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Begriff Erklärung

strong ion difference

SID; Phänomen, dass in den Körperflüssigkeiten der Tiere die Konzentration positiv und negativ geladener starker Ionen nicht ausgeglichen ist; die Elektroneutralität wird durch die Ionen schwacher Säuren oder Basen hergestellt

Saccharide

→ Kohlenhydrate; Zuckermoleküle in monomerer und polymerer Form

Salzdrüse

extrarenales Salzausscheidungsorgan; Vorkommen bei Crustaceen, Reptilien und Vögeln

Saprophaga

Tiere, die sich von abgestorbenem pflanzlichem Material ernähren

Sarkomer

kleinste funktionelle Einheit innerhalb der Skelettmuskelzelle, begrenzt jeweils von zwei Z-Scheiben

Sättigung

Zustand eines Moleküls, das spezifische Wechselwirkungen mit einem anderen Molekül eingehen kann, in dem zu jedem betrachteten Zeitpunkt alle spezifischen Bindungsstellen besetzt sind

Sauerstoffbindungskurve

grafische Darstellung des Bindungs- und Sättigungsverhaltens sauerstoffbindender Moleküle (→ respiratorischer Pigmente)

Schall

Ausbreitung von Druck- und Dichteschwankungen in einem elastischen Medium (Gase, Flüssigkeiten, Festkörper)

Schalldruck

Differenz des → Drucks in den Verdichtungen und des → Drucks in den Verdünnungen einer Schallwelle; Maß für die Lautstärke

Schalldruckgradient

Auftreffen unterschiedlicher Schalldrücke eines Schallereignisses an entfernt voneinander liegenden Hörorganen eines Tieres; wichtig für das Richtungshören

Schallquelle

Ursprung eines Schallereignisses

Schlussleiste

→ Tight Junction

Schrittmacher

interner autonomer Mechanismus zur Erzeugung eines Rhythmus, → circadianer Rhythmus

Schwann-Zelle

Gliazelle, bildet Myelinscheide um Nervenfasern des peripheren Nervensystems von Wirbeltieren

Schwellenwert

bestimmter Wert des Membranpotenzials einer erregbaren Zelle, bei dem ein spannungsgesteuerter Ionenkanal durch Konformationsänderung vom geschlossenen in den offenen Zustand wechselt

Scolopidie

bei Chilopoden und Insekten vorkommender Mechanorezeptor, dessen Zellleib unterhalb der Epidermis liegt und dessen Cilie in eine Cuticulabildung, den Scolops (Stift), hineinragt

Second Messenger

intrazellulärer Botenstoff

Sekretion

durch aktiven Transport oder → Exocytose erfolgende Herstellung eines extrazellulären Stoffes oder Stoffgemisches

Sekretionsniere

Exkretionsorgan eines Tieres, das den → Primärharn durch → Sekretion (und nicht durch → Ultrafiltration) herstellt

Sekundärharn

→ Endharn

Sekundärstruktur

regelmäßige lokale Strukturelemente von α -Aminosäure-Polymeren (Proteinen), zum Beispiel α-Helix oder β-Faltblatt

Selektion

Veränderung der Fortpflanzungsrate eines bestimmten Individuums relativ zu anderen Individuen derselben Population durch genetische bedingte Ausprägung von vorteilhaften Merkmalen (positive Selektion) oder nachteiligen Merkmalen (negative Selektion)

Selektivität

Fähigkeit oder Eigenschaft eines Moleküls, aus einer Gesamtheit der im Kompartiment verfügbaren Moleküle systematisch bestimmte Partner für Interaktionen auszuwählen

Sensitivierung

Empfindlichkeitssteigerung für viele Reize nach einem bedeutungsvollen (z. B. schmerzhaften) Reiz

Serotonin

auch: 5-Hydroxytryptamin (5-HT); Botenstoff, der in Tieren als Gewebshormon oder als → Neurotransmitter vorkommt

Sertoli-Zelle

Zellen des Hodengewebes bei Wirbeltieren, die die sich entwickelnden Keimzellen in den Hodenkanälchen umgeben

Sesquiterpene

Untergruppe der Terpene, die aus drei Isopreneinheiten aufgebaut sind und die Summenformel C15H24 haben; von Tieren als Bestandteile von Wehrsekreten oder als Pheromone benutzt

Sexualsteroid

→ Steroidhormon, das im Organismus für die Ausbildung primärer und sekundärer Geschlechtsmerkmale bei Tieren sowie die Regulation vieler Teilprozesse der sexuellen Fortpflanzung verantwortlich ist

Signalsequenz

auch: Signalpeptid; in der DNA codierte Anfangssequenz eines Membranproteins oder eines sekretorischen Proteins, die der Einschleusung des neusynthetisierten Proteins in das → endoplasmatische Retikulum dient und dort nach dem Import sofort proteolytisch abgetrennt wird

Signaltransduktion

alle molekularen und physikalischen Vorgänge, die mit dem Empfang und der Prozessierung von Information auf der zellulären Ebene zu tun haben

Sinusknoten

Gruppe spezialisierter Muskelzellen in der Wand des Atriums des Wirbeltierherzens, die durch Produktion spontaner elektrischer Erregungen die Herzkontraktion auslösen

skotopisches Sehsystem

Sehsystem bei Wirbeltieren zum Sehen bei geringer Lichtintensität

Soma

auch: Perikaryon; Zellkörper einer Nervenzelle

Somatotopie

räumliche Abbildung der Körperoberfläche im somatosensorischen System

Spaltsinnesorgan

in cuticuläre Spalten eingelassene mechanorezeptive Sinnesorgane bei Arthropoden zur Erfassung von Substratvibrationen (z. B. bei Webspinnen)

Spasmin

Motorprotein (20 kDa), das die Beweglichkeit peritrich begeißelter Ciliaten ermöglicht

Speichel

Sekretionsprodukt der Speicheldrüsen im Anfangsteil des Verdauungstrakts von Tieren, bestehend aus Salzen und Wasser mit Beimengungen von → Proteinen, → Mucinen und anderen Stoffen

Spermatocyt

Vorläuferzelle des → Spermiums

Spermatogonie

diploide Zelle aus der Stammzellpopulation im Keimepithel des → Hodens; Vorläuferzelle der → Spermatocyt

Spermium

→ Gamet (Keimzelle) des männlichen Organismus

spezifische dynamische Wirkung

Steigerung im Energieumsatz eines Tieres, die mit der Aufnahme und Verarbeitung von → Nahrung und der Nutzung der Verdauungsprodukte im Stoffwechsel des Tieres einhergeht

Spezifität

Genauigkeit bzw. Exaktheitsquote der Wechselwirkung zweier Moleküle

sphärische Aberration

Linsenfehler, bei dem randständig auf die Linse auftreffende Strahlen stärker gebrochen werden als zentrale Lichtstrahlen

Sphingolipide

fettlösliche Moleküle mit polarer Kopfgruppe in biologischen Membranen, die als zentrales Strukturmerkmal Sphingosin enthalten

Spinalganglion

auch: Hinterwurzelganglion; ein noch innerhalb des Wirbelkanals gelegener Nervenknoten von Nervenzellen des peripheren Nervensystems; enthält die Zellkörper der sensorischen Neurone

Spleißen

metabolische Prozessierung von Transkriptionsprodukten; enzymatisch vermittelte Trennung von Intron- und Exonsequenzen in Transkriptionsprodukten; Fusion der Exonanteile zu reifer mRNA

Spurenelemente

essenzielle Nahrungsbestandteile (i. d. R. Metallionen), die Tiere in sehr geringer Menge für die korrekte räumliche Faltung bestimmter Enzyme (z. B. zinkhaltiger Enzyme wie die Alkohol-Dehydrogenase oder die → Carboanhydrase) benötigen

Stäbchen

Photorezeptorzelle im Wirbeltierauge zum Sehen bei Dämmerungsintensität

Stammbaum

auch: phylogenetischer Baum; gerichteter Graph, der die evolutiven Nachfahren eines Tieres oder einer Tiergruppe darstellt; wurzelt in einem hypothetischen gemeinsamen Vorfahren aller bekannten Arten auf der Erde und fächert sich dann entsprechend ihrer Verwandtschaftsbeziehungen immer weiter auf

Stammzelle

teilungsfähige Körperzelle eines Tieres, deren Teilungsprodukte sich in alle (embryonale Stammzelle) oder in eine beschränkte Anzahl (→ adulte Stammzelle) von im Körper vorkommenden Zelltypen differenzieren können

Standardenthalpie

€nderung der → freien Energie (freien Enthalpie, Gibbs-Energie) einer Reaktion unter Standardbedingungen (Druck, Temperatur, pH)

Standardredoxpotenzial

→ Redoxpotenzial eines biochemischen Systems, das am Neutralpunkt der pH-Skala (pH = 7) bestimmt wird

Stärke

Zuckerpolymer aus α-glykosidisch verknüpften Glucoseeinheiten, das in pflanzlichen Zellen als Reservestoff akkumuliert wird

Startcodon

auch: Initiatorcodon; spezifisch das RNA-Basentriplett AUG, das in Eukaryoten als erstes Codon eines offenen Leserahmens der mRNA die Aminosäure Methionin codiert

stenophag

Eigenschaft von Organismen, die auf eine ganz bestimmte → Nahrung spezialisiert sind

Stereoisomere

Verbindungen gleicher Summenformel und Konstitution, die aber unterschiedliche räumliche Strukturen aufweisen

Stereopsis

räumliches, stereoskopisches Sehen mit zwei Augen

Stereovilli

mit Aktinfilamenten ausgesteifte Ausstülpungen der apikalen → Plasmamembran von → Haarsinneszellen

Steroidhormon

→ Hormon, das sich chemisch vom → Cholesterin (Sterangerüst) ableitet

Stigma

in vielen Fällen verschließbare Tracheenöffnung zur Außenwelt im Atmungssystem bestimmter Arthropoden

Stoffwechselrate

Betrag des Energieumsatzes pro Zeiteinheit im Stoffwechsel eines Tieres

Stoffwechselreduktion

Umschreibung für die Beobachtung, dass kleine Tiere einen höheren körpermassespezifischen Umsatz im Energiestoffwechsel zeigen als größere Tiere

Stoppcodon

Basentriplett (→ Codon) der → Desoxyribonucleinsäure (DNA) bzw. der → Ribonucleinsäure (RNA), dessen Erreichen während der → Translation (→ Proteinbiosynthese) zu einem Abbruch der Kettenverlängerung des Aminosäurestrangs führt, da für das Stoppcodon keine tRNA (Transfer-RNA) existiert; es gibt drei mögliche Stoppcodons (hier RNA-Codierung): UAA, UAG, UGA

Substratkettenphosphorylierung

Synthese energiereicher Nucleotide in tierischen Zellen ohne Beteiligung der → Atmungskette; während der Substratkettenphosphorylierung wird eine Phosphatgruppe von einem phosphorylierten Zwischenprodukt auf ADP oder GDP übertragen, um ATP oder GTP zu synthetisieren

Superpositionsauge

Typ des → Komplexauges, bei dem die einzelnen → Ommatidien optisch nicht voneinander isoliert sind

Surfactant

die → Alveolen der Lunge auskleidende, oberflächenaktive Substanz, die von Lungenepithelzellen (Pneumocyten II) gebildet wird und aus → Phospholipiden und → Proteinen besteht

Symbiose

räumliches und organisatorisches Zusammenleben von Individuen zweier unterschiedlicher Arten mit Vorteilen für beide Partner

Symport

→ Cotransport

Synapse

Kontaktstelle zur Signalübertragung zwischen benachbarten Nervenzellen oder zwischen Nerven- und Effektorzelle

synaptische Plastizität

€nderungen der synaptischen Übertragungseigenschaften

synaptischer Spalt

extrazellulärer Raum zwischen → präsynaptischer Membran einer neuronalen Zelle und → postsynaptischer Membran einer Zelle, die Signale der neuronalen Zelle empfängt

Systole

Kontraktionsphase des Herzens

…strus

zeitlicher Abschnitt im Fortpflanzungszyklus eines weiblichen Säugetiers, in dem das Tier paarungsbereit ist

…struszyklus

Fortpflanzungszyklus weiblicher Säugetiere außer Primaten und Menschen

€stivation

auch: Sommerschlaf; vorübergehender Zustand → metabolischer Depression bei Tieren zur Einsparung von Stoffwechselenergie während der heißen Sommermonate

scid-Mutation

Mutation bei Mäusen, die einen schweren kombinierten Immundefekt hervorruft. Diese Mutation wurde im Zusammenhang mit einer Mutation des DNA-Reparaturproteins DNA-PK entdeckt.

Second Messenger (Sekundärer Botenstoff)

Ein kurzlebiger chemischer Signalstoff im Cytosol, der eine biochemische Reaktion auslösen kann. Die Bildung von Second Messenger wird in der Regel durch einen ersten Botenstoff (First Messenger; ein Neurotransmitter oder ein Hormon) stimuliert, der als ein G-Protein-gekoppelter-Rezeptor an der Zelloberfläche liegt. Beispiele für Second Messenger sind zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP), zyklisches Guanosinmonophosphat (cGMP) und Inositol-1,4,5-trisphosphat (IP3).

Sex-determining region of the Y chromosome (SRY)

Ein Gen auf dem Y-Chromosom, das den hodendeterminierenden Faktor (testis-determining factor, TDF) codiert; essenziell für die normale Entwicklung des Mannes.

Shunting inhibition (Kurzschlusshemmung)

Eine Form der synaptischen Hemmung, bei der der an exzitatorischen Synapsen entstehende depolarisierende Strom durch Reduktion des Membranwiderstands abgeschwächt wird.

Split-Brain-Untersuchung

Ein Verhaltenstest bei Tieren oder Menschen, deren Großhirnhälften durch einen Schnitt im Corpus callosum getrennt wurden.

SRY

Siehe sex-determining region of the Y chromosome.

Ästivation (von lat. aestivalis für „Sommer“), engl. estivation

(1) bei Tieren „Übersommerung“, Sommerruhe, Trockenschlaf; Inaktivität und gedrosselter Stoffwechsel während des Sommers; in der Regel als Strategie, um Trockenheit oder große Hitze überleben zu können (Gegensatz zu → Hibernation); (2) bei Pflanzen die Anordnung der Blütenteile in einer Knospe („Knospendeckung“)

Ästuar, engl. estuary

aquatischer Lebensraum, in dem es zur Vermischung von Salz- und Süßwasser kommt, wie an der Mündung eines Flusses ins Meer; umfasst auch Ökosysteme wie Salzmarschen, Mangrovenwälder, Schlammflächen und Seegrasbetten

Ösophagus (von griech. oisophagos für „Speiseröhre“), engl. esophagus

Speiseröhre; Teil des Verdauungstrakts zwischen Pharynx (Schlund) und Magen

Östrogene

Weibliche Steroidhormone, von denen die wichtigsten Östradiol und Progesteron sind.

Östrogene, engl. estrogens

Gruppe weiblicher Sexualhormone von Wirbeltieren. Bei Säugetieren werden diese Steroidhormone in erster Linie in den Ovarien gebildet. (vgl. → Gestagene)

Östrus (von lat. oestrus für „Brunst“), engl. estrus

auch als Hitze, Brunst, Brunft bezeichnet; Periode maximaler Paarungsbereitschaft bei manchen weiblichen Säugetieren; fällt gewöhnlich mit dem Eisprung des Weibchens zusammen

S-Phase, engl. S phase

das Stadium der Interphase eines Zellzyklus, in dem die DNA-Replikation stattfindet (Gegensatz zu → G1-Phase, → G2-Phase)

S-Protein (Vitronectin)

Plasmaprotein, das an unvollständige MAC-Komplexe bindet, beispielsweise C5b67, sodass zerstörerische Nebeneffekte des Komplementsystems auf die körpereigenen zelluären Membranen verhindert werden.

S1

Siehe primärer somatosensorischer Cortex.

S1PR1

G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der von zirkulierenden Lymphocyten exprimiert wird und das chemotaktische Phospholipid Sphingosin-1-phosphat bindet, das einen Gradienten bildet. Dieser stimuliert das Auswandern von nichtaktivierten Lymphocyten aus den sekundären lymphatischen Geweben in die efferenten Lymphgefäße (→ CD69).

Saccharum officinarum – Zuckerrohr

Poaceae

Säftesauger, engl. fluid feeders

Tiere, die sich von Flüssigkeiten ernähren

Sagittalebene

Eine anatomische Schnittebene, die parallel zur Mediansagittalebene verläuft.

saisonale Rhinitis allergica

Durch IgE hervorgerufene allergische Rhinitis und Konjunktivitis durch Kontakt mit spezifischen jahreszeitlich auftretenden Antigenen, beispielsweise Pollen von Gräsern oder Kräutern; wird allgemein als Heuschnupfen bezeichnet.

Salienzkarte

Karte des sichtbaren Raumes, in der die Orte auffälliger Objekte hervorgehoben sind.

Saltatorische Erregungsleitung

Die Ausbreitung eines Aktionspotenzials entlang eines myelinisierten Axons.

saltatorische Erregungsleitung (von lat. saltare für „springen“), engl. saltatory conduction

die schnelle Leitung von Aktionspotenzialen entlang myelinisierter Axone. Dabei springt die Erregung entlang des Axons von einem Ranvier-Schnürring zum nächsten.

Salvenprinzip

Die Vorstellung, dass hohe Schallfrequenzen durch eine gemeinsame Aktivität einer Reihe von Neuronen repräsentiert werden, wobei die Neuronen eine phasenstarre Kopplung zeigen.

