1-Generation) mit einem Elternteil (oder mit einem Organismus, der mit einem der Eltern genetisch identisch ist).

Rückkreuzung (Testkreuzung), engl. test cross

Kreuzung eines Individuums mit dominantem Phänotyp, aber unbekanntem Genotyp (der homozygot oder heterozygot sein kann) mit einem Individuum, das einen homozygot rezessiven Phänotyp aufweist (durch den Anteil der verschiedenen Phänotypen bei den Nachkommen kann man auf den unbekannten Genotyp schließen)

Rückmutation

→ Reversion

Rückmutation

Mutation, die einen ursprünglichen Zustand eines Allels wiederherstellt.

Rudimente, engl. rudiments

verkümmerte Überreste ursprünglich vorhandener Merkmale, die für den Organismus keinen Anpassungswert mehr besitzen (d. h. nicht mehr gebraucht werden) und daher von der Selektion nicht erhalten wurden

Ruffini-Körperchen, engl. Ruffini endings

langsam adaptierende Dehnungsrezeptoren in der Haut

Ruhepotenzial

Das Membranpotenzial oder die Spannung über einer Membran, die von einer Zelle aufrechterhalten wird, wenn sie keine Aktionspotenziale generiert. Neuronen haben ein Ruhepotenzial von etwa -65mV.

Ruhepotenzial, engl. resting potential

Membranpotenzial einer erregbaren Zelle im Ruhezustand. Bei einer ruhenden Zelle ist die Innenseite negativ und die Außenseite positiv geladen. (Gegensatz zu → Aktionspotenzial; vgl. → Membranpotenzial)

Ruhestoffwechsel

→ Grundumsatz

Ruhezustandsaktivität

Aktivität im Gehirn einer wachen Person während einer Ruhephase, in der keine spezifischen Aufgaben durchgeführt werden.

Rundes Fenster

Ein membranbedecktes Loch in der knöchernen Hörschnecke des Innenohrs, das am Ende der Scala tympani liegt.

rundes Fenster, engl. round window

von einer elastischen Membran überzogene Öffnung am Ende der Schnecke im menschlichen Ohr; verbindet das Innenohr mit dem Mittelohr

Rüssel, engl. proboscis

schlauchförmiges, sehr bewegliches, muskulöses Organ, das als Verlängerung des Mund-Nasen-Bereichs der Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit sowie der Atmung dient und oft auch ein Greifwerkzeug ist

Ruxolitinib

Inhibitor der JAK1- und JAK2-Kinase, der für die Behandlung der Myelofibrose zugelassen ist.

„ribonucleic acid“ (RNA)

"(die deutsche Abkürzung RNS für Ribonukleinsäure ist veraltet). Ein Molekül, das sich von der (> DNA) leicht unterscheidet: So wird die Base Thymin durch Uracil ersetzt und der Zucker Ribose ist Teil des RNA-Moleküls. Der biologische Stoffwechsel benötigt eine große Anzahl verschiedener RNA-Moleküle: „messenger RNA“ (mRNA, Boten-RNA) für die Proteinsynthese; transfer-RNA (tRNA) für den Transport von einzelnen Aminosäuren zur Polypeptidsynthese; ribosomale RNA (rRNA) für den Aufbau von Ribosomen; außerdem eine Vielzahl von kleinen RNAMolekülen, wie z. B. microRNA und „small interfering RNA“, die für die Regulation von Struktur-Genen von Bedeutung sind."