Salzdrüsen, engl. salt glands

(1) Drüsen an den Blättern einiger salzliebender Pflanzen (Halophyten), durch die diese Pflanzen überschüssiges Salz ausscheiden können; (2) salzabscheidende Drüsen bei verschiedenen Wirbeltieren

Sambucus nigra – Schwarzer Holunder

Adoxaceae

Samen

"schließt den vorübergehend ruhenden Embryo und gegebenenfalls Nährgewebe (Endosperm, Perisperm, sofern keine Speicherung im Embryo selbst erfolgt) mit einer sklerenchymatischen Samenschale (Testa) ein; kann nach der Art des Nährgewebes klassifiziert werden. > Embryo, > Testa"

Samen, engl. (1) seed, (2) sperm

(1) bei Gymnospermen oder Angiospermen die befruchtete, gereifte Samenanlage; bestehen aus dem Embryo, dem Nährgewebe (Endosperm) und der Samenschale (Testa); (2) bei Tieren das → Sperma

Samenanlage

"ist mit dem Funiculus über die Plazenta mit dem Fruchtblatt verwachsen und beinhaltet den Embryosack, in dem sich die Eizelle befindet; der Embryosack ist in ein (Nähr-)gewebe eingebettet, das vom äußeren und inneren Integument eingefasst wird; aus der Samenanlage bildet sich nach Befruchtung der Eizelle der Samen mit dem vorübergehend ruhenden Embryo. > Gynoeceum"

Samenanlage (Ovulum), engl. ovule

pflanzliche Fortpflanzungseinheit aus dem Megasporangium und dem Integument; nach der Befruchtung bildet sich aus der Samenanlage ein Samen

Samenbläschen, engl. seminal vesicles

akzessorische Geschlechtsdrüsen im männlichen Geschlecht, welche den Hauptanteil des Spermas in Form von schleimigemSekret, Fibrinogen und Fructose beisteuern

Samenkanälchen, engl. seminiferous tubules

spermienbildende Kanälchen in den Hoden

Samenleiter (Vas deferens), engl. vas deferens

ausleitender Kanal, durch den die Spermien aus dem Nebenhoden in die Harnröhre gelangen

Samenpflanze

Pflanze, welche Samen bildet: Gymnospermen, Angiospermen

Sämling (Keimling), engl. seedling

eine junge Pflanze nach abgeschlossenem Keimungsvorgang

Sammelfrucht, engl. aggregate fruit

eine Frucht, die aus mehreren Fruchtblättern einer einzelnen Blüte hervorgeht (vgl. → Fruchtverband)

Sammelrohr, engl. collecting duct

bei Wirbeltieren das Rohr, in das der in den Nephronen der Niere produzierte Urin fließt; leitet den Urin zur Ausscheidung weiter zur Spitze einer Nierenpyramide

SAP (SLAM-assoziertes Protein)

Intrazelluläres Adaptorprotein, das bei der Signalgebung durch das signalübertragende Lymphocytenaktivierungsmolekül (SLAM) mitwirkt. Inaktivierende Mutationen im SAP-Gen führen zum X-gekoppelten lymphoproliferativen (XLP-)Syndrom.

Saprobionten (von griech. sapros für „verrottet“), engl. saprobes

Fäulnisbewohner; diejenigen von ihnen, die tatsächlich von dem verfaulenden Material leben, werden → Saprophagen (Saprotrophe) genannt

Saprophagen (Saprotrophe), engl. saprotrophs

„Fäulnisfresser“; heterotrophe Organismen (überwiegend Bakterien oder Pilze, aber auch viele Tiere), die ihre Nährstoffe und ihre Energie durch Zersetzung von totem organischem Material gewinnen (vgl. → Destruenten)

Sarkolemm

Die äußere Zellmembran einer Skelettmuskelfaser.

Sarkomer

Das kontraktile Element zwischen den Z-Scheiben Einer Myofibrille; enthält dicke und dünne Filamente, die aneinander entlang gleiten und so zu einer Muskelkontraktion führen.

Sarkomer (von griech. sarkos für „Fleisch“ und meros für „Einheit“), engl. sarcomere

kontraktile Grundeinheit eines Skelettmuskels

Sarkopedie

Abbau der Muskelmasse im Alter

Sarkoplasma, engl. sarcoplasm

das Cytoplasma einer Muskelzelle

Sarkoplasmatisches Reticulum

Ein Organell in einer Skelettmuskelfaser, das Ca2+ speichert und freisetzt, wenn die Faser durch ein Aktionspotenzial im T-Tubulus stimuliert wird.

sarkoplasmatisches Reticulum, engl. sarcoplasmic reticulum

das endoplasmatische Reticulum einer Muskelzelle

Satellit

Quelle: Genetik

(lat. satelles, Leibwächter) Gestielter Fortsatz im Chromosom, der beim Menschen in den kurzen Armen der akrozentrischen Chromosomen vorkommt (Chromosomen 13, 14, 15, 21, 22).

Satelliten

DNA-Satelliten sind große DNA-Sequenzen, die entweder in kleinen Wiederholungspaketen oder verstreut im gesamten Genom vorkommen. Chromosomensatelliten sind chromosomale Abschnitte, die sich vom restlichen Chromosom deutlich abgrenzen. Beim Menschen liegen chromosomale Satellitenregionen auf den akrozentrischen Chromosomen (> G). Diese Satelliten bestehen aus einer Vielzahl von Genen für ribosomale RNA.

Satelliten-DNA

Quelle: Genetik

"(lat. satelles, Leibwächter) Ursprünglich Bezeichnung für DNA-Bande in der Gleichgewichtsdichtezentrifugation; es handelt sich dabei um DNA mit häufigen Wiederholungseinheiten."

Satelliten-DNA

→ hochrepetitive Sequenzen

Sättigungssignal

Ein Faktor, der den Antrieb zu essen vermindert, ohne Übelkeit zu verursachen; Beispiele sind die Magendehnung und Cholecystokinin, das von den Zellen des Darms als Reaktion auf Nahrung freigesetzt wird.

sauer, engl. acidic

Eigenschaft von Lösungen, deren pH-Wert weniger als 7 beträgt (entspricht einer Protonenkonzentration größer als 10^-7-molar) (Gegensatz zu → alkalisch)

Säulendiagramm (Balkendiagramm), engl. bar chart

eine grafische Darstellung der Häufigkeitsverteilung kategorischer Daten. Die Länge der Säulen (senkrecht) bzw. Balken (waagerecht) repräsentiert die relative Häufigkeit.

Säure, engl. acid

Substanz, die in Lösung ein oder mehrere Protonen abgeben kann (Gegenteil von → Base)

Säure-Wachstums-Hypothese, engl. acid growth hypothesis

die Hypothese, dass Auxin die Sekretion von Protonen in den Zellwandraum fördert und dadurch den pH-Wert der Zellwand verringert. Zudem aktiviert es Enzyme, die die Freisetzung von Polysacchariden bewirken. Die Hypothese soll die auxininduzierte Zellstreckung bei Pflanzen erklären.

saurer Regen, engl. acid rain

Regen mit unnatürlich niedrigem pH-Wert; Folge der durch den Menschen bedingten Verschmutzung der Atmosphäre mit säurebildenden Vorstufen

Scala media (Schneckengang)

Eine Kammer in der Hörschnecke, die zwischen der Vorhoftreppe und der Paukentreppe liegt.

Scala tympani (Paukentreppe)

Eine Kammer in der Hörschnecke, die sich vom Schneckenloch zum runden Fenster erstreckt.

Scala vestibuli (Vorhoftreppe)

Eine Kammer in der Hörschnecke, die sich vom ovalen Fenster zum Schneckenloch erstreckt.

Scavenger-Rezeptoren

Rezeptoren auf Makrophagen und anderen Zellen, die zahlreiche Liganden binden, beispielsweise Bestandteile von bakteriellen Zellwänden, und aus dem Blut entfernen. Die → Kupffer-Zellen der Leber tragen besonders viele von diesen Rezeptoren. Beispiele sind SR-A I und SR-A II und MARCO.

Schaffer-Kollaterale

Ein Axon des CA3-Neurons, das Neuronen der CA1-Region des Hippocampus innerviert. Die Synapsen von Schaffer-Kollateralen zeigen LTP und LTD, also Arten synaptischer Plastizität, die vermutlich für die Gedächtnisbildung wichtig sind.

Scheinwerfer der Aufmerksamkeit

Die Fähigkeit, die visuelle Aufmerksamkeit auf verschiedene Objekte zu lenken, ähnlich einem Scheinwerfer, mit dem ein dunkler Raum zur Erkundung ausgeleuchtet wird.

Scheinwut

Ein Ausdruck starker Wut in einer Situation, die normalerweise keine Wut auslöst; die Ursache für das Verhalten sind Läsionen im Gehirn.

Scheitellappen

→ Parietallappen

Scheitellappen

Siehe Parietallappen.

Scheitelzelle

"Apikalzelle; teilungsaktive Zelle; gliedert Zellen ab, die einen pflanzlichen Vegetationskörper aufbauen"

scherkraftresistentes Rollen

Die Fähigkeit der neutrophilen Zellen, sich auch bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten, die starke Scherkräfte hervorrufen, an das Gefäßendothel anzuheften. Grund dafür sind spezialisierte Fortsätze der Plasmamembran, die man als Schlingen bezeichnet.

Schielen (Strabismus)

Ein Zustand, in dem die optischen Achsen der Augen nicht perfekt ausgerichtet sind.

Schilddrüse, engl. thyroid gland

zweilappige endokrine Drüse bei Wirbeltieren; produziert das Hormon Thyroxin

Schimmelpilze, engl.molds

Schlauchpilze oder Jochpilze aus fädigen Hyphen, die keine großen Fruchtkörper bilden

Schizocoel (von griech. schizo für „gespalten“ und koiloma für „Höhle“), engl.schizocoel

Coelom, das während der Entwicklung durch Spaltenbildung in mesodermalen Zellnestern entsteht; typisch für Protostomier (Gegensatz zu → Enterocoel)

Schizophrenie

Eine psychische Störung, die durch Realitätsverlust gekennzeichnet ist; Fragmentierung und Störung von Gedanken, Wahrnehmung, Stimmungen und Bewegung; Wahn, Halluzinationen und gestörtes Gedächtnis.

Schläfenlappen

→ Temporallappen

Schläfenlappen

Siehe Temporallappen.

Schlaganfall, engl.stroke

eine Embolie in einer Arterie im Gehirn, die zum Absterben der von dieser Arterie versorgten Zellen führt; die Art der Einschränkungen – wie Gedächtnisverlust, Sprachstörungen oder Lähmungen – hängt von der Lage der verstopften Arterie ab

Schleimhaut

Mucosa

Schleimhaut, engl.mucosal epithelium

epitheliale Zellschicht mit schleimsezernierenden Zellen; zum Beispiel die Auskleidung des Verdauungstrakts und der Atemwege

Schleimstoffe, engl.mucus substances

viskose Stoffe, die bei Tieren von Schleimhäuten (wie dem Mucosaepithel) sezerniert werden; dienen als Barriere zur Abwehr von Pathogenen bei der angeborenen (unspezifischen) Immunabwehr von Wirbeltieren, als schützender Überzug vieler tierischer Organsysteme und als Gleitmittel; bei Tieren chemisch überwiegend aus → Mucopolysacchariden und viel Wasser zusammengesetzt

schließende Statistik

Teilgebiet der Statistik, das Testverfahren entwickelt und anbietet, mit denen verlässliche Schlussfolgerungen aus Stichproben auf die Grundgesamtheit gemacht werden können.

Schließzelle

chloroplastenhaltige Zelle in der Epidermis von Blatt und Spross, die zusammen mit einer zweiten Schließzelle eine Spaltöffnung bildet. > Spaltöffnung

Schließzellen, engl.guard cells

spezielle paarige Epidermiszellen bei Pflanzenblättern, welche die Spaltöffnungen (Stomata) umgeben und für deren Verschluss verantwortlich sind

Schlingen

→ scherkraftresistentes Rollen

Schlüsselart, engl.keystone species

eine Art, die ungeachtet ihrer Körpergröße und Häufigkeit einen sehr großen Einfluss auf eine gesamte Lebensgemeinschaft ausübt

Schlüsselreiz, engl.releaser

Sinnesreiz, der ein festgelegtes stereotypes Verhaltensmuster auslöst (vgl. → Auslöser)

Schmarotzerpflanzen, engl.parasitic plants

Pflanzen, die Nährstoffe teilweise oder ganz dadurch beziehen, dass sie auf anderen Pflanzen wachsen und ihnen Nährstoffe entziehen

Schnecke

→ Cochlea

Schneckenloch

Siehe Helicotrema.

Schnelle motorische Einheit

Eine motorische Einheit mit einem großen α-Motoneuron, das schnell kontrahierende und rasch ermüdende weiße Muskelfasern innerviert.

schneller Block gegen Polyspermie, engl.block to polyspermy

auch als Polyspermieblock bezeichnet; jede mögliche Reaktion auf das Eindringen eines Spermiums in eine Eizelle, die verhindert, dass zusätzlich weitere Spermien eindringen

Schnelles Denken

Schnelles Denken meint automatisches, intuitives Denken, das mühelos und ohne willkürliche Steuerung erfolgt.

Schock

Kreislaufzusammenbruch, der durch die systemischen Wirkungen von Cytokinen wie TNF-α hervorgerufen wird und tödlich verlaufen kann.

Schote

"Streufrucht; Öffnung bei Samenreife an zwei Nähten; Samen liegt einer zentralen Scheidewand an. > Frucht, > Fruchttyp"

Schrittmacher, engl.pacemaker

(1) Region des Herzens mit glatten Muskelzellen, die sehr schnell spontan kontrahieren können und dadurch den Schlagrhythmus des gesamten Herzens vorgeben; bei Säugetieren der Sinusknoten; (2) medizinisches Gerät, das in das Herz implantiert wird und die rhythmischen Kontraktionen des Herzens erzeugt

Schrittmacherzellen, engl.pacemaker cells

Zellen des Herzmuskelgewebes, die ohne Stimulation durch das Nervensystem Aktionspotenziale erzeugen können; ermöglichen dem Herzen, sich autonom zu kontrahieren

Schrittweise-Mutationsmodell

"Eine Modellvorstellung, die mutationsbedingte Veränderungen an einem Locus mit zwei Zuständen erklärt – Die Vorwärtsmutation führt zu einem neuen Allel in der Population; die Rückwärtsmutation erzeugt einen allelischen Zustand, der schon zuvor am Locus vorhanden war („stepwise mutation model“, SMM). Als ein Beispiel dienen Mikrosatelliten."

Schrotschusssequenzierung, engl.shotgun sequencing

relativ schnelle Methode zur Sequenzierung langer DNA-Stücke, bei der ein DNA-Molekül in kleine überlappende Fragmente zerlegt wird. Diese werden anschließend sequenziert und dann mithilfe von Hochleistungscomputern anhand überlappender Sequenzen in der richtigen Reihenfolge zusammengesetzt.

Schutzgebiete, engl.protected areas

Gebiete, in denen eine Schädigung oder Zerstörung des Habitats durch menschliche Aktivitäten verboten ist oder verhindert wird

Schutzimpfung

→ Impfung

Schwammparenchym

unregelmäßig geformte parenchymatische Zellen des Mesophylls, zwischen denen sich große Interzellularräume befinden. > Mesophyll

Schwangerschaft

→ Gestation

Schwann-Zelle

Eine Gliazelle, die im peripheren Nervensystem Myelin bildet.

Schwann-Zellen, engl.Schwann cells

Gliazellen, die sich um das Axon eines peripheren Neurons winden und eine Myelinscheide bilden

Schwänzeltanz, engl.waggle dance

Verhalten von Honigbienen, mit denen diese die Richtung und Entfernung einer Nahrungsquelle oder eines neuen Standorts für die Kolonie kommunizieren (der früher hiervon abgegrenzte Rundtanz hat sich als verkürzter Schwänzeltanz herausgestellt)

Schwarze Substanz (Substantia nigra)

Eine Zellgruppe im Mittelhirn, deren Neurotransmitter Dopamin ist und die das Striatum innerviert.

Schwellenwert

Ein Wert des Membranpotenzials, bis zu dem ein Neuron depolarisiert werden muss, um ein Aktionspotenzial auszulösen.

Schwellenwert, engl.threshold

das kritische Ausmaß einer Depolarisation an einer elektrisch erregbaren Membran, das zur Auslösung eines Aktionspotenzials führt

schwere angeborene Neutropenie (SCN) (severe congenital neutropenia)

Vererbbare Krankheit, bei der die Anzahl der neutrophilen Zellen ständig extrem niedrig ist. Damit unterscheidet sie sich von der zyklischen Neutropenie, bei der die Anzahl der neutrophilen Zellen von fast normal bis extrem niedrig oder vollständig fehlend schwankt, wobei ein Zyklus 21 Tage dauert.

Schwere depressive Episode

Eine affektive Störung, die durch eine längere, starke Stimmungsverschlechterung gekennzeichnet ist; dazu können auch Angst, Schlafstörungen und andere physiologische Störungen gehören.

schwere Kette, H-Kette

Eine der beiden Arten von Proteinketten in einem Immunglobulinmolekül, die andere wird als leichte Kette bezeichnet. Es gibt verschiedene Klassen oder → Isotypen der schweren Kette (α, δ, β, γ, ε und μ), die dem Antikörper jeweils eine eigene Funktion geben. Jedes Immunglobulinmolekül enthält zwei identische schwere Ketten (→ heavy-chain-only IgG).

schwerer kombinierter Immundefekt (SCID)

Form einer Immunschwäche (die auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein kann), bei der sowohl B-Zell-(Antikörper-) und T-Zell-Reaktionen fehlen. Bei Nichtbehandlung endet die Krankheit tödlich.

Schwesterarten

Eng verwandte Arten, die sich erst vor einem kurzen Evolutionszeitraum aus einer gemeinsamen Population entwickelt haben. Zwischen Individuen beider Arten kann es in einigen Fällen sogar zu Hybridisierungsereignissen kommen.

Schwesterchromatiden

Quelle: Genetik

Durch Replikation auseinander hervorgegangene Chromatiden eines Chromosoms. Sie sind genetisch identisch, ausgenommen für Neumutationen.

Schwesterchromatiden

Vor Mitose (> G) und Meiose (> G) wird die genetische Information des Kerngenoms (> G, > Chromosomen) von Eukaryoten kopiert. Die Kopie bleibt zunächst mit der Originalchromatide über das Zentromer (> G) verbunden. Die Chromosomen bestehen aus zwei Schwesterchromatiden.

Schwesterchromatiden, engl.sister chromatids

die beiden identischen Hälften eines neu replizierten Chromosoms

Schwestergruppen, engl.sister groups

auch als Schwesterkladen bezeichnet; zwei monophyletische Gruppen, die die nächsten Verwandten zueinander sind

Schwesterkladen

→ Schwestergruppen

Schwieriges Problem des Bewusstseins

Wie und warum subjektiv bewusste Erfahrungen durch physische Prozesse entstehen.

Schwimmblase, engl.swim bladder

Organ von Fischen, das in erster Linie der Regulation des Auftriebs dient

SCID

→ schwerer kombinierter Immundefekt

SCN

Siehe suprachiasmatischer Kern.

Sec61

Transmembranprotein-Porenkomplex aus mehreren Untereinheiten in der Membran des endoplasmatischen Reticulums, der Peptiden die Translokation aus dem ER-Lumen in das Cytoplasma ermöglicht.

Second Messenger

Kleine Moleküle oder Ionen (zum Beispiel Ca2+), die als Reaktion auf ein Signal produziert werden und deren Wirkung darin besteht, dass sie das Signal verstärken und das Signal in der Zelle die nächste Phase erreicht. Second Messenger wirken allgemein dadurch, dass sie an Enzyme binden und deren Aktivität verändern.

Second-Messenger-Kaskade

Ein mehrere Schritte umfassender Prozess, der die Aktivierung eines Rezeptors für einen Neurotransmitter an die Aktivierung von intrazellulären Enzymen koppelt.

Sedimentgestein, engl.sedimentary rock

Gestein, das durch Ablagerung von einzelnen Sedimentschichten auf dem Boden von Gewässern entsteht; umfasst häufig fossilienhaltige Schichten, anhand derer Geologen und Biologen die relative Abfolge von evolutionären Ereignissen datieren können

segmentierte filamentöse Bakterien (SFBs)

Kommensale grampositive Spezies der Firmicutes, die zur Familie der Clostridiaceae gehören. Die Bakterien heften sich an die Darmwand von Nagetieren und verschiedenen anderen Spezies und lösen TH17- und IgA-Reaktionen aus.

Segmentierung, engl.segmentation

Unterteilung eines Tierkörpers in einzelne Segmente. Die Segmente können gleichartig (homonom) sein oder verschiedenartig (heteronom).

Segmentierungsgene, engl.segmentation genes

Gene, welche die Zahl und die Polarität der Körpersegmente festlegen

Segmentpolaritätsgene, engl.segment polarity genes

Segmentierungsgene, welche die Grenzen und die anterior-posteriore Orientierung der einzelnen Segmente in der Entwicklung von Drosophila-Larven festlegen; Bestandteile einer Entwicklungskaskade, die auch die Maternaleffektgene, Lückengene, Paarregelgene und Hox-Gene umfasst

Segregation

Quelle: Genetik

(lat. segregare, absondern) Die Trennung von Allelen in der Meiose (gelegentlich, bei mitotischem Crossing-over, auch während der Mitose).

Segregation, engl.segregation

in der Genetik die Verteilung der replizierten DNA bzw. der Chromosomen oder Chromatiden auf die beiden neuen Zellen bei der Zellteilung (vgl. → cytoplasmatische Segregation)

Sehgrube

Siehe Fovea.

Sehne, engl.tendon

kollagenhaltiges Gewebeband, das einen Muskel mit einem Knochen verbindet

Sehnenspindel

Eine auf die Wahrnehmung der Muskelspannung spezialisierte Struktur in den Sehnen eines Skelettmuskels.

Sehnerv

Das Bündel von Ganglienzellaxonen, das sich vom Auge bis zur Sehnervenkreuzung zieht.

Sehnerv, engl. optic nerve

der Nerv, der Informationen von der Netzhaut des Auges ins Gehirn überträgt

Sehnervenkreuzung

Siehe Chiasma opticum.

Sehnervenpapille

Der Ort auf der Netzhaut, an dem die Axone des Sehnervs das Auge verlassen.

Sehschärfe

Die Fähigkeit des Sehsystems, zwei nahe beieinanderliegende Punkte im Gesichtsfeld zu unterscheiden.

Sehstrahlung (Radiatio optica)

Eine Ansammlung von Axonen, die vom Corpus geniculatum laterale zur Sehrinde ziehen.

Sehwinkel

Eine Möglichkeit, die Größe eines abgebildeten Objekts auf der Netzhaut zu beschreiben; ein Objekt, das sich über einen Winkel von 3,5? erstreckt, wird auf der Netzhaut in einer Größe von 1mm abgebildet.

Seitenkette (R-Gruppe), engl.side chain

für jeden Aminosäuretyp charakteristische Gruppe von Atomen

Seitenlinienorgan, engl.lateral line organ

paariges Sinnesorgansystem bei Fischen, bestehend aus einem mit Wasser gefüllten Kanal und darin eingebetteten Haarzellen unter der Haut; dient der Wahrnehmung von Strömungsveränderungen im umgebenden Wasser

Seitenventrikel

Der mit Liquor gefüllte Raum in jeder der beiden Großhirnhälften.

Seitenwurzeln, engl.lateral roots

von einer Pfahlwurzel seitlich abzweigende kleinere Wurzeln; typisch für das Wurzelsystem der → Eudikotylen

Sekretin, engl.secretin

Peptidhormon, das bei Vorhandensein von säurehaltigem Speisebrei von der Schleimhaut des vorderen Dünndarmbreichs sezerniert wird; fördert die Ausschüttung von hydrogencarbonatreichem Pankreassaft

sekretorische Komponente (SC)

Fragment des polymeren Immunglobulinrezeptors, das bei der Spaltung übrigbleibt und nach dem Transport durch Epithelzellen an das sezernierte IgA-Molekül gebunden bleibt.

sekretorische Phospholipase A2

Antimikrobielles Enzym in der Tränenflüssigkeit und im Speichel; wird auch von den Paneth-Zellen im Darm sezerniert.

sekretorisches IgA (sIgA)

Polymerer IgA-Antikörper (vor allem in Form von Dimeren), der eine gebundene J-Kette und die → sekretorische Komponente enthält; die vorherrschende Form der Immunglobuline in den meisten Sekreten des Menschen.

Sekretorisches Vesikel

Ein kugelförmiges, membranumhülltes Vesikel mit einem Durchmesser von etwa 100 nm, das Peptide enthält, die für die Sekretion durch Exocytose bestimmt sind. Auch als dense core-Vesikel bezeichnet.

sekundär aktiver Transport, engl.secondary active transport

Form des aktiven Transports, bei dem nicht ATP als Energiequelle genutzt wird; der Transport ist vielmehr an die Diffusion von Ionen in Richtung des durch primär aktiven Transport erzeugten Konzentrationsgradienten gekoppelt

sekundäre Endodermis

die gesamte Zellwand der Endodermiszelle ist wasserundurchlässig. > primäre Endodermis, > tertiäre Endodermis, > Caspary-Streifen, > apoplastischer Wassertransport, > symplastischer Wassertransport

sekundäre Endosymbiose, engl.secondary endosymbiosis

die Aufnahme eines photosynthetisch aktiven, eukaryotischen Organismus durch eine andere eukaryotische Zelle, mit anschließender Symbiose; führte zur Entstehung bestimmter Gruppen photosynthesebetreibender Eukaryoten (z.B. Augentierchen, Euglenida)

sekundäre Geschlechtsbestimmung, engl.secondary sex determination

Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale (das sind alle Geschlechtsmerkmale außer den Gonaden), zum Beispiel Körpergestalt, Brustentwicklung und Körperbehaarung (Gegensatz zu → primärer Geschlechtsbestimmung)

sekundäre Geschlechtsmerkmale, engl. secondary sex characteristics

nicht unbedingt für die Fortpflanzung notwendige, äußerlich sichtbare Geschlechtsmerkmale wie Körperbehaarung und Statur beim Menschen (Gegensatz zu → primäre Geschlechtsmerkmale)

sekundäre Granula

Form von Granula bei den neutrophilen Zellen, die bestimmte antimikrobielle Peptide speichern.

sekundäre Immunantwort

Immunantwort, die als Reaktion auf den zweiten Kontakt mit einem Antigen erfolgt. Im Vergleich zur primären Immunantwort setzt sie nach dem Kontakt schneller ein, bringt höhere Antikörpertiter hervor und führt bei den Antikörpern zu einem Klassenwechsel. Sie wird durch Aktivierung der Gedächtniszellen ausgelöst.

sekundäre Immunantwort, engl.secondary immune response

durch Gedächtniszellen initiierte, schnelle und effektive Immunreaktion auf eine zweite oder nachfolgende Konfrontation mit einem Antigen (Gegensatz zu → primäre Immunantwort)

sekundäre Immunisierung

Eine zweite oder Booster-Injektion des gleichen Antigens, die einige Zeit nach der ersten Immunisierung verabreicht wird. Sie regt eine sekundäre Immunantwort an.

sekundäre Immunschwächekrankheiten

Defekte der Immunfunktion als Folge einer Infektion (beispielsweise einer HIV-Infektion), anderer Erkrankungen (zum Beispiel Leukämie), Mangelernährung und so weiter.

sekundäre Leibeshöhle

→ Coelom

sekundäre lymphatische Gewebe

→ periphere lymphatische Gewebe

sekundäre lymphatische Organe

→ periphere lymphatische Organe

sekundäre Pflanzenstoffe

→ Sekundärstoffe

sekundäre Rinde (Bast), engl.bark

bei Pflanzen im Dickenwachstum alle Gewebe, die außerhalb des Kambiums (genauer: Leitbündelkambiums) liegen

sekundärer Bau

Organisation im zweiten und in den folgenden Vegetationsjahren. > primärer Bau

sekundärer Botenstoff (second messenger)

Kleines Molekül, dessen Konzentration in der Zelle sich ändert, wenn ein primärer Botenstoff an seinen Rezeptor bindet. Der sekundäre Botenstoff sorgt für die Weiterleitung der Signalinformation. Auch Substanzen, die in der Signalkette erst an dritter oder vierter Stelle stehen, werden trotz dieser Position als sekundäre Botenstoffe bezeichnet.

sekundärer Botenstoff, engl. second messenger

sekundäre Messenger; Verbindungen wie → cAMP, die in der Zielzelle freigesetzt werden, nachdem ein Hormon (der erste Botenstoff) an den Oberflächenrezeptor einer Zelle gebunden hat; löst weitere Reaktionen innerhalb der Zelle aus

sekundärer Pflanzenkörper, engl. secondary plant body

derjenige Teil der Pflanze, der durch Sekundärwachstum gebildet wird und aus verholztem Gewebe besteht (Gegensatz zu → primärer Pflanzenkörper)

sekundäres Cambium

einlagige Schicht teilungsaktiver Zellen, die durch Remeristematisierung vorhandener Zellen nachträglich gebildet wird. > primäres Cambium, > Meristem

sekundäres Dickenwachstum

bei Gymnospermen und dikotylen Angiospermen im zweiten und in den folgenden Vegetationsjahren auftretendes Wachstum, das auf der Tätigkeit neu gebildeter (sekundärer) Cambien beruht. > primäres Dickenwachstum, > sekundäres Cambium

sekundäres Dickenwachstum, engl. secondary growth

dasWachstum bei Pflanzen, das durch die Aktivität des faszikulären Kambiums und des Korkkambiums erfolgt und zur Vergrößerung des Umfangs führt (Gegensatz zu → primäres Dickenwachstum)

sekundäres Lymphfollikel

Follikel während einer adaptiven Immunantwort, das ein Keimzentrum mit proliferierenden B-Zellen enthält.

sekundäres Lysosom, engl. secondary lysosome

von einer Membran umhülltes Organell, das durch die Fusion eines primären Lysosoms mit einem Phagosom entstanden ist; es nimmt durch Phagocytose Makromoleküle auf und hydrolysiert sie in ihre Monomere (vgl. → Lysosom, → primäres Lysosom)

Sekundärkonsument, engl. secondary consumer

ein (carnivorer) Organismus, der sich von Primärkonsumenten (Herbivoren) ernährt (Gegensatz zu → Primärkonsument)

Sekundärproduktion, engl. secondary production

Energiequelle für Organismen und Ökosysteme; ergibt sich aus dem Konsum von organischen Verbindungen, die autotrophe Organismen produzieren

Sekundärstoffe (sekundäre Pflanzenstoffe), engl. secondary metabolites

von Pflanzen synthetisierte Verbindungen, die nicht als Primärstoffe für den grundlegenden Stoffwechsel der Zelle erforderlich sind; dienen im Allgemeinen der Abwehr von Herbivoren oder Parasiten

Sekundärstruktur

Quelle: Genetik

Dreidimensionale Struktur von Nukleinsäure- oder Proteinmolekülen.

Sekundärstruktur, engl. secondary structure

Lokale, regelmäßige Faltung der Proteinstruktur, zum Beispiel eine α-Helix oder ein β-Faltblatt; bedingt durch die Ausbildung von Wasserstoffbrücken (Gegensatz zu → Primärstruktur, → Tertiärstruktur, → Quartärstruktur)

Sekundärsukzession, engl. secondary succession

die Wiederherstellung einer Biozönose, nachdem viele, aber nicht alle, der ursprünglich darin vorkommenden Organismen ausgelöscht wurden (Gegensatz zu → Primärsukzession)

Sekundärwand, engl. secondary cell wall

nach Beendigung der Zellstreckung bei manchen Pflanzenzellen unter der Primärwand gebildete dicke, cellulosereiche Struktur (Gegensatz zu → Primärwand)

Selbst-Antigene

→ Autoantigene

Selbst-Toleranz

Das Phänomen, dass gegen körpereigene Antigene keine Immunantwort ausgelöst wird.

Selbstinkompatibilität, engl. self-incompatibility

Selbstunverträglichkeit; Mechanismen bei Pflanzen, die eine Befruchtung durch den eigenen Pollen verhindern und damit die genetische Variabilität fördern und Inzucht begrenzen

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle bezieht sich laut Kuhl und Beckmann (1994) auf einen bewussten Einsatz von Handlungskontrollstrategien und wird auch als „autoritäre Form“ des Willens bezeichnet.

Selbstkontrolle

Selbstkontrolle bezieht sich auf die Abwehr von Störungen durch Hemmung konkurrierender Impulse, z. B. Unterdrückung emotionaler Präferenzen.

Selbstkonzept

Nach Moschner und Dickhäuser (2006) kann das Selbstkonzept als das mentale Modell einer Person über ihre Fähigkeiten und Eigenschaften definiert werden.

Selbstregulation

Selbstregulation läuft unbewusst ab, ist weniger anstrengend und wird auch als „demokratische Form“ des Willens bezeichnet.

Selbstregulation

Mit Selbstregulation wird im Allgemeinen die Regulation psychischer Zustände und Funktionen durch ein Individuum selbst bezeichnet. Häufig finden sich in diesem Zusammenhang auch die Begriffe „Selbstkontrolle“, „Handlungskontrolle“, „Willensprozesse“ oder „volitionale Prozesse“. Teilweise werden diese Begriffe synonym verwendet.

Selbstregulation

Selbstregulation wird verstanden als Stärkung der aktuellen Absicht durch unterschiedliche individuelle Ressourcen, z. B. Überzeugungen, Werte, Anreize.

Selbsttoleranz (immune tolerance)

Unterscheidung von körpereigenen („selbst“) und körperfremden („fremd“) Strukturen durch das Immunsystem. Körpereigenes Material dürfen die Abwehrmechanismen nicht angreifen, sondern müssen es tolerieren. Fremdstrukturen werden hingegen attackiert, mit dem Ziel, sie zu vernichten.

Selbsttoleranz, engl. self-tolerance

Selbstschutzmechanismus, durch den ein Tier keine Immunreaktion gegen körpereigene Antigene richtet

Selbstwirksamkeitserwartung

Unter Selbstwirksamkeitserwartung versteht man die Erwartung einer Person, dass sie eine gewünschte Handlung (z. B. regelmäßig körperlich aktiv sein oder an einem Yoga-Kurs teilnehmen) aufgrund ihrer eigenen Kompetenzen auch unter schwierigen Bedingungen erfolgreich und selbstständig bewältigen kann (Bandura 1986).

Selektine

zelladhäsionsvermittelnde Glykoproteine

Selektine

Familie von Adhäsionsmolekülen auf der Oberfläche von Leukocyten und Endothelzellen. Sie binden an Zuckereinheiten bestimmter Glykoproteine mit mucinähnlichen Eigenschaften.

Selektion

→ natürliche Selektion

Selektion

Quelle: Genetik

(lat. selectio, Auswahl) Begriff der Populationsgenetik und wichtiger Mechanismus der Evolution, der auf der Auswahl bestimmter Merkmale für die Weitergabe an die nächste Generation beruht (7 Abschn. 11.5.3).

Selektionsmarker, engl. selectable marker

Gene, die eine Resistenz vermitteln, zum Beispiel gegen Antibiotika, und deshalb in der Gentechnik der Selektion bestimmter Bakterienklone dienen können (vgl. → Reportergen)

Selektive Aufmerksamkeit

Die selektive Aufmerksamkeit wählt zu einem bestimmten Zeitpunkt zwischen konkurrierenden Stimuli aus. Es werden also bestimmte Orte oder Objekte bevorzugt verarbeitet, während andere ausgeklammert werden.

selektive Permeabilität, engl. selective permeability

charakteristische Eigenschaft von Biomembranen, die nur für bestimmte Substanzen durchlässig sind und für andere nicht

Selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (serotonin-selective reuptake inhibitor, SSRI)

Ein Wirkstoff wie Fluoxetin, der die Wirkung des an der Synapse freigesetzten Serotonins verlängert, indem er die Wiederaufnahme verhindert; wird verwendet, um Depressionen und Zwangsstörungen zu behandeln.

Self-presentation

Self-presentation bedeutet, zu prüfen und zu kontrollieren, wie man von anderen wahrgenommen und bewertet wird.

Semantit

Hier verwenden wir dieses Wort im Sinn von Zeichen- oder Bedeutungsgeber für Evolutionsvorgänge. Zum Beispiel kann man von DNA-Strukturen auf Evolutionszeiträume schließen, aber auch Aminosäuresequenzen können hierfür dienlich sein.

Semelparitie (von lat. semel für „einmal“ und pario für „erzeugen“), engl. semelparity

das Verhalten von Organismen, die sich während ihres Lebens nur ein einzigesMal fortpflanzen (Gegensatz zu → Iteroparitie)

Semikonservative Replikation

Quelle: Genetik

"(lat. semi, halb; lat. conservare, bewahren) Bei der Replikation der DNA wird der Doppelstrang geöffnet und jeweils ein neuer Strang an dem alten Strang synthetisiert; die alte DNA bleibt also im neu gebildeten Doppelstrang zur Hälfte erhalten."

semikonservative Replikation, engl. semiconservative replication

zutreffende Form der DNA-Synthese. Jeder der beiden Partnerstränge der Doppelhelix dient dabei als Matrize für einen neuen Partnerstrang. Daher besteht jede DNA-Doppelhelix nach der Replikation aus einem alten und einem neuen Strang.

semipermeable Membran, engl. semipermeable membrane

lässt das Lösungsmittel, aber keine gelösten Stoffe passieren (Gegensatz zu → selektive Permeabilität)

Seneszenz, engl. senescence

Alterung; altersbedingte degenerative Veränderungen; die mit dem Alter ansteigende Wahrscheinlichkeit zu sterben

Senke (Verbrauchsort), engl. sink

alle pflanzlichen Organe, die Photosyntheseprodukte verbrauchen, zum Beispiel Wurzeln, sich entwickelnde Früchte oder junge Blätter (Gegensatz zu → Quelle)

Senkenpopulationen, engl. sink populations

Populationen, in die mehr Individuen aus anderen Populationen einer Metapopulation zuwandern, als sie selbst hervorbringen

sensibilisiert

Bei Allergien Bezeichnung für ein Individuum, bei dem durch einen ersten Kontakt mit einem Antigen aus der Umgebung eine IgE-Antwort ausgelöst wurde und sich IgE-produzierende B-Gedächtniszellen gebildet haben. Spätere Kontakte mit dem Allergen können eine allergische Reaktion auslösen.

Sensibilisierung

Akute adaptive Immunantwort bei anfälligen Individuen, wenn sie zum ersten Mal mit einem Allergen in Kontakt kommen. Bei einigen Individuen löst ein weiterer Kontakt mit dem Allergen eine allergische Reaktion aus.

sensible Phase, engl. sensitive period

auch als kritische Periode bezeichnet; der Lebensabschnitt, in dem eine bestimmte Form des Lernens (Prägung) stattgefunden haben muss oder in dessen Verlauf das Lernen sehr viel leichter erfolgt als zu anderen Zeiten; typisch für das Lernen des Gesangs bei Vögeln

Sensitisierung

Eine Form des nichtassoziativen Lernens, die zu einer stärkeren Reaktion auf alle Reize führt.

Sensor (Sinneszelle), engl. sensor

Zelle, die auf bestimmte Formen physikalischer oder chemischer Reize reagiert

Sensorische Karte

Das Repräsentieren von sensorischen Informationen in einer neuronalen Struktur, das die in dem sensorischen Organ entstehende räumliche Organisation dieser Information korrekt abbildet, sodass die Orte stets zugeordnet werden können. Beispiele sind retinotope Karten des Colliculus superior, des Corpus geniculatum laterale und der Sehrinde, wo Neuronen an spezifischen Orten selektiv auf die Reizung bestimmter Bereiche der Netzhaut reagieren.

sensorische Mechanismen, engl. sensory mechanisms

die Mechanismen, durch die interne und externe Reize in Nervensignale umgewandelt werden

sensorische Neuronen, engl. sensory neurons

spezialisierte Neuronen, die bestimmte Sinnesreize in Aktionspotenziale umwandeln

Sensorisches Gedächtnis

Im sensorischen Gedächtnis werden Informationen aus der Umwelt oder dem eigenen Körper in verschiedenen sensorischen Speichern als transiente Gedächtnisspuren kurzzeitig aufrechterhalten, bevor sie entweder zerfallen oder in nachgeschalteten Prozessen in permanente Repräsentationen umgewandelt werden.

Sepalen (von lat. sepalum für „Abdeckung“), engl. sepals

Kelchblätter; die äußersten Blütenorgane, die gewöhnlich eine Schutzfunktion haben und den Rest der Blüte im Knospenstadium umhüllen

Sepsis (Blutvergiftung)

Bakterielle Infektion des Blutes, die gravierende Auswirkungen hat und oft tödlich verläuft.

septiert (von lat. saeptum für „Scheidewand“), engl. septate

durch Wände oder andere Abgrenzungen in gleichartige Räume unterteilt

septische Granulomatose

Immunschwächekrankheit, bei der sich aufgrund einer unzureichenden Zerstörung von Bakterien durch phagocytierende Zellen zahlreiche Granulome bilden. Ursache ist ein Defekt im NADPH-Oxidase-System der Enzyme, welche die für die Abtötung der Bakterien wichtigen Superoxidradikale bilden.

septischer Schock

Systemische Schockreaktion als Folge einer Infektion des Blutes mit gramnegativen Bakterien. Diese wird durch die systemische Freisetzung des → Cytokins TNF-α und anderer Cytokine hervorgerufen. Eine andere Bezeichnung ist endotoxischer Schock.

Septum (von lat. saeptum für „Scheidewand“, „Zaun“), engl. septum

(1) Unterteilung oder Querwand in den Hyphen einiger Pilze; (2) Scheidewand, zum Beispiel die knöcherne Nasenscheidewand

Sequenzalignment, engl. sequence alignment

Methode zum Abgleich von DNA- oder Aminosäuresequenzen. Dabei werden Deletionen und Insertionen lokalisiert und entsprechende Lücken eingebaut, sodass ähnliche oder identische Abschnitte untereinander geschrieben werden. Die Anzahl der Lücken soll dabei möglichst klein sein.

sequenzielle Evolution

Innerhalb einer Artengemeinschaft ziehen Veränderungen einer Art Veränderungen in anderen Arten nach sich. Die Veränderungen in den „Folgearten“ haben jedoch keine zwingende evolutionäre Bedeutung für die anderen Arten.

Sequenzielle Vergleichsaufgabe

Ein Verhaltenstest, bei dem Tiere oder Versuchspersonen darauf trainiert werden, dasjenige von zwei Objekten auszuwählen, das nicht dem vorher gesehenen Testobjekt entspricht.

Sequenzielles Urteilen

Sequenzielles Urteilen liegt vor, wenn mehrere Urteile nacheinander getroffen werden bzw. wenn mehrere Objekte nacheinander beurteilt werden.

Sequenzmotiv

Abfolge von Nucleotiden oder Aminosäuren, die in verschiedenen Genen oder Proteinen mit oft ähnlichen Funktionen vorkommt.

Serinproteaseinhibitor (Serpin)

Gruppe von Proteinen, die verschiedene Proteasen hemmen; ursprünglich nur auf Inhibitoren bezogen, die für Serinproteasen spezifisch sind.

Serokonversion

Phase einer Infektion, in der Antikörper gegen den Krankheitserreger zum ersten Mal im Blut nachweisbar sind.

Serologie

Ein Teilgebiet der Immunologie, das sich mit Antigen-Antikörper-Reaktionen des Bluts beschäftigt.

Serosa, engl. serosa

äußere bindegewebige Hülle des Magen-Darm-Trakts; Teil des Peritoneums (Bauchfell)

serosal

den Blutgefäßen zugewandte Seite

Serotonerg

Beschreibt Neuronen oder Synapsen, die Serotonin bilden und freisetzen.

Serotonin (5-HT)

Ein Aminneurotransmitter, 5-Hydroxytryptamin.

Serotoninmangelhypothese

Die Vorstellung, dass Aggression invers mit serotonerger Aktivität korreliert ist.

Serotypen

Bezeichnung für bestimmte Bakterienstämme und andere Krankheitserreger, die sich aufgrund spezifischer Antikörper von anderen Stämmen derselben Spezies unterscheiden lassen.

Sertoli-Zellen, engl. Sertoli cells

Epithelzellen der Samenkanälchen, die einen Teil des Spermas produzieren

Serumkrankheit

Eine normalerweise von selbst endende immunologische Überempfindlichkeitsreaktion, die man ursprünglich als Reaktion auf die therapeutische Injektion von großen Mengen eines fremden Serums beobachtet hat (wird heute vor allem durch die Injektion von pharmakologischen Wirkstoffen wie Penicillin hervorgerufen). Ursache ist die Bildung von → Immunkomplexen aus den injizierten Antigenen und den gegen diese gebildeten Antikörper, die im Gewebe, vor allem in den Nieren, abgelagert werden.

sessil (von lat. sedere für „sitzen“), engl. sessile

festsitzend; Eigenschaft von am Substrat anhaftenden Tieren, die sich nicht fortbewegen können oder dies die meiste Zeit nicht tun (Gegensatz zu → motil)

Sexpilus, engl. sex pilus

eine dünne Verbindung zwischen zwei Bakterien, durch die während der Konjugation genetisches Material ausgetauscht wird

Sexualdimorphismus, engl. sexual dimorphism

(auch Geschlechtsdimorphismus) wenn sich Männchen und Weibchen einer Art in Größe, in Gestalt oder Färbung deutlich unterscheiden; durch → sexuelle Selektion bedingt

Sexualität, engl. sexuality

Geschlechtlichkeit; die Existenz unterschiedlicher Geschlechter (männlich und weiblich) zwecks genetischen Austauschs und die damit in Zusammenhang stehenden Aktionen

sexuelle Fortpflanzung, engl. sexual repoduction

geschlechtliche (oder generative) Fortpflanzung, bei der eine Vereinigung der Gameten zweier Eltern erfolgt. Hierbei kommt es zu einer Rekombination des genetischen Materials. (Gegensatz zu → asexuelle Fortpflanzung, → vegetative Vermehrung)

sexuelle Reproduktion

"Es werden haploide, männliche und weibliche Gameten gebildet, deren Vereinigung zur diploiden Zygote (Einzellstadium; > G) führt, aus der ein neuer Organismus entsteht."

sexuelle Selektion (geschlechtliche Zuchtwahl), engl. sexual selection

Auslese bestimmter Merkmale durch Individuen des anderen Geschlechts; auch die Begünstigung bestimmter Merkmale bei einem Geschlecht, wenn Vertreter dieses Geschlechts miteinander um Partner des anderen Geschlechts konkurrieren, zum Beispiel Prachtkleider balzender Vögel oder Geweihbildungen bei Hirschen (vgl. → Sexualdimorphismus)

SH2-Domäne (Src-Homologiedomäne 2)

→ Src-Familie der Tyrosinkinasen

Shannon-Index, engl. Shannon index

mathematische Größe zur Beschreibung der Diversität, die sowohl den Artenreichtum als auch die Individuendichte (Äquität) der Arten mit einbezieht

SHIP (SH2-containing inositol phosphatase)

Inositolphosphatase, die eine SH2-Domäne enthält und die von PIP3 eine Phosphatgruppe entfernt, sodass PIP2 entsteht.

SHP (SH2-containing phosphatase)

Proteinphosphatase, die eine SH2-Domäne enthält.

Sichelzellanämie

Diese Veränderung des menschlichen Hämoglobinmoleküls hat ihre Ursache im Austausch einer Base im sechsten Triplett der ?-Untereinheit des Hämoglobins. Das Hämoglobin besteht jeweils aus zwei großen, identischen Aminosäureketten (?-Ketten) und zwei kleinen Ketten (?-Ketten).

Sichelzellanämie

Genetisch bedingte Veränderung des Hämoglobins in roten Blutzellen (Erythrozyten). Diese führt bei Sauerstoffmangel zur typischen Sichelform der Erythrozyten. Bei homozygoten Trägern des Sichelzellgen treten erhebliche körperliche Probleme auf, während heterozygote Personen vor Malaria einen gewissen Schutz erfahren.

Siebröhre

"Element des Phloems der Angiospermen; großlumig; dient dem vertikalen Assimilattransport; entsteht durch inäquale Zellteilung zusammen mit ihrer die Energie für Transportmechanismen liefernden Geleitzelle aus parenchymatischen Mutterzellen. > Siebzelle"

Siebröhren, engl. sieve tubes

im Phloem befindliche Säulen aus speziellen Zellen, die darauf spezialisiert sind, organisches Material vom Syntheseort ( → Quelle, z.B. photosynthetisierende Blätter) zum Verbrauchsort ( → Senke, z. B. Wurzeln) zu transportieren; kennzeichnend für Angiospermen

Siebröhrenglieder, engl. sieve tube elements

einzelne Zellen einer Siebröhre bei Angiospermen, die zwar Cytoplasma, aber nur wenige Organellen enthalten; stehen durch die siebartig durchbrochenen Querwände (Siebplatten) mit den benachbarten Zellen in Verbindung

Siebzelle

"Element des Phloems der Gymnospermen; englumig; dient dem vertikalen Assimilattransport; assoziiert mit proteinreichen Parenchymzellen (Strasburger-Zellen), welche wahrscheinlich die Energie für die Transportmechanismen liefern. > Siebröhre, > Geleitzelle"

Sigma-Faktor, engl. sigma factor

ein Protein von Prokaryoten, das an RNA-Polymerase bindet; ermöglicht dem Komplex dadurch, an eine bestimmte Klasse von Genen zu binden und deren Transkription auszulösen (z. B. die an der Sporulation beteiligten Gene)

Signalerkennungspartikel (SRP), engl. signal recognition particle

Komplex aus RNA und Protein, der sowohl die Signalsequenz auf einem wachsenden Polypeptid erkennt als auch das Rezeptorprotein auf der Oberfläche des endoplasmatischen Reticulums

Signalgerüst

Eine Konfiguration aus Proteinen und Modifikationen, etwa durch Phosphorylierung oder Ubiquitinierung, die eine Signalübertragung ermöglicht, indem verschiedene Enzyme und ihre Substrate daran binden.

Signalmechanismen, engl. signaling mechanisms

die Mechanismen zur Übertragung von Informationen zwischen Zellen, Organen oder Organismen

Signalpeptid

Die kurze aminoterminale Peptidsequenz, die dafür sorgt, dass neu synthetisierte Proteine in den sekretorischen Weg eintreten.

Signalsequenz (Signalpeptid), engl. signal sequence

Sequenzabschnitt eines Proteins, der es zu einem bestimmten Organell dirigiert oder durch eine bestimmte Membran lenkt

Signalsequenz oder Signalpeptid (signal sequence, signal peptide)

Aminosäuresequenz eines Proteins, die angibt, zu welchem Ort das Protein während oder nach seiner Synthese transportiert werden soll.

Signaltransduktion (signal transduction)

Umwandlung eines Signaltyps in einen anderen. In Zellen meist durch Rezeptoren, Proteine und sekundäre Botenstoffe.

Signaltransduktionsweg (Signalübertragungsweg), engl. signal transduction pathway

Reihe biochemischer Schritte, wobei ein auf die Zelle treffender und dort erkannter Reiz (z.B. ein Hormon oder ein Neurotransmitter, die an einen Rezeptor binden) zu einer Reaktion der Zelle führt

Signaltransduktoren und Aktivatoren der Transkription (STATs)

→ Januskinasen-Familie

Signalübertragungsweg

→ Signaltransduktionsweg

Signalverknüpfungssequenz

Nichtcodierende Verknüpfungsstelle, die während der V(D)J-Rekombination durch die Rekombination von RSS-Sequenzen in der DNA entsteht (→ codierende Verknüpfungssequenz).

Signifikanzniveau

Jeder statistische Test birgt das Risiko, Entscheidungsfehler zu machen. Das Signifikanzniveau, auch Fehler 1. Art oder ?-Risiko, wird in der Versuchsplanung festgelegt und beschreibt die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Ablehnung der Nullhypothese akzeptiert wird, obwohl diese in der Realität wahr ist. Der p-Wert (> Überschreitungswahrscheinlichkeit) wird mit dem Signifikanzniveau ? (> G) verglichen und entscheidet über die Annahme (p ? ?) oder Ablehnung (p

Signifikanzniveau, engl. significance level

ein bestimmter Schwellenwert für einen Fehler 1. Art (das irrtümliche Verwerfen einer eigentlich richtigen Nullhypothese) in einem statistischen Test; wird im Voraus vom Anwender festgelegt

Silencer

Quelle: Genetik

(engl. silence, abdämpfen, zum Schweigen bringen) DNASequenzen, die über große Distanzen und orientierungsunabhängig die Genexpression hemmen können. Gegensatz: Enhancer.

Silencer, engl. silencer

eine Gensequenz, an die Transkriptionsfaktoren binden, welche die Transkription unterdrücken (Gegensatz zu → Promotor)

SINE-Element

Quelle: Genetik

"(engl. short interspersed nuclear element, kurzes verstreutes Kernelement) Klasse von DNA-Wiederholungssequenzen, die häufig auch die Möglichkeit zur Transposition besitzen; Alu-Element (7 Abschn. 9.2.3)."

Single-nucleotide-Polymorphismus

Abkürzung von „single nucleotide polymorphism“. Homologe Chromosomen tragen an einer bestimmten Basenposition unterschiedliche Erbinformationen (Nukleotide). Genügen die Häufigkeiten der Basen unserer Definition eines Polymorphismus (> G), dann sprechen wir von SNP (im Deutschen Snip ausgesprochen).

Sink

→ Senke

Sinnesorgane, engl. sensory organs

Strukturen, die innere oder äußere Reize einer bestimmten Qualität in elektrische Signale umwandeln, die das Nervensystem verarbeiten kann

Sinnessystem, engl. sensory system

System aus Organen und Geweben zur Wahrnehmung von Reizen; besteht aus Sinneszellen, den damit assoziierten Strukturen und den neuronalen Netzwerken zur Verarbeitung der Informationen

Sinneszelle, engl. sensory receptor cell

Zelle, die für bestimmte chemische oder physikalische Reize empfänglich ist und mit einer Meldung an das Gehirn reagiert

Sinus (Lakune) (von lat. sinus für „Kurve“, „Höhlung“), engl. lacuna

Hohlraum in einem Knochen, Lücke in einem Gewebe oder Erweiterung eines Blutgefäßes

Sinus venosus, engl. sinus venosus

die erste Kammer des Herzen von Fischen, die in das Atrium mündet

Sinusknoten (Sinoatrialknoten), engl. sinoatrial node

Taktgeber im Herz der Säugetiere

Sipuleucel-T (Provenge®)

Immuntherapie auf zellulärer Basis für die Behandlung von Prostatakrebs, bei der die prostataspezifische saure Phosphatase als Tumorabstoßungsantigen dient, das von den dendritischen Zellen präsentiert wird, die man von den Monocyten des Patienten abgeleitet hat.

siRNAs, engl. small interfering RNAs

kurze, doppelsträngige RNA-Moleküle, die bei der RNA-Interferenz eine Rolle spielen

Sirolimus

→ Rapamycin

Situation

Eine Situation ist die Gesamtheit der aktuellen Eigenschaften der Umgebung, der eine Person unterworfen ist und die psychologisch wirksam sein können.

Sitzende Verhaltensweisen

Verhaltensweisen, bei denen eine wache Person liegt oder sitzt und sich nur geringfügig energetisch beansprucht (1 bis ? 1,5 METs). Hierzu gehören Verhaltensweisen wie Fernsehen, Computerspielen, Autofahren, Lesen oder die Arbeit am Computer.

Sjögren-Syndrom

Autoimmunkrankheit, bei der exokrine Drüsen, insbesondere die Tränendrüsen des Auges und die Speicheldrüsen im Mund, vom Immunsystem geschädigt werden. Dadurch kommt es zu Trockenheit in den Augen und im Mund.

Skelettmuskel

Ein quergestreifter Muskel, der unter willkürlicher Kontrolle steht und die Knochen um die Gelenke bewegt; leitet sich von mesodermalen Ursegmenten ab.

Skelettmuskulatur, engl. skeletal muscle

auch als quergestreifte Muskulatur bezeichnet; Muskeltyp aus vielkernigen Syncytien mit streng angeordneten Gruppierungen von Actin- und Myosinmikrofilamenten (Gegensatz zu → Herzmuskel, → glatte Muskulatur)

Skelettsystem, engl. skeletal system

Stützstruktur des Körpers; dient als Ansatzstelle der Muskulatur und bildet dadurch den passiven Teil des Bewegungsapparats, den die Muskeln aktiv und gerichtet bewegen (vgl. → Endoskelett, → Exoskelett)

Skint-1

Protein aus der Transmembranimmunglobulin-Superfamilie, das von Stromazellen im Thymus und Keratinocyten exprimiert wird und für die Entwicklung der epidermalen dendritischen T-Zellen (eine Form der γ:δ-T-Zellen) erforderlich ist.

Sklera

Siehe Lederhaut.

Sklereiden (von griech. skleros für „hart“), engl. sclereids

Steinzellen; isometrische oder palisadenförmige, harte Sklerenchymzellen, die gewöhnlich in Nussschalen vorkommen

Sklerenchym

"abgestorbenes Festigungsgewebe; besteht aus Zellen, deren Sekundärwand verdickt ist und in die Lignin eingelagert sein kann, besteht; tritt als Faserzellen, als isodiametrische Zellen und in Form von Tracheen und Tracheiden auf. > Faserzellen, > Steinzelle"

Sklerenchym (von griech. skleros für „hart“ und kymus für „Saft“), engl. sclerenchyma

Festigungsgewebe aus meist abgestorbenen Zellen mit sekundär stark verdickten Zellwänden. Die beiden im Sklerenchym vorkommenden Zelltypen sind Sklerenchymfasern und → Sklereiden.

SLAM (signalübertragende Lymphocytenaktivierungsmoleküle) (signaling lymphocyte activation molecules)

Familie verwandter Zelloberflächenrezeptoren, die für die Adhäsion zwischen den Lymphocyten verantwortlich sind, beispielsweise SLAM, 2B4, CD84, Ly106, Ly9 und CRACC.

Sliding Clamp (gleitende DNA-Klammer), engl. sliding DNA clamp

Ringklemmenprotein; Proteinkomplex, der während der Replikation die Polymerase an die DNA bindet

Slow-twitch-Fasern (ST-Fasern), engl. slow-twitch fibers

auch als oxidative oder rote Muskelfasern bezeichnet; Skelettmuskelfasern, die darauf spezialisiert sind, nachhaltig aerobe Arbeit zu leisten; enthalten Myoglobin und zahlreiche Mitochondrien und sind gut mit Blutgefäßen versorgt (vgl. → Fast-twitch-Fasern)

SLP-65

Gerüstprotein der B-Zellen, das Proteine rekrutiert, die am intrazellulären Signalweg des Antigenrezeptors beteiligt sind; wird auch mit BLNK bezeichnet.

SLP-76

Gerüstprotein, das zum Antigenrezeptorsignalweg der Lymphocyten gehört.

SMA

Siehe supplementär motorisches Areal.

SMAC

→ supramolekularer Aktivierungskomplex

SNP

Abkürzung von „single nucleotide polymorphism“. Homologe Chromosomen tragen an einer bestimmten Basenposition unterschiedliche Erbinformationen (> Nukleotide). Genügen die Häufigkeiten der Basen unserer Definition eines Polymorphismus (> polymorph), dann sprechen wir von SNP (im Deutschen Snip ausgesprochen).

SNP

Abkürzung von „single nucleotide polymorphism“. Einzelbasenaustausche, bei denen die alternativen Zustände mit mehr als einem Prozent Häufigkeit in der Population gefunden werden. Finden wir zum Beispiel in einem Genom eine Basenposition, die entweder mit der Base A oder C besetzt ist, dann muss eine Position mindestens mit einem Prozent in der betreffenden Population vorhanden sein.

SNPs

→ Einzelnucleotidpolymorphismus

snRNPs, engl. small nuclear ribonucleoprotein particles

Komplexe aus einem Enzym und kleinen nucleären RNA-Molekülen, die beim RNA-Spleißen eine Rolle spielen

Solanum tuberosum – Kartoffel

Solanaceae

Sollwert, engl. set point

der Schwellenwert der Sensitivität für einen Feedback-Reiz in einem regulatorischen System

Solute, engl. solutes

gelöste Stoffe. Substanzen, die in einer Flüssigkeit (dem Lösungsmittel) gelöst sind und eine Lösung bilden

Solvent Drag

→ Massentransport

Soma

Quelle: Genetik

Alle Zellen eines Organismus, ausgenommen Zellen der Keimbahn.

Soma

Der zentrale Bereich eines Neurons, der den Zellkern enthält; auch als Zellkörper oder Perikaryon bezeichnet.

Soma

→ Zellkörper

somatische Diversifikation, Theorien

Allgemeine Hypothesen, die besagten, dass sich das Immunglobulinrepertoire aus einer geringen Anzahl von V-Genen bildet, deren Diversifikation in den somatischen Zellern erfolgt (→ Keimbahntheorie).

somatische DNA-Rekombination

DNA-Rekombination in somatischen Zellen (die sich von der Rekombination während der Meiose bei der Gametenbildung unterscheidet).

somatische Gentherapie

Einschleusen von funktionellen Genen in somatische Zellen, um eine Krankheit zu behandeln.

somatische Gentherapie, engl. somatic cell gene therapy

Veränderung der Genomsequenz in somatischen Zellen des Menschen zu medizinischen Zwecken (Gegensatz zu → Keimbahntherapie)

somatische Hypermutation

Mutationen in den umgelagerten Immunglobulingenen in der DNA für die V-Region. Dadurch wird eine Vielzahl verschiedener Antikörper gebildet, von denen einige das Antigen mit erhöhter Affinität binden. Auf diese Weise kann die Affinität der Antikörperreaktion zunehmen. Diese Mutationen betreffen nur somatische Zellen und werden nicht über die Keimbahn weitervererbt.

somatische Mutation, engl. somatic mutation

dauerhafte genetische Veränderung in einer somatischen Zelle (im Gegensatz zu einer Keimzelle, also Eizelle oder Spermium); betrifft nur das jeweilige Individuum und wird nicht an die Nachkommen vererbt (Gegensatz zu → Keimbahnmutation)

somatische Zellen (von griech. soma für „Körper“), engl. somatic cells

sämtliche Zellen des Körpers, die nicht an der sexuellen Fortpflanzung beteiligt sind (Gegensatz zu → Keimzellen)

Somatosensorische Wahrnehmung

Der Sinn für Berührung, Temperatur, Propriozeption und Schmerz.

somatosensorischer Cortex, engl. somatosensoric cortex

Region des Parietallappens (Scheitellappens), die über Mechanorezeptoren Berührungs- und Druckinformationen von der gesamten Körperoberfläche erhält

Somatostatin, engl. somatostatin, growth hormone inhibiting hormone (GHIH)

ein im Hypothalamus produziertes Peptidhormon, das die Aktivität der Zellen im Hypophysenvorderlappen hemmt, welche das Wachstumshormon (Somatotropin) sezernieren

Somatotopie

Die topografische Organisation von somatosensorischen Bahnen, bei der benachbarte Zellen der Haut Informationen auf benachbarte Zellen in der Zielstruktur übertragen.

Somatotropin

→ Wachstumshormon

Somiten, engl. somites

Ursegmente bei Wirbeltieren, in die der Embryo während der Embryonalentwicklung der Länge nach unterteilt wird und die beim erwachsenen Tier in der Segmentierung der Wirbelsäule, der Rippen und der dazugehörigen Muskulatur deutlich werden

Sonde

→ DNA-Sonde

Sophomore Slump

Sophomore Slump bezeichnet die Beobachtung, dass Athleten und Athletinnen, die ein besonders gutes Jahr oder eine besonders gute Saison hatten, sich im folgenden Jahr zu verschlechtern scheinen. Diese Verschlechterung muss keine systematische Ursache haben, sondern kann eine zufällige Schwankung darstellen.

Soredien (Singular: Soredium), engl. soredia

Vermehrungseinheiten von Flechten, bestehend aus einer oder wenigen photosynthetisch aktiven Zellen; verbunden durch Pilzhyphen

Sorus (Plural: Sori), engl. sorus

sporenbildende Struktur an der Unterseite von Farnwedeln

Source

→ Quelle

Southern Blotting

Eine genetische Technik, die elektrophoretisch aufgetrennte DNA-Fragmente von einem Gel auf eine Trägerfolie überträgt, um die einzelnen Fragmente oder das Gesamtbild der Fragmente (> Multilocus-Fingerprint) zu analysieren.

Sozialdarwinismus

Übertragung von Darwins Selektionstheorie auf das menschliche Sozialwesen – die Macht des Einzelnen oder einer Gruppe wird natürlicher Selektionskraft gleichgesetzt.

Soziale Identität

Soziale Identität ist der Teil des Selbstkonzepts eines Individuums, der vom kognitiven Wissen über seine Mitgliedschaft in einer sozialen Gruppe (oder auch Gruppen) entstammt, gepaart mit einem bestimmten Wert und einer emotionalen Bedeutung dieser Mitgliedschaft.

Soziale Interaktion

Soziale Interaktion bezeichnet die wechselseitige Einflussnahme sowie das aufeinander bezogene (interdependente) Handeln und Verhalten von mindestens zwei Akteuren.

Soziale Kompensation

Soziale Kompensation bezeichnet den Effekt, dass Personen in kollektiven Situationen ihre Anstrengung erhöhen, um die erwartete mangelnde Leistung der anderen Gruppenmitglieder auszugleichen.

Sozialer Einfluss

Sozialer Einfluss bezeichnet im Allgemeinen die „Veränderung von Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten bzw. Verhaltensweisen infolge der Tatsache, dass man mit den Einstellungen, Überzeugungen, Meinungen, Werten bzw. Verhaltensweisen anderer Menschen konfrontiert ist“ (Hewstone und Martin 2014, S. 270).

Soziales Faulenzen

Soziales Faulenzen bei einer Person beschreibt eine Reduktion ihrer Motivation und Anstrengung in einer kollektiven Situation im Vergleich zu einer koaktiven oder individuellen Situation.

Sozialkognitives Lernen

Sozialkognitives Lernen basiert auf der Beobachtung anderer Personen, die als Modelle dienen und deren Verhaltensmuster imitiert werden.

Spacer

→ 12/23-Regel

Spaltöffnung (Stoma)

von zwei Schließzellen gebildet, die zwischen sich einen in der Größe regulierbaren Spalt freilassen und so den Gasaustausch zwischen Blatt- (oder Spross-) gewebe und Umgebung ermöglichen. > Schließzelle

Spaltöffnungen

→ Stomata

Spaltungsregel, engl. law of segregation

die Auftrennung von Allelen oder homologen Chromosomen während derMeiose, sodass jede der aus der Meiose hervorgegangenen, haploiden Tochterkerne nur jeweils eines der beiden homologen Chromosomen der mütterlichen Zelle erhält, niemals beide. Dieses Prinzip wurde von Gregor Mendel als zweite Mendel-Regel formuliert. (erste Mendel-Regel → Uniformitätsregel, dritte Mendel-Regel → Unabhängigkeitsregel)

Spaltungsstimulationsfaktor (CstF) (cleavage stimulation factor)

Proteinkomplex aus mehreren Untereinheiten, der bei der Modifikation des 3?-Endes von Prä-mRNA vor dem Anhängen des Poly(A)-Schwanzes beteiligt ist.

Spannung

Siehe elektrisches Potenzial.

Spannung, engl. voltage

Maß für die Differenz der elektrischen Ladung zwischen zwei Punkten

Spannungsabhängiger Calciumkanal

Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für Ca2+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.

Spannungsabhängiger Kaliumkanal

Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für K+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.

Spannungsabhängiger Natriumkanal

Ein Membranprotein, das eine Pore ausbildet, die durchlässig für Na+ ist und über die Depolarisation der Membran reguliert wird.

spannungsgesteuerter Ionenkanal, engl. voltage-gated ion channel

Form eines gesteuerten Ionenkanals, der sich nur dann öffnet oder schließt, wenn an derMembran, in die er integriert ist, eine bestimmte Spannung herrscht

Spannungsklemme

Ein Gerät, das es ermöglicht, das Membranpotenzial konstant zu halten und gleichzeitig den Strom über eine Membran zu messen.

Spannweite, engl. range

Streuungsmaß in der Statistik, berechnet als die Distanz zwischen dem größten und dem kleinsten beobachteten Wert für eine Variable in einer Probe

Sparsamkeitsprinzip

→ Parsimonie-Prinzip

späte Pro-B-Zelle

Stadium der B-Zell-Entwicklung, in dem es zur Verknüpfung zwischen VH und DJH kommt.

Spätholz

> Jahresring

Spättyp, engl. delayed hypersensitivity

allergische Reaktion, bei der ein T-Zell-Klon, der aus der Bindung an eine antigenpräsentierende Zelle resultiert, über einen Zeitraum von Stunden bis Tagen Cytokine freisetzt; wirkt sich in Form von Entzündungen und Ausschlägen aus (Gegensatz zu → Frühtyp)

Spemann-Organisator (primärer Organisator), engl. Spemann organizer

Region bei einem sich entwickelnden Amphibienembryo, welche die frühe Embryonalentwicklung steuert. Im frühen Gastrulastadium bei Amphibien fungiert die dorsale Urmundlippe als Organisator.

Sperma, engl. sperm

Ejakulat, Samen; dickflüssige, weißliche Flüssigkeit, die von männlichen Tieren ejakuliert wird und die Spermien enthält

Spermatiden, engl. spermatids

bei der zweiten meiotischen Teilung von Spermatocyten I (erster Ordnung) entstehen jeweils vier haploide Spermatiden, die durch Cytoplasmabrücken miteinander verbunden bleiben

Spermatocyten

Quelle: Genetik

"Männliche Keimzelle. Primäre Spermatocyten: männliche Keimzellen nach Abschluss der mitotischen Teilung; sekundäre Spermatocyten: männliche Keimzellen nach der meiotischen Teilung, aus der sich die reifen männlichen Keimzellen entwickeln (7 Abschn. 12.6.5)."

Spermatocyten (von griech. sperma für „Samen“), engl. spermatocytes

die meiotischen Vorläuferzellen (Spermatocyten I, Spermatocyten II), aus denen die Spermatiden hervorgehen

Spermatocyten I, engl. primary spermatocytes

Spermatocyten I. Ordnung; die diploiden Abkömmlinge von Spermatogonien; durchlaufen die erste meiotische Teilung und werden dadurch zu Spermatocyten II (zweiter Ordnung)

Spermatocyten II, engl. secondary spermatocytes

Spermatocyten II. Ordnung; Produkte der ersten meiotischen Teilung von Spermatocyten I

Spermatogenese, engl. spermatogenesis

die Gametogenese im männlichen Geschlecht, bei der die Spermatiden gebildet werden

Spermatogonien, engl. spermatogonia

bei Tieren undifferenzierte Keimzellen, aus denen die Spermatocyten I und infolgedessen die Spermien hervorgehen

Spermien (Singular: Spermium), engl. sperm cells

die männlichen Gameten (Keimzellen)

Spermiogenese, engl. spermiogenesis

Vorgang, bei dem aus Spermatiden reife, begeißelte Spermien gebildet werden

Spezialist

Individuen von Arten, die sich an eine sehr spezielle Umwelt (z. B. Nahrung, Klima) angepasst haben.

Speziation (Artbildung), engl. speciation

Vorgang, bei dem sich eine Population in zwei Populationen aufspaltet, zwischen denen kein Genfluss mehr stattfindet (vgl. → Evolution)

Spezies (von lat. species für „Art“), engl. species

Art; Grundeinheit in der Taxonomie. Eine Art besteht aus einer oder mehreren Populationen evolutionär eng verwandter, ähnlicher Individuen, die von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen. Die enger definierte „biologische Art“ besteht aus Individuen, die sich erfolgreich untereinander fortpflanzen können, nicht jedoch mit Mitgliedern anderer Arten.

spezifische Immunabwehr (adaptive immune system)

Gezielt auf bestimmte Pathogene gerichtetes Abwehrsystem. Die Anpassung an den Erreger dauert einige Tage, weshalb die spezifische Immunreaktion bei der ersten Infektion verzögert einsetzt. Bei Folgeinfektionen mit dem gleichen Erreger startet die Immunantwort schneller, da ein im munologisches Gedächtnis dessen Merkmale gespeichert hat.

Spezifische Sprachentwicklungsstörung

Verzögerter Spracherwerb ohne Hördefizite oder allgemeine Entwicklungsverzögerungen.

spezifische Wärme, engl. specific heat

die Menge an Energie, die eine Substanz aufnehmen muss, um ihre Temperatur um 1 °C zu erhöhen. Definitionsgemäß wird Wasser die spezifische Wärme von 1 zugeteilt.

Sphingolipide

Gruppe von Membranlipiden, die Sphingosin (2-Amino-4-oktadecen-1,3-diol) enthalten, einen Aminoalkohol mit einer einfach ungesättigten Kette aus 18 Kohlenstoffatomen.

Sphingosin-1-phosphat (S1P)

Phospholipid mit chemotaktischer Aktivität, das den Austritt von T-Zellen aus den Lymphknoten kontrolliert.

Sphingosin-1-phosphat-Rezeptor (S1P-Rezeptor)

Ein G-Protein-gekoppelter Rezeptor, der von Sphingosin-1-phosphat aktiviert wird. Dies ist ein Lipidmediator im Blut, der verschiedene physiologische Prozesse reguliert, etwa die Wanderung von naiven Lymphocyten aus den Geweben in das Blut.

Sphinkter (von griech. sphinkter für „etwas, das fest zusammenhält“), engl. sphincter

Ringmuskel; Muskelring, der eine Öffnung verschließen kann, zum Beispiel den After

Spiculae (Singular: Spiculum; lat. für „Pfeilspitzen“), engl. spicules

harte, verkalkte Skelettelemente, wie sie für Schwämme typisch sind

Spiegelneuron

Nervenzelle der Großhirnrinde, die feuert, wenn ein Tier eine motorische Bewegung ausführt oder auch nur beobachtet, wie ein anderes Tier diese Bewegung ausführt.

Spinalganglion (Ganglion spinale)

Eine Ansammlung von Zellkörpern sensorischer Neuronen, die Teil des somatischen peripheren Nervensystems sind. Für jeden Spinalnerv gibt es ein Spinalganglion.

Spinalkanal

Der mit Liquor gefüllte Raum im Rückenmark.

Spinalnerv

Ein Nerv, der mit dem Rückenmark verbunden ist und den Körper innerviert.

Spinalreflex, engl. spinal reflex

Rückenmarksreflex; unwillkürliche Reizantwort, bei der im Rückenmark ohne Beteiligung des Gehirns afferente in efferente Information umgewandelt wird

Spindel

Quelle: Genetik

Cytoplasmatische Fasern, die während der Zellteilung gebildet werden und an der Trennung der Chromatiden in der Anaphase und ihrer Bewegung an die gegenüberliegenden Pole beteiligt sind.

Spindelapparat, engl. spindle apparatus

während der Mitose einer sich teilenden Zelle von den beiden Zellpolen ausgehende Anordnung von Mikrotubuli, die bei der Verteilung der Chromosomen im Rahmen der Kernteilung eine Rolle spielen

Spinothalamische Bahn (Tractus spinothalamicus)

Eine aufsteigende somatosensorische Bahn, die vom Rückenmark zum Thalamus zieht; vermittelt Informationen über Schmerz und Temperatur.

Spiralfurchung, engl. spiral cleavage

Form der holoblastischen Furchung, bei der die Teilungsebenen in schrägem Winkel zur animal-vegetativen Achse stehen

Spirillen, engl. spirilla

verschiedene spiralförmige Bakterien

Spirogyra sp.

Zygnematophyceae, Streptophyta

Spleißen

→ RNA-Spleißen

Spleißen

Quelle: Genetik

(engl. splice, verbinden, zusammenfügen) Bei der Reifung der mRNA werden in Eukaryoten die Introns herausgeschnitten und die Exons entsprechend direkt miteinander verbunden (7 Abschn. 3.3.5).

Spleißosom

katalysiert als Protein-mRNA-Komplex die Reifung der mRNA

Spleißosom, engl. spliceosome

RNA-Protein-Komplex, der das → RNA-Spleißen durchführt

Splicing

Ein Prozess, der nach dem Umschreiben (> Transkription) der DNA in die Boten-RNA (> G) stattfindet. Zuerst wird ein Gen vollständig mit allen seinen Exons und Introns umgeschrieben, anschließend werden die Introns herausgeschnitten und die Exons wieder zusammengefügt. Im Fall, dass die Exons eines Gens in unterschiedlicher Weise zusammengefügt werden und dies auch zu funktionellen Produkten führt, sprechen wir vom alternativen Splicing.

Splintholz

wasserleitender Teil des Holzes, der eine geringere mechanische Stabilität als Kernholz besitzt. > Holz, > Kernholz

Spondylitis ankylosans

Entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule, die zur Verschmelzung von Wirbeln führt; starke Kopplung an HLA-B27.

spongiöser Knochen (Substantia spongiosa), engl. cancellous bone

Knochentyp mit zahlreichen inneren Hohlräumen; verleiht dem Knochen ein schwammartiges Aussehen, aber dennoch Stabilität (Gegensatz zu → kompakter Knochen)

spontane Reaktion, engl. spontaneous reaction

chemische Reaktion, die ohne äußeren Einfluss von selbst abläuft; muss nicht schnell ablaufen

spontaneMutation, engl. spontaneous mutation

genetische Veränderung, die durch zelluläre Mechanismen ohne Einfluss von außen entstehen, zum Beispiel durch Fehler bei der DNA-Replikation (Gegensatz zu → induzierte Mutation)

Spontanzeugung, engl. spontaneous generation

auch als Urzeugung bezeichnet; die Vorstellung, dass unter normalen heutigen Bedingungen aus abiotischer Materie lebende Organismen entstehen können

Sporangien (Singular: Sporangium; von griech. spora für „Samen“ und aggeion für „Gefäß“), engl. sporangia

Sporenbehälter; die bei Pflanzen und Pilzen vorkommenden spezialisierten Strukturen, in denen ein oder mehrere Sporen gebildet werden

Sporangiophor, engl. sporangiophore

Sporangienträger; ein in der Regel aufrecht stehendes Fortpflanzungsorgan der Hyphen von Jochpilzen, das an seinem Ende einen oder mehrere Sporenbehälter trägt

Spore

Einzelliges oder nur aus wenigen Zellen bestehendes Entwicklungsstadium, mit dem ein Organismus ungünstige Umweltbedingungen überstehen kann. Sporenbildung kann auch zur Verbreitung und Vermehrung einer Art dienen. Jede Kombination dieser Eigenschaften kann beobachtet werden.

Spore

eine in der Regel einzellige Fortpflanzungseinheit, aus der sich ohne Einschaltung sexueller Prozesse ein neues Individuum entwickelt. > Gamet

Sporen, engl. spores

(1) ungeschlechtliche Fortpflanzungszellen, die sich ohne Verschmelzung mit einer anderen Keimzelle zu einem mehrzelligen Organismus entwickeln können; bei Pflanzen entwickeln sich haploide Sporen zu Gametophyten, diploide Sporen zu Sporophyten; (2) bei Prokaryoten eine Überdauerungszelle, die ungünstige Zeiten überleben kann

Sporenmutterzellen

→ Sporocyten

Sporocyten, engl. sporocytes

Sporenmutterzellen; spezialisierte Zellen des diploiden Sporophyten, die durch meiotische Teilung vier haploide Sporen hervorbringen. Bei der Keimung entwickeln sich aus diesen Sporen die haploiden Gametophyten.

Sporophyt (von griech. spora für „Samen“ und phyton für „Pflanze“), engl. sporophyte

die diploide, sporenbildende Phase bei Landpflanzen und Algen mit Generationswechsel (Gegensatz zu → Gametophyt)

Sporopollenin

komplexes, sehr widerstandsfähiges Heteropolymer, das Teil der Exine von Pollenkörnern ist und diese unter anderem von UV-Strahlung schützt. > Pollen

Sportaktivität (sport)

Historisch-kulturell definierte Unterkategorie körperlicher Aktivität, die mit Leistung, Wettbewerb, Rekord und dem Einhalten bestimmter Regeln assoziiert ist. Hierunter fällt insbesondere die Teilnahme an klassischen Sportangeboten wie Turnen, Leichtathletik, Tennis, Fußball, Volleyball oder Judo, die häufig mit hoher Intensität (?6 MET) ausgeübt werden.

Sportgruppen

"Sportgruppen sind aufgabenorientierte Kleingruppen (Face-to-face Kontakt) mit gemeinsamen Zielen (Motiven, Werten), die durch Aufgabenteilung (Rollenzuweisung) und Machtteilung (Statushierarchie) sowie aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen angestrebt werden. Zu diesen Verhaltensweisen zählen Normenkontrolle und Zielüberwachung. Somit ist ein Team ein flexibles, adaptives, überindividuelles System mit der Fähigkeit der Selbstregulation (Konfliktbewältigung; Janssen 1995, S. 242)."

Sportpsychologie

„Die Sportpsychologie ist eine empirische Wissenschaft, die die Bedingungen, Abläufe und Folgen der psychischen Regulation sportlicher Handlungen untersucht und daraus Möglichkeiten ihrer Beeinflussung ableitet“ (Nitsch 1978, S. 6).

Sporulation, engl. sporulation

die Bildung von Sporen oder Ruhestadien

Sprache

System zur Kommunikation von Informationen mittels Wörtern oder Zeichen, die nach grammatikalischen Regeln miteinander kombiniert werden.

Spracherwerb

Der Prozess des Erlernens einer Sprache.

Spross, engl. stem

das Organ von Pflanzen, an dem die Blätter und/oder Blüten inserieren; dient dem Stofftransport und der Verteilung der Stoffe zu den anderen Pflanzenorganen

Sprossachse

"neben Wurzel und Blättern organisatorische Grundeinheit der Kormophyten; erhebt die Blätter über das Substrat und ermöglicht so die Nutzung des Luftraums für die Photosynthese und die Bildung von Fortpflanzungseinheiten (Früchte, Samen). > Kormophyt"

Sprossapikalmeristem, engl. shoot apical meristem

undifferenziertes Gewebe (Scheitelmeristem) an der Sprossspitze von Pflanzen, aus dem die Zellen des Sprosses hervorgehen

Sprosssystem, engl. shoot system

oberirdischer Teil der Pflanze aus Spross, Blättern und Blüten; enthält die Transportwege für die Verteilung von Stoffen innerhalb der Pflanze

Sprossung

Asexuelle, vegetative Vermehrungsform, auch Sprossung genannt. Prokaryoten, Mitochondrien und Chloroplasten replizieren bzw. verdoppeln ihre Erbinformation und kapseln dann einen Teil der Zelle mit der Erbinformation ab. Pflanzen bilden Ableger, und einige Tierarten schnüren einen Teil ihrer Zellen ab, die sich dann wieder zu einem neuen unabhängigen Organismus entwickeln.

Spt5

Elongationsfaktor der Transkription, der beim Isotypwechsel der B-Zellen notwendig ist. Für seine Funktion assoziiert er mit der RNA-Polymerase, wodurch die aktivierungsinduzierte Cytidin-Desaminase AID zu ihren Zielstellen im Genom rekrutiert wird.

SR-A I, SR-A II

→ Scavenger-Rezeptoren

SSRI

Siehe selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer.

Stäbchen

Ein Photorezeptor in der Netzhaut, der Rhodopsin enthält und auf Detektion von Licht mit geringer Intensität spezialisiert ist. Siehe auch Zapfen.

Stäbchen, engl. rod cells

einer der beiden Typen von Photorezeptoren (Lichtsinneszellen) in der Netzhaut von Wirbeltieren; besonders lichtempfindlich, dienen dem Dämmerungssehen und dem Schwarz-Weiß-Sehen (Gegensatz zu → Zapfen)

stabilisierende Selektion, engl. stabilizing selection

Selektion gegen extreme Phänotypen in einer Generation, sodass der intermediäre Phänotyp bevorzugt wird (Gegensatz zu → gerichtete Selektion, → disruptive Selektion)

Stabilität, engl. stability

in der Ökologie dieWiderstandskraft einer Biozönose gegen eine → Störung (oder die Erholung davon)

Stamen

"Staubblatt; besteht aus Filament (Staubfaden) und Anthere (Staubbeutel); die Anthere setzt sich aus je zwei Pollensäcken, den Theken, zusammen, die durch das Konnektiv miteinander verbunden sind. > Androeceum"

Stamina (Singular: Stamen; von lat. stamen für „Faden“), engl. stamens

Staubblätter; pollenproduzierende, also männliche, Einheiten der Blüte; bestehen aus einem Stiel, dem Filament (Staubfaden) und der Anthere (Staubbeutel), welche die Pollen enthält

Stammbaum des Lebens, engl. tree of life

grafische Darstellung der Entwicklungsgeschichte sämtlicher Organismengruppen

Stammbaum, engl. phylogenetic tree

grafische Darstellung der Weitergabe eines bestimmten genetischen Merkmals innerhalb einer Familie oder Gruppe (vgl. → phylogenetischer Baum)

Stammhirn

→ Hirnstamm

Stammzelle (stem cell)

Nicht oder wenig differenzierte Körperzelle, aus der verschiedene Zelltypen hervorgehen können.

Stammzellen, engl. stem cells

undifferenzierte Zellen im Knochenmark von Tieren, die sich stark vermehren können und sowohl weitere Stammzellen als auch eine große Vielfalt an differenzierten Zellen hervorbringen (vgl. → embryonale Stammzellen)

Standardabweichung, engl. standard deviation

ein Maß für die Verteilung der beobachteten Werte in einer Stichprobe

Standardfehler des Mittelwerts, engl. standard error of the mean

ein Maß dafür, wie nahe der Mittelwert einer Stichprobe wahrscheinlich dem wahren Wert in der Population kommt; wird berechnet, indem man die Standardabweichung einer Stichprobe durch die Quadratwurzel der Stichprobengröße teilt

Standardmodell der Gedächtniskonsolidierung

Eine Erklärung für die Gedächtnisbildung, der zufolge die sensorische Information im Hippocampus verarbeitet und anschließend zur dauerhaften Speicherung in den Neocortex überführt wird.

Staphylokinase (SAK)

Protease der Staphylokokken, die an ihre bakteriellen Oberflächen gebundene Immunglobuline spaltet und dadurch die Komplementaktivierung verhindert.

Staphylokokken-Enterotoxine (SEs)

Von einigen Staphylokken freigesetzte Toxine, die Lebensmittelvergiftungen verursachen und darüber hinaus viele T-Zellen stimulieren, indem sie an MHC-Klasse-II-Moleküle und die Vβ-Domäne der T-Zell-Rezeptoren binden. Die Staphylokokken-Enterotoxine wirken also als Superantigene.

Staphylokokken-Komplementinhibitor (SCIN)

Protein der Staphylokokken, das die Aktivität der klassischen und der alternativen C3-Konvertase hemmt, sodass die Bakterien der Vernichtung durch das Komplementsystem entkommen können.

Staphylokokkenprotein A (Spa)

Protein der Staphylokokken, das die Bindung der Antikörper-Fc-Region an C1 blockiert und dadurch die Komplementaktivierung verhindert.

Stärke

"Polymer der Glucose; besteht aus zwei Komponenten: Amylose (α-1,4-Bindung der Glucosemoleküle, bilden ein schraubig gewundenes Makromolekül) und Amylopektin (α-1,4- und α-1,6-Bindungen, wodurch Verzweigungen möglich sind); Kohlenhydrate werden von Landpflanzen überwiegend in Form von Stärke gespeichert"

Stärke, engl. starch

Glucosepolymer; dient Pflanzen zur Energiespeicherung

Stärkescheide

bei Dikotyledonen innere Zellschicht der Rinde, die reich an Stärkekörnern ist und wahrscheinlich der Perzeption des Schwerkraftreizes dient. > Statocyten

Starling-Kräfte, engl. Starling’s forces

die zwei einander entgegengesetzten Kräfte, welche die Bewegungsrichtung des Wassers durch die Kapillarwand bestimmen: der Blutdruck, der Wasser und kleine Solute aus den Kapillaren presst, und der osmotische Druck, der Wasser zurück in die Kapillaren zieht

Startcodon, engl. start codon

das Triplett (AUG) auf der mRNA, das als Signal für den Beginn der Translation am Ribosom fungiert (vgl. → Stoppcodons)

States

States sind das momentane Erleben (Denken, Fühlen, Wollen) und Verhalten in einer gegebenen Situation.

Statine

Medikamentöse Inhibitoren der HMG-CoA-Reduktase zur Senkung des Cholesterinspiegels.

statische Lebenstafel, engl. static life table

eine Lebenstafel, in der das Überleben und die Fortpflanzung von Individuen verschiedenen Alters während eines bestimmten Zeitraums eingetragen sind

Statistik, engl. statistic

quantitative Erfassung und Analyse von Beobachtungsdaten

Statistische Maßzahl

Ein Wert, der aus einer Stichprobe berechnet wird und Rückschlüsse auf Zusammenhänge und Strukturen in der Gesamtheit zulässt, z. B. Mittelwerte oder Testgrößen.

Statocysten

→ Statolithen

Statocyten

Zellen der Kalyptra, die den Schwerkraftreiz, wahrscheinlich mithilfe von Stärkekörnern, perzipieren können. > Wurzel, > Wurzelhaube

Statolithen (Otolithen) (von griech. statos für „stehend“ und lithos für „Stein“), engl. statoliths

kleine Festkörper, die auf die Schwerkraft oder auf Bewegung reagieren und mechanisch die Haarsinneszellen der Statocysten (bläschenartige Gleichgewichtsorgane vieler Tiere) reizen; bei Wirbeltieren auch Otolithen genannt (bestehen dort aus Calcitkristallen)

STATs (signal transducers and activators of transcription)

Familie mit sieben Transkriptionsfaktoren (etwa STAT3, STAT6), die durch zahlreiche Rezeptoren für Cytokine und Wachstumsfaktoren aktiviert werden (→ Januskinasen-Familie).

Staubblatt

→ Stamina

Staubblatt

> Stamen

Staubfaden (Filament), engl. filament

der Teil der Staubblätter (Stamina) von Blütenpflanzen, der die Staubbeutel (Antheren) Trägt

Steigbügel

Ein Gehörknöchelchen im Mittelohr, das mit dem ovalen Fenster in Verbindung steht.

Steigbügel (Stapes), engl. stirrup

drittes der drei Gehörknöchelchen, welche die Bewegungen des Trommelfells auf das ovale Fenster des Innenohrs übertragen ( → Hammer, → Amboss) Stele (von griech. stele für „Säule“), stele der Zentralzylinder des Leitgewebes in einem Pflanzenspross

Steinfrucht

"Schließfrucht, bei der das Endokarp sklerenchymatisch ist und den „Stein“ bildet; Meso- und Exokarp sind parenchymatisch. > Frucht, > Fruchttyp"

Steinzelle

isodiametrische, lignifizierte, sklerenchymatische Zellen (Sklereiden), oft einzeln oder in Clustern in Parenchymen eingebettet. > Sklerenchym

Stempel

> Pistill

Stempel, engl. pistil

Struktur in der Blüte der Angiospermen, in der die Samenanlagen entstehen; kann aus einem einzelnen Karpell (Fruchtblatt) oder aus mehreren Karpellen bestehen, die zu einer einzigen Struktur verschmolzen sind; in der Regel untergliedert in Fruchtknoten (Ovar), Griffel (Stylus) und Narbe (Stigma)

stenohalin, engl. stenohaline

Eigenschaft eines nur an einen engen Salinitätsbereich der Umgebung angepassten Organismus (Gegensatz zu → euryhalin)

Stereocilium

Eine haarähnliche Cilie, die sich an der Spitze einer Haarzelle im Innenohr befindet.

sterile Verletzung

Schädigung von Gewebe durch Traumata, Sauerstoffmangel, metabolischen Stress oder eine Autoimmunreaktion. Wie bei einer Infektion treten auch hier viele Mechanismen des Immunsystems in Erscheinung.

sterilisierende Immunität

Immunantwort, die einen Krankheitserreger vollständig beseitigt.

Sternzelle

Ein Neuron, das durch eine radiale, sternförmige Verteilung der Dendriten gekennzeichnet ist.

Sterocilien, engl. stereocilia

fingerartige Auswüchse der Plasmamembran von Haarzellen, deren Krümmung die Schallwahrnehmung auslöst (vgl. → Haarzellen)

Steroide, engl. steroids

Vertreter einer Familie von Lipiden aus mehreren Ringsystemen mit gemeinsamen Kohlenstoffatomen. Das Steroid Cholesterol ist ein wichtiger Bestandteil von Membranen; andere Steroide fungieren als Hormone.

Steroidhormone, engl. steroid hormones

Steroide, die im Blut zirkulieren und auf Zellen mit entsprechenden Rezeptoren einwirken; Beispiele sind Testosteron und Östrogen

stetige Verteilung

Objekte lassen sich aufgrund ihrer Eigenschaft nicht eindeutig klassifizieren. Die Unterschiede zwischen allen Objekten sind fließend und eine Einteilung willkürlich. Werden die Objekte anhand ihrer Eigenschaften sortiert, ergibt sich eine stetige Verteilung (> quantitatives Merkmale wie Körpergewicht, Körpergröße).

Steuerung (gating)

Eine Eigenschaft vieler Ionenkanäle, die sich auf spezifische Signale, wie die Spannung über der Membran oder die Anwesenheit von Neurotransmittern, hin öffnen oder schließen.

Stichprobe, engl. sample

nach einem bestimmten Auswahlverfahren gebildete Teilmenge einer untersuchten Grundgesamtheit

Stichprobenfehler

Selbst die zufällige und sorgfältige Entnahme einer Stichprobe aus einer Grundgesamtheit kann manchmal dazu führen, dass die Stichprobe nicht ein repräsentatives Abbild der Grundgesamtheit ist. Da wir die Eigenschaften der Grundgesamtheit noch nicht kennen, behalten wir diese nichtrepräsentative Stichprobe bei und können dadurch zu falschen Schlussfolgerungen kommen.

Stickoxid (NO)

Ein Gas, das aus der Aminosäure Arginin entsteht und als interzellulärer Botenstoff dient.

Stickstofffixierer, engl. nitrogen fixers

Organismen, die in der Lage sind, molekularen (atmosphärischen) Stickstoff (N2) zu fixieren und in Ammoniak (NH3) umzuwandeln

Stickstofffixierung, engl. nitrogen fixation

Umwandlung von molekularem (atmosphärischem, gasförmigem) Stickstoff (N2) in eine reaktionsfähigere Form (Ammoniak), wodurch der Stickstoff für Lebewesen verwertbar wird. Dies wird von bestimmten stickstofffixierenden Bakterien (Stickstofffixierern) bewerkstelligt, die teils frei im Boden leben, zum Teil aber auch in den Wurzeln von Pflanzen (Wurzelknöllchenbakterien).

Stickstoffmonoxid

Reaktives molekulares Gas, das während einer Infektion von den Zellen – besonders von Makrophagen – produziert wird. Es ist toxisch für Bakterien und intrazelluläre Mikroorganismen.

Stickstoffmonoxid (NO), engl. nitric oxide

instabiles Molekül (Gas), das als sekundärer Botenstoff dient und das Entspannen der glatten Muskulatur bewirkt; im Nervensystem ein Neurotransmitter

Stickstoffmonoxid-Synthase

katalysiert die Stickstoffmonoxid-Bildung aus L-Arginin

sticky ends

→ kohäsive Enden

Stigma

1. Augenfleck: bei Grünalgen lokale Ansammlung von Carotinoiden, die zur Lokalisation der Richtung des einfallenden Lichtes dient und es der Zelle ermöglicht, sich zur Lichtquelle hin oder davon fort zu bewegen
2. Narbe: Teil des Pistills. > Pistill

Stigma (Plural: Stigmen; von griech. stigma für „Punkt“, „Fleck“, „Stich“), engl. stigma

Öffnung; (1) bei terrestrischen Arthropoden (Gliederfüßern) die Öffnungen des Tracheensystems nach außen; (2) bei Blütenpflanzen die → Narbe

stille Mutation, engl. silent mutation

auch als stumme Mutation bezeichnet; Veränderung in der Gensequenz, die sich nicht auf die Aminosäure im synthetisierten Protein auswirkt, weil sie in nichtcodierenden DNA-Abschnitten erfolgt oder weil (aufgrund des degenerierten genetischen Codes) das entsprechende Codon immer noch die gleiche Aminosäure codiert; der Austausch eines Nucleotids gegen ein anderes, wodurch aber die gleiche Aminosäure entsteht (z. B. UUA ↔ UUG, beide codieren Leucin) (Gegensatz zu → Frameshift-Mutation, → Missense-Mutation, → Nonsense-Mutation, → neutrale Mutation)

stille Substitution, engl. silent substitution

→ synonyme Substitution

STIM1

Transmembranprotein, das im endoplasmatischen Reticulum als Ca2+-Sensor fungiert. Wenn Ca2+ aus dem endoplasmatischen Reticulum entfernt wird, wird STIM1 aktiviert und induziert das Öffnen der CRAC-Kanäle in der Plasmamembran.

Stimmlippen

Paarige Gewebefalten innerhalb des Kehlkopfes, die zu Schwingungen fähig und für die Stimmbildung verantwortlich sind.

Stimmungen

Stimmungen werden von Emotionen vor allem dadurch unterschieden, dass Emotionen als Reaktionen auf spezifische Ereignisse gelten, die kurzlebig und intensiv sind. Stimmungen sind meist weniger intensiv und können über mehrere Stunden oder Tage andauern. Es existiert eine schwächere Beziehung zwischen Stimmungen und ihren auslösenden Ereignissen.

Stimulus

→ Reiz

STING (Stimulator von Interferongenen)

Dimerer Proteinkomplex im Cytoplasma, der an der ER-Membran verankert ist und bei der intrazellulären Erkennung von Infektionen eine Rolle spielt. STING wird von spezifischen zyklischen Dinucleotiden aktiviert und aktiviert dann die TBK1-Kinase, die wiederum IRF3 phosphoryliert, wodurch die Transkription der Typ-I-Interferon-Gene stimuliert wird.

Stirnlappen

Siehe Frontallappen.

Stoffwechsel

→ Metabolismus

Stoffwechselweg, engl. metabolic pathway

Abfolge enzymkatalysierter, chemischer Reaktionen, die so hintereinandergeschaltet sind, dass das Produkt der einen Reaktion das Substrat für die darauffolgende Reaktion bildet

Stolonen

→ Ausläufer

Stomakrypten, engl. stomatal crypts

Vertiefungen unterhalb der Blattoberfläche, in die die Spaltöffnungen (Stomata) zum Schutz vor der Austrocknung durch Luftströmungen eingesenkt sind

Stomata (Singular: Stoma; von griech. stoma für „Mund“, „Öffnung“), engl. stomata

Spaltöffnungen; kleine, dem Gasaustausch dienende Öffnungen in der Epidermis von Pflanzen; werden von zwei Schließzellen begrenzt, deren osmotischer Zustand die Größe der Spaltöffnung reguliert

Stoppcodons, engl. stop codons

die drei Codons auf der mRNA, die das Ende der Proteintranslation im Ribosom signalisieren: UAG, UGA, UAA (vgl. → Startcodon)

Störung, engl. disturbance

in der Ökologie ein abiotisches Ereignis, das einige Individuen einer Biozönose auf physikalische oder chemische Weise beeinträchtigt oder tötet und damit Gelegenheiten für andere Individuen schafft, zu wachsen und/oder sich fortzupflanzen (Gegensatz zu → Stress; vgl. → Hypothese der mittleren Störungsintensität)

Strabismus

Siehe Schielen.

Strasburger-Zelle

"Element des Phloems der Gymnospermen; plasmareiche Zelle, die ähnlich den Geleitzellen bei den Angiospermen die Transportvorgänge im Phloem, hier in den Siebzellen, unterstützt. > Siebzelle"

Stratigraphie, engl. stratigraphy

die Erforschung der geologischen Schichtung

Stratosphäre, engl. stratosphere

der über der → Troposphäre liegende Teil der Atmosphäre, der sich in einer Höhe von 10–17 km bis etwa 50km befindet.

Stratum (Plural: Strata; von lat. stratum für „Lage“, „Schicht“), engl. stratum

(1) Zellschicht; (2) Gesteinsschicht, die in einem begrenzten Zeitraum in der Vergangenheit abgelagert wurde

Streckungswachstum, engl. elongation growth

Längenwachstum von Spross oder Wurzel oder einer Pflanzenzelle in die Längsrichtung ohne Zellvermehrung

Streckungszone

Abschnitt der jungen Wurzel zwischen Apikalmeristem und Wurzelhaarzone. > Wurzel

Stress

Eine für einen Organismus nachteilige Umweltänderung, die physiologische, biochemische und verhaltensmäßige Reaktionen hervorruft. Eine oft verwandte Definition von Stress sind Bedingungen, die die Fitness merklich vermindern.

Stress, engl. stress

ein abiotischer Faktor, der sich einschränkend auf das Wachstum, die Fortpflanzung und/oder die Überlebenswahrscheinlichkeit mancher Individuen auswirkt (vgl. → Störung einer Biozönose)

stressinduzierte körpereigene Rezeptoren

dysregulated self

Stressprotein

Proteine, deren Expression durch Hitze oder andere Stressfaktoren induziert wird. Diese Proteine werden nach ihrer Molekülgröße in kiloDalton (kD) beschrieben. Eines dieser Proteine ist Hsp70, das zelluläre Funktionen wie das Neufalten denaturierter Proteine oder das Entsorgen von denaturierten Proteinen übernimmt.

Streudiagramm, engl. scatter plot

grafische Darstellung der beobachteten Werte für zwei Variablen in einem Koordinatensystem

Streuungsmaß, engl. measure of dispersion

Messgröße zur Quantifizierung der Streuung der Beobachtungen in einer Stichprobe

Stria vascularis

Spezialisiertes Endothel an der Außenwand des Ductus cochlearis, das für die Sezernierung der Endolymphe verantwortlich ist.

Striatum (Corpus striatum)

Ein Sammelbegriff für den Nucleus caudatus und das Putamen; beteiligt an der Initiation von willkürlichen Bewegungen des Körpers; spielt eine Rolle beim prozeduralen Gedächtnis.

Strigolactone, engl. strigolactones

von Pflanzenwurzeln produzierte Signalmoleküle, welche die Hyphen von Mykorrhizapilzen anziehen

Strobilus (Plural: Strobili), engl. strobilus

zapfenförmiger, ähriger Blütenstand (nach der Befruchtung als Samenstand bezeichnet) bei verschiedenen Pflanzengruppen (einschließlich Bärlappe, Schachtelhalme und Koniferen), welcher der Produktion undVerbreitung der Geschlechtszellen und Samen dient; im allgemeinen Sprachgebrauch „Zapfen“ genannt (vgl. → Megastrobilus, → Mikrostrobilus)

Stroma, engl. stroma

das Plasma der Plastiden, zum Beispiel von Chloroplasten oder Mitochondrien

Stromatolithen, engl. stromatolites

zusammengesetzte, flache oder gewölbte Strukturen, bestehend aus aufeinanderfolgenden Mineralschichten, die durch imWasser lebende → Cyanobakterien und andere Mikroorganismen gebildet wurden. Sehr alte Stromatolithen liefern den Beweis, dass es schon vor bis zu 3,5Mio. Jahren Organismen auf der Erde gab.

Stromazelle

Gewebezelle mit Stütz- und Ernährungsfunktion

Stromazellen

Nichtlymphatische Zellen in den zentralen und peripheren lymphatischen Geweben, die zellgebundene und lösliche Signale vermitteln, die für Entwicklung, Überleben und Wanderung der Lymphocyten notwendig sind.

Stromstärke

Gibt an, wie viele Ladungen pro Zeiteinheit transportiert werden, dargestellt durch das Symbol I und gemessen in Ampere (A).

Strudler, engl. whirler

Filtrierer, die ihren Wasserstrom selbst erzeugen, meist mit Cilien (vgl. → Filtrierer)

Struktur-Gen

Ein Gen, das für eine Aminosäurekette (> G) codiert.

Strukturgen, engl. structural gene

Gen, dessen Genprodukt (ein Protein oder nur eine RNA) keine spezielle Aufgabe bei der Genregulation hat, sondern z. B. ein Enzym bzw. Ribozym ist

Strukturisomere (Konstitutionsisomere), engl. structural isomeres

chemische Verbindungen mit gleicher Summenformel, aber unterschiedlicher Strukturformel (also anderen Bindungen zwischen den Atomen)

Strukturmotiv, engl. structural motif

dreidimensionales Strukturelement, das Bestandteil eines größeren Moleküls ist; vier weit verbreitete Motive bei DNA-bindenden Proteinen: Helix-Turn-Helix, Zinkfinger, Leucinzipper und Helix-Loop-Helix

Stützwurzeln, engl. prop roots

Adventivwurzeln einiger monokotyler Pflanzen, die zur Stabilisierung des Sprosses dienen

Stylus

→ Griffel

Stylus

"Griffel; Teil des Pistills. > Pistill"

Subduktion, engl. subduction

Vorgang der Plattentektonik, bei dem sich eine Platte der Erdkruste unter eine andere schiebt

Suberin

wasserabweisendes pflanzliches Biopolymer. > Cuticula, > Kork

Suberin, engl. suberin

wachsartiges Lipid, das als Zellwandsperre für Wasser und Lösungen im Caspary-Streifen der Endodermis fungiert. Suberin ist das wasserabweisende Element in den Wänden verkorkter Zellen

subkapsulärer Sinus (SCS)

Die Eintrittstelle eines Lymphgefäßes in einen Lymphknoten, die mit Phagocyten ausgekleidet ist, darunter auch subkapsuläre Makrophagen, die partikelförmige und opsonisierte Antigene einfangen, die aus den Geweben abgeleitet werden.

Subliminal

Subliminal meint die Darbietung von Reizen, die unterhalb der bewussten Wahrnehmungsgrenze liegen. Subliminal präsentierte Reize werden also (wenn überhaupt) unbewusst verarbeitet. Beispiele für subliminale Reize sind Reize mit einem zu schwachen Kontrast, zu kurzer Präsentationsdauer oder Maskierung.

submetazentrisches Chromosom

Ein Chromosom (> G) mit nur einem Arm, an dessen Ende das Zentromer (> G) liegt. Das Zentromer teilt ein submetazentrisches Chromosom in einen kurzen und langen Arm. Liegt das Zentromer mehr oder weniger in der Mitte des Chromosoms, haben wir ein metazentrisches Chromosom.

Submucosa, engl. submucosa

unmittelbar unter der Darmschleimhaut (Mucosa) liegende Bindegewebsschicht

Subplatte

Eine Schicht cortikaler Neuronen, die sich in der frühen Entwicklungsphase unter der cortikalen Platte befindet; wenn sich die cortikale Platte zu den sechs Schichten des Neocortex differenziert hat, verschwindet die Subplatte.

Substantia

Siehe Substanz.

Substantia gelatinosa

Ein dünner dorsal gelegener Teil des Hinterhorns des Rückenmarks, der Eingang von nichtmyelinisierten C-Fasern erhält; wichtig für die Übertragung von nozizeptiven Signalen.

Substantia nigra

Siehe schwarze Substanz.

Substanz (Substantia)

Eine Gruppe von verwandten Neuronen tief im Gehirn; in der Regel mit weniger scharf abgegrenzten Rändern als es die Ränder von Kernen sind.

Substrat, engl. substrate

(1) Reaktionspartner, an dem ein Enzym seine katalytische Wirkung entfaltet; (2) Untergrund, auf dem sich ein sessiler Organismus angeheftet hat; (3) nährstoffhaltiger Untergrund

Substratketten-Phosphorylierung

Teil des Energiestoffwechsels

Substratkettenphosphorylierung (substrate-level phosphorylation)

Die direkte Phosphorylierung von ADP oder GDP zu ATP oder GTP während einer Reaktion im Stoffwechsel.

Subthalamischer Kern (Nucleus subthalamicus)

Ein Teil der Basalganglien im basalen Vorderhirn; beteiligt an der Kontrolle der Motorik.

Sukkulenz, engl. succulence

der Besitz fleischiger, wasserspeichernder Blätter (Blattsukkulenz) oder Sprosse (Stammsukkulenz) als Anpassung von Pflanzen an trockene Lebensräume

Sukzession

→ ökologische Sukzession

Sulci (Singular: Sulcus; von lat. sulcus für „Furche“, „Rinne“), engl. sulci

die zwischen den Gyri (Hirnwülsten) liegenden Vertiefungen an der Oberfläche des aufgefalteten Großhirns bei Wirbeltieren (Gegensatz zu → Gyri)

Sulcus

Eine Rinne an der Oberfläche des Großhirns, die zwischen benachbarten Gyri verläuft. Plural: Sulci. Auch als Furche bezeichnet.

Sulcus centralis

Die Furche, die den Frontallappen und den Parietallappen der Großhirnrinde voneinander trennt.

sulfatierte Sialyl-Lewisx-Einheit

Sulfatiertes Tetrasaccharid, das an viele Proteine auf der Zelloberfläche gebunden ist. Das Molekül bindet an P-Selektine und E-Selektine auf der Oberfläche anderer Zellen, etwa bei den neutrophilen Zellen, und vermittelt so Wechselwirkungen mit dem Endothel.

Sulfhydrylgruppe

→ Thiole

Summation, engl. summation

Amplitudenerhöhung; Phänomen der neuronalen Integration, bei dem ein Neuron Aktionspotenziale auslöst, wenn an mehreren Stellen der Zelloberfläche gleichzeitig (oder an einer Stelle in sehr schneller Folge) zahlreiche, unter dem Schwellenwert liegende postsynaptische Potenziale ankommen; auch bei der Muskelkontraktion verwendeter Begriff ( → räumliche Summation, → zeitliche Summation)

superfizielle Furchung, engl. superficial cleavage

Form der partiellen Furchung, bei der es zu mehreren Mitosezyklen ohne Zellteilungen kommt, wodurch eine → Coencyte (eine einzelne Zelle mit vielen Zellkernen) entsteht (vgl. → meroblastische Furchung und → discoidale Furchung)

Superoxid-Dismutase

Superoxid-Anionen zu Wasserstoffperoxid umwandelndes Enzym

Superoxid-Dismutase (SOD)

Enzym, welches das Superoxidanion, das im Phagolysosom gebildet wird, in Wasserstoffperoxid umwandelt. Dieses wiederum ist ein Substrat für weitere reaktive antimikrobielle Metaboliten.

Superoxid-Radikale

hochreaktive Oxidationssubstanzen mit mindestens einem Sauerstoffatom

Supplementär motorisches Areal (SMA)

Der mediale Bereich des cortikalen Areals 6; beteiligt an der Kontrolle willkürlicher Bewegungen.

Suppressoren der Cytokinsignale (SOCS)

Regulatorische Proteine, die mit den JAK-Kinasen interagieren und dabei die Signale von aktivierten Rezeptoren hemmen.

suprachiasmatische Nuclei (SCN), engl. suprachiasmatic nuclei

zwei Gruppen von Neuronen bei Säugetieren, die direkt über der Sehnervenkreuzung liegen und zur Steuerung der circadianen Rhythmik dienen

Suprachiasmatischer Kern (SCN)

Ein kleiner Kern des Hypothalamus direkt über der Sehnervenkreuzung gelegen, der durch die Netzhaut innerviert wird und den circadianen Rhythmus mit dem Hell-Dunkel-Rhythmus des Tageslichts synchronisiert.

supramolekularer Aktivierungskomplex (SMAC)

Organisierte Struktur an der Kontaktstelle zwischen einer T-Zelle und ihrer Zielzelle, bei der die Antigenrezeptoren mit gebundenen Liganden mit anderen Signal- und Adhäsionsmolekülen auf der Zelloberfläche zusammengebracht werden. Eine andere Bezeichnung ist supramolekularer Adhäsionskomplex (→ immunologische Synapse).

Surfactant

grenzflächenaktive Substanz (surface active agent) des Lungenepithels

Surfactant, engl. surfactant

Substanz, welche die Oberflächenspannung von Flüssigkeiten herabsetzt; hauptsächlich von den Zellen der Alveolen sezerniert; besteht hauptsächlich aus Phospholipiden und Proteinen, verringert die Oberflächenspannung zwischen Lungenepithel und Atemluft und erleichtert bzw. ermöglicht so das Einatmen

Surfactant-Proteine A und D

Akute-Phase-Proteine, die die Epitheloberflächen der Lunge vor Infektionen schützen.

Suspensionsfresser, engl. suspension feeders

meist sessile Tiere, die von im Wasser suspendierten, das heißt schwebenden, organischen Partikeln ( → Detritus, → POM) leben; es handelt sich um Filtrierer, Strudler oder Angler (Tentakelfänger)

Suspensor (Embryoträger), engl. suspensor

bei den Embryonen von Samenpflanzen der Stiel, der den Embryo in das Endosperm schiebt und für den Nährstofftransport zum Embryo von Bedeutungist

Suszeptibilitätsgen

Anfälligkeits-Gen. Ein Gen, das beim Träger zu einer erhöhten Anfälligkeit für eine Krankheit führt.

Switch-Regionen

Genomische Bereiche mit einer Länge von jeweils mehreren Kilobasen, die zwischen der JH-Region und den Cμ-Genen (oder in entsprechenden anderen Genregionen stromaufwärts von C-Genen) der schweren Kette liegen (mit Ausnahme von Cδ). Sie enthalten Hunderte von G-reichen Sequenzwiederholungen, die bei der Rekombination während eines Klassenwechsels von Bedeutung sind.

Syconium

Die fleischige Frucht von Feigen, die eine Vielzahl von weiblichen Blüten enthält. Ein Syconium kann monözisch oder diözisch sein.

Syk

Tyrosinkinase im Cytoplasma von B-Zellen, die im Signalweg des B-Zell-Antigenrezeptors aktiv ist.

Symbiont

kleinerer Organismus der Symbiose

Symbionten, engl. symbionts

unterschiedliche Organismenarten, die in engem, permanentem Kontakt miteinander leben („symbiotisch“) und deren Gemeinschaft für beide von Vorteil ist

Symbiose

Beziehung zwischen zwei normalerweise sehr unterschiedlichen Spezies, die beiden Vorteile bringt.

Symbiose

Enger lebenslanger Verbund von Individuen verschiedener Arten, der zwingend notwendig für das Überleben dieser Individuen ist (> Mutualismus).

Symbiose

sich gegenseitig unterstützende Interaktion von Organismen (Symbiont und Wirt)

Symbiose (von griech. sym für „zusammen“ und bios für „Leben“), engl. symbiosis

Form der positiven Interaktion zwischen zwei Arten, von der beide Partner profitieren, wobei sie in engem körperlichen Kontakt leben; zum Teil gleichgesetzt mit → Mutualismus, zum Teil als dessen Spezialform aufgefasst (vgl. → Kommensalismus, → Amensalismus, → interspezifische Konkurrenz, → Probiose)

Symmetrie, engl. symmetry

Eigenschaft eines tierischen Körpers, bei der man den Körper durch mindestens eine Schnittebene in zwei spiegelbildliche Hälften teilen kann (vgl. → Bilateralsymmetrie, → Radiärsymmetrie, → Biradialsymmetrie, → Kugelsymmetrie)

Sympathicus

Ein Bestandteil des vegetativen Nervensystems, der in Flucht-oder-Kampf-Situationen physiologische Reaktionen aktiviert, wie erhöhte Herzfrequenz, Atmung, Blutdruck und Energiemobilisierung sowie verminderte Verdauungs- und Fortpflanzungsfunktionen; seine peripheren Axone treten aus dem thorakalen und lumbalen Rückenmark aus. Siehe auch Parasympathicus.

Sympathicus, engl. sympathetic nervous system

Teil des autonomen (vegetativen) Nervensystems, das als Gegenspieler zum → Parasympathicus fungiert

Sympathischer Grenzstrang

Eine Reihe von miteinander verbundenen Ganglien im vegetativen Nervensystem, die in Nachbarschaft zur Wirbelsäule liegen, Eingang von präganglionären sympathischen Fasern erhalten und mit postganglionären Fasern zu Zielorganen und Geweben ziehen.

sympatrische Speziation (von griech. sym für „zusammen“, „gleichartig“ und patria für „Heimat“), engl. sympatric speciation

Artbildung durch reproduktive Isolation ohne geographische Trennung der Subpopulationen (Gegensatz zu → allopatrische Speziation)

Symplast, engl. symplast

das zusammenhängende Netzwerk des Cytoplasmas der lebenden Zellen eines Pflanzenkörpers, das durch Verbindung der Zellen durch Plasmodesmen gegeben ist (Gegensatz zu → Apoplast)

symplastischer Wassertransport

Transport des Bodenwassers durch Protoplasten und Vakuolen der beteiligten Zellen aufgrund eines Saugkraftgradienten von den Wurzelhaaren zur Endodermis. > apoplastischer Wassertransport, > Wurzel

Symplesiomorphie, engl. symplesiomorphy

gemeinsames ursprüngliches Merkmal einer Gruppe

Symporter, engl. symporter

Membrantransportprotein, das zwei unterschiedliche Substanzen gleichzeitig in dieselbe Richtung durch eine Membran transportiert (Gegensatz zu → Antiporter, → Uniporter)

Synapomorphie, engl. synapomorphy

gemeinsames abgeleitetes Merkmal, das bei der Stammart einer monophyletischen Gruppe entstanden und (manchmal in abgewandelter Form) bei allen Mitgliedern der Gruppe zu finden ist; trägt dazu bei, die Gruppe abzugrenzen und zu identifizieren (Gegensatz zu → abgeleitetes Merkmal)

Synapse

Der Kontaktbereich, in dem ein Neuron Informationen auf eine andere Zelle überträgt.

Synapse (von griech. synapsis für „Verbindung“), engl. synapse

spezialisierte Kontaktstelle zwischen einem Neuron und seiner Zielzelle (das kann ein anderes Neuron oder auch ein anderer Zelltyp sein); Ort, an dem über den synaptischen Spalt der Informationsaustausch in Form von Neurotransmittermolekülen stattfindet

Synapsenendknöpfchen

Siehe Axonterminale.

Synapsis

Quelle: Genetik

Paarung zweier homologer Chromosomen während der meiotischen Prophase I.

Synapsis, engl. synapsis

Chromosomenpaarung; die hochspezifische Ausrichtung (Paarung) der homologen Chromosomen während der ersten meiotischen Teilung

Synaptische Integration

Der Prozess, bei dem viele EPSPs und/oder IPSPs in einem postsynaptischen Neuron verrechnet werden, wobei ein oder mehrere Aktionspotenziale ausgelöst werden können.

Synaptische Konsolidierung

Die Umwandlung von sensorischer Information in eine temporäre Gedächtnisspur im Hippocampus.

Synaptische Skalierung

Eine zellweite Anpassung der Synapsenstärke infolge einer Veränderung der durchschnittlichen Feuerungsrate des postsynaptischen Neurons.

Synaptische Übertragung

Der Prozess, bei dem an einer Synapse Informationen von einer Zelle auf eine andere übertragen werden.

synaptische Vesikel, engl. synaptic vesicle

membranumhüllte Bläschen im synaptischen Endknöpfchen, die Neurotransmitter enthalten. In der Membran befindet sich eine ganze Reihe von Proteinen, die dem Vesikel seine funktionellen Eigenschaften verleihen.

Synaptischer Spalt

Der Bereich, der bei Neuronen die präsynaptische von der postsynaptischenMembran trennt.

synaptischer Spalt, engl. synaptic cleft

der Zwischenraum zwischen der präsynaptischen und der postsynaptischen Zelle bei einer chemischen Synapse

Synaptisches Vesikel

Eine membranumhüllte Struktur mit einem Durchmesser von etwa 50 nm, die Neurotransmitter enthält und sich in der präsynaptischen Endigung befindet.

Synaptonemaler Komplex

Quelle: Genetik

Struktur, die in Zusammenhang mit Rekombination zwischen zwei homologen Chromosomen während der meiotischen Prophase I gebildet wird (S. 240).

Synchron

Quelle: Genetik

Gleichzeitig.

Synchronisation, engl. entrainment

universelles Ordnungsprinzip für Rhythmen; speziell jener Vorgang, durch den die Periodenlänge der inneren Uhr bei einer circadianen Rhythmik an den Licht-Dunkel-Zyklus der Umwelt eines Organismus angepasst wird

Syncytium

Quelle: Genetik

Cytoplas

Syncytium, engl. syncytium

Durch Verschmelzen zahlreicher Zellen entstehende Zelle mit vielen Zellkernen (vgl. → Coenocyten)

Syndrom

Quelle: Genetik

Medizinischer Begriff, Gesamtheit der Merkmale einer Krankheit.

synergetischer Effekt

Ein Ergebnis aus der Wirkung mehrerer Faktoren, das sich nicht allein durch die Summe der Wirkungen einzelner Faktoren erklärt. Interaktionen der Faktoren fördern zusätzlich die Gesamtwirkung.

Synergiden (von griech. synerg für „behilflich“, „förderlich“, „Mitarbeiter“), engl. synergids

die beiden Hilfszellen des Embryosacks, die bei den Angiospermen zusammen mit der Eizelle den Eiapparat bilden

Synergistischer Muskel

Ein Muskel, der mit anderen Muskeln zusammen kontrahiert, um die Bewegung in eine Richtung zu ermöglichen.

Syngamie

→ Befruchtung

syngenes Transplantat

Transplantat von einem genetisch identischen Spender. Es wird vom Immunsystem nicht als fremd erkannt.

Synkaryon

Quelle: Genetik

Gepaarte Gametenkerne in der Zygote nach der Befruchtung.

synonyme (stumme) Substitution, engl. synonymous (silent) substitution

Veränderung einer DNA-Sequenz durch Austausch eines Nucleotids, die sich aber nicht auf die codierte Aminosäure auswirkt (z. B. wird bei der Mutation von UAA in UUG ebenfalls Leucin eingebaut) (Gegensatz zu → nichtsynonyme Substitution, → Missense-Substitution, → Nonsense-Substitution

synonymer Basenaustausch/Substitution

Stiller Basenaustausch in einem Codon (> G), der keine Veränderung der Aminosäurekette bewirkt, während eine nichtsynonyme oder Missense-Substitution eine Veränderung nach sich zieht. Nonsense-Mutationen führen zu Stopcodons, andere können ein reguläres Stopcodon in ein Codon für eine Aminosäure wandeln.

Synoviozyt

die Gelenkinnenhaut (Synovialis) bildende Zellen

Syntenie

Quelle: Genetik

Kopplung von Genen auf demselben Chromosom. Von konservierter Syntenie spricht man, wenn die Reihenfolge von Genen auf den orthologen Chromosomen in der Evolution erhalten geblieben ist.

Syntheseort

→ Quelle

synthetische Evolutionstheorie, engl. synthetic theory of evolution

vereinigt Entdeckungen und Ideen aus vielen verschiedenen Teilgebieten der Evolutionsforschung und Genetik; betont die Bedeutung der Populationen als Einheiten der Evolution, die Rolle der natürlichen Selektion als zentralen Evolutionsmechanismus und das Konzept eines allmählichen (graduellen) Wandels, in dem kleine Veränderungen über lange Zeiträume zu großen Veränderungen führen.

Systematik, engl. systematics

Disziplin der Biologie, welche die Verschiedenartigkeit von Organismen und deren natürliche Verwandtschaftsverhältnisse untersucht

Systematische Literaturübersicht

Eine systematische Literaturübersicht (systematischer Review) ist ein wissenschaftlicher Artikel, in dem relevante Studien zu einer aufgeworfenen Fragestellung identifiziert, ihre Qualität bewertet und ihre Ergebnisse nach wissenschaftlichen Methoden zusammengefasst werden.

Systembiologie, engl. systems biology

die wissenschaftliche Untersuchung eines Organismus als ganzheitliches und zusammenwirkendes System von Genen, Proteinen und biochemischen Reaktionen

Systemin, engl. systemin

einziges pflanzliches Peptidhormon; an der Reaktion auf Gewebeschädigung beteiligt

systemische erworbene Resistenz (SAR), engl. systemic acquired resistance

Resistenz der gesamten Pflanze gegen eine Vielzahl von Pflanzenpathogenen nach Infektion mit einem einzelnen Erreger

systemischer Lupus erythematodes (SLE)

Autoimmunkrankheit, bei der Autoantikörper gegen DNA, RNA und mit Nucleinsäuren assoziierte Proteine Immunkomplexe bilden, die besonders in den Nieren kleine Blutgefäße schädigen.

systemisches Immunsystem

Gelegentlich verwendete Bezeichnung für die Lymphknoten und die Milz, um sie vom mucosalen Immunsystem zu unterscheiden.

Systemkonsolidierung

Die Umwandlung einer temporären Gedächtnisspur im Hippocampus in ein permanentes Engramm im Neocortex.

Systole (von griech. systole für „Zusammenziehung“), engl. systole

Kontraktion einer Herzkammer, wodurch das Blut im Kreislaufsystem weitergepumpt wird (Gegensatz zu → Diastole)

„single nucleotide polymorphism“ (SNP)

Homologe Chromosomen tragen an einer bestimmten Basenposition unterschiedliche Erbinformationen (Nukleotide). Genügen die Häufigkeiten der Basen unserer Definition eines Polymorphismus (> G), dann sprechen wir von SNP (im Deutschen Snip ausgesprochen).

„single nucleotide polymorphism“ (SNP)

Einzelbasenaustausche, bei denen die alternativen Zustände mit mehr als einem Prozent Häufigkeit in der Population gefunden werden. Finden wir zum Beispiel in einem Genom eine Basenposition, die entweder mit der Base A oder C besetzt ist, dann muss eine Position mindestens mit einem Prozent in der betreffenden Population vorhanden sein.

System (system)

Eine gedachte Gesamtheit aus mehreren Einzelelementen, die miteinander in einer bestimmten Beziehung stehen. Ein System wird je nach Fragestellung festgelegt und als Einheit betrachtet. In der Biologie untersuchen wir beispielsweise Systeme auf den Ebenen von Molekülen, Molekülkomplexen, Zellbestandteilen, Zellen, Zellverbänden, Geweben, Organen, Lebewesen, Gemeinschaften und Ökosystemen.